Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

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Abischai
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Abischai »

Hoger hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 14:40 "Namenschrist" - ist ein Etikett, das man denen gibt, die nicht dem eigenen Glauben angehören
Damit schwächst Du ein sehr wichtiges Label ab, vermittels dessen man große Gefahren vermeiden kann.
Namenschrist ist man nicht, weil andere einen dafür halten, sondern weil man es IST. Man hat den "Namen" daß man Christ sei, IST es aber nicht. Es geht da nicht um subjektive Einschätzung, sondern um Objektivität. Und dafür gibt es eindeutige Normale.
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Helmuth
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Helmuth »

Magdalena61 hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 16:39 Stellt euch einmal vor, jemand würde euch allen Ernstes einen Namenschristen nennen. Es gibt immer Geschwister, die noch ernsthafter, noch engagierter, noch kompromißloser sind als man selbst.
Setzen wir die Bezeichnung „Namenschrist“ für solche, die sich zwar als Christ bezeichnen, aber nach biblischem Verständnis keine Neugeburt im Sinne Jesu gem. Joh. 3:3 durchlaufen haben. Damit entspricht es auch dem Verständnis, wie es gerade Abischai vorhin vorgenommen hatte. Dann sind mir deren Einschätzungen über mich herzlich egal. Ich für mich muss mir nur meiner Herkunft sicher sein, und die kennt jedenfalls Gott.

Umgekehrt verurteile ich andere nicht, aber ich muss mich auch selbst unter andere einordnen können. So denke ich offenbart sich mit der Zeit wie von selbst, ob ich zu jener Gruppe dazugehöre, oder ich mich von ihr wieder lösen kann.

Damit verurteile ich sie immer noch nicht, aber ich könnte z.B. keine dauerhafte Gemeinschaft als im Herrn mit solchen haben, die gar nicht wissen warum sie am Herrenmahl teilnehmen, aber aus traditionellen Gründen dennoch das Ritual pflegen.

Ähnlich der Gang zur Beichte. Als Österreicher lebe ich unter solchen, die z.B. weil Ostern ist zur Beichte gehen, das aber wieder aus Tradition, nicht aber weil sie wirklich an das erlösende Blut Jesu glauben. Sie meinen mit der Absolution ist ihr Leben wieder völlig in Ordnung. Was aber Sünde ist und anrichtet, verstehen sie gar nicht in ihrer Tiefe.

Ich sage das nicht nur in Bezug auf Katholiken, aber das bringst du halt immer ins Spiel. Als Österreicher sind sie allerdings die Hauptgruppe, die es betrifft. In der BRD sind die Verhältnisse vermutlich anders. Diese haben gar keinen Bezug mehr zu echter christlicher Gemeinschaft und es fiele denen gar nicht ein missionarisch zu denken bzw. wirken, weil sie gar nicht wissen, was das Evangelium in seinem Kern ist.
Magdalena61 hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 16:39 Sorry. In meinem Augen ist das Blödsinn.
Was du sonst gesagt hast, darin stimme ich dieser Einschätzung völlig zu.
Magdalena61 hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 16:39 Allen anderen muss man das Evangelium verkündigen, einfach nur das Evangelium.
Völlig richtig, du und ich kennen es, somit können wir auch am Missionsdienst teilnehmen, nicht aber solche, welche wir hier als Namenschrist gesetzt haben. Und was dieses Projekt anbelangt, das der TE ins Spiel bringt, hat das damit nichts zu tun.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Hoger
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Hoger »

Abischai hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 18:02
Hoger hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 14:40 "Namenschrist" - ist ein Etikett, das man denen gibt, die nicht dem eigenen Glauben angehören
Damit schwächst Du ein sehr wichtiges Label ab, vermittels dessen man große Gefahren vermeiden kann.
Namenschrist ist man nicht, weil andere einen dafür halten, sondern weil man es IST. Man hat den "Namen" daß man Christ sei, IST es aber nicht. Es geht da nicht um subjektive Einschätzung, sondern um Objektivität. Und dafür gibt es eindeutige Normale.
Das behaupten halt immer die, welche eine andere Glaubenspraxis als "echt" und "wahr" halten.
Den Kirchenchristen (um des es ja eigentlich geht) gibt es so nicht mehr. Wer heute sich an den Prozessionen und Wallfahrten der Kirche beteiligt. oder im evangelischen Bereich regelmäßig zum Gottesdienst und gläubigen Verantaltungen geht = der weis warum.
Auch die Nonne oder der Mönch die heute noch eintreten (in den letzten 50 Jahren) wissen warum.

In einigen europäischen Ländern übersteigen die Eintritte wieder die Austritte in beiden großen Konfessionen

Auch wenn er nicht täglich in der Bibel liest, und in Hauskreisen darüber disktuiert, oder vielleicht einfach wirklich nur den Dreiklang:
Gottesdienst
Gemeinde
Caritas
lebt
ist er "echter" Christ = nur eben kein Freikirchler
Die segnende Seele wird fettgemacht - und wer tränkt wird selber getränkt / Spr 11,25
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Abischai
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Abischai »

Hoger hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 18:22 Auch wenn er nicht täglich
Die Kriterien sind anders.
Es geht um Christus, nicht um tägliche Routine, die noch so vorbildlich sein mag. Wer Jesus Christus bekennt und neben ihm nichts anders gelten läßt als Weg zum Vater, der ist Christ. Wer das nicht tut, sondern sichtbare Werke tut, deren Wert man von außen schlecht beurteilen kann, ist ein "Scheinchrist" (Anschein, nicht wirklich echt) oder eben ein "Namenschrist". Das hat überhaupt nichts mit Freikirchler oder Kirchgänger zu tun, das hat mit Jesus Christus oder eben nicht Jesus Christus zu tun.
Das gilt für mich genauso wie für Dich, ist auch nicht zu ändern.
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Hoger
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Hoger »

Abischai hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 18:35
Hoger hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 18:22 Auch wenn er nicht täglich
Die Kriterien sind anders.
Es geht um Christus, nicht um tägliche Routine, die noch so vorbildlich sein mag. Wer Jesus Christus bekennt und neben ihm nichts anders gelten läßt als Weg zum Vater, der ist Christ. Wer das nicht tut, sondern sichtbare Werke tut, deren Wert man von außen schlecht beurteilen kann, ist ein "Scheinchrist" (Anschein, nicht wirklich echt) oder eben ein "Namenschrist". Das hat überhaupt nichts mit Freikirchler oder Kirchgänger zu tun, das hat mit Jesus Christus oder eben nicht Jesus Christus zu tun.
Das gilt für mich genauso wie für Dich, ist auch nicht zu ändern.
Ja - das ist die Freikirchler-Definition

Jesus Christus bekennen = das macht jeder "Kirchenchrist "in dem er IHN öffentlich in seinem Glaubensleben bekennt.
Er bringt die Werke des Glaubens (Jakobus) also carritatives Wirken, er zeigt durch Teilname am Gottesdienst - oder Prozessionen - seine Teilnahme am Leib Christi = weil er ein echter Christ ist, der dies zeigt. das macht keiner heute mehr aus Gewohnheit. Da steht immer ein echter Glaube dahinter
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Abischai
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Abischai »

Hoger hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 19:33 er zeigt durch Teilname am Gottesdienst - oder Prozessionen
Und genau das ist der Syncretismus. Prozessionen sind Götzendienst, und Du bekennst Dich genau dazu, oder Du distanziert Dich davon. Distanzierung ist von Dir hierzu aber nicht zu erwarten.
Ergo?
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Philippus »

Johncom hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 01:20
Dieses "darf man" das, und was darf man nicht … das ist, glaube ich, nicht so wesentlich.
Man sollte andere nicht "richten", die richten einen dann auch. Mit richten ist sicher das Verurteilen gemeint, das abwerten bis hin zum verdammen. All das kommt immer auf einen selbst zurück.

Wer in der Liebe lebt, der versteht auch. Es gibt Leute, die kommen Pharisäerhaft rüber, die übertreiben, die wollen missionieren, und vielleicht viel zu radikal. Aber sie meinen es auch gut. Vielleicht brauchen sie eine übertrieben gezeigte Glaubens-Bezeugung um sich selbst zu bestätigen. Das legt sich oft später.

Es gibt auch den demütigeren Weg, man versucht selber ein guter Christ zu sein ohne sich selbst nach außen darzustellen. Das, was wirkt, ist Gottes Wirken, nicht meins.





Das sehe ich auch so, dass in diesem Buch sehr stark gerichtet wird.
Ist schon klar, die Diskotheken gehen oft bis Sonntagmorgens früh um 4 Uhr......dann ist man natürlich für den Gottesdienst um 10Uhr nach 4 oder 5 Stunden Schlaf nicht mehr fit genug und ausgelaugt.
Zu meiner Zeit war aber immer Donnerstags unser Ausgehtag und Freitags ist ja keine Kirche, außer bei den Muslimen...

Wäre ja mal interessant zu wissen, ob es zu Jesu Zeiten auch schon Bars gegeben hatte........Musikboxen gab es damals wohl noch nicht, aber die Römer waren ja auch keine Kinder von Traurigkeit und haben sicher auch bar-ähnliche Clubs etabliert.
Man kann ja auch in einer Bar oder Diskothek missionieren, warum nicht?

Die Wörter "Bar" oder "Diskothek" tauchen jedenfalls in der Bibel so überhaupt nicht auf, woher weiß der Autor so genau dass ein Christ dort nicht hingehen darf ?


Und warum ist es völlig in Ordnung, im Krieg anderen Soldaten Arme und Beine abzuschießen, aber zu rauchen ist ein großes antichristliches Verbrechen?
Zigaretten gab es wohl zu Jesu Zeiten auch noch nicht...
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Abischai
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Abischai »

Philippus hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 21:43 Wäre ja mal interessant zu wissen, ob es zu Jesu Zeiten auch schon Bars gegeben hatte.
Jedenfalls war zu Salomos Zeiten bekannt, wovo er schreibt.: "die bis spät in die Nacht den Weinkrug erforschen..." Ja, die gab es, diese Bar, aber das war verpönt.
Musik (oder wie man das nennt) bis spät in die Nacht gab es wohl eher nicht, denn damals hat man auf Nachtruhe noch etwas mehr geachtet als heuer.

Wenn Bars und Diskotheken aber Tempel der sündigen Lust sind, ist es unzulässig sie als neutrale Freizeitvergnügen zu werten. Von daher ist es schon etwas seltsam, wenn Christen dort ihre Zeit verbringen. Verstehen kann ich das, aber ich verstehe auch, daß es auf keinen Fall gut sein kann und in nur wenigen Fällen "nicht so schlimm" ist.
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Philippus
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Philippus »

Abischai hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 21:51
Jedenfalls war zu Salomos Zeiten bekannt, wovon er schreibt.: "die bis spät in die Nacht den Weinkrug erforschen..." Ja, die gab es, diese Bar, aber das war verpönt.
Musik (oder wie man das nennt) bis spät in die Nacht gab es wohl eher nicht, denn damals hat man auf Nachtruhe noch etwas mehr geachtet als heuer.


Das ist ja mal eine originelle und lustige und zeitlose Umschreibung für Bars und Gaststätten......wo bis
spät in die Nacht Weinkrüge und Biergläser erforscht werden.... :wave: :D
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Hoger
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Hoger »

Abischai hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 19:52
Hoger hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 19:33 er zeigt durch Teilname am Gottesdienst - oder Prozessionen
Und genau das ist der Syncretismus. Prozessionen sind Götzendienst, und Du bekennst Dich genau dazu, oder Du distanziert Dich davon. Distanzierung ist von Dir hierzu aber nicht zu erwarten.
ist schon schön, wenn man ein Feindbild hat - die Welt ist so schön schwarz weis.....

In der Messe gibt es die Bibel-Prozession Da wird die Bibel, begleitet von zwei Kerzen - in der Regel um den Altar - vom Priester und Ministranten von einem Ort zum anderen getragen - das ist Götzendienst?

Woran erkennen denn Andere das du dich zu Jesus bekannt hast und ihm folgst? Was bedeutet für dich - in diesem Zusammenhang - folgen?
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