Ehe man wieder eine Keule gegen Paulus wirft, der abgesehen von Jesus die Lehre Gottes wie kaum ein anderer lehren konnte, sollte man sich dazu die ÜS ansehen. Darin liegt m.E. wieder der Hund begraben.
Die ÜS des griech. Wortes „telos“ mit „Ende“ erweckt den Eindruck, dass Paulus vom Ende des Gesetzes spricht. Das lehrt er aber nicht und würde zudem auch der Lehre Jesu widersprechen, der sagt, dass er nicht gekommen sei das Gesetz abzuschaffen. „Ende“ ist an der Stelle unglücklich gewählt. Es gibt noch eine andere Stelle, auch von Paulus:
Hier gebraucht Paulus dasselbe Wort „telos“ und wird mit „Endziel“ übersetzt. Würde man „Ende“ einsetzen, käme man zu einem ähnlichen Missverständnis, als gäbe es ein Ende der Gebote. Das ergibt ebenso keinen Sinn wie zuvor.Timotheus 1:5 hat geschrieben: Das Endziel des Gebotes aber ist: Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben.
Es wäre sogar grotesk an ein Ende des Liebesgebotes zu denken und zu erwarten, dass man dann aus reinem Herzen liebt. Demnach geht es nicht um ein Ende im Sinne von Außerkraftsetzung, sondern um ein erreichtes Ziel, das dem Willen Gottes entspricht.
In dem Sinn ist auch Römer 10:4 zu interpretieren, indem man besser „Endziel“ einsetzt. Man hat in Christus erreicht, was das Gesetz immer schon gefordert hat. Das Gesetz wird damit nicht abgeschafft, sondern im Sinne Gottes erfüllt. Das lehren Jesus und Paulus gleich.