Re: Fridays gegen Altersarmut
Verfasst: Fr 17. Jan 2020, 05:56
Dann lass uns diese Steuer wieder erheben.
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Um den Rentnern die Möglichkeit zu geben, von ihrer Altersrente leben zu können, müsste der steuerliche Grundfreibetrag von aktuell 9408 Euro deutlich und sofort angehoben werden.Hiob hat geschrieben:Armuts-Rentner sind in der Regel der schlagende Beweis dafür, dass sich Leistung NICHT lohnt.
Das Zitat stammt nicht etwa von "Rechtspopulisten", sondern von von der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung.Der Sozialhistoriker Gerhard Ritter zog bereits 2006 in seiner Studie "Der Preis der Einheit" eine Bilanz der Wiedervereinigungskosten für die Jahre 1991 bis 1995. Unter Verweis auf Berechnungen der Deutschen Bundesbank[4] beziffert er die Kosten für die "heiße Phase" der Wiedervereinigung auf 615 Milliarden DM Netto.
Diese Summe ergibt sich aus Leistungen des Bundes, der westdeutschen Länder und Gemeinden, des Fonds Deutsche Einheit, der Bundesanstalt für Arbeit und der Gesetzlichen Rentenversicherung (insgesamt 812 Milliarden DM), von denen Steuer- und Verwaltungseinnahmen in Ostdeutschland (insgesamt 197 Milliarden DM) abgezogen werden.
Fast ein Viertel der Kosten sind demnach durch die Solidargemeinschaften der Versicherten der Arbeitslosen- und Rentenversicherung getragen worden.[5][6] Die Einheit habe daher laut Ritter die Probleme des Sozialstaats und allen voran des Rentensystems verschärft.[7]
Quelle
Da gibt es folgendes Problem:Magdalena61 hat geschrieben: ↑Fr 17. Jan 2020, 07:54 Es ist ja nicht so, dass kein Geld da wäre. Sondern: Man WILL es den Armutsrentnern nicht geben.
Dafür muss es die Mehrheiten geben. Und zwar die parlamentarischen Mehrheiten. LINKE sind dafür. SPD und Grüne haben sich inzwischen auch dafür ausgesprochen. Das ist eine rechnerische Mehrheit. Zur Umsetzung fehlt nur die entsprechende parlamentarische Absprache.
Als "arm" definiert das Statistische Bundesamt einen Single, dessen monatliches Einkommen unterhalb des "Schwellenwerts" von 1096 Euro liegt. Macht im Jahr 13 152 Euro.
Milchmädchenrechnung.Entgegen weit verbreiteter Meinung sind Renten grundsätzlich einkommenssteuer- beziehungsweise lohnsteuerpflichtig.
2005 war der Startschuss für die sogenannte „nachgelagerte Besteuerung“. Das bedeutet: Alles das, was Sie für die Altersvorsorge aufwenden, wird zunehmend steuerfrei. Dafür werden aber später Ihre Renteneinkünfte besteuert. Das erfolgt Zug um Zug in einer langen Übergangszeit von 35 Jahren.
In der Regel ist diese „nachgelagerte Besteuerung“ der Rente von Vorteil. Denn die Aufwendungen für Ihre Altersvorsorge verringern Ihre Steuerbelastung während Ihrer Berufsjahre. Beziehen Sie dann eine Altersrente, sind Ihre Einnahmen üblicherweise geringer und damit auch der Steueranteil auf Ihre Rente. Die Rentenbesteuerung betrifft übrigens neben den Altersrenten auch die Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und Hinterbliebenenrenten.
deutsche-rentenversicherung.de
Ja - das ist doch das Problem. - Es gibt viele "Normalbürger", die 45 Jahre gearbeitet haben und dann um die 1.000 Euro bekommen. - Medial wird daraus gemacht: "Faulenzer sollen dasselbe bekommen wie hart Arbeitende".Magdalena61 hat geschrieben: ↑Fr 17. Jan 2020, 19:52 Meinst du, die "Normal- Rentner" würden dagegen protestieren, wenn man den anderen das Existenzminimum lässt, ohne sie zu Offenbarungseiden zu zwingen und durch die Ämter zu jagen?
Richtig. - Spätestens wenn es mit Familie losgeht, ruhen viele Riester-Renten & Co.Magdalena61 hat geschrieben: ↑Fr 17. Jan 2020, 19:52 Die Niedriglohnverdiener haben ja gar keine Möglichkeit, während ihres Erwerbslebens Rücklagen zu bilden.
Genau das. - Ich habe gerade den Fall in der Familie, dass Sohn und Frau gerne bauen möchten, es aber eventuell sein lassen müssen, weil unsere Schwiegertochter (endlich) schwanger ist. --- Es ist absurd: Das Haus soll für die Familie gebaut werden, was genau daran scheitern könnte, dass Familie entsteht. - Das erste, was jetzt gemacht wurde, war die Kündigung von privaten Alterssicherungen, um auf diese Weise Platz für Annuitäten des Kredits zu schaffen. - Es ist vollkommen offen, wie es ausgeht.Magdalena61 hat geschrieben: ↑Fr 17. Jan 2020, 19:52 Und dann wundert man sich, dass die Deutschen immer weniger Kinder in die Welt setzen. -- Welche Frau ist denn so bescheuert (wie ich), dass sie eine "Karriere" als Familienmanagerin anstrebt, mit dem Risiko, im Alter zum Sozialfall zu werden?
Das Problem ist aus meiner Sicht die Beraubung der Rentenkassen durch rentenfremde Dinge - statt Überschüsse der letzten Jahrzehnte zu kapitalisieren. - Das geht bis auf Adenauer zurück.Magdalena61 hat geschrieben: ↑Fr 17. Jan 2020, 19:52 Mir scheint, die aktuelle Gesetzeslage bringt mehr Vorteile für den Staat als für die Rentner.
Es wird Unruhe geben. - Wir Deutsche kennen Demokratie nur im Kontext von Wohlstand. - Fällt der Wohlstand weg, wird die Demokratie in Frage gestellt.Magdalena61 hat geschrieben: ↑Fr 17. Jan 2020, 19:52 Nur sollten sie die Gerechtigkeit halt nicht mindern oder weglassen, sonst bleibt nur noch Staat übrig.
Diese Begründung ist nachvollziehbar, aber sie löst nicht die existenziellen Probleme der Armutsrentner.Hiob hat geschrieben: ↑Fr 17. Jan 2020, 21:53Ja - das ist doch das Problem. - Es gibt viele "Normalbürger", die 45 Jahre gearbeitet haben und dann um die 1.000 Euro bekommen. - Medial wird daraus gemacht: "Faulenzer sollen dasselbe bekommen wie hart Arbeitende".Magdalena61 hat geschrieben: ↑Fr 17. Jan 2020, 19:52 Meinst du, die "Normal- Rentner" würden dagegen protestieren, wenn man den anderen das Existenzminimum lässt, ohne sie zu Offenbarungseiden zu zwingen und durch die Ämter zu jagen?
Bauen ist voll teuer. Und riskant.Ich habe gerade den Fall in der Familie, dass Sohn und Frau gerne bauen möchten, es aber eventuell sein lassen müssen, weil unsere Schwiegertochter (endlich) schwanger ist. --- Es ist absurd: Das Haus soll für die Familie gebaut werden, was genau daran scheitern könnte, dass Familie entsteht.
- Das erste, was jetzt gemacht wurde, war die Kündigung von privaten Alterssicherungen, um auf diese Weise Platz für Annuitäten des Kredits zu schaffen.
Es sind grundlegende Änderungen im System erforderlich anstatt Symbolpolitik und Flickschusterei, die nie lange hält.Das Problem ist aus meiner Sicht die Beraubung der Rentenkassen durch rentenfremde Dinge - statt Überschüsse der letzten Jahrzehnte zu kapitalisieren. - Das geht bis auf Adenauer zurück.
Und das zu Recht.Es wird Unruhe geben.
Richtig - aber sie verhindert einen gesellschaftlichen Konsens. - Solange es nicht mehr Armutsrentner gibt, sind sie demokratisch nicht wichtig genug.Magdalena61 hat geschrieben: ↑So 19. Jan 2020, 06:48 Diese Begründung ist nachvollziehbar, aber sie löst nicht die existenziellen Probleme der Armutsrentner.
Ja - aber das würde extray pro Jahr meinetwegen 100 Milliarden Euro kosten - die müssen woanders her. - Das geht auch - das Potential an Steuervergehen ist hoch - zusammen mit Vermögens- und Erbsteuer (ab 250.000 Euro Wert) könnten hohe Milliarden-Summen frei werden.Magdalena61 hat geschrieben: ↑So 19. Jan 2020, 06:48 Natürlich gibt es eine Lösung. Man hebe das Rentenniveau auf die durchschnittliche Höhe der europäischen Staaten an, das wären dann etwa 65% anstatt 48%.
Genau - das wäre der richtige Ansatz - das wäre erstmal eine BILLION !!!!Magdalena61 hat geschrieben: ↑So 19. Jan 2020, 06:48 Wenn die Damen und Herren Obrigkeit der Rentenkasse die 700 Milliarden zurückgeben würden, die sie daraus laut Rentenexperte Otto Teufel seit 1957 für versicherungsfremde Leistungen gestohlen haben, wäre, inklusive 300 Milliarden Zinsen, erst einmal genügend da.
Jein. - Die Grundstücke sind so teuer, dass kaum etwas unter 200.000 Euro zu kriegen ist. - Und mit Besitzerwechsel treten neue Vorschriften ein, die für Altbeistzer noch nicht galten. - Außendämmung, Heizung, etc. --- Und innen muss renoviert werden. - Da sind schnell 100.000 Euro weg.Magdalena61 hat geschrieben: ↑So 19. Jan 2020, 06:48 Gibt es bei euch keine "gebrauchten" Häuser mehr zu kaufen?
Ja. ---- Es gibt keine bessere Alterssicherung - allein die Miete, die man sich bei einem bezahlten Eigenheim spart. - Das macht locker minimum 500 Euro netto an Rente aus.Magdalena61 hat geschrieben: ↑So 19. Jan 2020, 06:48 Oder sehen sie das zukünftige Haus als "Gegenwert", als Alterssicherung?
Das scheint mir der springende Punkt zu sein.Hiob hat geschrieben: ↑So 19. Jan 2020, 09:01Ja - aber das würde extray pro Jahr meinetwegen 100 Milliarden Euro kosten - die müssen woanders her. - Das geht auch - das Potential an Steuervergehen ist hoch - zusammen mit Vermögens- und Erbsteuer (ab 250.000 Euro Wert) könnten hohe Milliarden-Summen frei werden.Magdalena61 hat geschrieben: ↑So 19. Jan 2020, 06:48 Natürlich gibt es eine Lösung. Man hebe das Rentenniveau auf die durchschnittliche Höhe der europäischen Staaten an, das wären dann etwa 65% anstatt 48%.
Der Punkt ist aber noch ein ganz anderer: - Die nicht-armen Bürger (da zähle ich mich ausdrücklich dazu) haben sich derart an Luxus gewohnt, dass sie kaum wieder zurückgehen können. - Ich sehe es an mir: Man ist irgendwo (und wir sind oft irgendwo) und trinkt einen Kaffee (und die sind nicht billig in Cafés) - man fährt einfach mal weg (bei uns ist es nicht Malle, aber bspw. Frankreich) - man hat TV, Internet, Smartphone - Auto hat man ohnehin - etc. - Solche Privilegien möchte man halten, selbst wenn es einem nicht bewusst ist - man ist daran GEWOHNT.
MDR. Öffentlich- rechtlicher Sender, kein Schmierblatt.Gefährlich für die Demokratie wird die vergleichsweise exklusive soziale Herkunft der Eliten in erster Linie dadurch, dass sie das Denken und Handeln der Eliten so prägt, dass diese die sozialen Unterschiede in ihrer Bedeutung mehrheitlich unterschätzen und durch ihre Aktivitäten weiter verschärfen statt sie zu verringern. Die steuerpolitischen Beschlüsse der letzten zwei Jahrzehnte sind dafür ebenso ein Beleg wie die Explosion der Managergehälter. Die Folgen sind eine zunehmende Politikverdrossenheit in der unteren Hälfte der Bevölkerung und in den letzten Jahren auch ein deutliches Anwachsen demokratiefeindlicher Positionen. Dieser Effekt wird in den neuen Bundesländern durch die weit unterproportionale Repräsentation ehemaliger DDR-Bürger in den Eliten noch verstärkt.
mdr. de