Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

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oTp
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Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Beitrag von oTp »

Ja, du hast das mit dem Riesen geklärt durch dein Bibelwissen. Die gewonnenen Erkenntnisse wendest du bei der Sintflut nicht an.
Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
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Larson
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Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Beitrag von Larson »

Es ist weit mehr als einfach ein Übersetzungsfehler….
Hebr 10,
5 Darum, als er in die Welt kommt, spricht er: „ Schlachtopfer und Speisopfer hast du nicht gewollt, einen Leib aber hast du mir bereitet;
6 an Brandopfern und Opfern für die Sünde hast du kein Wohlgefallen gefunden.
Wie kommt eine solche Verfälschung und falschen Zitat in den Hebräerbrief, der ja nach seiner Bezeichnung „hebräisch“ sein will?

Ps 40,7 An Schlacht- und Speisopfer hattest du keine Lust; Ohren hast du mir bereitet / geöffnet / gegraben: Brand- und Sündopfer hast du nicht gefordert.
Selbst die ursprüngliche Übersetzung der LXX hatte ὠτία (ōtia = „Ohren“) im Text, was dann bei späteren Version in „Leib“ verschreiben wurde.

Aber genau darauf, auf diese falsche Version baut der Hebräerbrie auf, den Leib, der dann ja „Jesus“ sei…. Damit wird ein trügerisches Fundament gelegt.

Psalm 40 geht es darum, auf Gott zu vertrauen und Lust am Gottes Gesetz zu haben, die Gerechtigkeit Gottes.
Jes 37,16 JHWH Zebaoth, Gott Israels, der du zwischen den Cherubim thronst, du allein bist es, der der Gott ist von allen Königreichen der Erde; du hast den Himmel und die Erde gemacht.
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Larson
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Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Beitrag von Larson »

Ein Vers, der gerne von Christen den Juden vorgehalten wird:
Ps 2,12 Küsst den Sohn, dass er nicht zürne und ihr umkommt auf dem Weg, wenn nur ein wenig entbrennt sein Zorn. Glückselig alle, die Zuflucht zu ihm nehmen!

Was steht da wirklich im Psalm?

Die Stelle in Psalm 2,12 (Naschku-Var / נַשְּׁקוּ־בַ֡ר) ist das Schulbeispiel dafür, wie christliche Übersetzer über Jahrhunderte hinweg Grammatik und Sprachgeschichte verbogen haben, um nachträglich einen Hinweis auf den „Sohn Gottes“ (Jesus) in die hebräischen Psalmen hineinzulesen.

Da steht: נַשְּׁקוּ־בַ֡ר (naschᵉqu‾ var)

נָשַׁק (nāschaq) : küssen, üben, rüsten, von נָשַׂק (nāsaq) entzünden, brennen

Danach: בַ֡ר (var) auf aramäisch wäre das „Sohn“.
Hebräisch wäre Sohn: בֵּן Ben

Selbst im Ps 2,7 steht, „du bist mein Sohn“: בְּנִ֥י (bᵉnij) also Hebräisch Ben und esist auszuschliessen, dass einmal hebräisch und zugleich aramäisch geschrieben steht, zumal in den Psalmen nirgends aramäisch gebraucht wird.

בַּר (bar) im hebräischen bedeutet: rein, lauter; von בָּרַר (bārar) auserlesen usw

Zudem hat dieser „bar“ keinen Artikel, so müsste nach chr. Version einfach nur heissen, „Küsst einen Sohn….“ und nicht „küsst den Sohn“

Liest man es jedoch hebräisch als Adjektiv / Adverb (bar = rein, lauter, aufrichtig), fügt sich die Grammatik nahtlos in den Rest des Psalms ein:
נַשְּׁקוּ־בַ֡ר (Naschku-Var)
„Erhaltet die Reinheit!“ / „Huldigt in Lauterkeit!“ / „Rüstet euch mit Läuterung“ … und ähnliches

Selbst die LXX schreibt es anders: Nehmt die Züchtigung an, damit der Herr nicht zornig… / ergreift die Unterweisung…
Spr 14,4 Wo keine Rinder sind, ist die Krippe rein * ; aber viel Ertrag bringt die Kraft des Stieres.
* בָּ֑ר (bār) rein, da wird auch nicht mit „Sohn“ übersetzt

So wird ungeprüft übernommen, was andere übersetzt haben, da es ja so „christlich“ klingt und darin eine Verheissung auf Jesus sieht....
Jes 37,16 JHWH Zebaoth, Gott Israels, der du zwischen den Cherubim thronst, du allein bist es, der der Gott ist von allen Königreichen der Erde; du hast den Himmel und die Erde gemacht.
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Helmuth
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Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Beitrag von Helmuth »

Larson hat geschrieben: Sa 29. Aug 2026, 17:48 Die Stelle in Psalm 2,12 (Naschku-Var / נַשְּׁקוּ־בַ֡ר) ist das Schulbeispiel dafür, wie christliche Übersetzer über Jahrhunderte hinweg Grammatik und Sprachgeschichte verbogen haben, um nachträglich einen Hinweis auf den „Sohn Gottes“ (Jesus) in die hebräischen Psalmen hineinzulesen.
Zu "Küsst den Sohn" könnte man wirklich eine genauere Analyse anstellen, zumal auch eine Smichut andgedeutet wird. "Naschku-bar" wäre dann sozusagen ein zusammengesetztes Wort. Dem stimme ich zu. Die Form "bar" ist allerdinge kein Substantiv.

Wenn "bar" für rein gemeint wäre, dann wäre Reiheit als Substantiv "bur" und das steht so eben nicht geschrieben. Der Vers ist für jeden nicht einfach. Es passt grammatikalisch weder "Sohn" noch "rein". Im Prinzip trimmen den Vers 12 also auch die Juden nur dogmatisch in ihre Richtung.

Der Bezug zum Sohn Gottes ist allerdings der Vers 7:
Psalm 2:7 hat geschrieben: Vom Beschluss will ich erzählen: JHWH hat zu mir gesprochen: "Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt."
Es wird auch nur der im NT zitiert. Das ist das Wort Gottes, das JHWH zum Psalmisten gesprochen hatte, in dem er über seinen Sohn spricht. An der ÜS gibt es nichts zu rütteln. Was Vers 12 anbelangt, würde ich nicht vorschnell christliche Übersetzer verantwortlich machen, wenn ihn die Juden auch nicht treffsicher knacken.

Das ist ein zu billiges Arguement und daher ein Vorurteil. Du echauffierst dich ständig gegen Christen und das geht auf Kosten der Sachlichkeit. Schon aus dem Grund kann das nicht ernst nehmen.

Bleiben wir bei der Wertung: Es ist schwierig, den wortwörtlichen Sinn zu finden. Du rennst bei mir offene Türen ein für eine dogmatisch verbogene Übersetzung, aber das ist zu dünn.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Larson
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Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Beitrag von Larson »

Helmuth hat geschrieben: So 30. Aug 2026, 07:13 Im Prinzip trimmen den Vers 12 also auch die Juden nur dogmatisch in ihre Richtung.
Du Besserwisser…
Helmuth hat geschrieben: So 30. Aug 2026, 07:13 Was Vers 12 anbelangt, würde ich nicht vorschnell christliche Übersetzer verantwortlich machen, wenn ihn die Juden auch nicht treffsicher knacken.
Ach, also meine Darlegung ist genau ins Ziel, aber einen Sohn zu küssen ist eine entgegengesetzte Richtung…
Helmuth hat geschrieben: So 30. Aug 2026, 07:13 Das ist ein zu billiges Arguement und daher ein Vorurteil.
Ja, ganz so deine Bemerkung…

Helmuth hat geschrieben: So 30. Aug 2026, 07:13 Du echauffierst dich ständig gegen Christen und das geht auf Kosten der Sachlichkeit. Schon aus dem Grund kann das nicht ernst nehmen.
Mein Beitrag war sehr sachlich und verständlich, und das „Christentum“ resp. die chr. Übersetzungen musste ich ja erwähnen, um den Unterschied aufzuzeihen….
Helmuth hat geschrieben: So 30. Aug 2026, 07:13 Bleiben wir bei der Wertung: Es ist schwierig, den wortwörtlichen Sinn zu finden.
Die Darlegung passt in den Kontext, gibt als wirklich Sinn.
Jes 37,16 JHWH Zebaoth, Gott Israels, der du zwischen den Cherubim thronst, du allein bist es, der der Gott ist von allen Königreichen der Erde; du hast den Himmel und die Erde gemacht.
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