Helmuth hat geschrieben: ↑Sa 28. Mär 2026, 17:35
Aber macht es Gott damit böse? Ist es seine Absicht Böses zu bewirken?
Nun, böse ist nicht gleich böse.
Es gibt die Absicht, dem anderen Böse zu sein, also ihn aus Bosheit willen zu schädigen.
Oder dann das Erzieherische von Gott, wo er Eingreift, was der Mensch dann als Böse empfindet, weil der Mensch es negativ betrachtet. Also es ist dann der Herrscher, der für Ordnung sogt.
Helmuth hat geschrieben: ↑Sa 28. Mär 2026, 17:35
Oder warnt er uns nur davor, wenn wir seinen Bund brechen?
So könnte man es sagen, wobei die Frage ist, was man dann unter „seinem Bund“ versteht. Hier im „AT“-bereich natürlich den ewigen Bund, den Gott mit Israel geschlossen hatte.
Helmuth hat geschrieben: ↑Sa 28. Mär 2026, 17:35
Doch der springende Punkt in der Exegese wäre der: Gott ist damit nicht böse, und klarerweise schon gar nicht der Teufel. Das daraus zu schlussfolgern wäre gotteslästerlich.
Jes 45,7 der ich das Licht bilde und die Finsternis schaffe, den Frieden mache und das Unglück schaffe; ich, JHWH, bin es, der dieses alles wirkt.
Gott ist heilig, weil er über den Kategorien von „gut“ und „böse“ steht, wie wir sie als Menschen definieren. Er ist nicht „ein Teil der Welt“, sondern der Urheber von allem – auch von dem, was uns erschüttert.
Dies ist im eigentlichen Sinn dann „Monotheismus“, wo es keine Antigötter gibt. Kein Gott und Herrscher ausser dem alleinen Gott, somit auch der ganzen Erde, welche sicher nicht vom Teufel regiert wird.
Wie schon gesagt, das Wort „Teufel“ existiert nicht in der jüdischen Bibel. Und dieser „Satan“, wie er in der Tenach steht, hat nichts mit dem Diabolos, Durcheinanderbringer gemeinsam. Sondern er will „aufklären“, also ein Staatsanwalt, der eine Sache auf den Tisch bringen will.
Helmuth hat geschrieben: ↑Sa 28. Mär 2026, 17:35
Der Wille bleibt aber das Gute, das ist meine Prämisse.
Gott wollte schon immer das Gute für den Menschen, nur verkennt der Mensch so einiges.
Helmuth hat geschrieben: ↑Sa 28. Mär 2026, 17:35
Soweit so gut, es ist damit aber kein Beleg, dass es den Teufel nicht gäbe. Das lässt sich daraus nicht ableiten und bleibt weiter Bibelkritk. Dazu liefern uns andere Stellen den Beleg.
Nun, wenn du keine Herleitung in der Tenach für einen „Teufel“ hast, und es gibt sie auch nicht, so ist das reine Spekulation, dass es einen solchen gibt, und untergräbt die Souveränität Gottes.
Du sprachst von Exegese, also muss man zuvor diese Texte genau verstehen, was sie aussagen, wer hat für welchen Zweck und Absicht geschrieben, was sie bedeuten usw. Und dazu muss man sein „Wissen“, was einem in eine polarisierende Sichtweise „zwingt“, lernen abzulegen, um „neutral“ an diese Texte anzugehen, damit man nicht Eisegese betreibt, also schon vorgibt, was die Texte zu bedeuten haben.