Jesus lehrte in vielerlei Hinsicht Dinge, die im Kontrast zu den damals vorherrschenden religiösen Auffassungen standen.In der Bergpredigt (Matthäus 5–7) wird der Kontrast zwischen der traditionellen Auslegung und Jesu neuem Anspruch am deutlichsten. Er nutzt dort sechsmal die Formel „Ihr habt gehört, dass gesagt ist... Ich aber sage euch..Larson hat geschrieben: ↑So 12. Apr 2026, 15:13 Nein, Jesus lehrte kein anderes Verständnis, denn dieses ist schon bei den Propheten so erkannt, und wenn man die Torah etwas studiert, dann beinhaltet sie schon sittliche und moralische Vorgaben.
Jesus konkretisierte sie auf gewisse Aspekte, aber grundlegend lehrte er die Torah.
1. Die eigene Vollmacht („Ich aber sage euch...“)
Jesus stellte seine Worte direkt neben oder sogar über das damals bekannte Gesetz des Mose:Matthäus 5,21-22: „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: ‚Du sollst nicht töten‘... Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig.“
Matthäus 5,43-44: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen‘. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.“ Matthäus 7,28-29 (Reaktion des Volkes): „Und es begab sich, als Jesus diese Rede vollendet hatte, dass sich das Volk entsetzte über seine Lehre; denn er lehrte sie mit Vollmacht und nicht wie ihre Schriftgelehrten.“
2. Das Messiasamt als leidender Gottesknecht
Die Vorstellung eines leidenden Messias widersprach der damaligen Erwartung eines siegreichen Königs. Jesus bezog sich hierbei oft auf die Prophezeiungen des „Gottesknechts“ aus Jesaja 53:Markus 10,45: „Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.“ Lukas 24,26: „Musste nicht der Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?“Markus 8,31: „Und er fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen.“
3. Versöhnung durch seinen Tod
Jesus deutete seinen Tod als ein Opfer, das die Beziehung zwischen Gott und Mensch wiederherstellt:Matthäus 26,28 (beim Abendmahl): „Das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.“Johannes 1,29 (Johannes der Täufer über Jesus): „Siehe, das ist das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt!“
Für viele Zeitgenossen war ein gekreuzigter Messias ein Widerspruch in sich (ein „Ärgernis“), wie Paulus später treffend zusammenfasste:1. Korinther 1,23: „Wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit.“
Und das waren nur ein paar Beispiele...