Aus 1. Mose 2,21-25 geht aber hervor, dass Adam bei der Erschaffung der Frau sich schon dieser Anderartigkeit bewusst war. Ich gehe davon aus, wir haben es hier nicht mit einem Erkennen zu tun, sondern mit einer Fehlwahrnehmung. Gott hat den Menschen vollkommen erschaffen, aber das ist nicht allein an seiner äußeren Gestalt erkennbar, sondern vor allem am Lebenswandel und den inneren Werten. Wer das nicht sieht, verkennt das, als was und wofür der Mensch erschaffen wurde.
Aber der Intellekt allein kann das ja nicht bewerkstelligen.Johncom hat geschrieben: ↑Do 11. Jun 2026, 03:20 Die Frucht der Erkenntnis war das Erwachen des Intellekts. Wörtlich übersetzt heißt das Verb intellegere :"wählen zwischen". Der Verstand, the mind, das Ego war jetzt da, und alle Religionen lehren, grob gesagt, die Überwindung des trennenden Egos im Sinne der Ich-Haftigkeit. So ist ja die Liebe zum anderen, besonders zum Fremden, der reale Schritt aus dem Egoismus heraus.
Hat es laut Textbefunde ja auch nicht. Die Fähigkeit dazu wurde ihnen aber von Anfang an mitgegeben, sonst würde der Auftrag, die Erde zu füllen, ja kaum Sinn machen.
Ja, vielleicht, aber da müsstest du mir diesen Schritt nun erklären.
Diese Vorstellung gibt es auch im Christentum. Dass sie im Judentum dominiert, glaube ich nicht. Aber da müssten andere was zu sagen. Ich halte diese Vorstellung für grundlegend verkehrt aus verschiedenen Gründen. Einen davon hatte ich oben bereits angedeutet. Ein weiterer ist die positive Wahrnehmung vom sogenannten Fortschritt der Menschheit. Und dass der Mensch im Paradies einfach nur in den Tag hineinlebte bzw. gelebt hätte, halte ich auch für eine verzerrte Vorstellung. Gott gibt dem Menschen doch den Auftrag, den Garten Eden zu bebauen und zu bewahren. Und wenn die Menschheit sich mehren soll, so wird sich auch der Garten mit ihnen und durch ihre Arbeit ausdehnen.
Es gibt ja inzwischen eine starke Gegenbewegung zur positiven Fortschrittserzählung der sogenannten "Neolithischen Revolution". Die Fortschrittserzählung hingegen schließt die Notwendigkeit der Überwindung von Problemen mit ein, die es vor dem Sündenfall gar nicht gegeben hat. Damit vermischt sich einerseits die grundlegende Skepsis am biblischen Schöpfungsbericht mit der gleichzeitigen Intergration desselben in die eigene Erzählung andererseits.
Zumindest differenziert das NT hier begrifflich. Manchmal wird nicht so ganz klar, wo nun die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede liegen. Aber das liegt dann aus meiner Wahrnehmung daran, dass und ob etwas aus einer Fremdperspektive geschildert wird. Und es werden ja Symptome geschildert und keine Ursachen. Und wenn man bei der Exegese Symptome mit Ursachen verwechselt, ist der Schritt zur Ontologisierung nicht weit.Johncom hat geschrieben: ↑Do 11. Jun 2026, 03:20 Wird denn unter dämonischem Wirken und Krankheit überhaupt unterschieden? Jesus heilt Krankheiten und er erlöst von Besetzung, also scheint es, er nimmt sich beiden Problemen an und die Bevölkerung damals brachte ihm entsprechende Betroffene, und kurz gefragt, sind das nicht ganz ähnliche Fälle, vielleicht ähnliche Ursachen?
Das ist natürlich nicht nur so und wird auch damals nicht nur so gewesen sein. Es kommt aber darauf an, worauf sich eine bestimmte Erzählung und Berichterstattung fokussiert. In der Regierungspolitik geht es vor allem um die Kosten, die dadurch verursacht werden und so stehen nict die Leiden der primär betroffenen Menschen im Vordergrund, sondern wer dadurch wirtschaftlich belastet wird.