Philippus hat geschrieben: ↑Mi 7. Okt 2026, 20:52Wenn ein Bibelbuch aber auf "irgendwelchen Erfahrungswerten" beruht, dann sollte die Bibel nicht den Anspruch erheben, allgemeinverbindlich zu sein.
Das Gleiche gitl dann für Prediger, Sprüche, viele Psalmen... für jede Regel oder Weisung, vor der nicht ganz klar steht: "Und des HERRN Wort erging zu mir..." oder irgendetwas in dieser Richtung.
Gott hat immer irgendwelche Leute berufen, hat sie unterwiesen, und wenn sie dann gelernt hatten, in seinen Wegen zu wandeln, arbeiteten sie "selbständig" unter der Leitung des Heiligen Geistes.
Die Briefe im NT sind doch alle Zeugen dafür.
Philippus hat geschrieben: ↑Mi 7. Okt 2026, 20:52Bei mir in der Bibel lese ich ganz klar........keine Schlechtigkeit ist größer als die zu der Frauen fähig sind... setze dich nicht in einen Kreis von Frauen ......
selbst die Schlechtigkeit eines Mannes ist immer noch besser als die Güte einer Frau.....
Der Autor und die Adressaten der Weisungen wußten vermutlich, wovon er sprach. Wenn wir es heute nicht wissen, berechtigt uns das nicht dazu, uns über den Autor zu erheben.
Meine privaten Gedanken dazu (nachdem mir im Frühjahr 1979 auf Sizilien anschaulich demonstriert wurde, wie ernst die das dort meinten damit, dass ein junges Mädchen/ eine unverheiratete Frau sich strengen Regeln zu unterwerfen hat, will sie nicht als "Hure" und damit als Freiwild brünstiger Männer gelten,
von denen sie umgehend und in bedrohlicher Weise belästigt wird, sobald sie sich aus dem abgesteckten Bereich, den man ihr zugesteht, hinaus wagt):
Der "Kreis der Frauen", in den ein heranwachsender männlicher Jugendlicher sich setzen konnte, ohne Verführung befürchten zu müssen, dürfte sehr beschränkt gewesen sein, nämlich auf Mutter, Großmütter, Tanten, eventuell kleine Schwestern, Cousinen, Nichten und so weiter.
Junge Mädchen, also solche, die dem Kindesalter entwachsen und geschlechtsreif sind... meint Sirach meiner Meinung nach eher
nicht; die durften bestimmt, wie 1979 in Sizilien, nicht- niemals!- ohne "Aufpasser" Kontakt haben mit dem anderen Geschlecht.
Junge Frauen dürfen nicht alleine in der Stadt herumlaufen, wurde mir gesagt. Nur, wenn mindestens eine ältere Frau oder ein Mann als Begleitperson dabei sei.
Frauen mit Kindern werden in Ruhe gelassen, sagten sie.
Ob es heute noch so ist, weiß ich nicht.
Es war eine Gesellschaftsordnung. Und Frauen, die sich nicht danach richteten, waren in den Augen der "anständigen Gesellschaft" "Huren". Ich fand's heftig. Aber so war's.
Wenn man sieht, dass Frauen in muslimisch geprägten Ländern sich sogar heute noch verschleiern
müssen und so gut wie keine Bewegungsfreiheit haben, kann man sich denken, dass diese Regeln für Männer und Frauen im Vorderen Orient wahrscheinlich noch um einiges strenger waren als 1979 in Sizilien.
Welche Frauen bleiben dann übrig?
Denke ich an Tamar... - solche wahrscheinlich. Dabei war Tamar ja nicht hauptberuflich Prostituierte.
Philippus hat geschrieben: ↑Mi 7. Okt 2026, 20:52Es steht nichts davon das Hurenfrauen oder böse Frauen gemeint sind, nein, Frauen ganz allgemein, also jede beliebige Frau ist gemeint.
Du liest Sirach nicht, sonst wüsstest du es besser.
Sirach 3, 1-16 (LUT): Ihr Kinder, gehorcht mir, eurem Vater, und lebt so, auf dass es euch wohlergehe. Denn
der Herr will, dass die Kinder den Vater ehren, und er
bekräftigt die Weisung der Mutter an die Söhne. Wer seinen Vater ehrt, macht damit Sünden gut, und
wer seine Mutter ehrt, der sammelt sich einen bleibenden Schatz. Wer seinen Vater ehrt, der wird auch Freude an seinen Kindern haben; und wenn er betet, so wird er erhört. Wer seinen Vater ehrt, der wird lange leben; und wer dem Herrn gehorsam ist, an dem hat seine Mutter Trost.
[Wer den Herrn fürchtet, der ehrt auch den Vater;]
er dient seinen Eltern, wie man Herrschern dient. Ehre deinen Vater mit Wort und Tat, damit sein Segen über dich komme. Denn der Segen des Vaters baut den Kindern Häuser, aber der Fluch der Mutter reißt die Grundmauern nieder.
Suche nicht Ehre auf Kosten deines Vaters, denn das ehrt dich nicht. Denn den Vater ehren, bringt den Kindern Ehre, und
die Mutter verachten, bringt ihnen Schande. Mein Kind, nimm dich deines Vaters im Alter an und betrübe ihn ja nicht, solange er lebt; und habe Nachsicht mit ihm, selbst wenn er kindisch wird, und verachte ihn nicht im Gefühl deiner Kraft. Denn was du deinem Vater Gutes getan hast, das wird nicht mehr vergessen werden, sondern es wird deine Sünden aufwiegen. Und in der Not wird an dich gedacht werden, und deine Sünden werden vergehen wie das Eis vor der Sonne. Wer seinen Vater verlässt, der ist wie einer, der Gott lästert; und
wer seine Mutter betrübt, der ist verflucht vom Herrn.
Das ist doch deutlich, nicht wahr. Ich habe jetzt nur nach "Sirach/ Mutter" gegoogelt. Ihr könnt gerne weitermachen.
Philippus hat geschrieben: ↑Mi 7. Okt 2026, 20:52Mit solchem Schrott kann man doch nicht missionieren gehen, da hilft es auch nichts, mit irgendwelchen raffinierten tiefenpsychologischen Auslegungen alles ins Gegenteil umzudeuten, damit kann man doch niemand überzeugen...
Jesus Sirach ist ein Buch der Sprüche; ein Buch mit gesammelten Lebensweisheiten. Seit wann geht man mit Sprüchen missionieren?
Suchst du eigentlich eine Gelegenheit auf ein Buch der Bibel zu schimpfen? Das finde ich riskant. Man kann ja schon Kritik äußern, wenn man mit Versen oder Formulierungen nicht einverstanden ist... und wenn es um offenherzige Beschreibungen geht... wer in aller Welt geht mit Hohelied missionieren? Was da drin steht, finde ich definitiv zu deftig, so etwas will ich gar nicht lesen... da kommt man sich vor wie ein Spamer... als zieht man die private Liebe anderer, die niemanden etwas angeht als die beiden, in den Schmutz - aber das Hohelied gilt als "echt" und "wertvoll" und die derbe Sprache stört offenbar nicht. ???
Es
könnte ja immerhin sein, dass Sirach inspiriert ist; aus meiner Sicht hat es denselben Wert wie Prediger oder die Sprüche... das Auswahlsystem, nach dem der Kanon ohne Apokryphen erstellt wurde, überzeugt mich sowieso nicht. Und deshalb würde ich dich bitten, auch in deinem eigenen Interesse, deine Worte mit Bedacht zu wählen.
LG