Zippo hat geschrieben: ↑Fr 17. Jul 2026, 19:25
Wenn du z. Bsp. liest, daß der Herr Jesus das beleidigen eines jüdischen Bruders mit dem Töten auf eine Stufe stellt, dann ist das für mich eine Verschärfung. Oder liest du so etwas in der Thora ?
Dann interpretierst du den Kontext anders, denn es geht nicht um reine Beleidungen, sondern um das Motiv, warum diese Dinge geschehen, die sich in den Verhaltnsmaßnahmen äußern, die Jesus aufzeigt. Er beginnt diesen Abschnitt mit diesen Worten:
Matthäus 5:21 hat geschrieben: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: „Du sollst nicht töten“ ; wer aber irgend töten wird, wird dem Gericht verfallen sein.
Ich frage: Aus welchem Grund sollte man seinen Bruder töten wollen, noch dazu wenn Jesus danach ausführt, dass es möglicherweise keinen plausiblen Grund gibt? Dann ist es ein Hassmotiv. Beleidigungen sind dafür symptomatisch. Wer aber seinen Bruder hasst, ist ein Mörder:
1. Johannes 3:15 hat geschrieben: Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Menschenmörder, und ihr wisst, dass kein Menschenmörder ewiges Leben in sich bleibend hat.
Das ist der Kontext, wie ich ihn lese. Wenn man hasst, egal ob beidseitig oder nur einseitig, so kann kein Friede einkehren. Jesus beschreibt die Stufen, dass es mit bloßen Beleidigungen beginnt, aber am Ende offenbart sich, dass du deinen Bruder eigentlich hasst. Ich meine Jesus verschärft nichts, sondern deckt die Gründe auf, warum du deinen Bruder lieber töten würdest, als ihm zu vergeben.
Es kommt schon vor, dass sich wer schuldig wird, sowohl einseitig, als auch beidseitig, doch kann der Wille den Bruder lieber tot zu sehen unmöglich die Lösung sein, wenn Streitigkeiten entstehen. Tatsächlich beobachtet man oft, wie aus einem Bruder ein Feind wird, der dich lieber hasst, anstelle sich mit dir auszusprechen und das verhärtete Herz zu erweichen. Jesus sagt im nächsten Absatz:
Matthäus 5:23-24 hat geschrieben: Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuvor hin, versöhne dich mit deinem Bruder; und dann komm und bring deine Gabe dar.
Du musst schon den Kontext im Blick haben, worum es geht und nicht nur einen Vers mit der Beleidigung herauspflücken. Jesus zeigt uns recht schonungslos auf, welche Sünden in uns in Wahrheit schlummern, die man außerlich verbirgt oder verharmlost und das äußert sich z.B. sehr häufig darin, indem du deinen Bruder ständig beschimpfst oder ihm fluchst.
Das zeigt sich auch darin, wie du mit anderen über deinen Bruder sprichst. Du sagst z.B. nicht: "Mein Bruder hat gesagt ...", sondern in etwa: "Der blöde Narr hat gesagt ..." Du trägst offenkundig Hass in deinem Herzen, der sich laufend in Beleidigungen äußert.
Am Ende dieses Redeabschnittes zeigt er auch die Konsequenzen auf, wohin es führt, wenn du lieber deinen Hass in dir weiterträgst, als dich auszusöhnen:
Matthäus 5:25-26 hat geschrieben: Einige dich schnell mit deinem Widersacher, während du mit ihm auf dem Weg bist; damit nicht etwa der Widersacher dich dem Richter überliefert und der Richter dich dem Diener überliefert und du ins Gefängnis geworfen wirst. Wahrlich, ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten Cent bezahlt hast.
Das, lieber Zippo, sehe ich als den Kontext. Es geht also um weit mehr als nur eine Beleidigung. Für eine einmalige Beleidigung wird dir sicher nicht das Höllenfeuer zuteil werden, das wäre wirklich kein gnädiger Gott.
Wer allerdings nicht bereit ist sich auszusöhnen und lieber dem Bruder den Tod wünscht, was er zwar nicht tut, aber sein Hass in ihm kommt dem gleich, dem wird keine Gnade zuteil, sondern er wird seine Verfehlungen bis zum letzten Cent abbezahlen und das kann nur das Feuer der Hölle sein, wie es Jesus zuvor (in
Vers 22) gesagt hatte.
Mein Fazit: Jesus verschärft nichts, sondern deckt unsere sündhaften Motive recht schonungslos auf und predigt die Umkehr davon. Das Gesetz des Mose fordert nicht minder zur Liebe auf. Mose lehrte nicht etwas anderes. Hier der Beleg:
3 Mose 19:17-18 hat geschrieben: Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen. Du sollst deinen Nächsten ernstlich zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld trägst. Du sollst dich nicht rächen und den Kindern deines Volkes nichts nachtragen, sondern sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin JHWH.
Zippo hat geschrieben: ↑Fr 17. Jul 2026, 19:25
Was heißt denn, "in das Herz schreiben" ?
Ernst? Liest du hier gar nicht mit und folgst nur deinen eigenen Gedanken? Dazu haben schon vier User Stellung genommen. Lies es doch und falls dann noch Fragen übrigbleiben, stell sie danach. Ich meine, die Summe der Antworten erklären sehr gut was das bedeutet. Es ist keine theologische Floskel, sondern basiert auf Gottes Wort.