Re: Heilig, heilig, heilig
Verfasst: Mo 23. Mär 2026, 10:27
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aus dem 1. Beitrag:
Der Begriff selbst ist somit eigentlich Wertneutral in seiner Grundbedeutung von Kadosch (Heilig)!
Somit wird der Begriff „entmystifiziert“, aus der Reservierung für „Heilig“ herausgeholt.
Man kann „religiös abgesondert“ (heilig) sein und trotzdem das Falsche tun.
Somit ist „Heilig“, Heiligkeit nicht eine Eigenschaft an sich, sondern eher eine Zweckbestimmung.
Wenn du den Begriff "Narrenfreiheit" verwendest, hat das die Konnotation von Willkür. Das willst du damit wohl auch aussagen. Das sehe ich bei Paulus aber gar nicht. Ihm geht es eher um feste, konsequente und verbindliche Maßstäbe. Sowohl individuelle als auch kollektive.Larson hat geschrieben: ↑Mo 23. Mär 2026, 08:19 Naja, ein Vers, der selbst bei Christen sehr unterschiedlich ausgewertet wird. Im Kontext geht es um das Gesetz, oder den Anstoss, den man dem Anderen gibt, oder die Freiheit des Gewissens. Dem einen gibt dieser Vers „Narrenfreiheit“, dass der Mensch selber bestimmt, was rein oder unrein ist.
Nun muss man sich zu Recht fragen, wieso das Heilige und Reine überhaupt beschmutzt werden kann ? Sollte es nicht viel mehr so sein, dass das Heilige eine solche Kraft hat, dass es alles Unheilige und Unreine überstrahlt oder neutralisiert ? Das Heilige und Reine erscheint hier schwach, prekär und zerbrechlich. Warum ist das so ? Das liegt nicht an Gott, so meine ich, sondern am Zweifel des Volkes, der auch im Gesetz Mose kodifiziert wurde.Haggai 2,11 So spricht Jahwe der Heerscharen: Frage doch die Priester über das Gesetz und sprich:
12 Siehe, trägt jemand heiliges Fleisch im Zipfel seines Kleides, und er berührt mit seinem Zipfel Brot oder Gekochtes oder Wein oder Öl oder irgend eine Speise, wird es heilig werden? Und die Priester antworteten und sprachen: Nein.
13 Und Haggai sprach: Wenn ein wegen einer Leiche Verunreinigter alles dieses anrührt, wird es unrein werden? Und die Priester antworteten und sprachen: Es wird unrein werden.
14 Da antwortete Haggai und sprach: Also ist dieses Volk und also diese Nation vor mir, spricht Jehova, und also ist alles Werk ihrer Hände; und was sie daselbst darbringen, ist unrein.
Ein solcher Satz ist kein verbindlicher Massstab, und auch das Gewissen nicht, Verbindlich sind die Weisungen des alleinen Gottes, ob individuelle, wie auch kollektive.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Mo 23. Mär 2026, 11:27 Das sehe ich bei Paulus aber gar nicht. Ihm geht es eher um feste, konsequente und verbindliche Maßstäbe. Sowohl individuelle als auch kollektive.
Das musst du dich fragen? Wie oft zieht man den Namen des Ewigen in den Dreck, deutet ihn eine Trinität?ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Mo 23. Mär 2026, 11:27 Nun muss man sich zu Recht fragen, wieso das Heilige und Reine überhaupt beschmutzt werden kann ?
Tja, dann wären wir wohl alle auf der Stelle Tod. Gott will nicht neutralisieren, sondern dass der Mensch von sich aus umkehrt.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Mo 23. Mär 2026, 11:27 Sollte es nicht viel mehr so sein, dass das Heilige eine solche Kraft hat, dass es alles Unheilige und Unreine überstrahlt oder neutralisiert ?
קָדַשׁ (qādasch) wäre die Wortwurzel, beutete: „weihen“, wenn man es etwas allgemeiner versteht, also im positiven oder negativen Sinn, da es für beider die Wurzel bildet.
Bei der Gelegenheit fällt mir auf, dass Buber in seiner Übersetzung unterscheidet zwischen: Eine Person oder Sache ist "heilig" oder "geheiligt". Kannst Du den Unterschied aus deinen Quellen ermitteln?
Heiligen, weihen (welcher Sache auch immer) hat die selber Wortwurzel. Der Kontext bestimmt dann die deutsche Übersetzung.