oTp hat geschrieben: ↑So 5. Jul 2026, 06:36
Du bildet dir deine Meinung, was Dämonen sind, durch die Aussagen darüber im AT und NT. Nur kann man nicht mit dem AT beweisen wollen, dass es keine gefallenen Engel gibt, die Dämonen.
Und das NT legt nahe. Dass es sie gibt. Und wenn Jesus das praktisch durch den ganzen Vorgang der Austreibung zeigt, ist es nun mal notwendig, nachzuforschen, ob Austreibung heutzutage die Vorgänge bei Jesus bestätigen. Sonst sitzt man ineiner Deutungsblase. Alles was man meint zu wissen, mus man nachprüfen. Bestätigt sich meine Meinung anhand der Wirklichkeit. Es ist also ein einfacher , notwendiges Vorgehen.
Zu Thema Gefallene Engel sage ich später noch was. Erst mal zu Koch.
Koch schreibt:
1. Die Psychiater erklären, Jesus und seine Jünger waren Kinder ihrer Zeit. Sie wußten es nicht besser. Was sie als Besessenheit ansahen, war in Wirklichkeit eine Geisteskrankheit. Bis zum Überdruß habe ich dieses Argument gehört. Und es ist so einfach, es zu widerlegen. Jesus, seine Jünger und die Schreiber der neutestamentlichen Schriften haben Krankheiten und Dämonie wohl unterschieden. Krankheit und Besessenheit werden in folgenden Bibelstellen klar auseinandergehalten: Mt. 4,24; Mt. 8,16; Mt. 10,1; 10,8, Mk. 1,32; Luk. 9,1 2 und an anderen Stellen.
Quelle:
https://horst-koch.de/besessenheit-dr-k-koch/
Schauen wir uns die genannten Verse mal etwas genauer an:
Matthäus 4,24 Und sein Ruf ging aus in das ganze Syrien; und sie brachten zu ihm alle Leidenden (κακῶς ἔχοντας), die mit mancherlei Krankheiten (νόσοις) und Qualen (βασάνοις) behaftet waren, und Besessene (δαιμονιζομένους) und Mondsüchtige (σεληνιαζομένους) und Gelähmte (παραλυτικούς); und er heilte sie.
Matthäus 8,16 Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene (δαιμονιζομένους) zu ihm; und er trieb die Geister aus mit einem Worte, und er heilte alle Leidenden (κακῶς ἔχοντας), 17 damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaias geredet ist, welcher spricht: "Er selbst nahm unsere Schwachheiten (ἀσθενείας) und trug unsere Krankheiten (νόσους)."
Matthäus 10,1 Und als er seine zwölf Jünger herzugerufen hatte, gab er ihnen Gewalt über unreine Geister, um sie auszutreiben, und jede Krankheit (νόσον) und jedes Gebrechen (μαλακίαν) zu heilen.
Matthäus 10,8 Heilet Kranke (ἀσθενοῦντας), wecket Tote auf, reiniget Aussätzige, treibet Dämonen aus; umsonst habt ihr empfangen, umsonst gebet.
Markus 1,32 Als es aber Abend geworden war, als die Sonne unterging, brachten sie alle Leidenden (κακῶς ἔχοντας) und Besessenen (δαιμονιζομένους) zu ihm;
33 und die ganze Stadt war an der Tür versammelt.
34 Und er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten (νόσοις) leidend waren (κακῶς ἔχοντας); und er trieb viele Dämonen aus und erlaubte den Dämonen nicht zu reden, weil sie ihn kannten.
Lukas 9,1 Als er aber die Zwölfe zusammengerufenamme hatte, gab er ihnen Kraft und Gewalt über alle Dämonen, und Krankheiten (νόσους) zu heilen;
2 und er sandte sie, das Reich Gottes zu predigen und die Kranken (ἀσθενεῖς) gesund zu machen.
Es ist richtig, wenn Koch sagt, dass diese Schriftstellen zwischen Dämonen und Krankheiten unterscheiden. Koch geht es aber darum, zwiscchen Dämonen und dem, was später Geisteskrankheit genannt wurde, zu unterscheiden. Was die Autoren, Jesus, die Jünger, der jüdische common-sense damals unter Krankheit verstand, lässt sich nicht so ohne Weiteres herleiten. Naheliegend, dass Dämonen nicht gleich Krankheit waren. Ob die genannten Textstellen das, was später als Geisteskrankheit bezeichnet wurde, eher den Dämonen oder eher anderen Leidensformen zuzordnen sind, das ist die Frage. Der Begiff "Krankheit" ist mitunter problematisch, wenn die Symptome der Krankheit auf eine individuelle, im Betroffenen liegende Ursache zugeschrieben werden. Die Symptome einer Krankheit können auch eine gesunde bzw. vom Körper als notwendig erachtete Abwehrreaktion gegen äußere Einflüsse sein. Dann müssen die äußeren Einflüsse behoben, nicht aber die Symptome nur unterdrückt werden.
Bei psychischen Leiden ist das ganz ähnlich. Normabweichendes Verhalten von Menschen wird von der Umwelt als störend wahrgenommen. Wenn es stört, ist es für die Umwelt erstmal unbequem und aufwendig, nach den Ursachen zu fragen.
Sehr aufschlussreich ist eine fachlich formulierte Kritik an dem Konzept der Persönlichkeitsstörung:
Mit Hilfe eines Zitats des Philosophen und Psychiaters Karl Jaspers beschreibt er das Stigmatisierungsproblem: „Menschlich aber bedeutet die Feststellung des Wesens eines Menschen eine Erledigung, die bei näherer Betrachtung beleidigend ist und die Kommunikation abbricht“. Die Festschreibung einer gesamten Persönlichkeit als „gestört“ sei ethisch zweifelhaft. Insbesondere führt Fiedler an, dass Personen mit Persönlichkeitsstörungen sich auf charakteristisch gestörte Art und Weise in zwischenmenschlichen Interaktionen verhalten. Erst auf dieser Ebene trete die Störung zu Tage, die Betroffenen selbst empfänden sich als Person oft nicht als gestört (Ich-Syntonie).
Somit erfolge durch die „Diagnose“ einer Persönlichkeitsstörung eine Umdeutung des Geschehens durch den „gesunden“ Interaktionspartner, und zwar derart, dass der abweichende Interaktionspartner per „Charakter-Diagnose“ allein verantwortlich für die Störung gemacht wird. Diese Umdeutung des Geschehens stelle letztlich eine Pseudoerklärung dar: dass die Person in ihrer Gesamtheit gestört sei und somit die Person das Störende, die Ursache der Störung sei. Mögliche Störungen des sozialen Systems, der Interaktion, der Gesellschaft gerieten aus dem Blickfeld.[34]
Verhaltenstherapeutisch orientierte Klinische Psychologen (im deutschen Sprachraum u. a. Rainer Sachse) betrachten Persönlichkeitsstörungen primär als „Interaktionsstörungen“. Im englischen Sprachraum verstehen z. B. Beck und Freeman Persönlichkeitsstörungen als eine Kombination von grundlegenden Gedanken über sich selbst (z. B.: „Ich bin hilflos.“) und entsprechenden interaktionellen Verhaltensstrategien (z. B. Anhänglichkeit), die in charakteristischer und unflexibler Weise die soziale Interaktion bestimmen und somit zu Folgeproblemen führen können.[35]
Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Pers%C3%B ... ung#Kritik
Koch als "Kind seiner Zeit" kritisiert eine Einordnung als Geisteskrankheit, ohne dass er selber diese fragwürdige Kategorisierung reflektiert. In der Medizin wird der Ausdruck "Geisteskrankheit" heute nicht mehr verwendet. In der Alltagssprache und leider auch im Recht findet er immer noch Verwendung. Siehe :
https://de.wikipedia.org/wiki/Geisteskrankheit