Was bedeutet "Sohn Gottes"?

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Helmuth
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Re: Was bedeutet "Sohn Gottes"?

Beitrag von Helmuth »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Fr 28. Aug 2026, 15:43 Hebräer 1,5 Denn zu welchem der Engel hat er je gesagt: »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt?« Und wiederum: »Ich will ihm zum Vater, und er soll mir zum Sohne sein?«

Warum wird hier die Feststellung getroffen, dass "Engel" gerade keine Söhne Gottes sind ?
Weil der Autor meint, dass sie eben keine sind. Die Frage wird, wie ich es lese, rhetorisch gestellt. Der Autor denkt nicht daran, dass ein Engel jemals ein Sohn sein könnte. Er erwartet sich als Antwort auf seine Frage eigentlich kein klares: "Zu keinem!"

Es ist für mich ohnehin wider die Schöpfungsnatur und das ist hier eine meiner Prämissen. Solches gibt es nur in Religionen, deren Götterwesen wir als Götzen bezeichen. Diese Vorstellungen werten wir doch als Hirnespinste, oder etwa nicht?
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Fr 28. Aug 2026, 15:43 Judas 1,6 widerspricht dem gerade nicht, denn hier haben die Engel offensichtlich die Behausung verlassen, die für sie bestimmt war und nicht eine, die sie sich selber suchten.
Hier wird ein Kurzschluss recht deutlich. Die Judas-Stelle spricht von Engeln, die Genesis-Stelle von Söhnen Gottes. Das Vermischen bzw. die Gleichstellung dieser doch unterschiedlichen Begriffe hat sich dennoch als Glaubensgut eingebürgert. An sich sollte es aber schon reichen, dass dies durch Hebräer 1:5 widerlegt ist. Werden wir Gehör finden?
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Fr 28. Aug 2026, 15:43 Ein Sohn Gottes wird man nicht durch Bestimmung und Verordnung, sondern durch freiwillige Entscheidung von Herzen.
Mit Verlaub, auch das lasse ich als Prämisse nicht gelten, weil diese Aussage wieder nur eine Seite der Medaille zeigt. Sie ist allerdings auch nicht falsch, aber nur eine einseitige Beobachtung.

Ich gehe davon aus, Otto wird seine Theologie weiter verteidigen und unsere Argumente zu entkräften versuchen. Und letztlich gerät das ins Stocken, weil jeder von seinen Prämissen überzeugt ist, egal welche Vorbehalte man vorbringt, und seien sie biblisch noch so sattelfest untermauert.

Daher versuche ich den Weg von der Seite, zuerst zu analysieren, was einen Sohn Gottes kennzeichnet, und das sehr gründlich ohne gleich Schlussfolgerungen zu treffen. Und erst bei Klarheit setzen wir das ins Verhältnis zu anderen Dingen, oder es ist gar nicht mehr notwendig, was auch mein Ziel wäre.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Larson
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Re: Was bedeutet "Sohn Gottes"?

Beitrag von Larson »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Fr 28. Aug 2026, 15:43 Ein Sohn Gottes wird man nicht durch Bestimmung und Verordnung, sondern durch freiwillige Entscheidung von Herzen.
So einfach geht es nun mal wirklich nicht.
Ich kann in meinen Herzen noch lange sagen und entscheiden, ich sei ein Königskind von XY. Nur, deshalb bin ich es noch lange nicht.

Ein „Sohn Gottes“ wird man auch nicht einfach nur, weil man etwas Bestimmtes meint „glauben“ zu müssen, was andere vorgeben.

Im weitesten Sinne sind alle Menschen „Kinder Gottes“ da Er der Schöpfer ist, aber ich denke, dass es hier nicht darum geht.

Ohne „Verordnung“ wird mal kaum ein Sohn Gottes, denn Gott hat da einen „engen Rahmen“, wen er als „seinen Sohn“ bezeichnet.
Also Sohn tritt man in ein bestimmtes Verhältnis zum Vater, und der Vater gibt dieses Verhältnis mit Bestimmungen vor, die kann ich nicht selber setzen.
Jes 37,16 JHWH Zebaoth, Gott Israels, der du zwischen den Cherubim thronst, du allein bist es, der der Gott ist von allen Königreichen der Erde; du hast den Himmel und die Erde gemacht.
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ProfDrVonUndZu
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Re: Was bedeutet "Sohn Gottes"?

Beitrag von ProfDrVonUndZu »

Helmuth hat geschrieben: Fr 28. Aug 2026, 20:55 Mit Verlaub, auch das lasse ich als Prämisse nicht gelten, weil diese Aussage wieder nur eine Seite der Medaille zeigt. Sie ist allerdings auch nicht falsch, aber nur eine einseitige Beobachtung.
Larson hat geschrieben: Fr 28. Aug 2026, 21:39
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Fr 28. Aug 2026, 15:43 Ein Sohn Gottes wird man nicht durch Bestimmung und Verordnung, sondern durch freiwillige Entscheidung von Herzen.
So einfach geht es nun mal wirklich nicht.
Ich kann in meinen Herzen noch lange sagen und entscheiden, ich sei ein Königskind von XY. Nur, deshalb bin ich es noch lange nicht.

Ein „Sohn Gottes“ wird man auch nicht einfach nur, weil man etwas Bestimmtes meint „glauben“ zu müssen, was andere vorgeben.

Im weitesten Sinne sind alle Menschen „Kinder Gottes“ da Er der Schöpfer ist, aber ich denke, dass es hier nicht darum geht.
Ich glaube, ihr wollt beide auf das Gleiche hinaus.

Aus meinem Argument, macht ihr ein "einfach so". Ne, ne. Einfach ist daran überhaupt nichts, aber es ist anders komplex als ihr meint. Jesus ist das Beispiel dafür, dass es nicht einfach war. Er war massiven Angriffen verschiedenster Sorte ausgesetzt und weltlich gesehen unterlag er diesen sogar. Seine Entscheidung war also gewiss nicht einfach eine Laune: "Ach, ich will einfach mal heute Sohn Gottes sein."
Markus 15,31 Gleicherweise spotteten auch die Hohenpriester samt den Schriftgelehrten untereinander und sprachen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten.
Die Sohnschaft Gottes kann man nicht einfach mit der Loyalität zu einem menschlichen König vergleichen. Die Prämisse, dass ohne das Wirken Gottes kein Mensch in der Welt wäre, kommt dazu. Gott lässt keinen Menchen in die Welt, um ihn zu seinem Hassobjekt zu machen. Im NT steht, dass Gott will, dass alle Menschen gerettet werden: Siehe 2. Petrus 3,9, im Einklang mit Hesekiel 18,23 + 33,11. Hingegen gibt es aber Kräfte, die die Sohnschaft Gottes für sich exklusiv haben wollen, siehe 1. Thessalonicher 2,14-16.

Es kann nur so sein, dass alle Menschen als Kinder Gottes in die Welt kommen, dann aber abkehren und schließlich wieder zu ihm zurückfinden müssen. Es kann keinesfalls so sein, dass Menschen als velorene Wesen in die Welt geworfen werden und sich dann den Status "Sohn Gottes" erarbeiten müssen. Ein menschlicher König legt Wert auf Eklusivität und das sein engster Kreis nicht zu groß wird. Eine unbegrenzte Anzahl an Unterworfenen hingegen kann er immer gebrauchen. Die ursprüngliche Schöpfung ist offensichtlich nicht dazu gedacht gewesen, dass in Gute und Böse unterteilt werden soll. Das kam erst nach dem Sündenfall. In Offenbarung 17,8 steht von Namen im Buche des Lebens, die von Grundlegung der Welt an geschrieben sind, bzw. von Namen, die dort nicht auftauchen. Nun sollte man hier nicht meinen, dass einige Namen niemals drin standen.
Jeremia 17,13 Hoffnung Israels, Jahwe! Alle, die dich verlassen, werden beschämt werden. Und die von mir weichen, werden in die Erde geschrieben werden; denn sie haben den Born lebendigen Wassers, Jahwe, verlassen.
Offenbarung 3,5 Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buche des Lebens und werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.
2. Mose 32,32 Und nun, wenn du ihre Sünde vergeben wolltest!... Wenn aber nicht, so lösche mich doch aus deinem Buche, das du geschrieben hast.
Nirgendwo im AT und im NT wird irgendwo erwähnt, dass jemand nachträglich in dieses Buch eingeschrieben wurde. Wer einmal raus ist, kommt offensichtlich nicht wieder rein. So schnell verwirft Gott einen Menschen nicht.
Offenbarung 1,3 Glückselig, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe!
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Helmuth
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Re: Was bedeutet "Sohn Gottes"?

Beitrag von Helmuth »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Sa 29. Aug 2026, 00:40 Die Sohnschaft Gottes kann man nicht einfach mit der Loyalität zu einem menschlichen König vergleichen.
Ich verstehe dich schon, und ich wollte gar nicht gegen dich reden. Mein Vorwurf gilt nur einer einseitigen Betrachtung. Jetzt sagst du selbst, so einfach vergleichen kann man das nicht. Darin sind wir uns einig.

Bei Otto hingegen ist es schon die unpräzise Herangehenweise und ungültige Prämissensetzung, auf der ich nicht weiter aufbauen möchte. Daraus wird kein Schuh. Ich hege eine Vermutung wohin diese Reise gehen soll. Paulus sagt:
1. Korinther 5:5 hat geschrieben: Euer Rühmen ist nicht gut. Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert?
Wer sich seiner Lehre rühmt, will ich nicht beurteilen, aber es geht um den Sauerteig. So sage ich zu Ottos Verteidigung, dass er vieles richtg sagt, aber einiges unpräzise. Und das ist für mich der Sauerteig, der am Ende die Wahrheit verdunkelt. Darum halte ich auch nichts davon, dem Beifall zu klatschen.
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Sa 29. Aug 2026, 00:40 Es kann nur so sein, dass alle Menschen als Kinder Gottes in die Welt kommen, dann aber abkehren und schließlich wieder zu ihm zurückfinden müssen.
Dem kann man zustimmen, aber wir dürfen uns nicht an der Sohnschaft festbeißen, die damit auch allgemein eine Kindschaft ist. Interessant wie oft im AT mit "Kinder" übersetzt wird, wo im hebr. Text "Söhne" steht, das aber nur am Rande.

Für das, was ein Sohn ist, sollte gar kein Diskussionbedarf bestehen. Es ist im Grunde zu trivial. Er kann nur durch Zeugung entstehen und als Christ wissen wir zusätzlich, es gibt die natürliche und die geistliche Geburt. Erst bei der Neugeburt des Geistes wird aus der natürlichen auch eine geistliche, die einen Sohn dann zum Sohn Gottes macht. Dazu der Beleg:
Johannes 1:13 hat geschrieben: So viele es aber aufnahmen, denen gab es das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Aus Gott geboren heißt, Gott hat auch gezeugt. Damit wird aber nicht unsere natürlche (biologische) Sohnschaft zunichte. Die bleibt und darin besteht einer solcher Kurzschlüsse in der Denkweise, ein Sohn Gottes habe keine biologische Komponente.

Ich bin Sohn und nun auch Gottes Sohn, nicht der, aber einer von vielen. Eines möchte ich dabei klarstellen: Ich werde immer ein Mensch bleiben. Ich wurde als Mensch geboren und bin es auch nach der Erneuerung und später nach erfolgter Auferstehung. Nichts kann daran was ändern. Das ist einer meiner Prämissen.

Wäre das Thema damit nicht schon beendet? Dafür ja, aber noch nicht für mich. Es gibt noch einen weiteren Aspekt, der m.E. nie berücksichtigt wird, und auf den möchte ich hinführen. Erst dann, so meine Auffassung, versteht man auch Genesis 6:2.


Frage: Was beutet Sohn Gottes noch?

Dazu müssen wir uns der Beifügung Gottes widmen. Was hat die auf sich? In der Ausdruckweise auf Hebräsch Bnej-Elohim kommt dem Elohim ein besondere Bedeutung zu. Ich verwende das hebräische Wort aus einem bestimmten Grund.

Würde ich bei Gottes bleiben, so ist die einzige Assoziation, die möglich ist, eben nur Gott. Für Gott gibt es keine andere Vorstellung als Gott selbst. Man kann auch Vater im Himmel sagen, aber es ist immer der eine Gott, den wir mit diesem Begriff verbinden. Das verhält sich bei Elohim anders.

Besteht Interesse, dass ich das fortsetze? Für diesen Beitrag wäre es schon zuviel.
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ProfDrVonUndZu
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Re: Was bedeutet "Sohn Gottes"?

Beitrag von ProfDrVonUndZu »

Helmuth hat geschrieben: Sa 29. Aug 2026, 09:07 Dem kann man zustimmen, aber wir dürfen uns nicht an der Sohnschaft festbeißen, die damit auch allgemein eine Kindschaft ist. Interessant wie oft im AT mit "Kinder" übersetzt wird, wo im hebr. Text "Söhne" steht, das aber nur am Rande.
Ich halte das nicht nur für einen Hinweis am Rande. Man muss schon unterscheiden, ob da בני oder בנים steht. בני ist die maskuline Form und בנות die feminine Form. בנים ist aber nicht einfach eine alternative syonyme maskuline Form, sondern schließt beide Geschlechter mit ein. Das sieht man z.B. hier :
1. Mose 3,16
Zu dem Weibe sprach er: Ich werde sehr mehren die Mühsal deiner Schwangerschaft, mit Schmerzen sollst du Kinder (בנים) gebären; und nach deinem Manne wird dein Verlangen sein, er aber wird über dich herrschen.
Hingegen heißt es aber nur wenig später in 1. Mose 5 vielfach über die vorsintflutlichen Väter : "...und er zeugte Söhne (בנים) und Töchter (בנות)." Das muss kein Widerspruch sein, sondern könnte bereits auf patrilinear ausgeprägte Vorstellungen hinweisen, die in Bezug auf die Familie und Geschlechterrollen unterscheiden, was z.B. die Weiterführung des Erbes angeht. Auch nach Mose sind weibliche Nachkommen nicht grundsätzlich vom Erbe ausgeschlossen, aber die männlichen Nachkommen haben Priorität.
Helmuth hat geschrieben: Sa 29. Aug 2026, 09:07 Für das, was ein Sohn ist, sollte gar kein Diskussionbedarf bestehen. Es ist im Grunde zu trivial. Er kann nur durch Zeugung entstehen und als Christ wissen wir zusätzlich, es gibt die natürliche und die geistliche Geburt.
Manchmal muss man Trivialitäten ausformulieren, sonst führt das irgendwann dazu, dass jeder sie mit eigenen Vorstellungen füllt. Den Aspekt der Zeugung finde ich dabei auch maßgeblich, und das ist eigentlich eine Umschreibung dafür, dass der Sohn in die Fußstapfen dessen tritt, der ihn gezeugt hat und sein Werk fortführt.
Helmuth hat geschrieben: Sa 29. Aug 2026, 09:07Erst bei der Neugeburt des Geistes wird aus der natürlichen auch eine geistliche, die einen Sohn dann zum Sohn Gottes macht. Dazu der Beleg:
Johannes 1:13 hat geschrieben: So viele es aber aufnahmen, denen gab es das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Ja, und hier taucht der Begriff τεκνα auf und das ist ein Neutrum. Die Gegenüberstellung von "natürlich" und "geistlich" ist nicht ganz unproblematisch. Wenn du dich da an Paulus orientierst, wie er in 1. Korinther 15 in "natürlich" (ψυχικον) und "geistig" (πνευματικον) unterscheidet, bliebst du dabei zwar an der biblischen Grundlage, aber damit wird es auch nicht einfacher. Was meinst du denn mit "natürlich" ? Jedenfalls würde ich "natürlich" in deinem Satz, wenn ich ihm zustimmen sollte, nicht so interpretieren, als wäre damit das ureigentliche Wesen des Menschen beschrieben.
Helmuth hat geschrieben: Sa 29. Aug 2026, 09:07Aus Gott geboren heißt, Gott hat auch gezeugt. Damit wird aber nicht unsere natürlche (biologische) Sohnschaft zunichte. Die bleibt und darin besteht einer solcher Kurzschlüsse in der Denkweise, ein Sohn Gottes habe keine biologische Komponente.
Die eigentliche biologische Komponente ist ja auch von Gott hervorgebracht. Nur eben auf andere und viel grundlegendere Weise.
Helmuth hat geschrieben: Sa 29. Aug 2026, 09:07Ich bin Sohn und nun auch Gottes Sohn, nicht der, aber einer von vielen. Eines möchte ich dabei klarstellen: Ich werde immer ein Mensch bleiben. Ich wurde als Mensch geboren und bin es auch nach der Erneuerung und später nach erfolgter Auferstehung. Nichts kann daran was ändern. Das ist einer meiner Prämissen.
In Psalm 68,6 heißt es, Gott ist ein Vater der Waisen. Umgekehrt wäre es also, die Waisen sind Kinder Gottes. Auf Waisen trifft dann zumindest teilweise zu, was im Johannes Evangelium gesagt wird, was du oben zitiert hast. Wenn man meint, "Sohn Gottes" müsste man sich als Titel erst mal verdienen, wird man sich mit dem Gedanken kaum anfreunden können.
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Helmuth
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Re: Was bedeutet "Sohn Gottes"?

Beitrag von Helmuth »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Sa 29. Aug 2026, 12:19 Man muss schon unterscheiden, ob da בני oder בנים steht. בני ist die maskuline Form und בנות die feminine Form.
Eine Wortstudie zu Sohn ist nicht mein Ziel, weil ich denke, man braucht sie für so klare Begriffe wie Sohn doch nicht. Aber wir werden sehen. ;)

Nur zur Info: בני für sich alleine hieße "mein Sohn" und spricht man nicht "bnej" aus, sondern "bni" und wäre auch kein Plural. Weißt du was eine Smichut ist? Falls nicht, dann stolpert man nur mit Halbwissen herum. Aber bei Bedarf gerne woanders.
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Sa 29. Aug 2026, 12:19 Was meinst du denn mit "natürlich" ?
In unserem Kontext meine ich die biologische Zeugung, oder wie es in der Schrift heißt "dem Fleische nach gezeugt". Jesus skizziert die Unterscheidung zwischen dem Fleisch und dem Geist recht einfach:
Johannes 3:6 hat geschrieben: Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.
In dem Zusammenhang ist interessant, dass "geboren" zwar der Koine Text ist. Geht man aber davon aus, dass Jesus Hebräisch gesprochen hatte, dann nutze er dazu "nolad" (Root-Form "jalda") und bedeutet gleichzeitig auch "gezeugt".

Es ist vielleicht hier Nebensache, aber rein vom Prozess her sind es zwei Vorgänge. Die Zeugung kommt dem männlichen und das Gebären dem weiblichen Teil zu, Söhne auf die Welt zu bringen, alles aber von Gott wie Paulus in 1. Korinther 11:12 anmerkt.

Für uns wäre relevant, dass Fleisch und Geist keine Gegensätze sind im Sinne von entweder oder, sondern zwei Formen. Jeder Sohn Gottes durchläuft zuerst seine fleischliche Zeugung/Geburt durch. Das war der Inhalt des Gesprächs zwischen Jesus und Nikodemus, warum man nochmals gezeugt/geboren werden muss, um das Reich Gottes sehen zu können. Dies ist dann nicht mehr fleischlich.
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Sa 29. Aug 2026, 12:19 Wenn man meint, "Sohn Gottes" müsste man sich als Titel erst mal verdienen, wird man sich mit dem Gedanken kaum anfreunden können.
Diese Art Schlüsse zu ziehen wollte ich aufsparen, weil man zuerst alle nötigen Prämissen kennen sollte und diese auch gemeinsam teilt, ehe man das vornimmt. Ansonsten rattert jeder nur seine persönliche Theologie runter. Ich ja letztlich auch, daher suche ich zuerst den quasi gemeinsamen Nenner.

Du hast meine Frage nicht beantwortet, ob Interesse besteht über die Bedeutung von Elohim zu reden, die ich in Zusammenhang mit den Bnej-Elohim als weitere Prämisse für wesentich halte.
Zuletzt geändert von Helmuth am Sa 29. Aug 2026, 16:39, insgesamt 8-mal geändert.
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Larson
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Re: Was bedeutet "Sohn Gottes"?

Beitrag von Larson »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Sa 29. Aug 2026, 00:40 Aus meinem Argument, macht ihr ein "einfach so". Ne, ne. Einfach ist daran überhaupt nichts, aber es ist anders komplex als ihr meint.
Dein „Argument“ kannte keine Definition usw…
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Sa 29. Aug 2026, 00:40 ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑28.08.2026, 15:43
Ein Sohn Gottes wird man nicht durch Bestimmung und Verordnung, sondern durch freiwillige Entscheidung von Herzen.
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Sa 29. Aug 2026, 00:40 Jesus ist das Beispiel dafür, dass es nicht einfach war.
Jesus hat nichts mit der Begrifflichkeit von „Sohn Gottes“ zu tun, denn er war ja bekanntlich ein Jude, und lehrte gemäss der Tenach…
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Sa 29. Aug 2026, 00:40 Hingegen gibt es aber Kräfte, die die Sohnschaft Gottes für sich exklusiv haben wollen
Wie zum Beispiel Jesus…
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Sa 29. Aug 2026, 00:40 Es kann nur so sein, dass alle Menschen als Kinder Gottes in die Welt kommen, dann aber abkehren und schließlich wieder zu ihm zurückfinden müssen. Es kann keinesfalls so sein, dass Menschen als velorene Wesen in die Welt geworfen werden und sich dann den Status "Sohn Gottes" erarbeiten müssen.
Solches habe ich nie gesagt, und es würde auch der Tenach widersprechen.
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Sa 29. Aug 2026, 00:40 Nirgendwo im AT und im NT wird irgendwo erwähnt, dass jemand nachträglich in dieses Buch eingeschrieben wurde. Wer einmal raus ist, kommt offensichtlich nicht wieder rein. So schnell verwirft Gott einen Menschen nicht.
Ob du da 2.Mo 32,32 nicht nach deinem Geschmack deutest?
Es wäre dann eher so, dass jeder Name im Buche des Lebens steht, und erst am Ende des Lebens zieht Gott Bilanz… also hat der Mensch immer die Möglichkeit, umzukehren, was ja sehr gut zu Hesekiel passt
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Helmuth
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Re: Was bedeutet "Sohn Gottes"?

Beitrag von Helmuth »

Larson hat geschrieben: Sa 29. Aug 2026, 16:34 Jesus hat nichts mit der Begrifflichkeit von „Sohn Gottes“ zu tun, denn er war ja bekanntlich ein Jude, und lehrte gemäss der Tenach…
Wir sind im Bibelforum und setzen Jesus Christus als Sohn Gottes als Prämisse! Ich erlaube mir das im Sinne des Forums zu betonen. Keiner von uns braucht dazu deine Zustimmung. Das ist so und das bleibt so. Dein Widerstand ist absolut zwecklos! Aber komm selbst drauf, mir glaubst du ja nicht, der Leitung offensichtlich auch nicht. ;)

Dagegen biete ich dir eine Alternative, Was exakt bedeutet Bnej Ha-Elohim? Leg los, denn wengisten teilen wir ein wenig Hebräisch-Kenntnisse. Auf welchem Level du bist, kann ich nicht beurteilen, aber so könnten wir einander nützlich sein. Deine Aufdeckung von Psalm 2:12 war durchaus hilfreich, nur muss ich es nicht sofort werten. Was deckt sich hier auf?

Die Bedeutung von Bnej-Ha-Elohim wäre dabei schon ein Diskussionsergebnis. Zuvor sollte man erst den Begrff Elohim beleuchten. Im NT sehe ich darin Schwierigkeiten, als man nur die Worte Gott und Götter einsetzt. Wo die Bedeutung Gott ist, passt es in der Regel auch, aber bei Götter trifft die ÜS nicht immer den Sinn und vezerrt damit die Auslegung und das betrifft auch das AT.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Re: Was bedeutet "Sohn Gottes"?

Beitrag von Otto »

Helmuth hat geschrieben:Otto, Problem ist, dass du Aussagen tätigst, die irreführend sind. Vermutlich habe ich verstanden, was du meinst, nur ist die Aussage dazu falsch formuliert. Das, was du meinst, ist nicht das, was du sagst. Drück dich bitte klarer aus. Nur darf man dazu eigenständiges Denken nicht zugunsten vorgegebener Theologie abschalten.
:Herz2: Helmut,

wenn dir etwas spanisch vorkommt, dann frage bitte nach. Ich bin der Meinung, ich habe mich klar und deutlich ausgedrückt: Gott bringt keine Kinder nach klassisch menschlicher (biologischer) Art und Weise auf die Welt. Und wie sieht diese aus? Männlein trifft Weiblein, und nach ca. neun Monaten gibt es ein Kindlein…. ;) Hinter diese Aussage setze ich einen großen PUNKT. Kein Mensch auf der Welt ist in der Lage, das Gegenteil zu beweisen.

Gottes Kinder (Söhne) sind entweder direkt ERSCHAFFEN (wie Adam, Eva und alle Himmelswesen) oder sie erhalten von Gott aufgrund einer besonderen Beziehung oder Aufgabe den Rechtstitel „mein Sohn / meine Söhne“.

Du versuchst, mir mit den Psalmen und dem Lukasevangelium zu widersprechen, dabei entgeht dir, dass diese Verse exakt meine Aussage bestätigen:

1) Zu Psalm 2,7:
Hier geht es um die Salbung Davids zum König. Als die Worte gesprochen wurden „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt“, war David bereits ein erwachsener Mann. Er wurde nicht erst in diesem Augenblick biologisch geboren! Das bedeutet: Ab seiner rituellen Ölsalbung zum König hat Gott ihn rechtlich als seinen Repräsentanten (Sohn) eingesetzt. Die Zeugung Davids zum Sohn Gottes war nicht biologischer Natur, sondern rein metaphorisch im Sinne einer rechtlichen Adoption bei seiner königlichen Amtseinsetzung.

2) Zu Lukas 1,35:
Du schreibst, Lukas 1,35 sei die Erfüllung von Psalm 2,7. Aber was steht dort geschrieben? „...darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden.“ Das Kind würde Gottes Sohn genannt WERDEN – und zwar in der Zukunft!Auch die Verse davor schlagen im selben Takt:„Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und der Herr, Gott, wird ihm den Thron seines Vaters David geben...“

Das sind alles prophetische Worte, deren amtliche Einsetzung sich erst in der Zukunft erfüllen sollte.Wann wurde Jesus laut Lukas nun als Sohn Gottes offiziell bestätigt und proklamiert?Das geschah erstaunlicherweise exakt so wie im prophetischen Vorschatten von Psalm 2,7: nämlich bei seiner Salbung. David wurde mit Öl gesalbt, Jesus mit dem Heiligen Geist. Exakt zu diesem Zeitpunkt sprach Gott selbst hörbar vom Himmel:
Lukas 3,21-22 hat geschrieben:Es geschah aber, als das ganze Volk getauft wurde und Jesus getauft war und betete, dass der Himmel geöffnet wurde und der Heilige Geist in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herabstieg und eine Stimme aus dem Himmel kam: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.

Exakt in diesem Moment vollzieht Gott das, was Psalm 2,7 ankündigte: Die Proklamation Seines Königs. Diese Einsetzung Jesu zum Sohn hatte absolut nichts mit einer biologischen Geburt zu tun. Als Jesus am Jordan gesalbt und öffentlich als Sohn bestätigt wurde, war er schließlich kein Embryo mehr, sondern ein erwachsener Mann von 30 Jahren.

Die Sohnschaft Jesu ist natürlich etwas Einzigartiges und Besonderes, die sich bis in den Himmel und seine vormenschliche Existenz erstreckt... Aber das lasse ich hier lieber außen vor, sonst beißen wir uns die Zähne aus. Ich kenne ja deine Abneigung gegenüber der Präexistenz Jesu. :mrgreen:

Halten wir also fest: Weder bei David noch bei Jesus bedeutete „Sohn Gottes“ eine biologische Zeugung durch Gott. :)
LGrüße von Otto
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Helmuth
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Re: Was bedeutet "Sohn Gottes"?

Beitrag von Helmuth »

Otto hat geschrieben: So 30. Aug 2026, 11:04 Halten wir also fest: Weder bei David noch bei Jesus bedeutete „Sohn Gottes“ eine biologische Zeugung durch Gott. :)
Hier stehen widersprüchliche Prämissen einander gegenüber, dass es eine Zeugung im Himmel gäbe, wiewohl sie in Marias Leib erfolgt und als solche biblisch bezeugt ist. Wenn das kein biologischer Eingriff ist, was dann? War Jesus nur ein verkleideter Avatar?

Für mich ist deine immaterielle Zeugungs-These eine fiktive Vorstellung, die der Schöpfungsgrundlage widerspricht, wie Menschen entstehen. Sie haben keine biblische Grundlage, sondern nur eine dogmatische. Darüber hinaus wird dies nicht differenziert von der Neugeburt aus Geist.

Es gibt ja zwei Zeugungsformen:
Johannes 3:6 hat geschrieben: Was aus dem Fleisch gezeugt/geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist gezeugt/geboren ist, ist Geist.
Das sind nicht Gegensätze sondern zwei Formen und erfolgen in nur einer Richtung, Das war der Inhalt des Gesprächs mit Nikodemus. Die erste Zeugung bzw. Geburt erfolgt daher dem Fleisch nach, sonst gibt es keinen Menschen aus Fleisch und Blut. Auch Jesus wurde gemäß der Schöpfungsgrundlage dem Fleische nach ins Leben gerufen:
Römer 9:5 hat geschrieben: Deren die Väter sind und aus denen, dem Fleisch nach, der Christus ist, der über allem ist, Gott, gepriesen in Ewigkeit. Amen.
Die Geburt aus dem Geist kann also erst danach erfolgen, weil ja der Geist erst dazu geschaffen werden muss. Er ist Bestandteil der Schöpfung Mensch, die im Mutterleib entsteht, aber niemals vor seiner Zeugung. Ansonsten ist die geschaffene Kreatur nicht von der Gattung Mensch, sondern ein fiktives Wesen wie aus einem Science-Fiction Film.

Und es war auch Bedingung, dass Jesus uns in allem als Mensch gleich werden musste:
Hebräer 2:17 hat geschrieben: Daher musste er in allem den Brüdern gleichwerden, damit er in den Sachen mit Gott ein barmherziger und treuer Hoherpriester werde, um die Sünden des Volkes zu sühnen.
So bestätigt der Engel Gabriel die Zeugung in Marias Leib nun von Gott selbst. Deine Argumentation, er werde erst in Zukunft Sohn Gottes genannt werden, ist wieder eine Halbwahrheit, weil es ja logisch ist, dass die Mitmenschen seinen Sendung erst später erkennen konnten. Das widerlegt deswegen nicht seine Zeugung im Leib Marias.

Noch ein Aspket betreffend Biologie: Sollte es El Shady etwa unmöglich sein der Eizelle seine eigene Samenzelle, die er entstehen lässt hinzuzufügen? Übersteigt es deine Vorstellungskraft? Gott kann zwar ganze Menschen erschaffen, aber keine einzelne Samenzelle. ;)

Aber verlassen wir dieses Feld und sehen wir uns das aus einer anderen Richtung an, die m.E. noch kaum von Christen berücksichtigt worden ist. So ist mein neuer Ansatz den Ausdruck Bnej-Ha-Elohim aus dem AT besser zu verstehen. Erneut die Frage: Besteht daran Interesse, oder interessiert dich eh nur, was die WTG lehrt und wie man das fest mauert?
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