Helmuth hat geschrieben:Ich übe sie nun ein:
Galater 3:26 hat geschrieben:Denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben an Christus Jesus.
Wir sind nun alle durch den Glauben Engel oder sonst was. Ich muss mich an die neue Leseart zwar erst gewöhnen, aber wird schon, denn so steht es nun mal geschrieben.
Lasst uns die Ironie mal beiseitelegen und das Ganze logisch und heilsgeschichtlich zu Ende denken. Es gibt einen fundamentalen Grund, warum die „Söhne Gottes“ in 1. Mose 6 unmöglich Menschen gewesen sein können. Wer behauptet, es seien Menschen gewesen, übersieht den roten Faden der gesamten Bibel.
1)
Was bedeutet „Sohn Gottes“ überhaupt?
Da Gott Geist und geschlechtslos ist, gibt es im biblischen Kontext keine biologische Sohnschaft. Sohnschaft definiert sich in der Schrift über Gehorsam und eine Beziehung zu Gott.Jesus drückt das den Pharisäern gegenüber unmissverständlich aus: „
Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüsten wollt ihr tun“ (Johannes 8,44).
Man ist im geistlichen Sinne der „Sohn“ dessen, dem man gehorcht und dessen Charakter man widerspiegelt.
2) Der Status der Menschheit zur Zeit der Sintflut
Adam war direkt von Gott geschaffen und wird deshalb im Stammbaum (Lukas 3,38) als „
Sohn Gottes“ bezeichnet.
Doch durch den Sündenfall trennte sich die Menschheit von Gott. Seitdem regierte die Sünde. Wie beschreibt 1. Mose 6,5 den Zustand aller Menschen direkt vor der Sintflut? „
Als aber JHWH sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar...“Wenn das Trachten aller Menschen im Herzen immerdar böse war, wer bitteschön soll dann diese treue, gottesfürchtige Menschenlinie gewesen sein, die Gott hier als seine „Söhne“ bezeichnet hätte?
Es gab sie schlichtweg nicht. Seit Adams Fall war die Menschheit geistlich von Gott getrennt. Kein sterblicher Mensch hatte zu diesem Zeitpunkt den Status eines „Sohnes Gottes“.
3) Wann wurde der Weg zur Sohnschaft für Menschen wieder frei?
Das Neue Testament (wie im Galaterbrief) lässt keinen Zweifel daran: Die Erneuerung der Sohnschaft für Menschen geschah
erst durch Jesus Christus. Erst durch sein Opfer, seine Auferstehung und die Ausgießung des Heiligen Geistes wurden Menschen wiedergeboren und erhielten das Recht,
als Söhne und Töchter adoptiert zu werden (Galater 4,5; Johannes 1,12).
Vor Pfingsten existierte diese geistliche Adoption für uns Menschen schlichtweg noch nicht.
4) Dein Denkfehler
„Söhne Gottes“ können nur Menschen sein. So versuchst, du Galater 3,26 gegen 1. Mose 6 auszuspielen, weil du den Begriff wie eine biologische Rasse verstehst. Aber „Sohn Gottes“ ist in der Bibel kein statischer Artname (wie „Hund“ oder „Katze“), sondern
ein beziehungsbasierter Titel. Deswegen kann der Begriff zu verschiedenen Zeiten der Heilsgeschichte für völlig verschiedene Wesen gelten:
a) Im Alten Testament (vor Christus):
Die gefallene Menschheit hatte diesen Status verloren. Die einzigen geschaffenen Wesen, die zu diesem Zeitpunkt noch in direkter Schöpfungsbeziehung zum wahren Gott standen, waren die Engel. Deshalb heißen sie dort Söhne Gottes
b)Im Neuen Testament (nach Christus):
Durch das Kreuz öffnet Jesus die Tür, damit auch glaubende Menschen in diesen familiären Rechtstitel hineinadoptiert werden (Galater 3)
5) Das Neue Testament schlägt selbst die Brücke:
Weil du so gerne das Neue Testament als Maßstab nimmst: Die Apostel Petrus und Judas machen die Brücke zwischen den „
Söhnen Gottes“ aus der Genesis und gefallenen Engelwesen absolut unmissverständlich deutlich:
a)2. Petrus 2,4–5:
Petrus verbindet die Sünde der Engel direkt chronologisch mit der Sintflut und der Rettung Noahs.
b)Judas 6–7:
Judas schreibt über diese Engel, dass sie „i
hre eigene Behausung verließen“ und vergleicht ihre Sünde direkt mit Sodom und Gomorra, weil sie „
hinter fremdem Fleisch hergingen“.
Das Neue Testament selbst liefert uns also den exegetischen Schlüssel und bestätigt: Bei den Wesen in Genesis 6 handelte es sich um Engel, die ihre geistliche Sphäre verließen.
Das logische Fazit:Wenn es zur Zeit der Sintflut auf der Erde keine gottesfürchtigen, adoptierten Menschen gab (außer dem Ausnahmefall Noah, der Gnade fand), wer waren dann die „Söhne Gottes“, von denen 1. Mose 6 berichtet, dass sie die Töchter der Menschen nahmen?
Es können ausschließlich die direkt geschaffenen Engelwesen gewesen sein. Sie besaßen diesen Schöpfungs und Rechtstitel noch ( bis zu dem Moment, als sie ungehorsam wurden).
Egal wie man den Text dreht oder wendet: Die Identifikation der Gottessöhne als Engel in der Genesis ist kein „Hinzubiegen“, sondern die einzige Erklärung, die der tiefen biblischen Logik von Sünde, Gehorsam und dem Heilsplan von Genesis bis Galater standhält.
