ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Di 17. Feb 2026, 09:47
Wäre wünschenswert, aber auch Bibelübersetzungen kommen meist über Luther und seine deutschkatholische Prägung nicht hinaus, wenn es darum geht, den Lesern ein Bewusstsein von Schuld, Verantwortung und schlechtes Gewissen einzureden.
Das denke ich ist mal nicht die Aufgabe der Übersetzer, sondern eine authentische ÜS zustandezubringen, die sich einerseits so weit wie möglich am Urtext orientiert und anderseits die gegenwärtige Sprache berücksichtigt.
Aber zum Aspekt Gewissen: Warum sollte man einem Menschen ein schlechtes Gewissen erst "einreden" müssen? Das hat er entweder längst, oder er hat es schon totgetreten durch die Ignoranz gegenüber dem Wort Gottes.
Sollte nicht gerade das Gewissen durch den Umkehr-Aufruf herausgefordert werden? Gottes Wort hat allgemein diese Wirkung. Ist der Ausdruck "jemand ein schlechtes Gewissen machen" nicht eher eine Vergewaltigung der Wahrheit und gerade dies ein Manipulatiosversuch es tunlichst zu unterlassen? Ich kann gar nicht dein Gewissen manipulieren, das kann nur der Heilige Geist. Ich kann nur appellieren.
Wie bringt sonst der Heilige Geist einen Halsabschneider, für den Lug und Betrug eine völlig normale Sache ist, weil ihn Gleichgesinnte darin sogar unterstützen, dazu das mal zu überdenken, dass es eben keine normale Sache ist, sondern man damit viele andere um ihr Eigentum bringt?
Dabei wäre das sogar der völlig sanfte Weg, weil ihm nichts passiert, außer dass man ihn wachrüttelt. Die harte Gangart wäre, dass all sein Besitz von zuvor Gleichgesinnten auf dieselbe Weise veruntreut wird, sodass er verarmt am eignen Leib erfährt, was Lug und Betrug für Folgen haben. Und wenn er es so nicht lernt, dann auch nicht dadurch an sein Gewissen zu appellieren.
So meine ich verstehe ich das Wort, dass Gott langsam zum Zorn ist. Er lässt es dir immer wieder sagen. Wenn du aber seine Geduldschwelle überreizt, dann zieht er seine schützende Hand von dir ab und gibt anderen (Lügnern und Betrügern) Freiraum an dir ebenso zu handeln.
Dazu erneut dieses Wort:
Röm 2,4 hat geschrieben: Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte und Geduld und Langmut und weißt nicht, dass die Güte Gottes dich zur Buße leitet?
Als Güte erachte ich, einem finanziellen Halsabschneider ernsthaft zu sagen, dass er Grundgebote Gottes verletzt und damit Gott selbst in seiner Ehre. Güte ist es deshalb, weil Gott mit einer Übertretung noch lange nicht seinen Zorn über dich ergießt, sondern wartet, ob du dich änderst. Durch diese Güte könnte er zur Umkehr veranlasst werden, dass er von seiner bisherigen Geschäftspraxis abrückt.
Da gab es so einen Fall:
Lk 19,8-9 hat geschrieben: Zachäus aber trat hinzu und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich von jemand etwas durch falsche Anklage genommen habe, erstatte ich es vierfach. Jesus aber sprach zu ihm: "Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, da ja auch er ein Sohn Abrahams ist".