Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

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Rilke
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Rilke »

Helmuth hat geschrieben: Mi 1. Jul 2026, 08:04
Apg. 2:37 hat geschrieben: Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder?
Wie deutest du diese Situation?
Sehr interessant, ja. Dieses "Durchs-Herz-Dringen" ist eine Wirkung der Wahrheit auf den Menschen. Nachdem ihr Innerstes mit der Wahrheit des Evangeliums konfrontiert wurde, entsteht ein Drängen ihres Gewissens, würde ich sagen.

Aber gleichzeitig denke ich nicht, dass das Gewissen hier wieder nur als nonverbales, externes Warnsignal verstanden werden kann. Denn dieses innerliche Gefühl der Bedrängnis steht ja nicht isoliert da, sondern ist eine Folge der Verkündigung und eine Reaktion des Menschen.
Das Evangelium überführt den Menschen und führt ihn durch die Lehre zur Umkehr.
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Helmuth
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Helmuth »

Rilke hat geschrieben: Do 2. Jul 2026, 07:19 Sehr interessant, ja. Dieses "Durchs-Herz-Dringen" ist eine Wirkung der Wahrheit auf den Menschen. Nachdem ihr Innerstes mit der Wahrheit des Evangeliums konfrontiert wurde, entsteht ein Drängen ihres Gewissens, würde ich sagen.
Man kann es so sehen, in dem Fall als Überführung der Sünde durch Gottes Heiligen Geist, der durch Petrus wirkte. Es wird das Gewissen demnach auf mehrere Weise angeregt. Die Juden haben tatsächlich den Herrn des Lebens gekreuzigt. Als ihnen dies in Erinnerung gerufen wurde, belastete das nun das Gewissen vieler.
Rilke hat geschrieben: Do 2. Jul 2026, 07:19 Aber gleichzeitig denke ich nicht, dass das Gewissen hier wieder nur als nonverbales, externes Warnsignal verstanden werden kann.
Anfangs doch, denn sie fragten, was sie nun tun sollten. Ihr Gewissen regte sich, aber sie waren zunächst ratlos. In dem Fall kam es nicht zu einem inneren Denkprozess, denn Petrus zeigt ihnen bereits eine Lösung:
Apg. 2:38 hat geschrieben: Petrus aber spricht zu ihnen: "Tut Buße, und jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen."
Diejenigen, die dem Aufruf nachgekommen sind, erlebten in der Folge ihre Neugeburt im Geist. Die anderen blieben ungläubig oder manche änderten noch später ihre Gesinnung. Kommen wir nun zu den Prozessen, die du nicht außen vor lassen willst, was ja berechtigt ist, das ist der Widerstreit im Inneren. Ich gehe Schritt für Schritt vor. Tätige ich sie nicht einzeln, passiert das Vermischen.

Gott regt also etwas in dir nonverbal an und bringt dich in einen inneren Unruhezustand. Ich denke nicht, dass dies jemals erschöpfend erforscht werden kann, aber ein Prinzip lässt sich erkennen. Gott will, dass jeder umkehrt von seinen bösen Wegen, also ist er der Initiator der Dinge dein Gewissen betreffend.

Mit dem von Gott hervorgerufenen inneren Unruhezustand musst du dich auseinandersetzen. Da gibt es also etwas, das Gott wirkt und etwas, was du wirkst als eine Reaktion darauf. Darum sehe ich diese analytische Unterscheidung wichtig, dass man weiter die Äpfel und Birnen auseinanderhält, in dem Fall was Gottes wirkt und das, was der Mensch wirkt.

Es reagiert dabei nicht jeder gleich, denn das hängt davon ab, wie dein Herz bisher gefüllt war, d.h. die daraus erfolgten Entscheidungen können unterschiedlich ausfallen. Das zeigt uns dieses Ereignis zuvor, wo Lukas über zwei unterschiedliche Reaktionen berichtet:
Apg. 2:12-13 hat geschrieben: Sie gerieten aber alle außer sich und waren in Verlegenheit und sagten einer zum anderen: Was mag dies wohl sein? Andere aber sagten spottend: Sie sind voll von süßem Wein.
Die einen blieben noch ratlos, d.h. sie konnten sich auf das Geschehen und was sie damit sichtlich verunsichert hatte, noch keinen Reim bilden, wiewohl jeder in seiner Muttersprache verstanden hatte, was gesprochen wurde. Die anderen hingegen hatten schon rasch ihre Eintscheidung getroffen: De san olle au'g'soff''n. ;)

Bei dem Schritt stoppe ich wieder, um zu hören (lesen), was du dazu sagst.
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Rilke
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Rilke »

Helmuth hat geschrieben: Fr 3. Jul 2026, 08:42 Gott regt also etwas in dir nonverbal an und bringt dich in einen inneren Unruhezustand. Ich denke nicht, dass dies jemals erschöpfend erforscht werden kann, aber ein Prinzip lässt sich erkennen. Gott will, dass jeder umkehrt von seinen bösen Wegen, also ist er der Initiator der Dinge dein Gewissen betreffend.

Mit dem von Gott hervorgerufenen inneren Unruhezustand musst du dich auseinandersetzen. Da gibt es also etwas, das Gott wirkt und etwas, was du wirkst als eine Reaktion darauf. Darum sehe ich diese analytische Unterscheidung wichtig, dass man weiter die Äpfel und Birnen auseinanderhält, in dem Fall was Gottes wirkt und das, was der Mensch wirkt.
Hm, ich sehe das ein wenig anders als du, aber ich kann dir inhaltlich folgen.
Ich glaube, dass wir auch mit unterschiedlichen Ansichten über das Gewissen fortfahren können. Wenn wir jetzt weiter darüber diskutieren, in welcher genauen Weise das Gewissen angeregt wird, laufen wir vielleicht Gefahr, uns in Haarspalterei zu verlieren, was meinst du? Wir können das schon weiter ausführen wenn du möchtest, aber ich bin mir nicht sicher, ob uns die Detailfrage näher zum ursprünglichen Thema führt.

Mich würde interessieren wie dieses Gewissen, wie du es verstehst, nun zum dritten Element deines Fadens wird, also inwiefern trägt es zu deiner Glaubensgewissheit bei?
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Helmuth
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Beitrag von Helmuth »

Rilke hat geschrieben: Sa 4. Jul 2026, 06:14 Wenn wir jetzt weiter darüber diskutieren, in welcher genauen Weise das Gewissen angeregt wird, laufen wir vielleicht Gefahr, uns in Haarspalterei zu verlieren, was meinst du?
Es ist mir auch aufgefallen, dass wir uns verlieren. Aber so ist meine analytische Ader alles so präzise wie möglich zu erforschen. Falsch liege ich damit üblicherweise nicht, denn damit weicht man nicht so rasch von Gottes Wort ab, nur brauchen wir nicht jedes Detail, und es kostet uns zu viel Zeit, insofern gebe ich dir auch Recht.
Rilke hat geschrieben: Sa 4. Jul 2026, 06:14 Mich würde interessieren wie dieses Gewissen, wie du es verstehst, nun zum dritten Element deines Fadens wird, also inwiefern trägt es zu deiner Glaubensgewissheit bei?
Ich muss bei der Prämisse bleiben, dass Gott uns das Gewissen erstens nicht unrein gibt und zweitens im Falle der Sünde auch anregt. Wie sollte es sonst zu einem Korrektiv Gottes werden? Erst, wenn man es nachhaltig zerstört, dann wird es immer nutzloser und kann nichts mehr korrigieren. Dann verwirft dich Gott aber auch. Dazu weiter unten.

Solange es anschlägt, regt es in uns auch einen Prozess des Abwägens der Gedanken für und wider unser eigenes Verhalten an. Dies ist dann nicht Gottes Aktivität, sondern die unseres eigenen Geistes. Dazu haben wir eine Beschreibung von Paulus aus dem Römerbrief:
Römer 2:14-15 hat geschrieben: Denn wenn Nationen, die kein Gesetz haben, von Natur die Dinge des Gesetzes ausüben, so sind diese, die kein Gesetz haben, sich selbst ein Gesetz, solche, die das Werk des Gesetzes geschrieben zeigen in ihren Herzen, wobei ihr Gewissen mitzeugt und ihre Gedanken sich untereinander anklagen oder auch entschuldigen.
Paulus beschreibt den Gedankenprozess in unserem Herzen, der durch das angeregte Gewissen ausgelöst wird. Man wägt ab, was dich anklagt bzw. was dich entschuldigt. Du wirst fragen, woran das gemessen wird. Dazu sage ich am Füllstand deines eigenen Herzens, welche Werte in dir sind, denen du folgst, sprich das was demnach für dich quasi "Gesetz" ist.

Haben Menschen von Natur aus das Gesetz Gottes in ihren Herzen, was möglich ist, wenn ein Mensch nicht schon völlig verdorben ist, dann ist das sein Maßstab. Aber es ist immer das, was man in seinem Herzen für richtig und falsch ansieht, auch Gesetz, ob es nun das eigene Gesetz, das Gesetz Gottes oder auch geltendes Recht der Nation ist, in der man lebt.

Paulus beschreibt damit den inneren Widerstreit der Gedanken, die dich entweder in deiner Handlungsweise rechtfertigen, oder verurteilen nach Maßgabe des Gesetzes, welches in dein Herz geschrieben ist, also auch, wenn es von der Norm Gottes abweicht.

Menschen ohne Erneuerung ihres Geistes durch den Heiligen Geist sind demnach nicht gewissenlos, sondern haben auch Werte, nach denen sie urteilen. Ich rede weiter über Menschen, die noch ein Gewissen haben, denn es ist klar, dass es keine beliebige Abweichung gibt, die z.B. Morden, Brandschatzen, Kindesmissbrauch etc. noch rechtens befinden.

Dieser innere Widerstreit wird aber auch gelenkt von deinem Gefühl, wie du es zuerst von Gott ausgelöst erhalten hast, sei es Herzklopfen, ein mulmiges Bauchgefühl, die Scham, was auch immer, Gott kann mannigfaltig wirken. Aufgrunddessen hinterfragst du auch deine bestehenden Werte.

Darum meine ich ist der vorangegangene Prozess absolut unumgänglich, der bei Menschen mit einem abgestumpften oder bereits zerstörten Gewissen nicht mehr vorhanden ist, sodass sie sich an ihrer eigenen Bosheit, oder der anderer sogar erfreuen. Dazu zwei Worte von Paulus:
Römer 1:32 hat geschrieben: Die, obwohl sie Gottes gerechtes Urteil erkennen, dass die, die so etwas tun, des Todes würdig sind, es nicht allein ausüben, sondern auch Wohlgefallen an denen haben, die es tun.
Oder dieses Wort:
Epheser 4:17-19 hat geschrieben: Dies nun sage und bezeuge ich im Herrn, dass ihr fortan nicht wandelt, wie auch die Nationen wandeln, in Eitelkeit ihres Sinnes, verfinstert am Verstand, entfremdet dem Leben Gottes wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verhärtung ihres Herzens, die, da sie alle Empfindung verloren, sich selbst der Ausschweifung hingegeben haben, um alle Unreinheit mit Gier auszuüben.
Paulus redet vom Verlust aller Empfindungen. Wir reden aber nicht von diesen, sondern von jenen, die noch gerettet werden können, weil sie immer noch Werte und Empfindungen haben. Wenn du dich nun trotz eines Gesetzes, das du zwar befürwortet, dennoch "Scheiße" fühlst, dann kommst du damit nicht zu deinem inneren Frieden.

Und so lenkt Gott, z.B.deine Schritte ü zu deiner Umkehr hin. Dazu wieder —> Sprüche 16:9, ein für mich doch nonverbaler Prozess. Und auch das folgende Wort drückt das aus, gewissermaßen auf die gleiche Weise:
Sprüche 21:1 hat geschrieben: Wasserbächen gleicht das Herz eines Königs in der Hand JHWH‘s; wohin immer er will, neigt er es.
Ich war beim Unfrieden, der in dir herrscht. Ohne Friede wirst du weiter nachsinnen, was nicht stimmt. Ich denke mit dieser Vorlage können wir einen weiteren Schritt setzen. Oder wir setzen dazu ein Beispiel, das ich mir dazu überlegen kann, oder auch du. Als Abschluss noch die dazu für mich klare Prämisse durch Gottes Wort:
Jesaja 57:21 hat geschrieben: "Kein Friede den Gottlosen!" spricht mein Gott.
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Rilke
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Rilke »

Helmuth hat geschrieben: Sa 4. Jul 2026, 09:46 Ich muss bei der Prämisse bleiben, dass Gott uns das Gewissen erstens nicht unrein gibt und zweitens im Falle der Sünde auch anregt. Wie sollte es sonst zu einem Korrektiv Gottes werden? Erst, wenn man es nachhaltig zerstört, dann wird es immer nutzloser und kann nichts mehr korrigieren. Dann verwirft dich Gott aber auch. Dazu weiter unten.
Ich beginne zu verstehen wie du das meinst.
Gott regt das Gewissen an, wodurch innere Unruhe oder Belastung entsteht. Diese bringt den Menschen dazu, sein inneres Ich abzuwägen. Stimmt das so, ja?
Helmuth hat geschrieben: Sa 4. Jul 2026, 09:46 Paulus beschreibt den Gedankenprozess in unserem Herzen, der durch das angeregte Gewissen ausgelöst wird. Man wägt ab, was dich anklagt bzw. was dich entschuldigt. Du wirst fragen, woran das gemessen wird. Dazu sage ich am Füllstand deines eigenen Herzens, welche Werte in dir sind, denen du folgst, sprich das was demnach für dich quasi "Gesetz" ist.
Ja das erklärt inwiefern unser Gewissen subjektiv arbeitet, aber nicht ob es richtig arbeitet. Unser Herz kann durch Gottes Wahrheit oder von Sünde und Götzen geformt sein. Wenn das Gewissen nach dem Urteilt, was das Herz als Maßstab zur Verfügung hat, dann stellt sich die Frage, ob dieser Maßstab objektiv wahr oder richtig ist.
Das meinte ich ja zuvor, man kann sich schuldig fühlen, ohne etwas Böses getan zu haben, und man kann sich unschuldig fühlen, obwohl man sündhaft gehandelt hat.
Helmuth hat geschrieben: Sa 4. Jul 2026, 09:46 Ich war beim Unfrieden, der in dir herrscht. Ohne Friede wirst du weiter nachsinnen, was nicht stimmt. Ich denke mit dieser Vorlage können wir einen weiteren Schritt setzen. Oder wir setzen dazu ein Beispiel, das ich mir dazu überlegen kann, oder auch du.
Gut, ich versuche ein Beispiel zu geben.
Lass uns von einem Christen sprechen, der im Unfrieden gemäß seines Gewissens lebt. Er ist sich seiner Errettung nicht bewusst, und das obwohl er seine Sünden ehrlich bekennt und Reue zeigt. Dennoch spürt er eine Unruhe in sich und fragt sich ernsthaft, ob er in Gottes Gnade ist.
So, nach deinem Verständnis: ist dieser Unfriede, diese Unruhe von Gott angeregt? Ist das ein Warnsignal, das ihn weiter zum Nachdenken bringen soll?
Oder könnte der Unfrieden auch aus falscher Gewissensbildung kommen?
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Helmuth
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

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Rilke hat geschrieben: Mo 6. Jul 2026, 06:29 Gott regt das Gewissen an, wodurch innere Unruhe oder Belastung entsteht. Diese bringt den Menschen dazu, sein inneres Ich abzuwägen. Stimmt das so, ja?
Ja, so meine ich das. Das wäre die Kurzform zu dem bisher Gesagten. Dann könnten wir einen weiteren Schritt setzen, aber ich denke wir sind noch nicht so weit.
Rilke hat geschrieben: Mo 6. Jul 2026, 06:29 Ja, das erklärt inwiefern unser Gewissen subjektiv arbeitet, aber nicht ob es richtig arbeitet.
Warum denkst du, dass es nicht richtig arbeitet? Ist Gott ein Leiter und Lenker der Herzen oder ein Verführer zum Irrtum? Will er uns gewinnen oder verlieren? Welche Vorstellung hast du von unserem Vater aller Dinge? Es ist meine Prämisse, dass er uns kein falsches Gewissen gegeben hat, sondern eines, das auch funktioniert. Darum muss es auch bewahrt werden. Dies ist keine Prämisse, sondern sagt Paulus.

Die Verunsicherung, von der du sprichst, deute ich als Glaubensunsicherheit und nicht als einen Gewissensprozess. Dann hast du deinen Glauben noch nicht gefestigt oder es gab noch gar keine Neugeburt. Das sei aber ein anderes Thema.

Wenn wir durch eine nicht- oder pseudochristliche Erziehung andere Wertvorstellungen vermittelt bekommen und denen folgen, so führt dich Gott eines Tages zu dem Punkt diese Werte auch wieder zu überdenken, wenn sie ihm zuwiderlaufen. Du wirst im Laufe der Zeit mit der Sündhaftigkeit falscher Werte konfrontiert und kommst in sog. "Gewissenskonflikte".

Ich denke, das beschreibt Jesus als Ziehen des Vaters --> Johannes 6:44, das durch das so angeregte Gewissen erfolgt. Gott will uns wegziehen von den falschen hin zu den richtigen Wertvorstellungen und damit hin zu seinem Christus. Aber eine Bedingung gibt es sehr wohl, dazu zitiere ich zuerst ein weiteres Wort Jesu:
Matthäus 12:35 hat geschrieben: Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz Gutes hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz Böses hervor.
Ich habe vom Füllstand des Herzens geredet. Es ist mit Gutem oder mit Bösem gefüllt, oder auch gemischt, also gut wie böse. Nun denke ich, dass ein Mensch, der es laufend böse füllt, immer wieder sein Gewissen übergehen muss, solange bis es abgestorben ist. Dann hat man sozusagen keines mehr. Die Bedingung ist damit die Warnungen nicht zu übergehen, sonst kann auch keine Abkehr vom Bösen erfolgen.

Ein guter Mensch will sich vom Bösen abkehren, weil das Gewissen anschlägt. Damit ist nicht gesagt, dass er nicht mehr sündigt, weil er ja auch nicht erlöst ist, doch gerade das bereitet immer wieder Gewissensbisse und Herzensregungen. Darum glaube ich nicht, dass Gott das Gewissen falsch anregt. Dann hätte er entweder einen Schöpfungsfehler begangen, oder er handelt an uns nicht gut. Beides schließe ich kategorisch aus.
Rilke hat geschrieben: Mo 6. Jul 2026, 06:29 So, nach deinem Verständnis: ist dieser Unfriede, diese Unruhe von Gott angeregt? Ist das ein Warnsignal, das ihn weiter zum Nachdenken bringen soll. Oder könnte der Unfrieden auch aus falscher Gewissensbildung kommen?
Ein falsches Gewissen gibt es nach meiner Prämisse nicht. Bislang dachte ich das auch. Es gäbe dann aber kein Korrektiv mehr, denn wenn es möglich wäre, dass wir es von uns aus umprogrammieren könnten, dann ginge gut und böse als von Gott gesetzt damit verloren. Man hätte dann selbst mit Mord ein reines Gewissen! Meinst du, dass Gott da mitspiele?

Ich denke daher, das ist der Selbstbetrug eines bösen Herzens, das sich nun selbst rechtfertigt in einem Zustand, in dem man sein Gewissen laufend zerstört. Man tut das auch nicht unwissend. Mein Dogma ist nunmehr, dass es als Korrektiv zum Guten arbeitet und daher bewahrt werden muss.

Nur im Zustand "erlöst" und man dabei auch nicht sündigt, nur dann schlägt es nicht an. Dann braucht es das nicht, denn ist es rein. Ich nenne dies dann den Frieden Gottes. Überzeugt das, oder erkennst du einen Denkfehler?

Es gibt ja jede Menge falscher Haltungen, die wir laufend beobachten, auch an uns. Aber wir funktionieren hoffentlich. So unterscheide ich das Gewissen von unserer Haltung. Diese grundlegende Unterscheidung sehe ich wichtig, sonst sind wir wieder im Äpfel-Birnen-Modus.

Ich gehe nun auf den Fall Kain ein. Wenn ich seine Geschichte lese, komme ich zum Schluss, dass seine Mordtat nicht spontan erfolgte, sondern das Ergebnis einer kontinuierlichen Abtötung seines Gewissens gewesen sein musste. So füllte Kain sein Herz zusehends mit Neid und Missgunst. Bis es aber zum Brudermord gekommen ist, sprach Gott sogar noch mit ihm und warnte ihn:
1. Mose 4:6-7 hat geschrieben: Und JHWH sprach zu Kain: Warum bist du ergrimmt, und warum hat sich dein Angesicht gesenkt? Ist es nicht so, dass es sich erhebt, wenn du recht tust? Und wenn du nicht recht tust, so lagert die Sünde vor der Tür. Und nach dir wird ihr Verlangen sein, du aber sollst über sie herrschen.
Kain genoss noch das ungemeine Privileg, dass der Schöpfer mit ihm hörbar gesprochen und so direkt an sein Gewissen appelliert hatte. Er überging es aber auch dann noch, als er wegen des Brudermordes zur Rede gestellt wurde. Danach verwarf ihn Gott. Du kannst lesen, dass er fortan keinen inneren Frieden mehr fand, wie Gottes Wort auch hier sagt --> Jesaja 48:22.

Heute spricht Gott nicht direkt zu uns, aber er arbeitet weiter über das Gewissen. Es zu übergehen führt zu Verhärtung und damit zu bösen Haltungen. So sehe ich die Abfolge. Das vergleiche ich mit Kauterisieren der Herzwand oder mit Brandmarken. Die verbrannte Stelle wird nach ihrer Vernarbung gefühllos.

Wenn man also Gottes Warnungen immer wieder übergeht, dann verschließt sich das Herz zusehends, es wird träge, verhärtet bzw. verstockt sich und wird irgendwann für weitere Empfindungen nicht mehr zugänglich. Am Ende ist man nicht mehr fähig umzukehren um gerettet zu werden. Dazu eine biblische Schlüsselstelle:
Jesaja 6:10 hat geschrieben: Mache das Herz dieses Volkes fett, und mache seine Ohren schwer, und verklebe seine Augen: damit es mit seinen Augen nicht sieht und mit seinen Ohren nicht hört und sein Herz nicht versteht und es nicht umkehrt und geheilt wird.
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Rilke
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Rilke »

Helmuth hat geschrieben: Mo 6. Jul 2026, 08:38 Warum denkst du, dass es nicht richtig arbeitet? Ist Gott ein Leiter und Lenker der Herzen oder ein Verführer zum Irrtum? Will er uns gewinnen oder verlieren? Welche Vorstellung hast du von unserem Vater aller Dinge? Es ist meine Prämisse, dass er uns kein falsches Gewissen gegeben hat, sondern eines, das auch funktioniert. Darum muss es auch bewahrt werden. Dies ist keine Prämisse, sondern sagt Paulus.
Ich glaube auch nicht, dass Gott dem Menschen ein böses oder verdorbenes Gewissen als Schöpfungsfehler gegeben hat. Das Gewissen als Funktion selbst ist gut.
Aber daraus würde ich nicht folgen, dass das Gewissen in seiner konkreten Wirkung immer richtig urteilt und richtige Impulse gibt.
Helmuth hat geschrieben: Mo 6. Jul 2026, 08:38 Ein falsches Gewissen gibt es nach meiner Prämisse nicht. Bislang dachte ich das auch. Es gäbe dann aber kein Korrektiv mehr, denn wenn es möglich wäre, dass wir es von uns aus umprogrammieren könnten, dann ginge gut und böse als von Gott gesetzt damit verloren. Man hätte dann selbst mit Mord ein reines Gewissen! Meinst du, dass Gott da mitspiele?
Ich würde genau andersherum argumentieren, gerade weil es objektives Gut und Böse gibt, kann das Gewissen richtig oder falsch sein. Der objektive Standard bemisst das Gewissen, nicht umgekehrt.
Aber wenn du sagst, dass das Gewissen als Korrektiv nicht irren kann, dann machst du es zu einer sicheren Instanz. Aber die Schrift spricht doch auch von schwachem Gewissen.

Helmuth hat geschrieben: Mo 6. Jul 2026, 08:38 Ich habe vom Füllstand des Herzens geredet. Es ist mit Gutem oder mit Bösem gefüllt, oder auch gemischt, also gut wie böse. Nun denke ich, dass ein Mensch, der es laufend böse füllt, immer wieder sein Gewissen übergehen muss, solange bis es abgestorben ist. Dann hat man sozusagen keines mehr.
OK, also das Gewissen kann in seiner konkreten Funktion gestört sein. Woran erkennen wir dann, ob das Gewissen in einem konkreten Fall richtig urteilt?

Ich würde argumentieren, dass Gott zwar kein falsches Gewissen gibt, das Gewissen aber falsch gebildet werden kann und dann in einer Situation falsch urteilen kann.
1. Kor 8,7 hat geschrieben:Die Erkenntnis aber ist nicht in allen, sondern manche essen es, da sie bis jetzt an den Götzen gewöhnt waren, als Götzenopferfleisch, und ihr Gewissen, da es schwach ist, wird befleckt.
Hier ein ganz praktisches Beispiel dazu: Das Gewissen der Korinther funktionierte, aber es funktionierte nur auf Basis unvollständiger Erkenntnis. Deswegen belehrte Paulus sie und ermahnte sie zur Liebe.
Deswegen würde ich sagen, dass das Gewissen als Gabe Gottes gut ist, das konkrete Gewissensurteil aber irren kann, da es schwach oder falsch gebildet sein kann.
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

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Rilke hat geschrieben: Do 9. Jul 2026, 05:50 Aber daraus würde ich nicht folgen, dass das Gewissen in seiner konkreten Wirkung immer richtig urteilt und richtige Impulse gibt.
Ich habe vesucht darzulegen, dass es nicht das Gewissen ist, das urteilt, sondern du. An sich ist der Begriff Gewissenentscheidung theologisch nicht korrekt, das es ja ein nonverbaler Prozess ist. Es ist immer das Herz, das Dinge entscheidet, also du bist es mit deinem Geist.

Es gibt allerdings eine Wechselwirkung, darum ist die Redewendung: "Ich handle nach meinem Gewissen" nicht grundfalsch, weil es bedeutet jenachdem wie sich in dir das Gewissen regt, danach erfolgt die Abwägung im Inneren ung daraus resultiert die subjektive Entscheidung für dein Handeln. Ich habe die zwei Prozesse daher strikt getrennt: Gott regt an, das tut er und du erdenkst dir deinen weiteren Weg.
Sprüche 16:9 hat geschrieben: Das Herz des Menschen erdenkt seinen Weg, aber JHWH lenkt seine Schritte.
Genau darum ist das Gewissen ein Korrektiv. Man könnte es wie die Zügel eines Pferdes sehen. Die Zügel sind das Gewissen und ist Gottes Aktivität, den Schritt setzt das Pferd, also der Mensch. Dabie wirf kein Wort gesprochen, es ist ein nonverbaler Prozess. Am Ende dieses Rittes kommt man entweder am Ziel an oder hat es verfehlt weil man sich nicht lenken ließ. Die Taten zeigen dann, wie es um das jeweilige Herz steht.

Die Entscheidungen wiederum sind abhängig vom Herzenszustand und der ist, wenn man so sagen kann, ein Produkt des Gehorsams. Ist das Herz überwiegend böse, tendieren die Entscheidungen zum Bösen, ist es überwiegend gut, tendieren sie zum Guten. Du hast weiter einen freien Willen, bis dir möglicherweise Gott die Kraft raubt. Ein Pferd, das unentwegt bockt, das will kein Reiter und er versperrt es im Stall.

Ich bitte nun um diesen Gedankenschritt, sonst schreiten wir im Thema ncht voran. Im Falle forwährend bösartiger Entscheidungen tötest du das Gewissen allmählich ab. Insofern is es auch ein Gradmesser. Dazu bleibt die Schlüsselstelle --> Jesaja 6:9-10. Jesus zitiert das Wort im selben Kontext:
Matthäus 13:14-15 hat geschrieben: Und an ihnen wird die Weissagung Jesajas erfüllt, die sagt: „Mit Gehör werdet ihr hören und doch nicht verstehen, und sehend werdet ihr sehen und doch nicht wahrnehmen; [15] denn das Herz dieses Volkes ist dick geworden, und mit den Ohren haben sie schwer gehört, und ihre Augen haben sie geschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen wahrnehmen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile.“
Die Konsequeez des verdickten Herzens ist, dass man damit das gottgegebene Gefühl für gut und böse verliert. Man sagt dazu gewissenlos wieder als Sprachmuster, aber analytisch korrekt ist: Das Herz wird funktionsunfähig. Das Gewissen, das als Korrektiv dienen soll, funktioniert nicht mehr wegen vieler Brandmarkungn und Verschließungen des Herzens, die es verhärten bzw. verfetten.

Im natürlich biologischen Sinne entsprcht das dem Herzinfarkt, der nicht selten eine Todesursache ist. Im geistlichen Sinne wird man nicht mehr fähig mit den Augen klar zu sehen und mit den Ohren richtig zu hören um die Dinge zu verstehen, die Gott sagt. Es ist ein Zustand, der bis zur völligen Verworfenheit führt, sodass es unmöglich wird jemand noch zu retten.
Rilke hat geschrieben: Do 9. Jul 2026, 05:50 Aber wenn du sagst, dass das Gewissen als Korrektiv nicht irren kann, dann machst du es zu einer sicheren Instanz. Aber die Schrift spricht doch auch von schwachem Gewissen.
Das ist richtig und du zitierst dazu die Aussage des Paulus --> 1. Kor. 8:7. Nur dürfen wir wieder nicht den Fehler machen in Haarspaltereien zu verfallen. Genau darum klebe ich nicht an einer einzlenen theologischen Aussage eines Menschen, sondern versuche das Gesamte zu verstehen. Paulus tätigt ja nicht dur diese eine Aussage.

Wenn derselbe Paulus sagt, dass Heiden, die das Gesetz nicht kennen, von Natur aus gute Entscheidungen treffen, dann deshalb, weil sie ihr Gewissen nicht übergehen. Dann haben sie nach der Sichtweise gem. 1. Kor 8:7 ein starkes Gewissen, oder wie man es anders ausdrücken könnte, ein reines. Hingegen ist dann das sog. schwache Gewissen eine beflecktes, weil man nicht bereit ist sich korrigieren zu lassen.

Weil wir aber Liebe zu unseren Brüdern haben sollen, so sollen wir deren "schwaches" Gewissen nicht noch weiter belasten, indem wir Dinge tun, welche unsere Brüder weiter verunsichern. Tatsächlich ist der Bruder in der Sache schlicht im Unglauben und damit in Sünde. Wie Gott das aber richtet, ist seine Sache, denn dabei kommt zum Tragen, was man über eine Sache weiß und diese letzte Einsicht liegt bei Gott allein.

Wenn ich an der Stelle bei dir nicht weiterkomme, dann muss ich auch diesen Punkt so stehen lassen.
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Oleander
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Oleander »

Rilke hat geschrieben: Do 9. Jul 2026, 05:50 Deswegen würde ich sagen, dass das Gewissen als Gabe Gottes gut ist, das konkrete Gewissensurteil aber irren kann, da es schwach oder falsch gebildet sein kann.
Helmuth hat geschrieben: Do 9. Jul 2026, 08:58 Ich habe vesucht darzulegen, dass es nicht das Gewissen ist, das urteilt, sondern du.
Es "urteilt" vielleicht nicht, aber es kann "anspringen" und das auch unberechtigt(je nach dem, womit man gefüttert wurde)

KI bezüglich "schwaches" Gewissen:
Ein schwaches Gewissen reagiert oft überempfindlich und neigt zu unnötigen Schuldgefühlen.

In der Philosophie und im biblischen Kontext (etwa nach Paulus in 1. Korinther 8) beschreibt es eine mangelnde geistliche Erkenntnis, die dazu führt, dass sich Menschen wegen Dingen verurteilen, die eigentlich nicht sündig sind.

Historisch und theologisch unterscheidet man hierbei meist zwischen:
Dem schwachen Gewissen: Es wird leicht durch äußere Einflüsse verunsichert und braucht klare Regeln, um sich sicher zu fühlen.

Dem starken Gewissen: Es ist sich seiner Freiheiten bewusst und weiß, dass bestimmte moralische oder rituelle Kleinigkeiten die eigene Integrität nicht beschädigen.
Der Umgang damit erfordert laut Vier Leitlinien für den Umgang mit dem schwachen Gewissen vor allem Sensibilität.
Statt Verbote aufzustellen oder das Gewissen künstlich einzuengen, geht es oft darum, auf Mitmenschen Rücksicht zu nehmen und den eigenen Glauben in der Praxis rücksichtsvoll zu leben.
Ich erinnere mich an Situationen, wo immer wieder Schuldgefühle( besser Schuldgedanken) aufkamen, für etwas, wo ich gar nicht daran schuld war.
Woher kommen diese Schuldgedanken?
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben ...
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Helmuth
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Helmuth »

Oleander hat geschrieben: Do 9. Jul 2026, 12:12 Woher kommen diese Schuldgedanken?
Ich kann unmöglich wissen, woher deine Schuldgedanken kommen, dazu habe ich keinen Einblick in dein Leben. Für mich reichen meine eigenen Sünden. Ich will dieses Thema nicht dazu benützen auf der persönlichen Ebene spezifische Probleme zu lösen. Trage etwaige Gedanken vor Gott, er wird die weiterhelfen. Bei mir tut er das auch.

Rilke und ich analyiseren die Prozesse hinsichtich ihrer Korrekturfähigkeit, um ein vor Gott geheiligtes Leben führen zu können, sodass wir unseres Glaubens auch zu 100% sicher sein können, und damit meine ich, dass er vor Gott standhält. Nun sind wir bei Punkt 3, dem Gewissen, angelangt. Dazu kann sich jeder beteiligen, der meint etwas davon zu verstehen. Wenn ich etwas analysiere, dann aber allgemein.

Wenn jeder nur mit einem Puzzleteil beträgt, da es ja niemand gibt, der alles weiß, so ist uns jedes Teil wertvoll, das auch passt. Die Summe aller Teile ergeben das Gesamtbild. Von mir wird die Prämisse vertreten, dass unser Gewissen uns nicht betrügt, weil Gott uns unmöglich täuscht. Das ist mein Puzzleteil in der Sache.

Sind wir unsicher, so meine ich, muss die Ursache woanders gefunden werden. Ich denke, dass wir unser Gewissen oft genug übergehen, d.h. wir betrügen es öfter als uns lieb ist. mit anderen Worten: Wir sind das Problem, nicht Gott.

Nun ist nicht jede Übergehung des Gewissens gleich schwer oder gar tödlich. Gott hat vielmehr jede Menge Geduld und wartet langmütig auf unsere Umkehr, um uns durch Jesus Blut die Erlösung zu geben, oder hernach immer wieder zu reinigen.

In einem Durcheinander der Gefühle kommt es klarerweise zu Verunsicherungen, aber das kann m.E. nicht dauerhaft sein. So meine ich, dass aufkommende Schuldgefühle selten unbegründet sind. Man darf nur nicht gleich einen unmittelbaren oder billigen Grund als gegeben sehen.

Es liegt meist tiefer und das deckt Gott mit der Zeit auf. Man darf Gott in der Hinsicht vertrauen, muss dabei aber auch zulassen, dass er uns spürbar durchdringt und ich meine mit spürbar auch spürbar. Dazu ein Wort aus dem Hebräerbrief:
Hebräer 4:12 hat geschrieben: Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Beurteiler der Gedanken und Überlegungen des Herzens.
Was meine Erfahrung anbelangt, und aus einer anderen kann ich gar nicht berichten, so habe ich mich gegenüber früher stabilsiert und mein Glaube hat sich heute zusehends gefestigt. Ich bin heute nicht mehr so leicht zu verunsichern.

Das heißt nicht, es gäbe bei mir keinerlei Verunsicherung, aber es gibt kein völliges Herumtappen im Dunklen. Wenn bei mir das Gewissen spürbar gem. Hebräer 4:12 anschlägt, dann ist was dran und ich weiß mit hoher Sicherheit auch, warum. Und wenn es nicht anschlägt, dann gibt es vermutlich keinen Grund, oder es schlägt erst dann an, wenn ich der Sünde überführt werde, falls mir das zuvor noch nicht klar war.

Jedenfalls lasse ich mir kein schlechtes Gewissen einreden, nur weil jemand eine Schuldzuweisung tätigt. Das wäre Missbrauch. Solches lege ich Gott vor und wie er mich darin leitet, dem vertraue ich mich an. Mit der Zeit offenbart sich, ob an einem Vorwurf etwas dran ist, oder ob andere mehr oder weniger ihre eigenen Probleme auf mich projizieren wollten.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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