Im heutigen Sinn des Wortes ist der Satz natürlich falsch. - Was im ursprünglichen Sinn gemeint ist, weiß ich nicht - dazu wäre eine richtig gute Übersetzung aus dem Althebräischen nötig. Es kann auch sein, dass er - selbst patriarchalisch kontaminiert - etwas Falsches geschrieben hat. Denn auch Schreiber solcher Texte sind nicht "adam", sondern Mann und somit bereits dem ausgesetzt, was man katholischerweise als "Erbsünde" bezeichnet.
Ich würde mir ein Gesamtbild von Sirach bilden: Was sagt er von A bis Z? Daraus sollte sich eine halbwegs klare Linie ergeben. - Dann versucht man "komische" Stellen entgegenzustellen. Vielleicht findet man eine Lösung, vielleicht nicht. - Meine theologische Freundin pflegt über ungelöste exegetische Fragen zu sagen: "Die lege ich in meinen eschatologischen Zettelkasten" - will heißen: "Die lasse ich mir lösen, nachdem ich gestorben bin". - Man sollte sich nicht in Einzelaussagen verbeißen, sondern die große Linie ins Visier nehmen.
Das könnte zwei Gründe haben: 1) Erstens war die Zeit patriarchalisch geprägt. - 2) Die Frau galt damals "Erdgeistiges" und nicht als "Fundamentaltheologisches" - das muss man nicht mit patriarchalisch gleichsetzen, weil es die Frauen vermutlich genauso sahen. Im Grunde führt dies zur Frage, ob man bei Mann und Frau Archetypen postuliert oder nicht.SilverBullet hat geschrieben: ↑Di 13. Okt 2026, 21:40Die „Jesus“-Figur, also die Erlösungsbotschaft, quasi die Reaktion auf die Teilung von Mensch zu Mann/Frau (bzw. die gleichzeitige Erschaffung von Mann/Frau) und ihre Folgen, ist aber männlich, nicht neutral.
Es gibt somit eine Tendenz des Männlichen und nicht des Gleichen, oder Einheitlichen, oder Zusammengehenden.