Rilke hat geschrieben: ↑So 7. Jun 2026, 19:25
Nein, nicht falsch verstehen. Ich sage nicht, dass der Moslem den Willen Gottes tut und vom Heiligen Geist geleitet ist. Aber er behauptet, Gottes Willen zu tun, und
empfindet dabei dieselbe Art von Gewissheit, auf die du dich berufst.
Das kann ich nicht beurteilen, weil keiner die Gedanken und Empfindungen anderer hat bzw. kennt. Die Gabe des Hellsehens hat Gott Menschen nicht gegeben. Nur Gott kann ins Herz sehen, er allein. So ist es eine unbelegbare Behauptung.
Wir können feststellen, dass man von allen möglichen Dingen überzeugt sein kann. Gewissheit erlangt daher nicht jeder auf Basis des Wortes Jesu, denn das ist verbunden mit dem Glauben. Dann ja, dann kann sie von Gott kommen und zwar, wenn man den Willen Gottes tut. Darauf berufe ich mich, nicht dass jede Art Gewissheit derart erfolgt.
Rilke hat geschrieben: ↑So 7. Jun 2026, 19:25
Und das ist relevant, denn du berufst dich auf Joh 7,17 und sagst, dass Gehorsam Wissen und Gewissheit hervorbringt.
Ja, denn das sagt Jesus auch, also nehme ich ihn beim Wort. Ich habe aber den Einwand Ottos verstanden, sodass wir uns nicht auf der Verstandesebene reinen Wissens befinden, sondern beim Verstehen des Herzens.
Ich habe das bislang ohnehin nicht anders gelesen, sodass ich denke, dass Jesus sagt:
„Wer Gottes Willen tun will, wird die Lehre Gottes verstehen“, also nicht bloß wissen, und das bringt dem Gläubigen damit Gewissheit.
Du ziehst für mich den falschen Schluss, dass die Gewissheit aus der Denkleistung kommt, die man durch das Lesen der Schrift erhält. Die Schlüsse sind nämlich das Problem. Hast du dogmatische Grundsätze, ziehst du dogmatische Schlüsse. Hast du andere, ziehst du die sie danach, wie ich z.B. auch solche kenne, welche alles humanistisch lesen.
Das hat Jesus auch nicht gesagt, Er sagt nicht, du kennst Gottes Lehre, wenn du liest und denkst, sondern du verstehst sie, wenn du seinen Willen tust. Also nicht lesen und denken, sondern tun. Das ist der Schlüssel und etwas anderes. Man wird also nicht weiser, nur weil man die Bibel studiert. Und auch dies sehe ich nun als Weisheit.
Soweit mal theologische Gedanken, die eben
nicht ident sind mit Wahrheit, sondern eine Folge gesetzter Prämissen. Darum glauben zwar viele an Jesus, haben aber verschiedene Auffassungen. Und ich sage, soweit stellt das noch kein Problem dar.
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Es eröffnet aber einen neuen Blickwinkel, wofür ich nun Otto danke, dass nämlich die Lehre Gottes schon bekannt ist. Es ist also nicht so, dass du eine Lehre erst aufstellen musst. Der Wille Gottes muss ja bekannt sein. Wie könnte ich ihn sonst tun? Darin liegt der Knackpunkt.
Der Umkehrschluss ist, dass jemand das Wort Gottes zwar kennen, aber nicht verstehen kann, wenn er den Willen Gottes nicht tun will. Und nun dazu ein praktisches Beispiel (das mit „praktisch“ von dir war auch

)
Jesus sagt, dass er von seinem Vater gesandt wurde. Nur mal der eine Satz, nicht mehr, um es einfach zu halten. Bezeugt ist diese Aussage mehrfach. So ist es auch Gottes Lehre. Ich glaube es. Doch wie viele Juden, zu denen Jesus das gesagt hatte, wollten nichts davon wissen und drangsalierten ihn fortwährend?
Kennzeichnend für solche ist, dass sie Gottes Willen nicht tun wollen. Sie verweigern sich Gott. So werden sie auch nie verstehen, warum Jesus gesandt worden ist und fragen uns bis zum St. Nimmerleinstag Löcher in den Bauch und erhalten doch keine Antwort, oder immer dieselbe, die sie aber nicht glauben wollen.
Rilke hat geschrieben: ↑So 7. Jun 2026, 19:25
Ich bin mir gewiss, ja. Aber die Frage ist ja nicht,
ob ich die Gewissheit habe, sondern
worauf sie beruht.
Nun, theologisch beruht sie auf der Tatsache der Neugeburt. Das wäre die Lehre. Aber was nützt das, wenn sie in dir nicht auch stattgefunden hat? Bei mir war das so einschneidend, sodass man mir erst erklären musste, was abging.
Ich hatte von Theologie damals keine Ahnung, Lehre Null, oder Leere wie die Entrümpelung einer Wohnung. Dann wurde sie durch das Wort Gottes neu eingerichtet.
Ich erinnere mich, wie ich damals jede Predigt begierig wie ein Säugling nach der Muttermilch aufgesaugt hatte. Das kann ich bezeugen und mir wurde klar, es kann nur Gott sein, der nun in mir wohnt.
Rilke hat geschrieben: ↑So 7. Jun 2026, 19:25
Sie ist auf die Schrift gestützt, die die Offenbarung Gottes enthält. Sonst könnte mir alles Mögliche gewiss sein und ich hätte keinen Weg zu erkennen, ob diese Gewissheit wahr oder falsch ist.
Die Schrift kommt nun als Korrektiv dazu. Gewissheit hatte ich aber schon. Aber ja, sie liefert die zweite Grundlage. Die erste ist der Heilige Geist. Und wie immer du das siehst, so ist auch das ein Zwei-Zeugen-Prinzip.
Ich könnte heute komplett ohne Schrift leben, nicht dass ich das will, aber gesetzt den Fall du kommst ins Gefängnis und es gibt dort nichts außer Hiebe. Wer ist es dann, der dich weiter trägt?