Re: An welchem Tag starb Jesus Christus, am 14. oder 15. Nisan?
Verfasst: Fr 2. Apr 2021, 15:51
aus der bibel geht hervor, je nachdem welche übersetzung du bevorzugt, dass du im recht bist 

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Wann?
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zweierlei wissen. Erstens: In biblischer Zeit begannen die Tage immer abends, wenn die Sonne untergegangen war, und sie endeten beim nächsten Sonnenuntergang. Ein Tag dauerte also „von Abend zu Abend“ (3. Mose 23:32).
Zweitens: Bei den Juden galt damals ein anderer Kalender als heute — mit Monaten wie Adar und Nisan statt wie jetzt März und April (Esther 3:7). Bei ihnen gab der Neumond jeweils den Monatswechsel an. Sie feierten das Passah am 14. Tag des ersten Monats (Nisan) ihres Kalenderjahres (3. Mose 23:5; 4. Mose 28:16). An diesem Tag, also am 14. Nisan, wurde auch unser Herr Jesus Christus von den Römern an einem Pfahl hingerichtet. Er starb 1 545 Jahre nach der ersten Passahfeier. Der 14. Nisan ist wirklich ein besonderes Datum!
Welchem Tag entspricht der 14. Nisan auf unserem Kalender? Das bekommt man mit einer einfachen Rechnung heraus. Der 1. Nisan beginnt, wenn die Mondsichel nach dem Neumond, der der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche (Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel) am nächsten liegt, nach Sonnenuntergang in Jerusalem sichtbar wird. 14 Tage weitergezählt ist der 14. Nisan. An dem Tag ist normalerweise Vollmond.
Das könnte hinkommen. Immer wenn ein Sabbat auf einen jüdischen Feiertag fiel, wurde er zu einem "höchsten Sabbat". In dem Jahr fiel der der Passahtag auf den Rüsttag. Das Fest begann Donnerstagabend.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Fr 2. Apr 2021, 16:00 Der 14. Nisan fällt nur alle 7 Jahre auf einen Sabbat. Der Rüsttag fiel also diesmal auf einen Freitag, aber das ist eben auch nicht jedes Jahr so. Streng genommen dürfte man die Auferstehung, wenn man sich an die Zeiten halten will, nur alle 7 Jahre feiern.
Ich verstehe den Rüsstag als den Vorbereitungstag zum Passah, nicht zum Sabbat. Weil aber diesmal wahrscheinlich beide Tage aufeinander fielen, hat man unter Vergessenheit des Siebenerrhythmus, daraus eine jährliche Regelmäßigkeit gemacht.Travis hat geschrieben: ↑Fr 2. Apr 2021, 17:32Das könnte hinkommen. Immer wenn ein Sabbat auf einen jüdischen Feiertag fiel, wurde er zu einem "höchsten Sabbat". In dem Jahr fiel der der Passahtag auf den Rüsttag. Das Fest begann Donnerstagabend.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Fr 2. Apr 2021, 16:00 Der 14. Nisan fällt nur alle 7 Jahre auf einen Sabbat. Der Rüsttag fiel also diesmal auf einen Freitag, aber das ist eben auch nicht jedes Jahr so. Streng genommen dürfte man die Auferstehung, wenn man sich an die Zeiten halten will, nur alle 7 Jahre feiern.
Die messianischen Juden bei denen ich nachgeguckt hatte, verstehen es so. Die anderen Kommentatoren auch. Der Rüsttag begann am Donnerstag nach Sonnenuntergang und ging bis Freitag zum Sonnenuntergang. So wird es beschrieben.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Fr 2. Apr 2021, 17:50 Ich verstehe den Rüsstag als den Vorbereitungstag zum Passah, nicht zum Sabbat.
Das weiss ich. Als Quelle kann man aber nicht eine spätere Tradition betrachten. Den Ursprung für die Tradition verorte ich eben in der neutestamentlichen Überlieferung. Man sollte nicht annehmen, dass diese keinen Einfluss auf das spätere Judentum gehabt hätte und deren Überlieferung immer "unverfälscht" gewesen sind.Travis hat geschrieben: ↑Fr 2. Apr 2021, 17:54Die messianischen Juden bei denen ich nachgeguckt hatte, verstehen es so. Die anderen Kommentatoren auch. Der Rüsttag begann am Donnerstag nach Sonnenuntergang und ging bis Freitag zum Sonnenuntergang. So wird es beschrieben.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Fr 2. Apr 2021, 17:50 Ich verstehe den Rüsstag als den Vorbereitungstag zum Passah, nicht zum Sabbat.
Ob dies bei denen so ist, bei denen ich nachgeschaut habe, weiß ich nicht.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Fr 2. Apr 2021, 17:59 Das weiss ich. Als Quelle kann man aber nicht eine spätere Tradition betrachten.
Weshalb sollte sich damals etwas verändert haben? Gibt es dazu Anhaltspunkte im Talmud?ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Fr 2. Apr 2021, 17:59 Den Ursprung für die Tradition verorte ich eben in der neutestamentlichen Überlieferung.
Das nehme ich auch nicht an. Aber der Talmud ist mit seinen verschiedenen Schichten recht transparent, was auch deren Einstufungen als "müdnliche Thora" widerspiegelt. Sie scheuen sich nicht, eine Entwicklung zu dokumentieren.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Fr 2. Apr 2021, 17:59 Man sollte nicht annehmen, dass diese keinen Einfluss auf das spätere Judentum gehabt hätte und deren Überlieferung immer "unverfälscht" gewesen sind.
So wahrscheinlich scheint dieses Jahr nicht zu sein. Jedenfalls gehen messianscihe Juden und diverse weitere Ausleger nicht von diesem Jahr aus.