Pluto hat geschrieben:Wie will man da unterscheiden?
Du stellst immer und immer wieder Wahrnehmungs-Fragen, als ob das entscheidend wäre. - Entscheidend ist, ob Wahrnehmungen zum Objekt der Wahrnehmung authentisch sind -
unabhängig davon, ob WIR das unterscheiden können.
Pluto hat geschrieben:WIE zeigt sich Jahwe?
In Offenbarúngen - etwa als "Vater" oder im Exodus als "Wolke" oder im NT als Jesus oder im Menschen in der Liebe oder als HG.
ThomasM hat geschrieben:Du bist nicht optimistisch, sondern blind. Blind für die Tatsache, dass auch und gerade geistige Konzepte Zeit und Kultur abhängig sind.
Das ist doch die Voraussetzung - wer würde daran zweifeln?
ThomasM hat geschrieben:Was du mit "geistig" bezeichnest (sofern du überhaupt erklären kannst, was du damit meinst), ist etwas vollkommen anderes als das, was die alten Juden, als geistig bezeichnen würden, oder die alten Griechen, oder die mittelalterlichen Scholastiker, oder die Denker der Renaissance oder die Denker der Neuzeit.
Aber der alte Jude oder alte Grieche oder mittelalterliche Scholastiker oder der Denker der Renaissance und Neuzeit würde erkennen (wenn er gut genug ist!), wenn ein Mensch im 20. oder 21. Jh. wahrhaft geistig denkt - selbst wenn er mit den spezifischen Möglichkeiten seines Jahrhunderts denkt.
Würden Plato oder Paulus oder Meister Eckhart oder Shakespeare oder Descartes oder Goethe morgen in diesem Forum mitschreiben, würden sie sofort den Weizen vom Spreu trennen können - nach gewissen Verständnis-Anlaufschwierigkeiten. Das ist EINE Familie, die sich wiedererkennt.
ThomasM hat geschrieben:Da sehe ich nichts universelles.
Doch - neben der Kunst aus meiner Sicht das einzig Universelle.
ThomasM hat geschrieben:In der Naturwissenschaft bleiben mindestens die Experimente. In Zukunft mögen sich die Genauigkeiten verbessern, die Modelle mögen sich ändern, wobei dies normalerweise auch nur Erweiterungen sind, aber das, was objektiv heute feststellbar ist, bleibt länger erhalten, als deine geistigen Konzepte
Natürlich wird heute ein Formel-I-Motorenentwickler sofort begreifen, was damals Benz bei seinem ersten gebastelt hat. Und da technische/physikalische Dinge "haptischer" Natur sind, kann man dies sogar auf einen Zettel malen.
Aber geistige Konzepte bleiben, wenn sie authentisch sind zu dem, was geistig der Fall ist, mindestens genauso lang erhalten. Wie erklärst Du Dir sonst, dass heute noch (leider von wenigen) gesehen wird, dass bspw. das Buch "Hiob" ein absoluter Knüller der Weltliteratur ist? - Oder dass man Shakespeare heute noch aufführt oder gar die Stücke von Euripides? Nur aus toter Kultur-Pflege? Nein, weil da zum Teil mehr substanz drin steckt als in heutiger Literatur.
Das ist übrigens ein Unterschied zur Naturwissenschaft: Naturwissenschaft entwickelt sich immer erkenntnismäßig nach vorwärts - wird also immer fortschrittlicher. - Bei geistigen Dingen kann es genau umgekehrt sein. Ich kann nicht erkennen, was heute den oben genannten Autoren (dazu kommen noch einige Komponisten) das Wasser reichen könnte.
ThomasM hat geschrieben:Ich bin ziemlich sicher, dass die alten Juden darunter etwas anderes verstanden haben, als du dies tust.
Kann gut sein - aber das ist nicht entscheidend. - Entscheidend ist, ob man bei unterschiedlichen Perspektiven dem Kern von "Jahwe" gerecht wird oder nicht. - Wie gesagt: Die alten Juden würden erkennen, was unter anderer Flagge in heutiger Zeit mit dem ihrigen substantiell verwandt ist und was nicht.