Helmuth hat geschrieben: ↑Di 14. Jul 2026, 21:07
Das Gesetz hat nicht explizit die Stellung zwischen Mann und Frau geregelt und daher kommt es heute zu einem Wirrwarr der Auffassungen unter Christen.
Was soll das Gesetz denn regeln zwischen Mann und Frau? Entweder sind sie EIN Fleisch (Genesis), also wirklich „Partner“ auf gleicher Augenhöhe, oder aber es entsteht eine Machtposition, was ganz sicher nicht nach der Torah ist.
Man kann aufgrund der Tenach dem Mann und der Frau verschiedene Aufgaben zuteilen, aber dies ist wiederum nicht ein als „Gesetz“, denn die Frau ist ebenso Prophetin, und auch treibt sie Handel usw…
Und nein, der Mann ist nicht das Haupt der Frau, wie Paulus es meint, denn beide, Mann und Frau sind vom Ewigen gebildet, dass keiner über dem andren steht.
Die „Talionsregel“ ist nicht widersprüchlich (wie wir ja schon diskutiert hatten, und das war keine dogmatische Haltung, die du dir vielleicht selber ja zusprechen könntest). Aber man kann immer einzelne Verse herauspflücken, um angebliche Widersprüche darzulegen. Die Torah, mitsamt den Propheten muss deshalb als ein gesamtes betrachtet werden, und so gibt es dann auch ein entsprechendes Bild.
Weiter lehrte Mose, (wie z.B. 5 Mose 4.5) also es ist nicht alles aufgeschrieben worden, denn Lehre basierte nicht nur auf dem Geschriebenen (dieses erklärt oft zu wenig), sondern auch auf dem Mündlichen.
Sicher, „Scheidung“ ist von Gottes Plan nicht vorgesehen, denn wenn Mann und Frau
ein Fleisch sind, so ist (oder könnte) dies ein gutes Bild für die Beziehung von Gott zu Israel. Und wenn man es bedenkt, dass Gott sich, wenn man die Propheten studiert, dass Israel sozusagen Ehebrüchig wurde, also dass sich Gott Israel wider erbarmt, und Er Israel wieder wie alle reine Jungfrau darstellt, mit welcher er sich vermählen wird (eigentlich entgegen dem Gesetz in 5.Mo 24).
Und ja, diese Anweisung Gottes führte (leider) zur Willkür, obwohl schon Schammai lehrte, dass eine Ehe nur geschieden werden darf, wenn ein schwere sexuelle Verfehlung (Ehebruch oder ungebührliches Verhalten) vorlag (dies geht dann auch in der Lehre Jesu auf)
Ernsthafte Rabbinen wehrten sich gegen solche Willkür (wie z.B von Rabbi Akiba) ein interpretieren die Stelle aus 5.Mo in der Hinsicht als ein Schutzgesetz für die Frau, du nicht als einen Freibrief für den Mann.
5.Mo 24,1 עֶרְוַ֣ת דָּבָ֔ר (ʽërwat dāvār) Blösse, Schande – Wort, Sache.
עֶרְוָה (ʽërwāh) 3.Mo 18,6: man soll nicht die Blösse des Vaters oder der Mutter aufdecken, was die Schamteile, Nacktheit oder sexuelle Ungebührlichkeit betrifft.
Also es betrifft nicht „eine versalzene Suppe“, auch nicht um physischen Makel oder alltägliche Missgeschicke. Es geht darum, dass eien Scheidung „legitim“ wird, wenn das sittliche und moralische Fundament (sozusagen die Seele der Verbindung von Mann und frau,
Ein Fleisch) so zerrüttet ist, dass ein weiteres zusammenleben eine seelische wie auch sittliche Entblössung עָרָה für Beide bedeuten würde.
So wurden in der Halacha, der Rechtsprechung massive Hürden aufgebaut, um dem Missbrauch einer Willkürlichkeit zu stoppen.
So beginnt eine Ehe mit einem Ehevertrag (Ketuba) in welchem festgelegt wird, wie der Mann die Frau im Falle eine Scheidung eine immense Summe Geld zahlen muss (und der verleibte Mann würde ja alles gebe, um seine Liebst zu bekommen)
Weiter musste der Mann (nach dem Gesetz) einen schriftlichen Scheidebrief vorlegen. Dieser muss durch einen Rabbi aufgestellt werden und fordert die präzise Formalien. Dies ist nicht in einem Tag erledigt, sondern kann Wochen brauchen, bewusst, dass eine Scheidung nicht einfach eine emotionale Kurzschlusshandlung ist, also als eine Art Bedenkzeit.
Schlussendlich im aschkenasischen Judentum (Rabbiner Gerschon ben Jehuda) legte das Dekret auf, dass eine Ehe niemals gegen den Willen der Frau geschieden werden darf. (also noch strenger als es Jesus machte).
Der Talmud schließt den Traktat über die Scheidung mit den Worten: „Wenn ein Mann sich von seiner ersten Frau scheidet, vergießt sogar der Altar im Tempel Tränen über ihn.“
Die Fehler in der jüdischen Entwicklung bleiben anscheinend dauerhaft in den Köpfen der Menschheit (es ist ja immer noch Exil, hat den Jeuis nicht usw ….), aber die Korrekturen werden dabei oft, bis meist übergangen.
Helmuth hat geschrieben: ↑Di 14. Jul 2026, 21:07
Ich frage ich heute auch noch, ob das Gebot der Sabbatheiligung für Chisten verbindlich ist.
„Buchstäblich“ ist für Christen die Torah nicht verbindlich, denn sie wurde für das Volk Israel gegeben. Und dadurch indirekt auch für die Nationen, für die Völker, um daraus zu lernen, was der Ewige als Gut und Segensreich betrachtet, oder nicht in seinem Willen steht.
Die 10 Worte (Gebote) beginnen mir:
Ich bin JHWH, dein Gott, der ich dich herausgeführt habe aus dem Land Ägypten….
Also jener Gott, der Gott Abrahams Isaaks und Jakobs und seinen Nachkommen. Wie Er sich ihnen auch immer wieder selbst akustisch mit Worten geoffenbart hatte. Dieser Gott JHWH will (und ist) der alleine einzige wahre Gott sein (das wäre das oberste Gebot von allem, und daraus erschliessen sich die weiteren).
Kein anderer Gott gibt es neben ihm (als jener, welcher dann zur rechten Gottes sitzt, ist kein Gott), und da Gott sich nie in einer Gestalt gezeigt hatte, soll man sich auch kein Bild von irgendwas machen, um sich vor denen zu beugen.
Und ebenso soll man den „Namen JHWH“ nicht missbrauchen. (2.Mo 20,2-7)
Schon allein hier hapert es in der christlichen Lehre, und man macht philosophische Konstrukte, um diese zu umgehen, und damit wird der „Name JHWH“ umgedeutet, also missbraucht.
Helmuth hat geschrieben: ↑Di 14. Jul 2026, 21:07
Wer aber das Gebot der Liebe Gottes nach dem "Sh'ma Israel"
Höre, Israel: JHWN, unser Gott, ist einzig /allein/einer JHWH! (Und Ihn, diesen einzig alleinen Gott, lieben, mit deinem ganen Sein)
Das Gebot der Liebe, wie es ja auch Jesus betont, beruht im und auf Gesetz und den Propheten, ohne dies ist der menschlichen Willkür unterworfen, wie auch der Name Gottes….
Jes 37,16 JHWH Zebaoth, Gott Israels, der du zwischen den Cherubim thronst, du allein bist es, der der Gott ist von allen Königreichen der Erde; du hast den Himmel und die Erde gemacht.