Helmuth hat geschrieben: ↑Di 21. Jul 2026, 14:48
Larson hat geschrieben: ↑Mo 20. Jul 2026, 14:06
Zippo hat geschrieben: ↑Mo 20. Jul 2026, 11:56
Und warum steht geschrieben: Rö 10,4 Denn Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubt, der ist gerecht.
Weil dies ein Trugschluss ist. Paulus hatte erhebliche Probleme mit der Lehre Gottes, und da war diese ein willkommener Ausweg, aber gemäss der Tenach überhaupt nicht fundiert.
Ehe man wieder eine Keule gegen Paulus wirft, der abgesehen von Jesus die Lehre Gottes wie kaum ein anderer lehren konnte, sollte man sich dazu die ÜS ansehen. Darin liegt m.E. wieder der Hund begraben.
Die ÜS des griech. Wortes „telos“ mit „Ende“ erweckt den Eindruck, dass Paulus vom Ende des Gesetzes spricht. Das lehrt er aber nicht und würde zudem auch der Lehre Jesu widersprechen, der sagt, dass er nicht gekommen sei das Gesetz abzuschaffen. „Ende“ ist an der Stelle unglücklich gewählt.
Du hast von die Worten des Paulus offensichtlich falsch verstanden. Er sprach überall in seinen Briefen vom Ende des Gesetzes. Wer es weiter einhalten wollte, steht unter dem Fluch, sagt er.
[Gal 3,9-10] Also werden nun, die des Glaubens sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham. Denn die mit des Gesetzes Werken umgehen, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben: „Verflucht sei jedermann, der nicht bleibt in alle dem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er’s tue.“
Und wirst mir nicht weismachen, daß du das Gesetz tust.
Und die Aussage Jesu hast du auch noch nicht richtig verstanden. Er sagt ja folgendes:
[Mt 5,17-18] Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn ich sage euch wahrlich: Bis dass Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis dass es alles geschehe.
Wer kam denn, um zu erfüllen ? Der Herr Jesus kam um zu erfüllen, damit die Forderung des Gesetzes in uns erfüllt werden, indem wir an den Herrn Jesus glauben.
[Röm 8,1-4] So ist nun nichts Verdammliches an denen, die in Christo Jesu sind, die nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Denn das Gesetz des Geistes, der da lebendig macht in Christo Jesu, hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn was dem Gesetz unmöglich war (sintemal es durch das Fleisch geschwächt ward), das tat Gott und sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündlichen Fleisches und der Sünde halben und verdammte die Sünde im Fleisch, auf dass die Gerechtigkeit, vom Gesetz erfordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleische wandeln, sondern nach dem Geist.
Ob es mit "Ende" oder "Endziel" übersetzt wird, das hängt ja wohl vom Kontext ab.
Helmuth
Es gibt noch eine andere Stelle, auch von Paulus:
Timotheus 1:5 hat geschrieben: Das Endziel des Gebotes aber ist: Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben.
Hier gebraucht Paulus dasselbe Wort „telos“ und wird mit „Endziel“ übersetzt. Würde man „Ende“ einsetzen, käme man zu einem ähnlichen Missverständnis, als gäbe es ein Ende der Gebote. Das ergibt ebenso keinen Sinn wie zuvor.
Die deutsche Sprache bietet für ein Wort aus alter Sprache, altgriechisch oder althebräisch, verschiedene Übersetzungsvarianten an. Je nach Kontext, wird eben Ende oder Endziel gewählt. Ich finde die Übersetzung in Rö 10,4 richtig und Tim 1,5 auch. Da gibt es für mich nichts nachzubessern.
Helmuth
Es wäre sogar grotesk an ein Ende des Liebesgebotes zu denken und zu erwarten, dass man dann aus reinem Herzen liebt. Demnach geht es nicht um ein Ende im Sinne von Außerkraftsetzung, sondern um ein erreichtes Ziel, das dem Willen Gottes entspricht.
In dem Sinn ist auch Römer 10:4 zu interpretieren, indem man besser „Endziel“ einsetzt. Man hat in Christus erreicht, was das Gesetz immer schon gefordert hat. Das Gesetz wird damit nicht abgeschafft, sondern im Sinne Gottes erfüllt. Das lehren Jesus und Paulus gleich.
Paulus schreibt, was das Endziel des Gebotes Gottes an die Gemeinde ist, die Timotheus zu unterrichten hatte.
Natürlich geht es nicht um das Ende der Liebesgebote, hier steht ja das Wort "telos" in einem anderen Kontext.
Wenn du das aber wieder in Rö 10,4 einsetzt, bist du auf dem falschen Wege. Da bedeutet das Wort "telos" Ende.
Christus ist des Gesetzes Ende, denn er hat einen neuen Bund gebracht und dieser Bund hat natürlich seine ganz eigene Grundlage und Lehre.
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.