Abischai hat geschrieben: ↑Mo 12. Jan 2026, 14:21
Generell geht es um Glauben, und das hat mit dem Alten Bund nicht exklusiv zu tun, sondern lediglich
auch.
Ich stimme in der Sache mit dir überein. Ich kenne auch den unsachgemäßen Gebrauch des Wort Gottes für den Glauben. Dazu kann ich zwei Zeugnisse aus eigener Erfahrung weitergeben.
Ich habe eine Schwester, die wurde vor langer Zeit geschieden und ihr beiden Söhne wurden dem Mann der Obsorge überlassen. Weitere Gründe sind jetzt Nebensache. Nach einiger Zeit las sie aus Jesaja 43 und kam zu der Stelle:
Jes 43,6 hat geschrieben: Ich werde zum Norden sagen: Gib heraus!, und zum Süden: Halte nicht zurück! Bring meine Söhne von fern her und meine Töchter vom Ende der Erde.
Dieses Wort griff sie auf und nahm es als rede Gott persönlich das Wort zu ihr. Sie erzählte mir die Sache und meinte Gott werde ihr ihre Söhne wieder bringen. Ich erklärte ihr, dass das so sicher nicht funktioniert.
Es war damals charismatische Praxis wie unser Pastor das so praktiziert hatte. Er ist das zweite Beispiel, dass jemand ein Wort als Verheißung für sein Pastorenamt in Anspruch genommen hatte, nachdem er nach Wien gezogen ist. Er las diese Stelle und meinte Gott rede zu ihm:
Apg 18,9-10 hat geschrieben: Der Herr aber sprach durch ein Gesicht in der Nacht zu Paulus: "Fürchte dich nicht, sondern rede, und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll dich angreifen, um dir etwas Böses zu tun; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt."
Auf der Basis wurde das so getan und ich war damals der einzige, der ihnen sagte, dass sie so einen Blödsinn glauben. Aber wer war schon ich. Heute sind sie vernünftiger geworden. Was ist das Problem? Man unterscheidet nicht den allgemeinen Willen Gottes, den jeder in Anspruch nehmen kann, von einem spezifischen Wort, das persönlich an eine bestimmte Gruppe oder Person gerichtet ist.
Durch solche Dinge habe ich gelernt, was Gottes Wort ist und wie er zu uns redet. Über die Hürde mangelnder Differenzierung stolpert man auch heute. Andere wiederum fallen bloß von anderen Seite vom Pferd, indem sie nichts glaubend beanspruchen und eine dritte Gruppe Irrender sind die, welche sich als Israel sehen und alles auf sich übertragen, was Gott aber allein Israel verheißen hatte.
Aber dass uns Gott Mut zusprechen möchte, bedarf keiner spezifischen Verheißung an Mose, Josua, Gideon oder sonst wen. Das ist der Wille Gottes und Sache des Heiligen Geistes für jeden Glaubenden. So heißt es bei Paulus:
1. Kor 12,28-30 hat geschrieben: Und Gott hat einige in der Versammlung gesetzt: erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, dann Wunderkräfte, dann Gnadengaben der Heilungen, Hilfeleistungen, Regierungen, Arten von Sprachen. Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer? Haben alle Wunderkräfte? Haben alle Gnadengaben der Heilungen? Reden alle in Sprachen? Legen alle aus?
Welche spezifische Kraft oder welcher Dienst dir dabei gegeben wird, das wiederum ist souveräne Sache des Herrn, die er mit eigener Zuteilung jedem individuell gibt. Keiner kann alles, aber jeder etwas. Und wem seine Gaben nicht klar sind, der bete für eine Offenlegung.