Magdalena61 hat geschrieben: ↑So 25. Jan 2026, 01:45
Manchmal sind die älteren Übersetzungen besser verständlich.
Die besten ÜS sind allgemein die, die dem Urtext auf Koine am nächsten kommen. Griechisch kann ich leider nicht, aber ich habe gelernt, dass Interlinearübersetzungen einen guten Abgleich ermöglichen (z.B. biblehub) bzw. Wortstudien sehr helfen, um Begriffe anhand anderer Kontexte besser zu erhellen. Wir können heute auch die Vorteile der KI nutzen, die sprachwissenschafltich helfen kann, wenn Unklarheiten auftreten.
Man sollte Gottes Gaben annehmen und nutzen können und sie nicht verteufeln, wie es manche tun. Dann kommt hinzu, dass man die hebräische Denkweise kennen muss. Denn der Autor Jakobus war kein Grieche, sondern Hebräer.
Er dachte also nicht wie ein Hellenist, der auf Koine schreibt, sondern wie ein typischer Jude aus der Zeit Jesu. Das verraten Redewendungen, die typisch für Juden sind und der geistlichen Rede- und Denkweise entsprechen. Auf diese Weise redeten auch Jesus, Paulus, Petrus, also Gläubige aus der damaligen Zeit, als die Urtexte des NT geschrieben wurden.
Jakobus war vermutlich jener erster Gemeindeleiter in Jeruselem, der am Apostelkonzil zu Jeruslaem das letzte Wort verbindlich gesprochen hatte --> Apg 15, das dem Heiligen Geist auch gefallen hatte. Interessanterweise war er gar kein Apostel, aber er soll einer der leiblichen Brüder des Herrn Jesus gewesen sein. Zumindest wird sein Name auch im Mk-Ev bestätgt --> Mk 6:3.
Soweit die Forschung, die uns auch wichtige Begleitumstände für das Zustandekommen eines Textes liefert und nun zum Text. Ich greife zuerst immer auf die ELB-CSV zurück, als sie für mich die authentischste ÜS ist. Sie hat zwar auch ihre Fehler, mit denen ich aber mittlerweile umgehen kann. Lesen wir mal:
Jak 4,5 hat geschrieben: Oder meint ihr, dass die Schrift vergeblich rede? Begehrt der Geist, der in uns wohnt, mit Neid?
Den Text lese ich so, dass Jakobus zwei Fragen stellt, die nach meiner Leseart rhetorischer Art sind. Dass es Fragen und keinen Aussagen sind, zeigt ein Textvergleich mit Koine. Wenn eine ÜS das also nicht als Fragen übersetzt, dann meine ich verzerrt sie den Kontext.
Die Denkweise des Jakobus sollte so sein: Die Schrift redet nicht vergeblich und der Geist Gottes in uns begehrt nicht aus einem Neidmotiv, daher sind diese Fragen rhethorisch. Solche Dinge sind Gott fremd. Jakobus Fragen wären gelehrt vom Heiligen Geiste klar mit "nein" zu beantworten, und so denkt er auch. Anders wäre das m.E. nicht getrieben vom Geist Gottes.
Dann braucht man den Kontext um zu verstehen, wie die Frage entstanden ist und was Jakobus damit anspricht. Dazu muss man das davor Geschriebene lesen, das von einer üblen Art zu begehren spricht, die aus dem Fleisch kommt und nicht dem Geist gemäß --> Jak. 4:1-4.
Im Grund genommen habe ich mit diesem Text keine Schwierigkeiten, weder textlich bzw. kontextlich, noch exegetisch. Es geht darum das Fleisch abzulegen, dass aus üblen Motiven agiert und daher Gott nicht gefallen kann. Ich sehe hier auch kein sprachwissenschafltiches Problem. Daher frage ich: Welche Schwierigkeit könnte Jakobus 4:5 bereiten?