Larson hat geschrieben: ↑Do 13. Aug 2026, 11:17
Auch dies ergibt keine Errettung durch Glauben.
Aber doch. Da es darauf hinauslaufen muss, dass es um das Leben geht. Und dann kann auch der Tod nicht endgültig sein.
Larson hat geschrieben: ↑Do 13. Aug 2026, 11:17
Auch dies zitiert Paulus nicht richtig aus der Tenach, aber natürlich aus der LXX, welche aber schon eine Übersetzung ist, und nicht die Grundlage) und ich denke, dass du dies auch weisst. Also schlechtes Argument.
Ich weiß, dass es diese Argumentationsfigur gegen Paulus gibt und wenn sie so eindeutig stimmen und der Wahrheit entsprechen würde, wäre das allerdings zumindest kein gutes Argument. Nur ist diese Argumentationsfigur auch nur eine Spekuluation.
Es ist nicht gesagt, dass Paulus aus der Vorlage LXX abgeschrieben hat. Die Übereinstimmung sagt noch nichts darüber aus. Ich wollte mit dem Verweis auf die LXX nur hinaus, dass diese Übersetzung keine genuin kirchliche oder christliche Erfindung ist. Es wäre ja auch ziemlich spekulativ, den Übersetzern von der LXX zu unterstellen, sie hätten schon entsprechende christologische Gedanken gehabt und damit quasi proto-christlich gewesen. Solche Gedanken halte ich für dummes Zeug. Das wäre bestenfalls nicht unmöglich, aber ganz sicher nicht der naheliegendste Gedanke.
Natürlich ist eine Übersetzung keine Grundlage, aber was können wir mit Gewissheit über das Alter der verschiedenen Texte sagen ? Der masoretische Text hat vergleichsweise junge Handschriften. Die griechische Übersetzung von Jesaja soll in etwa so alt sein, wie angeblich die Jesaja-Rolle aus Qumran alt sein soll. Nur ist die Altersbestimmung etwas fragwürdig. Das mittels Radiocarbonmethode festgestellte Alter des Materials der Jesaja-Rolle sagt nicht zwingend aus, wann "Tinte auf Papier" landete und auch nicht unbedingt, wann Rohstoffe zu Tinte und Papier verarbeitet wurden.
Das wäre nur die eine Sache. Eine weitere ist die Übersetzung selber. Wir können nicht mit Gewissheit sagen, welche Übersetzung die objektiv Richtige ist. Die Übersetzer werden ihre Gründe gehabt haben, so oder so zu übersetzen. Ihnen Dummheit, Unwissen oder eine bestimmte Ideologie zu unterstellen, führt schon etwas weit. Auf solche Gedanken basiert aber deine gesamte Argumentation. Vielleicht hättest du zufällig damit Recht, aber sicher nicht, weil DU es gewiss heute bessser weißt, als die Übersetzer oder Johannes, oder Paulus damals. Was andere Gruppen damals mit Gewissheit über hebräische Sprache und Grammatik wussten, wissen wir heute schlicht nicht genau. Du projizierst masoretisches Wissen bzw. masoretische Annahmen und Traditionen in eine viel weiter zurückliegende Vergangenheit.
Und als wenn das noch nicht komplex genug wäre, muss man noch etwas Wichtiges beachten. Ich sprach auch bei dem Alter des LXX-Jesaja im "Konjunktiv". Wir haben nämlich gar keine vorchristlichen Handschriften des LXX-Jesaja. Die ältesten verfügbaren Handschriften mit der griechischen Übersetzung von Jesaja sind enthalten im Codex Sinaiticus und im Codex Vaticanus aus dem 4. Jahrhundert. Objektiv feststellen lässt es sich nicht, dass es noch ältere vorchristliche Fassungen einer griechischen Jesaja-Schrift gegeben haben muss. Das lässt sich nur textkritisch rekonstruieren. Die große Frage dabei ist nur, ob Textfragmente immer gleich eine ganze Handschrift repräsentieren müssen. Das kann so sein, muss es aber keineswegs. Wie viel Ahnung hast du überhaupt davon ? Deine Art polemischer Argumentation spricht für mich nicht gerade dafür, dass du dich besonders eingehend mit der Materie beschäftigst.
Larson hat geschrieben: ↑Do 13. Aug 2026, 11:17Und das was schon damals in Zion gelegt wurde, ist die Lehre Gottes, und nicht dass man im Glauben an Jesus etwa gerettet sein soll, wie es Paulus anführt.
"Lehre Gottes" ist immer das Totschlagargument, was du für dich in Anspruch nimmst, gegen alles dir verhasste Christliche.
Es gibt den Einwand, wieso Paulus in Römer 10,6-7 mit einem impliziten Verweis auf 5. Mose 30,11-14 von Christus redet, während doch 5. Mose 30,11 das Gebot (מצוה) meint bzw. in 5. Mose 30,14 das Wort (דבר).
Ich meine aber auch, dass Gebot (מצוה) und Wort (דבר) mehr meinen als nur einen verbindlichen Rechtskodex. Ja, tun muss man Gebot und Wort zwar, aber worum geht es denn ? Es geht um das Leben (החיים) und um "Glück" (הטוב), siehe 5. Mose 30,15. Ist der Christus nicht mehr als nur eine historische Gestalt, die irgendwann mal auftreten soll in der Person eines bestimmten Menschen ? Ist der Christus nicht das Ziel (Telos) des Gebotes (Römer 10,4), dass der Mensch, der sich an Gottes Wort hält, zu einem lebendigem (החיים) und guten (הטוב) Kind Gottes wird ?
Larson hat geschrieben: ↑Do 13. Aug 2026, 11:17In der Tenach geht es immer allein um den Ewigen allein und nicht um Personen, Menschen (was ja auch Jesus ist).
Aber genau das könnte man ja verstehen, als wäre Gott selbstgefällig. Genau darum geht es aber nicht. Gott geht es um den Menschen.
Jes 28,16 Darum, so spricht der Herr (Adonaj) HERR (JHWH): Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein (אָבֶן), einen bewährten (בֹּחַן) Stein, einen kostbaren (פִּנַּת) Eckstein (פִּנַּת), felsenfest (פִּנַּת) gegründet. Wer glaubt, wird nicht <ängstlich> eilen.
Larson hat geschrieben: ↑Do 13. Aug 2026, 11:17Der Eckstein, und das dann noch in Zion, wo das Gesetzesheiligtum steht, meint die Lehre Gottes. Dieser Lehre soll man vertrauend leben.
Genau das meint Glaube im Griechischen und im Kontext des NT. Es geht nicht um ein historisches Für-Wahr-Halten. Das Vertrauen auf die Worte Gottes führt zum (ewigen) Leben.
Larson hat geschrieben: ↑Do 13. Aug 2026, 11:17So ist der bewährte Stein (das „Gesetz“ Gottes, denn es ist bewährt und unabänderlich) es ist gesetzt in Zion, denn von Zion her kommt die Lehre (und nicht von Paulus).
Richtig, aber was ist Zion tatsächlich ? Zion ist nicht das Volk Israel und auch nicht der Tempelberg in Judäa und auch nicht die Stadt Davids. Zion bedeutet Monument oder Wegweiser.