Sara Funkelstein hat geschrieben: ↑Fr 22. Mai 2026, 16:50
1Und der Herr sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. 2Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. 3Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.
1. Mose 12, 1-3
Wie interpretiert ihr hier Gottes Wort?
1.Mo 12,
aus meinen Notizen
(V1) לֶךְ לְךָ֛ (lek l‘ka) „…gehe für dich…“. Weg aus:
1. (Vater-) Land, den bildenden Einflüssen,
2. Verwandtschaft, Geburtsort somit die bürgerliche Stellung,
3. Vaterhaus, der innigste und schützende Ort, wo man individuell erblühen kann. Ein Weggehen von allem, was einem binden will es ist nicht einfach eine Trennung, so von zu Hause weg, damit auch der Verwandtschaft und dadurch auch dem Vaterland. Es wird eine neue Blickrichtung gegeben, das Land, welches Gott zeigen wird.
לְךָ = „für dich / zu dir / dir“ (Dativ: „dir, für dich“) (ähnlich 1.Mo 22,2)
הָלַךְ (halak) verwandt mit חָלַ֜ק (chalaq) geteilt, teilen, nicht mehr in Verbindung stehen. Somit ein Lossagen, Trennen von einem Standpunkt: „..für sich gehen“. So auch gilt es für das Judentum, und auch für den Einzelnen, „geh mit Gott – allein“, auch wenn es nicht Zeitgemäss ist, inmitten von Babylon usw.
אַרְאֶֽךָּ (‚‘ar‘eka) zeigen, sehen. Es bedeutet nicht „anweisen“. Abraham bekam keinen Befehl, in welche Richtung er gehen sollte, somit einfach der Befehl, gehe fort… bis ich dir zeigen werde.
(V2) Was Abraham aufgeben soll, verlassen soll, wird ihm im reichen Masse wieder gegeben. Er gibt sozusagen seine Nationalität auf und wird für eine neue dazu bestimmt, nicht von etwas, was es schon gibt. וְאֶֽעֶשְׂךָ֙ (w’e’se‘ka) machen, Gott macht ihn zu einem grossen Volk und dazu braucht es eines gemeinsamen Bandes, der Gottesbund.
וֶהְיֵ֖ה בְּרָכָֽה (weH’jeh Brachah,
werde du ein Segen (nicht du sollst..) imperativ, befehlend!
Es beinhaltet den Gott wohlgefälligen Lebenswandel. Nicht um den Segen der Nationen zu gewinnen, denn jene wollen den Segen, Anerkennung. Israels Gösse als Volk (ein grosses Volk) wird somit vom Segen der Nationen abhängig gemacht (und dies wurde bis heute bekämpft).Wiederum wurde es den Nationen auch nicht zum Segen, wenn Israel anderen Göttern diente.
(V3) וּמְקַלֶּלְךָ֖ (iM’qalel’ka fluchen) קָלַל (calal) von קַל (qel) leicht machen, etwas wegnehmen, verringert.– אָרַר ( ‘arar) fluchen, verwerfen, ausdorren, also nicht bloss dem Materiellen, sondern der inneren Kräfte.
בְּרָכָֽה (b‘rachah) Segen, zur inneren und äusseren Entwicklung Kraft geben, beitragen.
Somit für die Nationen, nicht einfach nur huldigen oder nur den Besitz Israels fördern, sondern dessen Entwicklung auch im geistigen Bereich vorantreiben.