SilverBullet hat geschrieben: ↑Mo 2. Mär 2026, 10:37
Naja, hier stellt sich schon etwas die Frage, ob das eine Kritik am Umgang mit der Bibel oder ein eigener Umgang mit den Bibelaussagen ist.
Vereinfacht gesagt: Unter Bibelkritik verstehe ich, wenn jemand die Meinung vertritt, dass biblische Inhalte
nicht wahr sind.
Es geht nicht um Lesarten (Interpretationen), die oftmals aus Verständnisschwierigkeiten entstehen - da sind oftmals differierende Sichtweisen legitim, diese betreffen jedoch Nebensächlichkeiten.
Die zentrale Botschaft der Bibel ist die Lehre von Sünde und Tod und der Errettung durch Jesus Christus.
Wenn nun jemand sagt: Gott wollte nie Menschenopfer, was ja richtig ist, und diesen Satz in den Kontext zu diesem fürchterlichen Leiden und Sterben des - ich schreib's mal dazu, damit das deutlicher wird- HEILIGEN Sohnes Gottes stellt.... wirksamer kann man Gott nun wahrhaftig nicht verspotten und beleidigen. Man sagt praktisch: Jesus hätte es auch bleiben lassen können... man interpretiert die Liebe, die Ihn dazu bewog, sich für die Menschheit hinrichten zu lassen, als wertlos.
Er hatte große Angst. Und diese Schmerzen, diese Verzweiflung... ein Todeskampf über viele Stunden unter unsäglichen Qualen...dazu noch "von Gott verlassen"... wie kommt man dazu, diese zu entwerten?
Formuliert ein gläubiger Mensch seine Sicht oder soll der Bibel-Umgang von (anderen) Gläubigen kritisiert werden?
Das kann man alles machen, man kann sogar die Bibel "kritisieren", dafür gibt es ja dieses Forum, weil solche Fragen nicht totgeschwiegen werden sollten (meiner Meinung nach), denn es gibt ja einen Grund dafür, dass jemand auf solche Gedanken kommt. Und die Bibel hält das aus... die bricht nicht zusammen, nur, weil Menschen sie nicht verstehen.
Aber solche Themen dann eben im Forum BK, damit ist auch für Gäste eine Zuordnung erkennbar.
Zu "Gott hat keine Feinde" kann ich sagen, dass ich bei Christen eigentlich noch nie ein anderes Verständnis vorgefunden habe, denn kein derartiger Gott-Gläubiger sieht "Gott" von der Vernichtung bedroht.
Gemeint sind Geschöpfe, die sich dafür entscheiden, Feindschaft gegenüber Gott zu leben.
Im Ursprungsthread hatte ich dazu Bibelstellen herausgesucht und hänge meine Antworten aus besagtem Thread hier an.
"Gott hat keine Feinde" sagt mehr oder weniger ebenfalls: Glaubt das nicht!, was die Bibel bezeugt... sie irrt. Oder: Alle, die aus den entsprechenden Texten herauslesen, "es gibt Feinde Gottes", irren.
Der Stellenrang "Feind" ist nicht auf "Gott" selbst bezogen, sondern eher auf "sein Vorhaben", "sein Projekt", "seine Schöpfung" und wenn man "Gott" als "den Schöpfer von allem" ansieht, dann ist der Glaube, dass auch das Stören/Beeinflussen/Prüfen seines Vorhabens zu seinem Plan gehören muss, nicht weit hergeholt.
Prüfen kann man alles. Kein Problem.
Die Sichtweise der Bibel zu leugnen oder zu ignorieren, die an vielen Stellen bezeugt: Satan ist der Widersacher und darüber hinaus den Satan zum "Freund" Gottes umzudeklarieren sprengt jedoch die Grenze des Zumutbaren. Man kann darüber reden-- hier, im Forum BK. Nicht im Bibelforum.
Man sollte auch ein wenig Rücksicht nehmen auf die Christen, die damit ein massives Problem hätten. Deswegen haben wir die Foren ja so eingerichtet und getrennt.
Ich finde es sogar sehr sympathisch, dass ein gläubiger Mensch nicht mit der Betonung von schlechten Weltanteilen auftritt, sondern die positive Denkweise sucht - das ist eine schöne Grundhaltung.
Wir können nicht etwas lehren, das von Gott, den wir für den Autor der Schriften halten, nicht vorgegeben, sondern das Gegenteil davon ist.
Die Engel im Abgrund würden sich sicherlich freuen, wenn sie einen Anwalt bekämen, der ihre guten Seiten betont und ihnen Hoffnung macht auf Erlösung.
Aber das ändert nichts an den
von Gott entschiedenen Tatsachen.
Mir tun alle leid, die in Abgründen ausharren müssen. Die Realität ist sehr krass, genau genommen: Schrecklich. Ich kann aber die Bibel nicht umschreiben, dazu bin ich nicht autorisiert, und ich
will es auch nicht.
Was das biblische Weltbild betrifft, so harmonieren die Lehren des Christentums, großzügig betrachtet, mit denen der anderen großen Weltreligionen in der Hauptsache: Der Einteilung in "Gut" und "Böse"; in "Leben" und "Tod/ Strafe".
Gut und Böse werden auf verschiedene Weise personifiziert. Da bildet die Bibel keine Ausnahme.
Mir erscheint es schon ziemlich überheblich, das, was in den meisten Völkern Konsens war und ist, als "nichtig" einzustufen; "die Leute waren halt zu ungebildet, daraus resultierten ihre Vorstellungen und Lehren".
Aber wir heute sind schlauer?
Ich meine, es ist eher anders herum.
LG