Helmuth hat geschrieben: ↑Do 28. Mai 2026, 13:51
Wenn dem so ist, kann das auch schon in Jesaja 61 falsch sein. Mit welcher Begründung ist es im NT falsch, aber im AT richtig?
Warum sollte es in der Tenach falsch sein? Aus dem Kontext geht es klar und deutlich hervor, wer spricht, und zu wem Jesaja spricht.
Sicher kann man Jesaja anzweifeln, aber dann erleidet das NT totalen Schiffbruch.
Helmuth hat geschrieben: ↑Do 28. Mai 2026, 13:51
Aber ich frage das nur rein theoretisch, denn ich sehe da keine gravierenden Unterscheide. Auch das wiederhergestellte Augenlicht gehört zur Heilsverheißung, wiewohl es an der Stelle ncht in Jesaja 61 steht. Jesus heilte nachweislich viele Blinde und erfüllte das damit.
Sicher tat Jesus Wunder, nur, Jesaja 61 ist Zuspruch für jene, welche um Zion trauern, und Zion nicht einfach nur als Örtlichkeit, sondern in tiefer Bedeutung. In den Seligpreisungen Jesu Mt5 geht es im Prinzip um das gleiche, das Gottesrecht, Zion wird „verleugnet“, und die danach trachten, werden verfolgt.
Jesaja 61 hat wenig mit Krankenheilung zu tun, und selbst den Zusatz in der LXX mit den „Blinden“ kann ebenso auch vom „Erkennen Gottes“ gemeint sein, denn was nützt ein Gesunder Körper, wenn die Seele auf Abwegen ist. Auch „Blinde“ oder Taube hätte so seine Tiefe:
Jes 35,4 Sagt zu denen, die zaghaften Herzens sind: Seid stark, fürchtet euch nicht! Siehe, euer Gott kommt, Rache kommt, die Vergeltung Gottes! Er selbst kommt und wird euch retten.
5 Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden;
Helmuth hat geschrieben: ↑Do 28. Mai 2026, 13:51
Auch das AT hat seine Schwächen.
Sicher gibt es Schwächen, Ungereimtheiten in Einzelheiten. Und darüber wird immer wider diskutiert, und es füllt auch einen Teil vom Talmud, wie was in Verbindung mit jenem zu verstehen sei, bleibt aber im Kontext des ganzen.
Helmuth hat geschrieben: ↑Do 28. Mai 2026, 13:51
Eine habe ich aufgezeigt, dass die Talion nicht einhellig ist. Was wäre denn deine Meinung dazu? Oder wie legen Juden das aus, um es allgemeiner zu formulieren?
Ich denke, da hat Rilke es recht treffend geschrieben. Sachlich, dem Inhalt nach geht es ums gleiche, um das Rechtsprinzip im Volksleben, heute würde man dem Haftpflicht sagen. Es wird in der Torah unterschiedliche und im Kontext verschieden betont, aber im Kontext verstanden, denn Gott spricht: „Du sollst dich nicht rächen“, oder:“ die Rache ist Mein“. Aus solchen „Prinzipen“ werden dann Texte interpretiert.
Deshalb ist der Kontext wichtig: wer will was zu wem wegen welcher Situation sagen.
Das gehört zur Grundbedingung des Studierens, des Verständnisses.