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Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Verfasst: Di 17. Mär 2026, 14:57
von Larson
Helmuth hat geschrieben: Fr 13. Mär 2026, 05:16 Der Begriff "Shatan" bezeichnet eine Gegnerschaft, eine Feindschaft, nicht mehr und nicht weniger.
„Feindschaft“ / „Gegnerschaft“ nicht nur im negativen Sinn, sondern auch korrigierend, um jemanden auf einem falschen Weg wieder zurückzugewinnen.

Ebenso auch um etwas überprüfen zu lassen: Anklage.

Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Verfasst: Di 17. Mär 2026, 19:09
von Helmuth
Hiob hat geschrieben: Di 17. Mär 2026, 18:27 "Die Schlange war listiger als alles Lebendige des Feldes", heißt es bei Buber. Das heißt, die Schlange muss selbst kein Tier gewesen sein.
Herbäisch ist hier präziser als die deutsche ÜS (gemeint aber eine ordentliche, nicht die entstellte Buber-ÜS) ."מִכֹּל֙" "mi-chol" vor dem folgenden "Tieren des Feldes" ist nicht nur ein Vergleich, sondern meint "von allen" oder "aus allen" Tieren.

"Als alle" wäre nur ein Vergleich, der nicht die Zusammengehörigkeit ausdrückt. So ist sie aber gegeben. Die Deutsch-ÜS ist hier nicht präzise genug. Und es sind klar Tiere gemeint.

Die Schlange ist also aus der Menge aller Landtiere eines davon und damit ein Geschöpf Gottes und nicht nur irgendein Lebewesen oder gar nur ein Geist. Das spezielle "מִ" mem als Präfix ist hier im Hebrischen recht klar, ansonsten stünde es anders.

Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Verfasst: Di 17. Mär 2026, 20:36
von Hiob
Helmuth hat geschrieben: Di 17. Mär 2026, 19:09 ist nicht nur ein Vergleich, sondern meint "von allen" oder "aus allen" Tieren
Da möchte ich mich nicht über Übersetzer stellen - egal welche. Denn es ist dann egal, wenn man fragt, ob es sprechendes Tier ist (unwahrscheinlich) oder etwas, was sprechen kann, und Tiergestalt hat (wahrscheinlich). Wäre es so, dass Tiere ursprünglich sprechen könnten (was ich nicht glaube), müsste es alle können.
Helmuth hat geschrieben: Di 17. Mär 2026, 19:09 damit ein Geschöpf Gottes und nicht nur irgendein Lebewesen oder gar nur ein Geist
In allen drei Fällen wären es Geschöpfe Gottes.

Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Verfasst: Mi 18. Mär 2026, 06:05
von Helmuth
Hiob hat geschrieben: Di 17. Mär 2026, 20:36 Da möchte ich mich nicht über Übersetzer stellen - egal welche. Denn es ist dann egal, wenn man fragt, ob es sprechendes Tier ist (unwahrscheinlich) oder etwas, was sprechen kann, und Tiergestalt hat (wahrscheinlich). Wäre es so, dass Tiere ursprünglich sprechen könnten (was ich nicht glaube), müsste es alle können.
Der Text ist zumindest syntaktisch klar. Adjektiv + "mi-kol" drückt eine Zusammengehörigkeit aus, das ist mal Fakt, da bin ich sehr sicher. Gewöhnlich wird damit ein Superlativ gebildet, doch genau der wird nicht angewandt. Es heißt nicht "das listigste" von den Tieren, sondern nur listiger. Warum also nur Komperativ?

Es kann nicht der Aussagesinn sein jedes Tier als "listig" zu bezeichen, das wäre wider die Schöpfung. Es wird eine Besonderheit ausgesagt, etwas Ungewöhnliches unter den Tieren. Die sprachübliche ÜS müsste sonst heißen: Die Schlange war das listigste von allen Tieren, was impliziert, alle Tiere besitzen Listigkeit.

Übrigens bedeutet "arum" nicht nur klug/listig, es muss nicht zwingend so interpretiert werden, es kann ebenso meinen "vorwitzig" oder "gewitzt", also einfach nur frech. Es geht dann nicht um Intelligenz, sondern um ein Merkmal, das sie unter den Tieren hervorhebt.

Ich kann es auch so interpretieren, dass sich der Teufel das am besten geeignetste von allen Tieren ausgesucht hat, mit der er seine Täuschung und Verführung am effektivsten bewirkt. Dann wird auch der sprachlich normalerweise Gebrauch als Superlativ verständlicher. Das Ergebnis war die Schlange. Übrigens, Jesus bezeichnet sie ebenfalls bildhaft als "klug":
Mt 10,16 hat geschrieben: Siehe, ich sende euch wie Schafe inmitten von Wölfen; so seid nun klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.
Jesus spricht ihr auch Klugheit zu, meint aber unmöglich, dass sie als Tiergeschöpf kluge Gedanken hegt. Auf ihre Weise unter den Tieren ist sie klug, so ist m.E. der Vergleich. Derart missbrauchte sie der Teufel bei der Begegnung mit Eva um aus ihrer List eine Hinterlist zu bewirken, die Menschen zu Fall bringt.