Dewarim

Themen des alten Testaments
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Larson
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Dewarim

Beitrag von Larson »

Deuteronomium, „das zweite Gesetz“: nun, das ist kein zweites Gesetz, auch nicht in dem Sinn eine Wiederholung der Gesetzes aus Exodus, Levitikus und Numeri (2.-4.Mose)

Das Volk steht hier vor dem verheissenen Land, und so werden einige Gebote Gottes präzisiert, da etliche Gesetze an das Land „gebunden“ sind, das Volk sich nicht mehr um die Stiftshütte versammelt war, sondern im Lande verteilt leben würden.
5.Mo 6,1 Und dies sind die Gebote, die Satzungen und die Rechte, die der HERR, euer Gott, geboten hat, euch zu lehren, damit ihr sie tut in dem Land, wohin ihr hinüberzieht, um es in Besitz zu nehmen;
Es gibt neue oder ergänzende Gesetze über das Kriegsrecht, Justiz und Staat, wie auch Soziales und Wirtschaftliches, ebenso für den Alltag, Familie und das religiöses Leben

Im ganzen 5.Buch Mose geht es fast ausschliesslich um ein gesellschaftliches Miteinander, ein geordneter Staat mit Richtern, Ältesten, und den Leviten, welche darin mit der Lehre Gottes Unterweisung geben sollten, beratend zur Seite stehen, also um ein gutes soziales verantwortungsvolles Leben.

So bezieht sich Segen und Fluch Kp 27 und Kp 28 auf den sittlichen, sozialen Umgang, sowie auch auf das moralische eigene Verhalten, ja selbst solches, was man auch im Geheimen tun kann (ich denke, solche Verwünschungen, deren Taten, wären alle auch in der chr. Moral verwerflich)

Religiöse Anweisungen sind die Tefilim, Tzitzit, Mesusa

Bemerkenswert ist, dass im ganzen Buch kein Opferkult gelehrt wird, ausser die Darbringung des 2. Zehnten, welcher am Altar geheiligt wird, aber von Priestern und vom Volk gegessen wird. Ein starkes soziales „Netzwerk“ wird damit geknüpft, wo man gemeinsam zum Heiligtum geht.

Nach all den Verwünschungen in Kp 27-28 wird kein Opferkult beschrieben, nicht mal erwähnt, um Busse zu tun.
Statt des Opferkultes wird aber Teschuva gelehrt, Umkehr von falschen Wegen Kp 30,3 (Mose sah schon voraus, dass das Volk dermal einst den Gottesweg verlassen würde) und Gott wird dann all diese Flüche auf die Nationen legen, welche sich am Volk Israel vergangen haben. V2 umkehren, das Herz Gott zuwenden, V6 das Herz beschneiden, die Versöhnung mit Gott wird somit verinnerlicht, nicht ein Priester wirkt am Altar für Rettung, sondern die persönliche Gewissensprüfung des einzelnen. Hosea 6,6; vgl. Jesaja 1,11; Jeremia 7,22
Kein Opfer der Welt, welcher Art auch immer, kann die moralische Verantwortung und die Umkehr des Herzens ersetzen.

Und Gott erklärt dazu auch, dass seine Weisungen nicht zu hoch sind, und auch nicht auf der anderen Seite des Meeres, dass da jemand kommen müsse, um das zu erklären, oder gar neues anzufügen, dass dieses Gesetz Gottes nun abgetan sei. Die solches lehren, sind falsche Propheten Kp 13, Kp 18,18ff und deshalb müssen Visionen, Erscheinungen und so weiter vollends mit der Torah abgleichen sein, ob es innerhalb der Lehre Gottes ist, oder eine Lehre, welche Gott nicht geboten hatte.

Und so wird Gott dem Volk, diesem frommen Überrest vergeben (Kp 32,43)


Also jegliche Lehre, welche von der Torah abweicht, wie auch von den Propheten, ist zu verwerfen und dient nur der Probe Israels.
Jes 37,16 JHWH Zebaoth, Gott Israels, der du zwischen den Cherubim thronst, du allein bist es, der der Gott ist von allen Königreichen der Erde; du hast den Himmel und die Erde gemacht.
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Larson
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Re: Dewarim

Beitrag von Larson »

Propheten
5.Mo 13,2-4
2 Wenn in deiner Mitte ein Prophet aufsteht oder einer, der Träume hat, und er gibt dir ein Zeichen oder ein Wunder;
3 und das Zeichen oder das Wunder trifft ein, von dem er zu dir geredet hat, indem er sprach: Lass uns anderen Göttern nachgehen, die du nicht gekannt hast, und ihnen dienen;
4 so sollst du nicht hören auf die Worte dieses Propheten oder auf den, der die Träume hat; denn der HERR, euer Gott, versucht euch, um zu erkennen, ob ihr den HERRN, euren Gott, liebt mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele.
Der Text sagt hier nicht, dass diese falschen Propheten „teuflisch / dämonisch“ seien, sondern bleibt „neutral“, es geschehen Wunder, Visionen. Träume, aber sie sind ein Prüfstein für das Volk.
מְנַסֶּ֞ה (mᵉnasëh) נָסָה (nāsāh) versuchen, (etwas auf die Probe stellen, zu testen)

Somit legitimieren Zeichen, Wunder, Visionen nicht das, was dann der Prophet sagt.

Kleiner Exkurs: So zum Beispiel gab Jesaja (Jes 7) explizit für Ahas das Zeichen dieser Geburt eines Knaben und den Zeitraum bis zur Befreiung Jerusalems, und es wurde auch zu jener Zeit erfüllt, ansonsten Jesaja aufgrund 5.Mo ein falscher Prophet gewesen wäre. Das Zeichen war für Ahas, nicht für eine Jahrhundert spätere Zeit.

Zurück zum Text:
Also, woran soll nun „Prophetie“ geprüft werden? Wie viele meinen von sich sagen zu können: „Der Herr hat mir gesagt…“, „Der Heilige Geist zeigte mir…“
So warnt auch Jeremia durch das Wort Gottes:
Jer 29,8 Denn so spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels (יְהוָ֤ה צְבָאוֹת֙ אֱלֹהֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל (JHWH tsᵉvāʽot ʽĕlohê jisᵉrāʽel)): Lasst euch von euren Propheten, die in eurer Mitte sind, und von euren Wahrsagern nicht täuschen; und hört nicht auf eure Träume, die ihr euch träumen lasst.
9 Denn sie weissagen euch falsch in meinem Namen; ich habe sie nicht gesandt, spricht der HERR.
Also es sind auch hier durchaus „fromme“ Leute (in Seinem Namen), die dann aufgrund ihrer Vision, falsche Schriften und Lehren verbreiten. Sie verkünden ihre eigenen Träume, ihrer eigenen Trance (was es in jeder Religion gibt, ob Islam, Naturreligionen usw)


Aber wie, womit soll nun etwas geprüft werden?
Dazu gab Gott die Torah, denn weshalb und wozu hätte Er sie denn geben sollen?

So erscheint auch die Maria nur solchen, wo die Menschen an die Maria glauben… dazu neigen, an sie zu glauben. die röm. katholische Kirche bejaht es andere verneinen es…
Die Menschen denken, dass die persönliche Offenbarung sei das, was zählt.
Deshalb sollte man sich keine Doktrin auf der Grundlage seiner persönlichen Offenbarung bilden, denn wozu braucht man eine Tenach?
Warum fragt man nicht Gott, was die Wahrheit ist? Und was auch immer dann Gott sagt, was geschrieben steht, die subjektive Erfahrung bleibt die „Wahrheit“, welche über das Wort Gottes gestellt wird.
Die aus der eigenen Erfahrung (Vision) resultierenden Lebensveränderungen beweisen nicht dass es wahr ist (nicht zu sündigen, mit dem Rauchen aufhören usw…). Solche persönlichen Veränderungen geschehen in jeder einzelnen Religion, ob Christ, Muslim, Buddhist oder Naturreligionen.

Und deshalb steht in der Torah, man soll nichts hinzufügen und nichts wegnehmen.
5.Mo 4,2 Ihr sollt nichts hinzutun zu dem Wort, das ich euch gebiete, und sollt nichts davon tun, damit ihr beobachtet die Gebote des HERRN, eures Gottes, die ich euch gebiete.
5.Mo 13,1 Das ganze Wort, das ich euch gebiete, das sollt ihr beobachten, es zu tun; du sollst nichts hinzufügen und nichts davontun.
Wiederholt und wiederholt wird darauf hingewiesen, diesem Seinem in der Torah gegeben Worte etwas darüber zu stellen, sondern alles muss dieser untergeordnet sein.

Deshalb sollte man nie zum Gott seines Geschmackes, der Theologie , der Vision sagen: "wenn es wahr ist, zeig es mir!". Denn du (und ich) bist kein Prophet!
Dann betet man um Weisheit, man bittest den Gott Israel um Weisheit und schaust im Tenach nach 5.Mo 13,4.
Die Torah sagt nicht, dass dies alles nur Gaunerei oder Träumerei sei, es sei alles falsch und unecht usw. Auch Götzenanbeter konnten Wunder vollbringen, wie die Magier des Pharao.

Und so steht, höre nicht auf diesen Propheten, sondern folge Gott nach….
Wie können nun „falsche“ Wunder geschehen? Deshlab: „Ich prüfe euch um zu sehen, ob ihr mich liebt!“

Zum Beispiel die falschen Propheten in Jeremja, Jer 5,31, Jer 6,13 שֶׁקֶר (schëqër) Lügner, Falschheit (ein grosses Thema in Jeremia)
Jer 8,8 Wie mögt ihr sagen: Wir sind weise, und das Gesetz des HERRN ist bei uns? Ja, siehe, zur Lüge hat es gemacht der Lügengriffel der Schriftgelehrten.
9 Die Weisen werden beschämt, bestürzt und gefangen werden; siehe, das Wort des HERRN haben sie verschmäht, und was für eine Weisheit haben sie?
Eine verfälschte Lehre. Sie schreiben falsche Pamphlete, eigene Schriften, das bedeutet aber nicht, dass es sich bei der Torah um eine falsche Torah handelt, also dass die Torah falsch sei.
Und diese Propheten kamen zu Jeremia und behaupteten, dass Gott zu ihnen gesprochen habe. Und leichtgläubige Menschen glaubten ihnen.
Jeremia weht ihnen aber Jer 29,8-9: sie verursachen ihre Träume selbst!

Und so steht die ausdrückliche Mahnung:
5.Mo 13,1 Das ganze Wort, das ich euch gebiete, das sollt ihr beobachten, es zu tun; du sollst nichts hinzufügen und nichts davontun.
Dabei auch immer wieder, nicht anderen / fremden Göttern und somit fremden Theologien dienen, sich vor ihnen niederzuwerfen (anbeten/beten) (5.Mo 13,7ff) denn Gott ist Einer, JHWH allein ist Gott, und kein Gott ist da neben ihm.
5.Mo 5,6-10
6 Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich herausgeführt habe aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft.
7 Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
8 Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen, irgendein Gleichnis dessen, was oben im Himmel, und was unten auf der Erde, und was in den Wassern unter der Erde ist.
9 Du sollst dich nicht vor ihnen niederbeugen und ihnen nicht dienen; denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Ungerechtigkeit der Väter heimsucht an den Kindern, ja, am dritten und am vierten Glied derer, die mich hassen;
10 und der Güte erweist, auf Tausende hin, an denen, die mich lieben und meine Gebote beobachten.
Somit gibt es keine Veranlassung, keinen Grund und ebenso keine Berechtigung, sich von einer anderen Religion den Gott und den Weg des Heils diktieren zu lassen, denn:
1.Sam 15,23 Denn wie Sünde der Wahrsagerei ist Widerspenstigkeit, und der Eigenwille wie Abgötterei und Götzendienst. Weil du das Wort des HERRN verworfen hast, so hat er dich verworfen, dass du nicht mehr König seist.
5.Mo 30,11-14
11 Denn dieses Gebot, das ich dir heute gebiete, ist nicht zu wunderbar für dich und ist nicht fern.
12 Es ist nicht im Himmel, dass du sagen könntest: Wer wird für uns in den Himmel steigen und es uns holen und es uns hören lassen, dass wir es tun?
13 Und es ist nicht jenseits des Meeres, dass du sagen könntest: Wer wird für uns jenseits des Meeres hinüberfahren und es uns holen und es uns hören lassen, dass wir es tun?
14 Sondern sehr nahe ist dir das Wort, in deinem Mund und in deinem Herzen, um es zu tun.
Es muss niemand „vom Himmel kommen / zu Himmel gehen“ um es von dort zu bringen / holen, es ist auch nicht jenseits des Meeres, in einer anderen fremden Kultur… sondern es liegt vollumfänglich in und auf der Hand.

Der Tanach sagt, was man glauben soll. Egal, welche Erfahrungen gemacht wurden, es bedeutet nichts, denn wichtig allein ist nur, die Lehre Gottes, was in der Tenach steht.
Jes 37,16 JHWH Zebaoth, Gott Israels, der du zwischen den Cherubim thronst, du allein bist es, der der Gott ist von allen Königreichen der Erde; du hast den Himmel und die Erde gemacht.
Otto
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Re: Dewarim

Beitrag von Otto »

Nur ganz kurz:
Larson hat geschrieben:Und deshalb steht in der Torah, man soll nichts hinzufügen und nichts wegnehmen.
5.Mo 4,2 Ihr sollt nichts hinzutun zu dem Wort, das ich euch gebiete, und sollt nichts davon tun, damit ihr beobachtet die Gebote des HERRN, eures Gottes, die ich euch gebiete.
5.Mo 13,1 Das ganze Wort, das ich euch gebiete, das sollt ihr beobachten, es zu tun; du sollst nichts hinzufügen und nichts davontun.
Wiederholt und wiederholt wird darauf hingewiesen, diesem Seinem in der Torah gegeben Worte etwas darüber zu stellen, sondern alles muss dieser untergeordnet sein.
Du sagst: „Man darf nichts hinzufügen und nichts davontun.‘“ Gut... Dann lass uns rechnen: Die Tora enthält hunderte von klaren, ewigen Geboten bezüglich des Opferkults, der Stiftshütte/des Tempels und der Priesterschaft. Da du seit 70 n. Chr. kein einziges dieser Gebote mehr befolgst, hast du über ein Drittel der Thora einfach weggelassen. :shock:

Du argumentierst, dass Teschuwa und (wahrscheinlich auch) Gebete die Opfer ersetzen. Schön und gut – aber wo in der schriftlichen Thora steht das? Nirgends! Das steht im Talmud und in den rabbinischen Schriften. Indem du behauptest, diese von Menschen erdachte Notlösung (Gebet statt Opfer) sei nun Gottes Wille, fügst du der Thora etwas hinzu.

Du misst hier mit dramatisch zweierlei Maß: Wenn Christen sagen, der Opferdienst sei durch den Messias erfüllt, wirfst du ihnen vor, das Gesetz abzutun. Wenn deine Rabbiner aber den Opferdienst durch Synagogenrituale ersetzen, ist das für dich völlig in Ordnung.

Wer die Opfer nicht bringt, handelt exakt gegen das, was er hier predigt. Du tust genau das, was du an anderen verurteilst: Du pickst dir die Rosinen aus der Thora, die ohne Tempel machbar sind, und den Rest erklärst du mithilfe außerbiblischer Traditionen für ruhend. Laut Dewarim 4,2 und 13,1 macht dich genau das nach deiner eigenen Logik unglaubwürdig. :wave:
LGrüße von Otto
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Larson
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Re: Dewarim

Beitrag von Larson »

Otto hat geschrieben: Mi 9. Sep 2026, 12:54 Da du seit 70 n. Chr. kein einziges dieser Gebote mehr befolgst, hast du über ein Drittel der Thora einfach weggelassen. :shock:
Naja, so lange lebe ich nun doch noch nicht …. 2000 Jahre…

Weiter ist das zu kurz gedacht, denn:

Konnte Israel diese Gesetze, welche sich auf den Tempel bezogen, befolgen, da er zerstört ist?

Die Antwort ist: Nein!

Deshalb wurden die Weisungen Gottes aber mitnichten weggenommen (gestrichen), sie konnten einfach nicht ausgeführt werden, behalten aber ihre Gültigkeit.
Und in Hesekiel wird ja das dann auch weiter beschrieben, dass der Fürst im kommenden Reich, selber für sich Sündopfer darbringen wird (was ja gänzlich der chr. Theologie widerspricht).
Otto hat geschrieben: Mi 9. Sep 2026, 12:54 dass Teschuwa und (wahrscheinlich auch) Gebete die Opfer ersetzen
Teschuwa ist, seine Schuld vor dem Ewigen einzugestehen…. sein Leben zu korrigieren, gemäss der Lehre Gottes.
Otto hat geschrieben: Mi 9. Sep 2026, 12:54 Schön und gut – aber wo in der schriftlichen Thora steht das? Nirgends!
5.Mo 32,43 Jubelt, ihr Nationen, mit seinem Volk (Israel)! Denn er wird rächen das Blut seiner Knechte und wird Rache erstatten seinen Feinden, und seinem Land, seinem Volk, vergeben. –
2. Chr 7,14: Wenn mein Volk … sich demütigt, betet, mein Angesicht sucht und von seinen bösen Wegen umkehrt – dann will ich vom Himmel hören, ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.
Also Gott vergibt dem Volke, wenn es umkehrt. Wie aber auch in Hesekiel, wo Gott einen Sünder, der Umkehrt, als einen Gerechten betrachtet, dies beinhaltet natürlich, dass dann Gott vergeben hatte, ansonsten könnte ihn Gott ja nicht als einen Gerechten nennen. (Wenn Gott im Kollektiv vergibt, vergibt er auch im Einzelnen)
(Also ich möchte dann nicht zu den Feinden Gottes, welche Seine Lehre ändern, oder zu den Feinen Israels gehören, den Erwählten des Ewigen, ihre Land zerteilen wollen usw…)

Ebenso auch in den Psalmen, immer wieder mal die Bitte, Ungerechtes zu vergeben, was der Ewige natürlich auch tat.
Ps 86,5 Denn du, Herr, bist gut und zum Vergeben bereit, und groß an Güte gegen alle, die dich anrufen.
Also dein „Nirgends“ entspricht nicht der Tenach.
Otto hat geschrieben: Mi 9. Sep 2026, 12:54 Du misst hier mit dramatisch zweierlei Maß: Wenn Christen sagen, der Opferdienst sei durch den Messias erfüllt, wirfst du ihnen vor, das Gesetz abzutun.
Der Opfersinns ist sicher nicht durch Jesus erfüllt, wie käme der Ewige auch nur auf eine solche absurde Idee, denn die Hingabe Jesu entspricht in keinster Weise den „Opfern“ der Tenach. Wer mit zweierlei Mass misst, das ist die chr. Theologie.

Weiter argumentiert Paulus gegen das Gesetz, meint, dass man es nicht halten muss, und somit tritt er direkt gegen den Ewigen, seine Weisungen an.
Otto hat geschrieben: Mi 9. Sep 2026, 12:54 Du misst hier mit dramatisch zweierlei Maß: Wenn Christen sagen, der Opferdienst sei durch den Messias erfüllt, wirfst du ihnen vor, das Gesetz abzutun. Wenn deine Rabbiner aber den Opferdienst durch Synagogenrituale ersetzen, ist das für dich völlig in Ordnung.
Ich habe auch nicht mit zweierlei Mass gemessen. Der Opferdienst ist auch nicht durch Jesus erfüllt, solches ist eine der Tenach völlig fremde und gegensätzliche Lehre (als sehr passen zu den Aussagen der falschen Propheten), und die Hingabe Jesu lässt sich nicht durch oder mit den rituellen Opfern vergleichen.

Wenn Rabbinen anstelle der Opfer das Gebet setzen, weil eben die Möglichkeit des Opfern nicht ist, so ist das nicht zweierlei Mass. Die Opfergesetze wurden damit nicht „ersetzt“, diese behalten ihre Gültigkeit, aber da dies nicht möglich ist, wendet man sich im Gebet dem Ewigen zu.
Otto hat geschrieben: Mi 9. Sep 2026, 12:54 Wer die Opfer nicht bringt, handelt exakt gegen das, was er hier predigt. Du tust genau das, was du an anderen verurteilst: Du pickst dir die Rosinen aus der Thora, die ohne Tempel machbar sind, und den Rest erklärst du mithilfe außerbiblischer Traditionen für ruhend. Laut Dewarim 4,2 und 13,1 macht dich genau das nach deiner eigenen Logik unglaubwürdig.
Ich habe kein „Rosinen“ herausgepflückt (ich hatte auch die Füche erwähnt. Aber das NT macht solches zum Beispiel mit Jesaja 7 und etlichen anderen Stellen, zitiert falsch und deutet um, also klage nicht mich an, sondern die Schreiber des NT’s.

Wie oben schon gesagt, wenn kein Tempel da ist, kann man gewisse Dinge nicht tun. Dies betrifft auch anderen Angelegenheiten. Wenn Umstände es nicht zulassen, übertritt man nicht das Gebot Gottes, und schafft das gebot auch nicht ab..
Jes 37,16 JHWH Zebaoth, Gott Israels, der du zwischen den Cherubim thronst, du allein bist es, der der Gott ist von allen Königreichen der Erde; du hast den Himmel und die Erde gemacht.
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Corona
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Re: Dewarim

Beitrag von Corona »

Noch ein Hinweis:

In Babylon kinnten im Exil keine Opfer oä. erbracht werden. Man lese Buch Daniel, um zu sehen, dass nur gebetet werden konnte.
Da gibt es noch viele andere Stellen dazu in anderen Büchern des 'AT'.

Ein gutes neues Jahr. Shana Tova.
Jer 23
Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da werde ich dem David einen gerechten Sproß erwecken; In seinen Tagen wird Juda gerettet werden und Israel sicher wohnen;
Otto
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Re: Dewarim

Beitrag von Otto »

Larson hat geschrieben:Weiter ist das zu kurz gedacht, denn:
Konnte Israel diese Gesetze, welche sich auf den Tempel bezogen, befolgen, da er zerstört ist?
Die Antwort lautet ganz klar: Nein, das konnten sie nicht!Aber wenn nach den unumstößlichen Spielregeln der Thora das „Spiel“ mangels Tempel/Priester nicht spielbar ist, dann bleibt nur die Option, das Spiel so lange auszusetzen, bis die Bedingungen wieder erfüllt sind – anstatt eigenmächtig die Spielregeln zu verändern! Du hast selbst die zentralen Verse zitiert: „Nichts hinzufügen und nichts wegnehmen“ (Dewarim 4,2 und 13,1).
Wenn Du nun schreibst:
Larson hat geschrieben:Wenn Rabbinen anstelle der Opfer das Gebet setzen, weil eben die Möglichkeit des Opfern nicht ist, so ist das nicht zweierlei Mass. Die Opfergesetze wurden damit nicht „ersetzt“, diese behalten ihre Gültigkeit, aber da dies nicht möglich ist, wendet man sich im Gebet dem Ewigen zu
… dann ist das ein logischer Widerspruch in sich. ;)

Es IST eine fundamentale Veränderung der Thora-Praxis. Es steht an keiner einzigen Stelle der schriftlichen Thora geschrieben: „Wenn kein Tempel da ist, ersetzt die Opfergaben durch Synagogengebete.“ Das ist eine nachträgliche, rein rabbinische Gesetzgebung aus dem Talmud, um den Verlust des Tempels wegzuerklären.Wenn das Rabbinat die peniblen Opfergesetze der Thora im Alltag faktisch unbegrenzt aussetzt und durch ein neues Ritual (das Gebet als Opferersatz) auffüllt, wird der Thora etwas entnommen und etwas hinzugefügt. Wer das tut, bricht exakt den Maßstab, den Du hier als absolute Wahrheit verteidigst.
Larson hat geschrieben:Bemerkenswert ist, dass im ganzen Buch kein Opferkult gelehrt wird, ausser die Darbringung des 2. Zehnten, welcher am Altar geheiligt wird, aber von Priestern und vom Volk gegessen wird. Ein starkes soziales „Netzwerk“ wird damit geknüpft, wo man gemeinsam zum Heiligtum geht.
Das stimmt nicht! Das Buch lehrt sehr wohl einen umfassenden, strikten Opferkult. Der direkte Textbefund in Dewarim 12 zieht eine glasklare Trennlinie zwischen dem sozialen und realen, blutigen Brandopfern:
5. Mose 12,5-6 hat geschrieben:...sondern die Stätte, die der HERR, euer Gott, erwählen wird [...] dorthin sollt ihr ziehen. Und dorthin sollt ihr bringen eure Brandopfer und eure Schlachtopfer, eure Zehnten...
5. Mose 12,11 hat geschrieben:... dorthin sollt ihr bringen alles, was ich euch gebiete: eure Brandopfer, eure Schlachtopfer, eure Zehnten...
Die Thora listet diese Dinge als separate Pflichten auf. Ein Brandopfer (Olah) war das genaue Gegenteil eines sozialen Essens. Es war ein reines Sühne- und Hingaberitual, bei dem das Tier vollständig im Feuer zu Asche verbrannt wurde und das Blut an den Altar gehörte. Gott warnt sogar eindringlich davor, dieses Ritual zu vernachlässigen:
5. Mose 12,13-14 hat geschrieben: Hüte dich, dass du nicht an jeder Stätte, die du siehst, deine Brandopfer darbringst! Sondern an der Stätte, die der HERR erwählen wird [...] dort sollst du deine Brandopfer darbringen...
5. Mose 12,27 hat geschrieben:Und du sollst deine Brandopfer, das Fleisch und das Blut, auf dem Altar des HERRN, deines Gottes, darbringen...

Das Buch Dewarim reduziert den Kult also keineswegs auf ein geselliges Essen. Es fordert permanent und ausdrücklich die Darbringung von Brandopfern am zentralen Heiligtum. Zu behaupten, im ganzen Buch werde kein Opferkult gelehrt, ist angesichts dieses textlichen Befundes schlicht falsch.
Larson hat geschrieben:Statt des Opferkultes wird aber Teschuva gelehrt, Umkehr von falschen Wegen Kp 30,3 (Mose sah schon voraus, dass das Volk dermal einst den Gottesweg verlassen würde) und Gott wird dann all diese Flüche auf die Nationen legen, welche sich am Volk Israel vergangen haben. V2 umkehren, das Herz Gott zuwenden, V6 das Herz beschneiden, die Versöhnung mit Gott wird somit verinnerlicht, nicht ein Priester wirkt am Altar für Rettung, sondern die persönliche Gewissensprüfung des einzelnen. Hosea 6,6; vgl. Jesaja 1,11; Jeremia 7,22
Kein Opfer der Welt, welcher Art auch immer, kann die moralische Verantwortung und die Umkehr des Herzens ersetzen.

1) Die Annahme, Mose habe hier einfach das Exil als feststehendes Schicksal prophezeit, greift textlich zu kurz. Die Kapitel 28 bis 30 entwerfen ein vertragliches „Wenn-Dann“-Szenario über die potenziellen Folgen des Ungehorsams. Dass es sich um eine offene Warnung und nicht um ein festgelegtes Schicksal handelt, unterstreicht der Text selbst in 5. Mose 30,19: „Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt; so wähle nun das Leben...“ Das Volk hatte eine echte Wahl. Ein Exil WÜRDE die vertragliche Konsequenz des menschlichen Versagens an den Bundesbedingungen sein.

2) Dein Satz, dass kein Opfer der Welt die moralische Verantwortung und die Umkehr des Herzens (Teschuwa) ersetzen kann, ist vollkommen richtig. Das hat auch niemand bezweifelt. Doch daraus zu schließen, dass die Teschuwa das Opfer in der Thora ersetzt oder überflüssig macht, ist nur die halbe Wahrheit. In der Thora liefen das Gebot der inneren Reue und die Pflicht des rituellen Opferdienstes die gesamte Zeit über parallel.

Laut Gesetz (3. Mose 5,5-6 und 4. Mose 5,6-7) war die Teschuwa (Sündenbekenntnis und Wiedergutmachung) die zwingende Voraussetzung, bevor der Priester am Altar das Sühneopfer vollziehen durfte. Beide waren feste Vorgaben des Gesetzes – das eine funktionierte nicht ohne das andere.

3)Dein Hinweis auf Hosea 6,6, Jesaja 1,11 und Jeremia 7,22 betrachtet die Texte sehr einseitig. Gott sagt dort an keiner Stelle: „Hört auf zu opfern“. Er korrigiert vielmehr eine heuchlerische Haltung: „Glaube nicht, dass ein noch so großes oder teures Opfer dich von der Pflicht befreit, vorher aufrichtig zu bereuen und den Schaden deiner Sünde wieder gutzumachen“. Gott lehnte nicht das von Ihm selbst penibel verordnete Opfersystem ab, sondern Opfer, die ohne die parallele Herzensumkehr dargebracht wurden.

Das Buch Dewarim läutet somit keineswegs eine neue Ära der reinen, opferlosen Teschuwa ein. Das mosaische Gesetz forderte die gesamte Zeit über parallel beides: die innere Umkehr UND das rituelle Opfer.
Es ist nachvollziehbar, dass diese absolute Parallelität der Gesetze im heutigen orthodoxen Judentum zu einem massiven Erklärungsnotstand führt, da man ohne Tempel und ohne amtlich nachweisbare Priesterregister (Esra 2,62–63) gezwungen ist, die Opfer-Bedingung in der Praxis ruhen zu lassen. Doch die Behauptung, Gott habe den Opferdienst in Dewarim selbst als minderwertig oder hinfällig dargestellt, verdreht den Sinn des Textes.

Um die theologische Wahrheit aus christlicher Sicht klar zu benennen: Gott fordert seit dem Tod und der Auferstehung Jesu tatsächlich keine Tieropfer mehr – da das gesamte System des Gesetzes in der Person des Messias zu seiner endgültigen, vollkommenen Erfüllung gelangt ist.

Aus genau diesem Grund gibt es keinen Tempel mehr, gibt es keine opfernden Priester und wird es auch in Zukunft keine mehr geben. Dass heute für niemanden mehr die gesetzlich vorgeschriebene Möglichkeit besteht, seine Priesterherkunft amtlich nachzuweisen, ist kein historischer Unfall. Es ist die Folge davon, dass Gott selbst dieses provisorische System durch das vollkommene Opfer des Messias abgelöst und versiegelt hat.

Während diese Erfüllung biblisch-prophetisch tief begründet ist, versucht die rabbinische Apologetik lediglich, den Opferdienst nachträglich rein historisch wegzuerklären und das Gesetz durch menschliche Traditionen eigenmächtig zu halbieren. :(

4)Dass in 5. Mose 30 vorwiegend von der Teschuwa und der Beschneidung des Herzens gesprochen wird, ist völlig logisch und selbstverständlich: Das Volk befindet sich in diesem beschriebenen Szenario in einer hypothetischen Verfehlung im Exil, außerhalb des Landes. Da der Opferdienst in Dewarim 12 strikt an das zentrale Heiligtum gebunden wurde, könnte das Volk in der Fremde physisch überhaupt keine Opfer bringen. Die Teschuwa ist hier der erste, notwendige Schritt der Umkehr, um überhaupt wieder mit Gott versöhnt und aus dem Zustand des Fluches (des Exils) herausgeführt zu werden.

Wenn das 5. Buch Mose eine „Rebellion“ gegen den Opferdienst oder dessen Abschaffung zugunsten einer rein geistlichen Verinnerlichung lehren würde, stünde dies im völligen Widerspruch zur späteren biblischen Geschichte: Warum sonst wurden die Juden Jahrhunderte später von den Propheten Haggai und Sacharja explizit und mit großem Nachdruck angetrieben, den Tempel und den Opferaltar in Jerusalem wieder aufzubauen, sobald sie aus dem Exil zurückkehrten? Gott widerspricht sich nicht selbst. :wave:
LGrüße von Otto
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