Re: geboren oder geschaffen
Verfasst: Fr 18. Jun 2021, 16:37
Für mich war das auch nicht einfach
Ich hab doch nur auf deinen Einwurf Bezug genommen.
So versteht man den Text intuitiv. Aber bei näherer Betrachtung macht mir diese Lesart Schwierigkeiten. Mitnichten spricht Gott hier ein Verbot oder Gebot aus. Er wirft lediglich einen Blick in die zukünftigen Optionen. Gott schickte den Mensch raus vom Garten um den Erdboden außerhalb zu bebauen, aber dies ist doch keine logische Konsequenz. Dass Gott den Menschen die Möglichkeit gab außerhalb weiter zu leben ist reine Gnade die dem rebellischen Bestreben des Menschen entgegen kam. Dieses ausschicken und austreiben klingt vielleicht gewaltsam, aber es entspricht nur dem, wonach der Mensch strebt. In etwa so wie wenn man einen Störenfried aus seinem Haus schmeisst, dieser aber vorher noch schnell versucht das Haus abzureißen oder um Aufschub bittet, damit er das Haus am ganzen Stück für sich abtransportiere dürfe.
Aber die Scham hat doch nichts mit ihrem falschen Verhalten zu tun. Sie vergießen bestenfalls Krokodilstränen um des verlorenen Komforts. Den müssen sie aber verlieren, damit sie wissen, dass ihre angestrebte Souveräntität null und nichtig ist, und egal wie weit sie in ihrem vermeintlichen Fortschritt auch kommen, dieser immer auf der von Gott gegebenen Grundlage erreicht wird.
Möglicherweise kommt das manchmal anders rüber, aber ich kann mich bisher nicht erinnern, mich dir gegenüber irgendwie mahnend positioniert zu haben. Zumindest bemühe ich mich immer auf Diskussion auf Augenhöhe. Meine gesellschaftskritischen Äußerungen halte ich weitgehend im allgemeinen Stil, die ich vielleicht hier und da mal mit Beispielen persönlicher Erfahrungen (die nichts mit diesem Forum zu tun haben) ergänze.
Die Aussage für sich genommen mag als Null-Satz erscheinen, aber ich äußere sie hier in einem größeren Zusammenhang, den du wohl mit verfolgt hast. Ich würde so einen Satz niemals irgendwo isoliert als Parole verkünden und mir dabei einbilden, dass ich evangelisiere.Hiob hat geschrieben: ↑Do 17. Jun 2021, 19:571) Richtig
2) Null-Satz, weil es inhaltlich nichts aussagt - bzw. je nach Denomination/Kirche Unterschiedliches bedeutet. - Um dieses unterschiedlich Interpretierbare semantisch aufzubrechen, braucht man eine Meta-Disziplin wie Theologie oder Philosophie.
Wie das AT zu verstehen ist, ergibt sich für mich aus den bezugnehmenden Beispielen des NT. Dass die Apostel es besser gewusst haben könnten, davon wollen natürlich Juden und Religionskritiker nichts wissen. Die Juden distanzieren sich von allem Christlichen und Religionskritiker hätten am liebsten, dass es an den alten Texten überhaupt nichts zu verstehen gebe, da alles nur machtinteressiertes Kauderwelsch sei.Hiob hat geschrieben: ↑Do 17. Jun 2021, 19:57Dann haben wir es doch. ---- Wenn das, was Du sagst, durchsetzbar wäre, gäbe es nie mehr Streit, ob die Genesis wörtlich oder mystisch zu verstehen ist - denn:ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Do 17. Jun 2021, 16:56 Offenbarung ist immer sehr konkret und subjektiv. Gott spricht Menschen persönlich an unter Rücksicht auf ihre kognitiven Fähigkeiten und ihre Einbindung in den sozialen Kontext.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Do 17. Jun 2021, 16:56 Offenbarung ist immer sehr konkret und subjektiv. Gott spricht Menschen persönlich an unter Rücksicht auf ihre kognitiven Fähigkeiten und ihre Einbindung in den sozialen Kontext.