Hiob hat geschrieben: ↑Sa 17. Jul 2021, 20:17
Zippo hat geschrieben: ↑Sa 17. Jul 2021, 11:20
Es lag aber auch daran, daß die Juden den Paulus nicht mehr wollten und ihm nachgestellt haben. um ihn zu töten. Apg 9,23-24 Dann ging er nach Jerusalem und dort wollten sie ihn auch nicht mehr.Apg 9,28-29
Das sind Begleiterscheinungen, die mit der Grundfrage wenig zu tun haben.
Um welche Grundfrage ging es eigentlich ?
Hiob
Zippo hat geschrieben: ↑Sa 17. Jul 2021, 11:20
Warum soll das Sünde sein ?
Ich hatte meine Aussage auf "fordernd beten" bezogen.
Das ist doch kejne Sünde. Vielleicht ist es eine Sünde, wenn man zu egoistisch betet. Dann fehlt die richtige Grundhaltung. Jak 4,3
Hiob
Zippo hat geschrieben: ↑Sa 17. Jul 2021, 11:20
Warum bezeichnet man das als Damaskuserlebnis bzw. Erlebnis der Umkehr ?
Nur insofern, als dass Jakob seit diesem Zeitpunkt in seinem Denken und Charakter sauber ist. Dito Abraham nach seinem Isaak-Opfer.
Ich kann zunächst einmal verstehen, daß Jakob ein schlechtes Gewissen hat, weil er seinem Bruder den Segen gestohlen hat. Es ist ja schon seltsam, daß Jakob dachte, daß so etwas vor Gott möglich ist. Die Mutter hatte ihn dazu angestiftet und Esau hatte vorher die Leichtfertigkeit besessen, sein Erstgeburtsrecht für einen Teller Linsen zu verkaufen. 1 Mo 25,29-34.
Trotzdem hatte Jakob Angst vor seinem Bruder, er wußte ja nicht, daß Esau auch gesegnet war und den Erstgeburtssegen nicht vermißt hat.
Er hat an sich eine Schuld gesehen und hat sich den Segen Gottes erschlichen. Eine Prophezeiung zur Zeit der Geburt macht deutlich, daß Jakob, obwohl er der Jüngere war, den größeren Segen bekommen würde. 1 Mo 25,23. Da war solch ein Betrugsmanöver überflüssig.
Jetzt bekommt Jakob eben auf mühsamen und krummen Wegen, was er sowieso bekommen hätte.
Seine Kraft war gebrochen, denn er hinkte ja, wegen der verrenkten Hüfte. Aber der Segen Gottes war da und er schaute in das Angesicht des Esau, als sähe er Gottes Angesicht und das sah ihn freundlich an. 1 Mo 33,10
Ist Jakob jetzt besser geworden und in seinem Denken und Handeln sauberer ? Das kann ich nicht lesen, aber ich könnte mir denken, daß man nach solch einem Erlebnis mehr darüber nachdenkt, was man tut. Auch, daß man den Segen Gottes mehr zu schätzen weiss. Man könnte es auch als Gnade bezeichnen, was Jakob da erlebt hat und sein Blick war zukünftig mehr himmelwärts gerichtet, bevor er etwas unternommen hat.
Denn Gott kann krumme Wege gerade machen, aber besser ist es eben, vorher schon Gott um Rat zu fragen.
Als Jakob vor seinem Tode, seine Söhne segnet, bedenkt er den Joseph zuerst. Er war ja auch ein Sohn, den er besonders lieb hatte und seine Brüder hatten ihm übel behandelt. Jakob denkt noch einmal an diesen Kampf mit dem Engel. Er sagt, dieser habe ihn von allem Übel erlöst. Wie kann das in dem Moment geschehen sein ?
Er nimmt den Engel, um damit die Söhne Josephs zu segnen, auch sehr ungewöhnlich. 1 Mo 48,16
Jakob zeigt einen geschärften geistigen Blick, als er den Ephraim vor dem Manasse segnet 1 Mo 48,20, und seine Segensworte über seine Söhne beweisen, daß Jakob das Böse ablehnt und verurteilt. 1 Mo 49
Hiob
Zippo hat geschrieben: ↑Sa 17. Jul 2021, 11:20
Paulus hatte ja auch kein Gewissen mehr und hat den Mord an Stephanus wahrscheinlich mit einem Wort aus dem Gesetz gerechtfertigt.
Eben. - Saulus musste ein Umkehr-Erlebnis haben, um danach anders denken zu können. Und dieses Erlebnis hat er nicht herbei-"entschieden", sondern es wurde ihm aufgepfropft. - Das geschah in Sodom und Gomorrha NICHT, weil diesem eine andere heilsgeschichtliche Rolle zugeordnet wurde. - Es liegt also daran, wofür Gott auserwählt.
Gott spricht Menschen an, man könnte es Berufung nennen. Bei Jakob und Paulus ist das sehr spektakulär. Nicht alle haben Träume und Visionen. Bei manchen Menschen ist es auch eine bestimmte Führung und Begegnung mit Menschen, die auf diesem Wege hilfreich sind.
Wenn ein Mensch darauf eingeht, gilt er zunächst als erwählt, obwohl der Weg noch nicht zuende gegangen ist.
Gott kann auch negativ erwählen, das liest man von dem Pharao Rö 9,17. Obwohl der Pharao auch soviel Zeit hatte, sich zu besinnen und das Volk Israel ziehen zu lassen.
Sodom und Gomorra ist ein Sinnbild für Weltlichkeit und daraus resultierender Unmoral. Die Städte wurden damals zerstört, ein Archäologe hat sie bei Ausgrabungen nördlich des toten Meeres entdeckt.
Es wurde nur die Familie Lots vor dem Unglück gerettet. Von den anderen liest man das nicht. Erwählt für ein zukünftiges Leben werden sie auch nicht sein, es sei denn sie hätten vor oder während des Unglücks Buße getan, um eine bessere Gesinnung zum Ausdruck zu bringen.
Hiob
Zippo hat geschrieben: ↑Sa 17. Jul 2021, 11:20
Es ist dein Problem, wenn du den Gruppengott nicht magst
In der Tat würde es mir schwerfallen, Gott nicht universal zu verstehen.
Ich finde das eigenwillig und es erinnert mich ein wenig an Jakob. Wo doch die Aussagen der Bibel so deutlich für eine Erwählung sprechen.
Ich bin allerdings gegen die Lehre des Calvinismus, die besagt, daß der Mensch gar nichts an seiner Bestimmung ändern kann.
Alle Menschen sind zunächst einmal berufen, in die Gemeinschaft Gottes zurückzukehren, aber nicht alle Menschen nehmen das ernst oder leben so, daß Gott mit ihnen zufrieden ist.
Hiob
Zippo hat geschrieben: ↑Sa 17. Jul 2021, 11:20
Ich habe es immer so gelesen, daß man durch die enge Pforte auf den schmalen Weg kommt.
Ich auch. - Die Frage ist, wer zu den wenigen, die dazu ausersehen sind, diese enge Pforte selber zu finden, dazu kommt.
Sehr kompliziert formuliert.
Ich meine, es ist so eine Art Wechselspiel. Menschen bekommen eine Anregung, wenn sie darauf eingehen, dann kommt der nächste Schritt usw. bis die Beziehung einer Verlobung gleicht, einem Bündnis, wo es jetzt noch darauf ankommt, in Treue aneinander festzuhalten und aufeinander einzugehen.2 Kor 11,2 Aber der Weg wird eben schmaler.
Man kann es schon mit einer Brautschau vergleichen und der Herr Jesus Christus wirbt um Menschen, mit denen er in der zukünftigen Schöpfung leben will. Off 21,9
Gruß Thomas