oTp hat geschrieben: ↑Sa 26. Sep 2026, 08:47
Ich denke, es geht wirklich darum, was uns zur Wahrheit über Himmel und Hölle verhilft.
Es geht darum, Wahrheit zu erfahren. Das ganze Leben ist eine Lern-Landschaft für den, der genau hinschaut. Was in Büchern steht, oder heute, in Video-Interviews gesagt wird, ist nicht die eigene Wahrheit, aber man kann alles zur Kenntnis nehmen und mit dem vergleichen, was man selbst erlebt.
Wir haben in unserem Leben Himmel und Hölle genug, wenn auch nicht so dramatisch wie es übernatürliche Schauungen darstellen. Ja, jeder kann sich fragen, ob er mehr zu Himmel und Hölle neigt: habe ich heute verziehen, habe ich dem anderen Gutes getan? Oder war ich neidisch, unverzeihlich, selbstsüchtig. Alles, was Jenseits-Kundige beschreiben, kann keiner wirklich nachvollziehen, und sie sagen es auch. Es ist alles "too much". Man kann im vertieften Gebet einen Hauch abbekommen, dann "weiß" man schon ein bisschen aus eigener Erfahrung. Oder wenn man jemanden gut kennt, der von seinem NT-Erlebnis erzählt. Oder seiner außerkörperlichen Erfahrung, oder einer Begegnung im Traum, die nicht von dieser Welt war. Das sind oft nur kurze Berührungen mit der höheren Welt, aber man sieht dann vieles anders.
Den einzigen Modellfall, den ich ernsthaft dabei erwägen kann, ist eindeutig, was Sundar Singh in den Himmeln erlebt hat. Das waren keine eingeübten, selbst bewußt gewollten Astralreisen und auch keine Nahtoderfahrungen, sondern man könnte sie Entrückungen nennen, wobei der Geist quasi aus den Begrenzungen des Körpers und den damit verbundenen sehr beschränkten Sinneswahrnehmungen befreit ist. Ähnlich, wie das beim Tod geschieht. Damit kommt es zu gewaltigen, überwältigenden Wahrnehmungen in der geistigen Welt.
Sundar ging nicht mit der Absicht, Astral-Visionen zu erleben, in die Berge. Saddhus verlassen das gesellschaftliche Gehäuse, die ganzen Pflichten, um ganz frei zu werden im Geist. Dann kann, wenn Gott will, auch Entrückung geschehen. Gut formuliert: "aus den Begrenzungen des Körpers und den damit verbundenen sehr beschränkten Sinneswahrnehmungen befreit". Während so eines, ganz auf die spirituelle Entwicklung ausgerichteten Lebenswegs werden sehr oft übernatürliche Erfahrungen gemacht.
Ob seine Erlebnisse trotzdem esoterischer Spiritismus waren, also im Grunde Täuschungen, kann man schwierig ergründen. Fest steht allerdings, dass er in angemessener Weise von Erlebnissen mit Christus berichtet. Und bibelkonform über Aufnahme in die Himmel oder aber Höllenschiksalen von Verstorbenen redet.
Andere sehen das anders, für die steht fest, das muss ein "Spiritist" gewesen sein, denn auch Spiritisten erzählen über Erlebnisse mit Christus. Es ist, wie du sagts, schwierig zu ergründen. Was jeder selbst "ergründen" kann ist das eigene Leben, wo und wann erlebe ich Gott, die Heiligkeit und auch das Teuflische in mir und um mich selbst. Ich behaupte, genau in diesem Leben, hier und jetzt, ist alles offenbar. Man nennt das heute Bewusstseins-Erweiterung, das Geistige in sich, im anderen, in der Natur wieder finden. Irgendwann werden die Täuschungen immer weniger. Wenn Jesus sagt, "wahrlich", dann sagt er, das hier die Richtung, wo keine Täuschung mehr ist.
Zudem ist für mich denkbar, das der Apostel Paulus Ähnliches erlebt hat wie Sundar Singh: Sein Bekehrungserlebnis, als Christus sich ihm offenbarte, später seine Entrückung in die Himmel. Nur redet er nicht davon, was er dort erlebt hat. Es wäre wohl auch ein zu unverdauerlicher Brocken für das Verständnis des entstehenden Christentums gewesen.
Wir wissen nicht, was er alles sagte. Wir lesen nur, was übrig blieb, was die römischen Bibel-Herausgeber aufnahmen. Es könnte sein, damals war die Vorstellung einer Himmels-Hirarchie Allgemeinwissen, zB das griechische Modell. Es gibt vieles, was später nicht mehr zuträglich war, was nur noch "geheim" weiter gelehrt wurde.
Aber da sind die Muster ähnlich, dass man annehmen könnte, beide hatten ähnliche Wesensmuster. Und die gehen über das gewöhnlicher Menschen hinaus.
Was heute "frisch" an die Öffentlichkeit kommt, sind zB diese NT-Erlebnisse, und ganz frei von kirchlichen Dogmen. Es ist jedem freigestellt, solche Berichte für sich persönlich einzuordnen. Oder abzuwehren, das gibts auch.