Ein paar Beispiele dafür, dass ewig nicht unbegrenzt sein kann:
2 Mo 21, 6 hat geschrieben:
so soll sein Herr ihn vor die Richter bringen und ihn an die Tür oder an den Pfosten stellen, und sein Herr soll ihm das Ohr mit einer Pfrieme durchbohren; und er soll ihm dienen auf ewig.
Kein Mensch lebt auf dieser Erde ewig.
Pred 1, 4 hat geschrieben:
Ein Geschlecht geht, und ein Geschlecht kommt; aber die Erde besteht ewiglich.
Das stünde sogar im Widerspruch zu Jesu Aussage: Himmel und Erde werden vergehen.
Jes 25, 8 hat geschrieben:
Den Tod verschlingt er auf ewig; und der Herr, JHWH, wird die Tränen abwischen von jedem Angesicht, und die Schmach seines Volkes wird er hinwegtun von der ganzen Erde. Denn JHWH hat geredet.
Dieses Beispiel zeigt das Missverständnis besonders. Es gibt keinen ewigen Tod im Sinne einer Art Existenzform, was ja widersinniger denn je ist, sondern der Tod wird auf ewig verschlungen, d.h. also ausgelöscht. Es gibt dann nur mehr noch Lebende im Reich Gottes.
Um die Dauerhaftigkeit im Sinne eines nicht mehr endenden Zustandes auszusagen muss eine andere Ausdrucksform gewählt werden. Den abstrakten Begriff "unendlich" wie wir ihn heute kennen kannte man noch nicht.
Zwei Beispiele aus der messianischen Weissagung Daniels:
Dan 7, 14 hat geschrieben:
Und ihm wurde Herrschaft und Herrlichkeit und Königtum gegeben, und alle Völker, Völkerschaften und Sprachen dienten ihm; seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergehen, und sein Königtum ein solches, das nie zerstört werden wird.
Es wird der Zusatz vorgenommen, dass die ewige Herrschaft nicht mehr vergeht und zerstört wird. Damit kann sie nicht mehr enden. Das Wort "olam" selbst drückt nicht den Unendlichkeitscharakter aus, sondern den kategorischen Bestand. Erst das hinzugefügte "Unvergängliche" und "Unzerstörbare" machen es dann zu dem, was wir heute mit dem Wort "ewig" in Verbindnung bringen.
Dan 7, 18 hat geschrieben:
Aber die Heiligen der höchsten Örter werden das Reich empfangen, und werden das Reich besitzen bis in Ewigkeit, ja, bis in die Ewigkeit der Ewigkeiten.
Hier erfolgt eine besondere Betonung mit Wiederholung als Paraphrasierung. Diese soll die beständige Fortdauer anzeigen. Eine einzelne "Ewigkeit" drückt das hebr. "olam" nicht im Sinne von unendlich aus.
Sprache hat seine Tücken!
