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Re: Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?

Verfasst: Mi 3. Jun 2026, 00:57
von Magdalena61
Philippus hat geschrieben: Di 2. Jun 2026, 21:48 Man gebe nur mal das Wort "Mitleid" in einen Bibelserver ein und man wird erstaunt sein wie oft Gott in der Bibel dazu aufruft, eben gerade kein Mitleid mit anderen Menschen zum haben,
Was ich an "ohne Mitleid" gefunden habe, sind Gerichtsworte. Und allzu viele sind es nicht.

Da steht aber auch:

2Chr 36,15 Und der HERR, der Gott ihrer Väter, ließ immer wieder gegen sie reden durch seine Boten; denn er hatte Mitleid mit seinem Volk und seiner Wohnung.

Hos 11,8 Wie kann ich dich preisgeben, Ephraim, dich ausliefern, Israel? Wie kann ich dich preisgeben gleich Adma und dich zurichten wie Zebojim? Mein Herz wendet sich gegen mich, all mein Mitleid ist entbrannt.

Jer 8,21 Mich jammert von Herzen, dass die Tochter meines Volks so zerschlagen ist; ich gräme und entsetze mich.Hebr 5,2 Er kann mitfühlen mit denen, die unwissend sind und irren, weil er auch selber Schwachheit an sich trägt.


... dann gibt doch mal "barmherzig" ein:
https://www.bibleserver.com/search/LUT/barmherzig

LG

Re: Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?

Verfasst: Mi 3. Jun 2026, 08:56
von Helmuth
Magdalena61 hat geschrieben: Mi 3. Jun 2026, 00:57 Was ich an "ohne Mitleid" gefunden habe, sind Gerichtsworte.
Das kann gar nicht anders sein, denn Gott ist an sich von Herzen barmherzig und gnädig. Dass er auch anders kann, ist für viele Menschen, auch Christen, unverständlich, für Atheisten wieder ein Anlass ihn zu verwerfen.

Darin sehen viele einen Widerspruch und erklären die Bibel für widersprüchlich, besonders wenn es um das AT geht. Sie lesen dann daraus einen bösen Gott, und daher ist entweder die Bibel falsch oder die Menschen folgen einem falschen Gott.

ich erinnere mich noch recht gut an Diskussionen mit PeB, unserem Ex-Mod, der wieder das Problem hatte, dass er die Bibel völlig anerkennt und daher meint, es wäre unsere Auslegung falsch. Es kann nicht sein, dass Gott Tötungen anordnet, also interpretieren wir das falsch.

Also einmal ist der Gott der Bibel bzw. unser Gottesbild falsch, ein zweites Mal ist die Bibel falsch und ein drittes Mal ist unsere Auslegung falsch. Ich wiederum halte alle drei Vorwürfe für falsch, wobei Auslegungen durchaus falsch sein können, aber nicht nach der Weise PeB's, sehe aber durchaus die eine oder andere falsche Stelle in der Bibel. Bin ich also die vierte Fehlerquelle? ;)

Re: Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?

Verfasst: Mi 3. Jun 2026, 13:42
von Larson
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Di 2. Jun 2026, 19:48 Da hast du Jesus falsch verstanden.
Oder auch du….
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Di 2. Jun 2026, 19:48 Er beansprucht nur die Verse von Jesaja, die er vorgelesen hat.
Das ist aber keine Erfüllung der Verheissung. Etwas „Nationales“ kann nicht individuell erfüllt werden. Sonst kann ja jeder ein paar Bruchstücke zitieren, und sie in sich erfüllt betrachtet zu senken.

Weiter hat er es nicht mal nach deiner Meinung erfüllt, da wurden keine aus dem Kerker befreit.
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Di 2. Jun 2026, 19:48 Es geht um die Knechtschaft der Sünde.
Jesus hat aber niemanden aus dieser angeblichen „Knechtschaft der Sünde“ befreit….
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Di 2. Jun 2026, 19:48 ist dies ein Problem der Lesart
Nein, es ist ein Grundsatz, dass Verheissungen der Tenach zerrissen werden und als angebliche Erfüllung dargestellt werden. Das hier ist ja kein Einzelfall, es zieht sich durch das NT hindurch.
Und genau solches macht das NT unglaubwürdig, da nicht mal richtig zitiert wird, der Sinn aus der Tenach umgedeutet wird, zweckentfremdet, um angebliche „Beweise“ für die neue Lehre aufzustellen.

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Di 2. Jun 2026, 19:48 Aber selbst wenn Tenach-Zitate im NT als miserabel erscheinen, muss das keineswegs daran liegen, dass miserabel übersetzt wurde, sondern dass den Übersetzern ein anderer hebräischer Text vorlag.
Kaum, denn Jesus las ja aus der Schriftrolle, welche sicher den ursprünglichen hebräischen Text hatte (Qumran-Text gibt den gleichen Text wie der in der Tenach)
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Di 2. Jun 2026, 19:48 Du beißt dich an irgendwas fest, was da gar nicht steht. Irgendwann wird mir das nun auch zu blöd.
Oder du beisst dich fest… denn nicht mal das, was da in Lukas steht, erfüllte sich…. Nun willst du das auf „geistige“ beziehen, aber auch solches erfüllte sich nicht, oder aber erfüllte sich schon immer, da der Mensch jederzeit sich dem Ewigen hingeben kann.
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Di 2. Jun 2026, 19:48 Der Name Israel wird hier gar nicht erwähnt, aber das nur nebenbei. "Israel" wird hier definiert als Sanftmütige, Gefangene, Trauernde, Menschen zerbrochenen Herzens.
Weil du den Kontext, den Adressaten nicht berücksichtigst.

Re: Die Bibel: Widersprüchlich und voller Fehler?

Verfasst: Mi 3. Jun 2026, 13:49
von Larson
Magdalena61 hat geschrieben: Mi 3. Jun 2026, 00:57 Was ich an "ohne Mitleid" gefunden habe, sind Gerichtsworte. Und allzu viele sind es nicht.
Mitleid:
חוּס (chus) Mitleid, schonen, erbarmen (ca. 24 Treffer)
חָמַל (chāmal) Mitleid haben, Schonung, verschonen, erbarmen (ca. 40 Treffer)

Barmherzig:
חֲנַן (chănan) barmherzig; von חָנַן (chānan) Gnädig, erbarmen, begnadigen
רָחַם (rācham) barmherzig, erbarmen, lieben (ein typisches Merkmal Gottes)
usw.


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