Die Leseart nach Hirsch (wie von dir zitiert) setzt das Verb vom Passiv ins Aktiv und nimmt die Titel als Subjekt anstelle des ursprünglichen. Es wird damit "Sein Name wird genannt", die eigentliche Aussage, umgeformt zu "Der Ewig-Vater ... nennt seinen Namen: ..." Aus dem Subjekt wir ein Objekt und aus dem Objekt ein Subjekt mit den beigefügten Titeln, die nun nicht das Kind, sondern Gott trägt.
Damit verdreht man ziemlich eindeutig die ursprüngliche Aussage. Die Absicht solcher Ausleger ist eigentlich unschwer zu erkennen. Es soll davon abgelenkt werden, dass das Kind die göttlichen Titulierungen erhalten soll. Es bleibt davon nur "Friedefürst".
Dies war aber schon Salomo, der als Fürst das Reich Israel zu einer Periode des Friedens gebracht hatte, das auch von Gott so bestätigt wird. Er erfüllt auch, dass er auf dem Thron David sitzt. Nur ist er nicht der Messias. Seine Herrschaft war nicht für immer und er selbst ging denselben Weg wie sein Vater David. Das ist letztlich keine Wahrheitsfindung, sondern ihre Verleugnung.
Es ist zu offensichtlich verdreht. Grammatikunschärfen kann es geben wie ich sie gezeigt habe, dass man keine eindeutige Smichut-Bildung erkennen kann, weil das verbindene של (shel) nicht benutzt wird. Eine Smichut braucht dieses nicht ausgeschrieben. Da nun gleich mehrere aufeinanderfolgen, so ist nicht eindeutig, welche Gruppierungen mit של (shel) verbunden werden sollen, das man gedanklich einfügt. Stünde es ausgeschrieben, wäre es klar.
Bei einer Änderung des Verbalforum und der damit bezweckten Vertauschung von Subjet bzw. Objekt entsteht aber definitv eine andere Aussage und damit hat man den urspürngliche Aussagesinn Jesajas verändert.
Offenkundig will Hirsch die göttlichen Titel aberkennen bzw. sie zu gewöhnlichen umzuformen, d.h. schon von Gott vergeben, aber so wie bei Abraham, Israel, Samuel oder eben wie bei Salomo. "Sh'lomoh" heißt ja auch "sein Friede" (gemeint des JHWH).
Dann aber ist der Vers nicht länger messianisch. Diesbezüglich gibt es unter Christen keinen Zweifel, da ein Engel Gottes die bevorstehende Erfüllung weissagt, wie sie mit
Jesaja 9:5-6 angekündigt wurde. Einmal hier:
Lk 1,35 hat geschrieben: Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird auf dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden.
Und etwas später dann hier:
Lk 2,11 hat geschrieben: Denn euch ist heute in der Stadt Davids ein Erretter geboren, welcher ist Christus, der Herr.