Lea hat geschrieben: ↑So 30. Nov 2025, 12:13
Denn auch Beleidigungen sind nur wirksam und interessant, wenn man drauf reagiert.
Das stimmt. Dazu finde ich es aber sehr interessant, dass Lieblosigkeit viel leichter zu erkennen ist als tätige Liebe. Der Grund liegt vermutlich darin, dass Worte verletzen können, gute Taten hingegen nicht. Gute und wohlwollende Taten erkennen bzw. anerkennen viele bloß nicht, aber sie sind das, was Liebe ausmacht, nicht was man immer redet.
Die Verletzbarkeit durch Worte ist m.E. aber auch eine Frage der eigenen Haltung bzw. des Selbstwertes. Darum meine ich, nicht jede Verletzung erfolgt wegen gewollter Lieblosigkeit durch andere, sondern wegen eines verletzen Stolzes, der Sünde ist.
Dazu lässt sich vielleicht das Zahnarztbeispiel geben. Ein guter Arzt hilft wirklich und auch effektiv, aber wenn er das tun soll, dann muss er wegen der bereits ramponierten Zähne sehr verletzend vorgehen. Er will nicht verletzen, aber er muss, denn anders geht es gar nicht.
Das Endziel ist dauerhafte Heilung ohne weitere Schmerzen, aber nicht völlige Schmerzlosigkeit auf dem Weg dorthin. Man hat sich die Zähne ja selbst kaputt gemacht, sodass der Arzt, wenn er helfen soll, auch an die Wunden ran muss. So ist auch Stolz. Wenn du ihn loswerden willst, musst du aufhören andere zu richten, wenn sie dir helfen wollen und zwar gerade, weil es schmerzt.
Unter Nichtchristen ist das oft ein hoffnungsloses Unterfangen, weil sie bedingt duch die Sünde ihr Ego nicht ablegen können und das gar nicht wollen, weil es nun mal weht tun gehört zu bekommen, dass man ein Ungustl ist, wenn es auch stimmt. Und das wird mit zunehmendem Alter nur schlimmer und nicht besser.
Christen hingegen sollten es wenigstens lernen, dass sie nicht wegen jeder Meldung durch andere gleich scheißbeleidigt sind. Auf Anhieb schafft es keiner, aber wer wirklich lieben lernen will, der muss da durch, dass er zuerst mit sich beginnt das eigene Übel abzulegen. Oder man wächst nicht in der Liebe und fordert sie nur ein.
Die Liebe Gottes ist aber zuerst ein Geben und nicht ein Nehmen (im Sinne von in Anspruch nehmen). Dazu lege ich diese normativen Worte vor, wie die Liebe Gottes beschaffen ist durch keinen geringeren als Bruder Paulus:
1. Kor 13,4-7 hat geschrieben: Die Liebe ist langmütig, ist gütig; die Liebe neidet nicht, die Liebe tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf, sie gebärdet sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit, sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles.