In einem Punkt muss ich dir allerdings widersprechen: Der Mensch kann sich nicht aus sich selbst heraus "die Schrift öffnen", auch "bestimmte Menschen" können das nicht.
Das heißt: Um mehr zu verstehen, brauchen wir die Hilfe und Unterweisung des Heiligen Geistes.1. Kor. 2,14 (LUT): Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden.
Und dann können wir sehr weit darin kommen, mehr an Erkenntnis zu gewinnen:
Joh. 8, 31-32 (LUT): Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.
Für den durchschnittlichen Anwender (Christen) bedeutet das: Er "bleibt an seinem Wort", am Wort Jesu, an den Lehren und Weisungen des HERRN; und er nimmt den Buchstaben ernst. So, wie er ihn versteht. Anders kann man ja gar nicht anfangen! Und viele der Gebote sind gut zu verstehen.Joh. 16, 13-14 (LUT): Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er’s nehmen und euch verkündigen.
Das Gesetz ernst zu nehmen bedeutet, Gott zu lieben. Joh. 14,21 Das Gesetz (die Weisungen des HERRN) ernst zu nehmen und umzusetzen, so gut man es vermag, offenbart - wenn es richtig läuft- die persönliche Identifikation mit dem Willen Gottes. Und darauf wird Gott antworten und Weisheit (Verständnis) schenken.
Was nicht passieren sollte ist eine Abkoppelung des Buchstabens vom lebendigen Geist Gottes. Man kann nicht, wie Adam und Eva, das "Kapital" nehmen und meinen, man könne es selbst verwalten und nach Gutdünken damit arbeiten. Das Resultat einer solchen Vorgehensweise findet man ab 1. Mose 3. Leider ist die Kirchengeschichte gepflastert mit Mißverständnissen und Fehlern, die aus solch geistlosen Interpretationen des Buchstabens erwachsen sind. Das sind dann "fromme Rituale", direkt schädlich sind sie nicht unbedingt, meistens jedenfalls nicht... wie zum Beispiel das Händewaschen vor dem Essen... aber die funktionieren auch ohne den Geist Gottes und stillen nicht den Hunger der Seele. Wirklich satt macht nur der "lebendige Glaube"- die Nähe Gottes; die Berührung durch Jesus.
Wie ich bereits sagte: Ohne die lebendige Verbindung zum Weinstock sind menschliches Versagen und Fehlentwicklungen vorprogrammiert. Das war auch bei den Pharisäern und Schriftgelehrten, die du anführst, der Fall gewesen und nicht etwa ein böser Vorsatz, Gott zu verlieren und in Götzendienst abzurutschen. Gerade die Pharisäer waren doch engagierte Verteidiger des mosaischen Gesetzes und wollten diesem wieder zu Geltung und zu Ansehen verhelfen. Allerdings war daran im Laufe der Jahrhunderte einiges herumgebastelt worden... und nicht immer im Sinne JHWHs. In der heutigen Christenheit sieht's übrigens nicht besser aus.
Wenn jemand daneben liegt und keinerlei Korrektur annehmen will, liegt irgendwann nicht mehr nur "ein Versehen" vor, sondern gottloser Eigenwille.
Du solltest den Leuten nicht Angst machen: Ihr werdet die Schrift nie verstehen... und den Buchstaben, den sie ernst nehmen, solltest du nicht "Lüge" nennen. Etwas nicht richtig zu verstehen ist keine Lüge, sondern der menschlichen Begrenztheit geschuldet. Wie kannst du dir sicher sein, dass dein Verständnis der Schriften nicht noch mehr Fehler enthält als die Erkenntnis und die Lehren derjenigen, die du kritisierst?
LG