Du sollst deinen Gott lieben ....

Rund um Bibel und Glaube
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Magdalena61
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Re: Du sollst deinen Gott lieben ....

Beitrag von Magdalena61 »

Danke, Lea. Das ist ein gutes Thema. Brot für die Seele.
Lea hat geschrieben: Mo 17. Aug 2026, 11:33Ich bin aufgewachsen mit dem Anspruch, Gottes Forderungen zu erfüllen, IHM gehorsam zu sein, weil ER uns liebt. Der Anspruch wurde untermauert mit der Folgerung, wenn man das nicht befolgt, dass man dann von Gott verstoßen würde, nach dem Ableben auf der Erde.
Das wird ja heute noch so gelehrt; vielleicht etwas abgemildert und in anderen Worten. Mindestens in konservativen Freikirchen ist das so, aber mir scheint, die Katholiken sehen es auch immer noch so.

Bei mir war es so ähnlich wie bei dir. Eine Ambivalenz zwischen: "Gott liebt dich!" (was gefälligst nicht in Frage zu stellen ist... aber innerlich spürt man es nicht) und: "Du genügst nicht, du musst dir die Akzeptanz Gottes durch Leistung erarbeiten; du musst Gott durch Gehorsam zeigen, dass du Ihn liebst" (ansonsten kommst du nicht in den Himmel).

Wenn ich auch nachvollziehen kann, dass es gut gemeint ist mit den Aufforderungen zum Gehorsam... so finde ich dennoch, dass da in dieser Zusammenstellung irgendetwas nicht stimmt.

Wenn ich einen Menschen liebe, dann nehme und liebe ich ihn doch so, wie er ist. Mit seinen Fehlern und Schwächen, die ich möglicherweise absolut nicht bejahren kann. Ich versuche, fürsorglich für ihn zu denken, und es ist mir ein Anliegen, dass es ihm gut geht und dass er möglichst seine Ewigkeit auf der angenehmen Seite verbringen wird.

Wenn ich antrete mit Bedingungen: Du musst dich ändern, damit ich dich liebe... dann konstruiere ich mir ein Wunschbild zusammen, dem der Mensch zu entsprechen hat.

Liebt Gott uns bedingungslos?

Falls ja: Wie passt das dann zusammen mit: Wer die Gebote nicht hält, was mit "nicht glauben" identifiziert wird, der wird verdammt werden?
LG
God bless you all for what you all have done for me.
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Helmuth
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Re: Du sollst deinen Gott lieben ....

Beitrag von Helmuth »

Etwas Helmuth-Senf, wie immer mit Vorsicht zu genießen. :mrgreen:
Lea hat geschrieben: Mo 17. Aug 2026, 11:33 ...was bedeutet das für Dich :?:
Möglichst genau, wie es auch geschrieben steht. Dass den Anforderungen keiner gerecht werden kann, darf nicht entmutigen. Man verstünde aber auch nicht worauf es ankommt und noch weniger, wenn man darin zu messen beginnt. Ich lese mehr Bibel als X, ich bete mehr als Y, ich gehe öfter in den Gottesdienst als Z, kurzum ich liebe Gott dann mehr. Das wäre ein falscher Maßstab.

Ich denke, eines der besten Beispiele wahrer Liebe liefert ein Säugling. Er weiß nicht einmal was Liebe ist, er schreit einfach nach der Milch solange, bis er sie bekommt, oder er schreit um die Körperwärme solange, bis er sie bekommt. Die Mutter macht alles völlig bedingungslos. Sie kennt in der Phase nichts anderes als Hingabe. Es nennt sich Mutterliebe, eine wahre Liebe.

Mir der Entwöhnung beginnt eine neue Qualität. Zur körperlichen Abhängigkeit kommt die geistliche Ebene dazu und nun entwickelt sich die Liebe des Kindes zu seinen Eltern. Diese muss wachsen und die körperliche abnehmen. Sie kann so wachsen wie die Liebe zu Gott, aber auch wieder abnehmen. Die Beziehung zu den Eltern ist für Gott ein Maßstab, wie es um deine Beziehung zu ihm steht.

Aber es kommt bei der Liebe zu Gott etwas hinzu, was bei Menschen nicht möglich ist, der Glaube. Dieser ist das Um und Auf in der Beziehung und der soll ebenfalls wachsen. So wächst auch die Liebe. Gottes Liebe hingegen kennt kein Maß. Sie ist die das Größte, das es gibt, darum mein Vergleich mit der Mutterliebe.

Um es aber an 5. Mose 6:5 zu bemessen (nach meinem Verständnis) nur beispielhaft:

1 - Mit ganzem Herzen heißt nicht halbherzig, oder gar nur zum Schein, was zur Heuchelei wird.
2 - Mit ganzer Seele, so ist z.B. lautes Schreien wie ein Baby für Menschen lästig, für Gott völlig ok.
3 - Mit ganzer Kraft, es betet z.B. jede Faser deines Körpers und man steht nicht da wie die Pik-7.

Werde ich dem gerecht? Nein, aber ich bemühe mich, es so zu leben. Jesus fügt noch eine Sache hinzu:

4 - Mit ganzem Verstand, heißt für mich, wieder nur beispielhaft, aufrichtiges Bibelstudium, um Gott zu verstehen und sich nicht mit Oberflächlichkeit zu begnügen.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Lea
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Re: Du sollst deinen Gott lieben ....

Beitrag von Lea »

Magdalena61 hat geschrieben: Di 18. Aug 2026, 16:45 Liebt Gott uns bedingungslos?

Falls ja: Wie passt das dann zusammen mit: Wer die Gebote nicht hält, was mit "nicht glauben" identifiziert wird, der wird verdammt werden?
Ja, genau das ist der Knackpunkt, an dem die Frage nach der Liebe schwierig wird.

Ich war eigentlich nie ungläubig. Die Frage nach Gott war für mich von Anfang an, seit ich denken kann, ein Fakt. Trotzdem hat sich im Laufe meines langen Lebens in meinem Glaubensleben fast alles verändert.

Als Kind habe ich Jesus viele Male angefleht, dass er mich davor bewahren möge, "vom richtigen Weg abzukommen", wenn ich erwachsen werde. Das geschah immer dann, wenn in der Gemeinde, zu der meine Familie gehörte, von einem Menschen, der gerade erwachsen geworden war und andere Wege wählte, beurteilt wurde; "vom richtigen Weg abgekommen zu sein". Angesichts der Bedrohung, auf dem falschen Weg in der Hölle zu landen, konnte ich einfach nicht verstehen, wie jemand, der den "richtigen Weg" kennengelernt hat, sich dagegen entschieden hatte. Irgendwas musste sich, nach meinem Denken, beim erwachsen-werden so verändern, dass der Mensch nicht mehr fähig ist, zu bemerken, wenn er den falschen Weg wählt. Das war mein Denken in meiner Kindheit - quasi die erste Grundlage meines Glaubens. Ich habe mich etliche Male "vorschriftsmäßig" bekehrt - aber war immer von der Angst getrieben, vom Glauben abzufallen durch irgendwelche Täuschungen.

... bis ich es wagte, nach dem Vorbild meiner älteren Schwester, Gott um Führung zu bitten, was meinen Berufsweg angeht.
.... und war beinahe schockiert, das Gott ganz konkret darauf antwortete - so, dass ich es verstehen konnte - und einfach so, wie ich bin.

Nach dem ersten Schock erlebte ich "Höhenflüge". Mein neuer Arbeitsplatz erforderte, dass ich ca 600 km von meiner Familie wegziehen musste. Und ich dachte so bei mir: Gott führt mich dorthin. Also bis ich dort wohne, kann mir ja irgendwie gar nichts passieren. So beschwingt und frei fühlte ich mich unantastbar: der große Gott kümmert sich um mich - mich ganz persönlich... einfach Hammer :happy:

Seitdem war mein Weg mit Gott gepflastert mit und umgeben von Gottes Liebe.
Schon diese Erfahrungen ließen mich oft nachdenken über meine "alten" Glaubensmuster, die ich gelehrt wurde. Und die Angst vor dem landen auf dem falschen Weg verschwand ... nach und nach.

Klar, gab es so manche Dinge, die auch bei mir schief gingen. Aber immer hat Gottes Liebe gesiegt, so dass ich wusste, ich bin bei IHM geborgen.

Erst als ich 50 Jahre alt war, geschah es dann auch einmal, dass ich den Eindruck hatte, mein ganzes Glaubensleben würde zusammenstürzen. So dass ich mir die Frage stellte: Was bleibt mir jetzt noch?

Ich habe dann tatsächlich eine Liste gemacht, mit dem, was ich nicht mehr glauben konnte - und dem, was für mich als Grundlage des Glaubens geblieben ist.
Was unumstößlich stehen blieb, waren die hundertfachen Erfahrungen der Liebe Gottes - für mich ganz persönlich :!:

Für mich steht seitdem felsenfest, dass es wirklich nichts gibt, was mich von Gott trennen kann. Und darum glaube ich auch, dass Gott "ganz anders" ist, als die Vorschriften, die viele Gläubige aufstellen - die nötig sein sollten, damit Gott uns Menschen annehmen kann.

Und darum glaube ich: Gott liebt bedingungslos :idea:

Das geschieht, dadurch, dass Gottes Liebe durch Menschen, die IHM Raum geben im Herzen, dass seine Liebe durch sie hindurch strömen kann, weitere Menschen berührt und verändert.
Glauben (an Gott) funktioniert nicht, indem man "über" den Glauben redet, sondern indem man Glauben LEBT.
Sichtbar werden die Spuren indem sie hinführen zu Gott. Denn Gott findet man nur bei Gott selbst.
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