oTp hat geschrieben: ↑So 23. Aug 2026, 12:07
Ich finde deine Aussage sehr brauchbar. Mir ist bisweilen der 100% ige Buchstabenglaube nicht ganz plausibel.
Die Frage, ob das Gesetz Moses von Gott ist, oder ob ein anderer im Spiel wäre, hat mit Buchstabenglauben nichts zu tun, sonder kann objektiv beurteilt werden. Der TE unterstellt dem AT allerdings Dinge, die ich nicht weiter diskutiere, als es in Lästerei mündet. Das tue ich Gott nicht an.
Aber man die Frage auch legal stellen. Dazu müssen hin und wieder Gesetze genauer beleuchtet werden. Und da legt es der eine so und der andere so aus, aber die Themenfrage ist, wer ein bestimmtes Gesetz überhaupt in Kraft gesetzt hat.
Es gibt auch im Torah-Gesetz einen Stufenbau der Rechtsordnung, wie ich ihn vorfinde. So haben bei uns z.B. Verfassungsgesetze einen höheren Rang und werden daher von höhere Stelle beschlossen.
Im Gesetz Gottes kann man das mit den 10 Geboten vergleichen, die von höchster Stelle, also von Gott kommen. Diese kann weder der Mensch anordnen, noch kann er darin eingreifen, so auch kein Mose. Oder wenn wir vom Gebot der Liebe von einem Gesetz sprechen, dann müssen wir den Gesetzesbegriff wieder ganz anders verstehen, da viele Worte Gottes geistlicher Art sind und nicht nur Verhaltensrichtlinien.
Aber es gibt innerhalb des formalen Gesetzes auch Ordnungen, Bestimmungen und Satzungen. Diese sind dann eine Stufe darunter, und die kann Mose festlegen. Ob es z.B. Gott war, der die Orte der Zufluchststädte ausgesucht hatte, denke ich nicht. Ich denke, dass sie pragmatisch festgelegt worden sind.
So kann auch hier ein Stufenbau zur Anwendung kommen. Die grundsätzliche Weisung Zufluchststädte einzurichten kommt von Gott, weil dahinter ein geistlicher Grund steht. Die Auswahl konnte Mose oder später Joszua festlegen. Würde man heutige Verhältnisse hernehmen, müsste man sie wieder anpassen, weil die Bedingungen anders sind.
Und dann gibt es Gesetze, die gelten spezifisch für Israel und nicht für Heiden. Die wiederum meine ich müssen von Gott kommen, als er damit seinen Zweck verfolgt. Darin gibt es klar Unterscheidung aber auch solche ohne näheren Grund. Woher sollte Mose wissen, warum der Grieche keine Speisegesetze beachten muss, den er nicht kennt, der Jude aber schon. Es fehlt bei denen der plausible Grund. Es kann sein, dass Gott daran einfach die Treue messen will, aber das wieder ist nur eine Mutmaßung.