Jetzt bin ich etwas ausführlich geworden. Zurück zum Anfang: Meine Sichtweise zu Geboten und Gehorsam.
Ich glaube, es hat mit Identifizierung zu tun.
Gott liebt uns. Aber wir leben in einer Welt voller Abgründe, Schlangen und Skorpione. Und damit wir das Spiel des Lebens nicht verlieren, hat Gott uns die Gebote gegeben. Sie sollen uns erziehen und bewahren. Ich sehe es mehr so, als sagt Gott: Sorry, Leute, die Erde ist nicht ganz ungefährlich... warum das so ist, darüber disktutiere ich nicht mit euch, aber hier habt ihr eine Spielanleitung, einen Wegweiser... und wer diesen studiert und verinnerlicht, sollte eigentlich durchkommen bis zum Ziel---"
Lea hat geschrieben: ↑Di 18. Aug 2026, 18:46Angesichts der Bedrohung, auf dem falschen Weg in der Hölle zu landen, konnte ich einfach nicht verstehen, wie jemand, der den "richtigen Weg" kennengelernt hat, sich dagegen entschieden hatte.
Das kann ich auch nicht nachvollziehen. Jedenfalls nicht, wenn der "richtige Weg" tatsächlich der Richtige war und jemand die Gnade Gottes wirklich geschmeckt hatte. Wer eine Ahnung davon bekommen hat, der wirft sie nicht weg. Er behält die Perle, weil sie so schön ist und sie ihm gut tut und tauscht sie nicht ein gegen glänzenden Müll.
Aber vielleicht war es ja gar nicht "der richtige Weg" gewesen. Vielleicht war es ein Weg, den die Gemeinde als "richtig" definierte, es blieb aber bei äußeren Formen, und der Wanderer erfuhr nie die Berührung durch Jesus.
Regenbogenflaggen in Kirchen und Gemeinden sind keine Lösung für die innere Leere und die Abwesenheit des Heiligen Geistes.
Und dann
muss er hinausgehen in die Welt. Der eine enttäuscht, der will von Gott nichts mehr wissen. Und der andere hat noch einen Funken Hoffnung, Gott zu finden... außerhalb der Gemeinde, die er verlassen hatte.
Es ist nur gut, dass Gott uns nachgeht und sucht.
Lea hat geschrieben: ↑Di 18. Aug 2026, 18:46Ich habe mich etliche Male "vorschriftsmäßig" bekehrt -
Ach du liebe Zeit.
Lea hat geschrieben: ↑Di 18. Aug 2026, 18:46aber war immer von der Angst getrieben, vom Glauben abzufallen durch irgendwelche Täuschungen.
Man braucht einen Maßstab. Und den muss man immer wieder neu überprüfen (lassen)- vor dem Thron der Gnade. Es reicht nicht aus, irgendetwas zu kopieren, das man als akzeptabel erachtet.
Lea hat geschrieben: ↑Di 18. Aug 2026, 18:46Seitdem war mein Weg mit Gott gepflastert mit und umgeben von Gottes Liebe.
Dann warst du vermutlich frei, aus angelernten Verhaltensmustern auszusteigen, die echte Gotteserfahrungen blockiert hatten. Ich sage
nicht, "die anderen waren schuld"; die meinten es vermutlich gut und vermittelten halt das, was sie selbst hatten.
Manche sind ja mit so wenig zufrieden...
In Gemeinden kann man der Täuschung unterliegen, es sei alles in Ordnung, wenn man sich mit den Brüdern und Schwestern gut versteht und hin und wieder einmal einige Seelen gewonnen werden.
Aber Gott will uns
ganz. Und deshalb ist eine Unzufriedenheit und Unsicherheit, die man innerlich wahrnimmt, ein Grund, um direkt zu Gott zu gehen und um Weisheit und Führung zu bitten.
Lea hat geschrieben: ↑Di 18. Aug 2026, 18:46Schon diese Erfahrungen ließen mich oft nachdenken über meine "alten" Glaubensmuster, die ich gelehrt wurde.
Genau. Es sind Glaubens
muster. Das hast du treffend formuliert.
Die würde ich nicht unbedingt verwerfen. Manche enthalten ja viel Gutes, und für den Anfang sind sie ein Halt für Neulinge.
Aber irgendwann muss es weitergehen; irgendwann muss man über die Schablonen hinauswachsen.
Es kann sein, dass man dann einsam wird; weil nicht jeder diesen Weg mitgehen kann oder will. Es ist auch eine Frage der Berufung.
"
Ein Adler ist immer allein" fällt mir da gerade ein; das ist eine Zeile aus einem Song.
Dank Internet kann man seit einigen Jahrzehnten andere "Adler" treffen und hat dann doch etwas Gesellschaft.
Lea hat geschrieben: ↑Di 18. Aug 2026, 18:46Für mich steht seitdem felsenfest, dass es wirklich nichts gibt, was mich von Gott trennen kann. Und darum glaube ich auch, dass Gott "ganz anders" ist, als die Vorschriften, die viele Gläubige aufstellen - die nötig sein sollten, damit Gott uns Menschen annehmen kann.
Wie gesagt: Am Anfang des Glaubenslebens braucht man das Gerüst.
Gerüste sind vielfach Gemeindetradition. Darin kann man bleiben, bis man es schafft, aufrecht zu stehen und es gelernt hat, zu laufen.
Dann ist Nachfolge dran.
Paulus ist vielleicht ein gutes Beispiel dafür. Er war ein Pharisäer und kannte die Traditionen (Glaubensmuster) bestens. Und dann begegnete ihm Jesus.
LG