Gegen die Lehre der Inspiration

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ProfDrVonUndZu
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Re: Gegen die Lehre der Inspiration

Beitrag von ProfDrVonUndZu »

Helmuth hat geschrieben: Mo 22. Jun 2026, 06:41 Du beantwortest die Frage nicht. Das in rot ist eine meiner beiden Fragen.
Meine Antwort beantwortet beide Fragen. Es stellt sich dann nicht mehr wirklich die Frage, was Mose motivierte, da er von dem, der zu ihm sprach, die Anordnung bekam, seine Worte aufzuschreiben. Ob er dann noch Lust dazu hatte oder nicht, wird somit ziemlich irrelevant.

Oder sollte es so gewesen sein, dass Mose und/oder das Volk sich den Kopf über eine dunkle Vergangenheit zerbrach und dann Klarheit von seinem Gott darüber wünschte ? Kann auch sein.

Das sind jedenfalls die zwei Optionen die mir einfallen. Wenn du aber endgültige Beweise forderst, wird dich niemand jemals zufrieden stellen können.
Offenbarung 1,3 Glückselig, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe!
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Zippo
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Re: Gegen die Lehre der Inspiration

Beitrag von Zippo »

Helmuth hat geschrieben: So 21. Jun 2026, 06:52
Zippo hat geschrieben: Sa 20. Jun 2026, 08:55 Da hat doch noch niemand gelebt, dieser Text kann nur inspiriert sein.
Da du trotz meiner Bitten davon nicht ablassen kannst, so stelle ich nun ein paar Fragen und ich stelle sie hier, wo sie thematisch ihren Platz haben mögen, damit andere Threads nicht ständig damit infiltriert werden, weil mich das stört. So gebe ich dir hier Gelegenheit dich zu erklären.
Wenn du den Lesern einreden willst, daß die Bibel nur eine Erzählung ist und nicht das inspirierte Wort Gottes, dann kann man ja gar nicht schweigen.
Du nimmst dem Leser unberechtigter Weise das Vertrauen in die Inspiration göttlicher Worte. Da solltest du lieber mal drüber nachdenken und dich ermahnen lassen.
Helmuth

Wir untersuchen hier den Prozess der Inspiration genauer. Bislang hat ihn keiner erklärt. Da viele ja restlos davon überzeugt sind, so muss man dazu auch eine Grundlage haben wie sie funktioniert. Das denke ich zumindest und stelle einige Überlegungen an.

Der Autor setzt sich hin und denkt sozusagen nach, was er schreiben soll. Dazu muss er aber ein Motiv haben.
Warum braucht er ein Motiv ? Gott sagt einfach, setz dich hin und schreibe, was ich dir sagen werde. So z. Bsp. bei Mose : 2 Mo 17,14, 34,1,34,27.... 5 Mo 17,14-19

Helmuth

Nun weiß er ja nichts von all den Dingen, die er später schreiben soll. Das führt mich zur ersten Frage:

Frage 1) Was motiviert einen Schreiber etwas aufzuchreiben, worüber er gar nichts weiß. Ergibt das einen Sinn?

Ist es der reine Wissensdrang und Gott gibt ihm als Antwort seine Gedanken ein? Ich setze ja darauf, dass Gott gesprochen hat und das überliefert wird. Damit exsitiert eine objektive Grundlage. Aber gesetzt den Fall dem wäre anders, dann stellen wir uns vor wie das vor sich ginge.

Der Autor denkt über etwas nach und bekommt auf einmal einen Gedenken. Oder er möchte ein bestimmtes Thema erarbeiten. Das sei sein Motiv und dazu will er nun etwas aufschreiben. Er setzt sich also hin und nun kommen ihm dazu Gedanken in den Sinn.
Gottes Wort wird von Menschen einfach aufgeschrieben, weil Gott das von ihnen verlangt hat. Diese Menschen hören in ihrem Inneren eine Stimme oder haben eine Vision und dann schreiben sie auf, was sie hören und sehen. z. Bsp. Off 1,11
Helmuth

Das führt mich zur zweiten konkreten Frage:

Frage 2) Wie erkennt der Autor, dass ein aufkommender Gedanke von Gott eingegeben wurde?
Die Menschen des AT, die den Glauben an Gott gelebt haben, hatten keine Zweifel, daß es Gott war, der zu ihnen sprach. Sonst hätten sie nicht getan, was z. Bsp. in Hebr 11 aufgelistet wird.
Z. Bsp. riesige Schiffe gebaut, wegen einer Sintflut, die nicht zu sehen war und seine Landsleute haben ihn für einen Verrückten gehalten. Oder denk an Abraham, wer opfert seinen einzigen, verheißenen Sohn, weil Gott es von ihm verlangt ?
Da würden wir heute an den Teufel denken, aber Abraham kannte wahrscheinlich keinen Teufel, er hat, wie viele Glaubensmänner einfach getan, was die innere Stimme ihm befahl.
Helmuth

Anhand des Lk-Ev erfahren wir, wie es dazu gekommen ist Dinge aufzuschreiben. Lukas erhielt seine Worte anhand von Zeugen und Dienern des Wortes. Und als Reisbegleiter des Paulus war er auch Augenzeuge von mehreren Geschehnissen. Das ist für mich nachvollziehbar.

Du sagst Mose habe das erste Buch der Bibel geschrieben, wusste aber zuvor von den historischen Ereignissen nichts. Dann erkläre mir zumindest wie der Inspiriationsvorgang vonstatten gehen sollte, indem du diese beiden Fragen beantwortest. Wer etwas behauptet, dass es wahr ist, müsste es doch begründen können. Das wäre an sich auch eine Prämisse.
Ich bin erstaunt, daß du so wenig vertrauen hast, daß Gott den Menschen inspirieren kann, etwas aufzuschreiben.
Er sagt einfach: " Schreibe auf, was ich dir sagen werde. " Und dann hat es z. Bsp. Mose getan, wo ist das Problem ?

Da muß doch Mose nicht gewußt haben, was mal passier ist. Keiner wußte, was in der Zeit der Schöpfung passiert ist und auch danach kann das Gedächtnis nicht solche exakten Angaben machen, wie wir sie in der Bibel finden.
Niemand hat sich alle Daten gemerkt und alle Worte, die gesprochen wurden und die Schrift gab es auch lange Zeit noch nicht, aber Gott weiß alles noch im Einzelnen und diktiert es dem Schreiber.

Und auch das Zukünftige ist den Propheten anvertraut worden und obwohl sie nicht immer verstanden haben, wovon sie geschrieben haben, haben sie es einfach hingeschrieben.
Z. Bsp.
Hosea 13,14
Aber ich will sie erlösen aus der Hölle und vom Tod erretten. Tod, ich will dir ein Gift sein; Hölle ich will dir eine Pestilenz sein. Doch ist der Trost vor meinen Augen verborgen.
[1. Pet 1,10-12] Nach dieser Seligkeit haben gesucht und geforscht die Propheten, die von der Gnade geweissagt haben, die auf euch kommen sollte, und haben geforscht, auf welche und welcherlei Zeit deutete der Geist Christi, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christum kommen sollten, und die Herrlichkeit darnach; welchen es offenbart ist. Denn sie haben’s nicht sich selbst, sondern uns dargetan, was euch nun verkündigt ist durch die, die euch das Evangelium verkündigt haben durch den heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist; was auch die Engel gelüstet zu schauen.
So ist es noch dem Johannes ergangen, als er die Offenbarung schrieb:
[Off 1,10-11] Ich war im Geist an des Herrn Tag und hörte hinter mir eine große Stimme wie einer Posaune, die sprach: Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte; und was du siehest, das schreibe in ein Buch und sende es zu den Gemeinden in Asien: gen Ephesus und gen Smyrna und gen Pergamus und gen Thyatira und gen Sardes und gen Philadelphia und gen Laodizea.
Lukas ist der Einzige, der recherchiert hat, weil er kein Augenzeuge war, aber ich bin mir sicher, auch er war beim Schreiben vom Heiligen Geist inspiriert. Es ist ja auch eine bemerkenswerte Übereinstimmung mit den anderen Evangelien festzustellen.

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Helmuth
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Re: Gegen die Lehre der Inspiration

Beitrag von Helmuth »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Mo 22. Jun 2026, 08:53 Meine Antwort beantwortet beide Fragen. Es stellt sich dann nicht mehr wirklich die Frage, was Mose motivierte, da er von dem, der zu ihm sprach, die Anordnung bekam, seine Worte aufzuschreiben. Ob er dann noch Lust dazu hatte oder nicht, wird somit ziemlich irrelevant.
Bei der Frage geht es nicht um Mose allein. Er diente auch nur als Beispiel. Wie Gott ihm begegnet ist, dokumentiert die Schrift ausreichend. Es geht um alle Autoren, was immer sie geschrieben hatten. Wenn man einen Sachverhalt nicht kennt, wie unterscheidet man seine eigenen Gedanken von denen, die „eingegeben“ worden sind?
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Mo 22. Jun 2026, 08:53 Wenn du aber endgültige Beweise forderst, wird dich niemand jemals zufrieden stellen können.
Die Schrift sollte dazu imstande sein, die Theologie nur im Einklang mit ihr, oder auch die Naturwissenschaft im Sinne unseres Auftrages über die Schöpfung. Hier geht es um unsere eigene Schöpfungsnatur als Mensch. Diese Art der Eingebung wäre eine Form der Telepathie. Solches halte ich als schöpfungsbedingt nicht gegeben.

Und nochmals: Wer etwas behauptet, was ja keine Privatmeinung ist, sondern offizielle Kirchenlehre etlicher Denominationen, der muss es doch auch anhand der Bibel oder unserer Schöpfungsnatur erklären können. Dazu reicht es nicht wie ein Papagei „Alle Schrift ist inspiriert“ ständig nur zu wiederholen. So einer hat ja doch keine Ahnung.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Rilke
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Re: Gegen die Lehre der Inspiration

Beitrag von Rilke »

Helmuth hat geschrieben: Mo 29. Jun 2026, 19:26 Welche Einsicht? Was haben sie denn eingesehen? Sie stellten plötzlich ihre Nacktheit fest. Zuvor war das kein Thema. Wer hat ihnen das gesagt? Niemand. Das Pa'al Verb "jada" ist überdies sehr vielschichtig im Hebräischen. Es geht an der Stelle m.E. um eine bloße Wahrnehmung, die nun anders als bisher gewohnt ist.
Ich versetze diesen Teil hier hin, weil dieses Beispiel sehr anschaulich ist.
Du argumentierst sehr genau mit dem hebräischen Wortlaut, was ich grundsätzlich befürworte, aber ich sehe da einen Konflikt mit deiner allgemeinen Methodik. Indem du ein einzelnes hebräisches Verb mit solchem theologischen Gewicht deutest, setzt du ja implizit voraus, dass jedes Wort der Schrift zuverlässig und theologisch bedeutsam ist. Die zitierte Stelle ist nach deiner Auslegung kein Wort Gottes, das mit "So spricht der Herr" oder ähnlichem beginnt, es ist eine narrative Beschreibung des Autors.

Worauf begründet sich deine Genauigkeit? Behandelst du den Text hier nicht praktisch so, als wäre auch seine konkrete sprachliche Gestalt von Gott gewollt und für die Lehre bedeutsam?

(Mit dem Rest des ursprünglichen Posts lasse ich mir noch ein wenig Zeit, du bist da sehr gut auf meine Antwort eingegangen und ich lese das in der Schrift nach).
Was immer ein endliches Wesen begreift, ist endlich.
- Hl. Thomas v. Aquin
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Helmuth
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Re: Gegen die Lehre der Inspiration

Beitrag von Helmuth »

Rilke hat geschrieben: Di 30. Jun 2026, 06:02 Indem du ein einzelnes hebräisches Verb mit solchem theologischen Gewicht deutest, setzt du ja implizit voraus, dass jedes Wort der Schrift zuverlässig und theologisch bedeutsam ist.
Die Bedeutung muss der Leser aber erst finden. Gott gibt uns dazu Anteil am Heiligen Geist, damit wir darüber nachsinnen. Vieles zeigt schon der Kontext. Woher sollten z.B. Menschen, die gerade noch unschuldig waren, auf einmal die Erkenntnis haben, die wir uns oft erst mit Mühe erarbeiten müssen?

Es ist schlicht Fakt, dass "jada" eine Bedeutungsbandbeite hat: https://www.cal-bibel.de/strongs/h3045=wissen
373 Stellen im AT sollten reichen. Man lese nach und der Heiligen Geist wird uns lehren.

Damit sage ich eben nicht, dass der Heilige Geist etwas eingibt, oder dem Autor bei seiner Niederschrift. Dazu setzt es die Kenntnis eines Sachverhaltes bereits voraus, sonst hat er nichts zu schreiben. Dieser Fehlschluss, den man aus 2. Tim. 3:16 zieht, ist nicht nur falsch, ich verwerfe diese Sicht schon deshalb, weil ein solche Prämisse keine Schöpfungsgrundlage hat.
Rilke hat geschrieben: Di 30. Jun 2026, 06:02 Worauf begründet sich deine Genauigkeit? Behandelst du den Text hier nicht praktisch so, als wäre auch seine konkrete sprachliche Gestalt von Gott gewollt und für die Lehre bedeutsam?
Welche Genauigkeit? Dass ich "jada" kontextell unterschiedlich deute? Kannst du das etwa nicht? Wir sind doch beide keine Dummköpfe, die der Heilige Geist nicht lehren würde. In dem Fall sind das für mich schlcht sprachliche Grundlagen. Auch im Deutschen ist der Begriff "wissen/kennen" vielschichtig.

"Ich kenne Gott", der mich liebt und "ich kenne deinen Wohnort" haben schon andere Qualitäten, oder? Aber das hat mit diesem Thema nichts zu tun. Hier geht es darum den für mich zweifellos dogmatischen Unsinn der "Inspiration aller Schrift" endlich zu erkennen. Ok, ohne der Heiligen Geist geht das eben auch nicht, ist also sogar logisch.

Das führt zur Frage: Kann man den Heiligen Geist auch ausschalten? Ich meine nicht in dem Sinn, dass er uns verlustig geht, denn das läge nicht einmal in unserer Macht, sondern dass man ihn übergeht. Das ist möglich, und zwar z.B. immer dann, wenn wir sündigen, dann übergehen wir ihn, aber auch, wenn wir irregeleitet wurden.

Ich meine also in Sachen Lehre ihn zu übergehen. Dazu sage ich Ja, und zwar gerade so, indem man etwas zum Dogma setzt, was Gott nicht einmal schöpfungsbedingt ermöglicht. Dann wird es umso dümmer an einen Schwachsinn zu glauben.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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