Hiob hat geschrieben: ↑Di 20. Jul 2021, 13:09
Zippo hat geschrieben: ↑Di 20. Jul 2021, 12:25
Jakob sollte eine heilsgeschichtliche Rolle übernehmen und auch der Vater des Volkes Israel. Esau war dazu nicht geeignet.
Wäre er schon auch gewesen, aber er passte nicht in das, was Gott mit der Vorziehung Jakobs offenbaren wollte.
Mit der Vorziehung des Jakob wollte Gott offenbaren, daß Jakob der Geeignetere war, um "Segensträger" der Familie zu werden.
Das geschieht ja hier nicht zum ersten mal, wie du selbst schreibst. Esau wurde ein Jäger und ein Mensch, der in der Steppe zuhause ist. 1 Mo 25,27 Der Hebräerbrief beschreibt den Esau als einen Gottlosen, der um einer Speise willen seine Erstgeburt verkauft hat. Hebr 12,16
Das müßen keine bösen Menschen sein, aber sie leben eben nur für den irdischen Segen und an Gott haben sie wenig Interesse.
Gott hat schon in den Genen gelesen, als die beiden noch im Mutterleib waren und hat eben bestimmt, daß Jakob im Stammbaum Jesu stehen soll und nicht Esau. Mt 1,2. Und dann folgt Juda, nicht Ruben, denn Ruben hatte mit einer Nebenfrau des Jakob geschlafen und das hatte seinem Vater mißfallen. 1 Mo 35,22, 1 Mo 49,4
Jakob war das kleinere Übel, also hat Gott die Reihenfolge vertauscht und Jakob bekam das Erstgeburtsrecht und wurde Träger der Verheißungen, an denen Esau kein Interesse hatte. 1 Mo 15,1.., 17,1.., 1 Mo 22,....18
Es muß ja einen Grund geben, warum Jakob mehr von Gott geliebt wurde, wie Esau. Rö 9,13. Den Esau hat Gott sogar gehaßt, steht in Mal 1,3, aber wenn man sich die Verwendung dieses Wortes in 1 Mo 29,31 ansieht, könnte man auch sagen, daß Gott den Esau weniger geliebt hat.
Hiob
Zippo hat geschrieben: ↑Di 20. Jul 2021, 12:25
Jakob hatte Interesse an der Erstgeburt. Mir ist noch nicht ganz klar, ob er hierbei nur an daran gedacht hat, daß dies zwei Drittel des Erbes bedeutet oder hat er auch an die Verheißungen gedacht, die Abraham bekam und an Isaak weitergereicht hat ?
Gen. 25,34 <Einheitsübersetzung> Vom Erstgeburtsrecht hielt aber Esau nichts
<Luther 1984: „so verachtete Esau seine Erstgeburt“>
<Gute Nachricht Bibel: „Das Erstgeburtsrecht war ihm ganz gleichgültig“>
Diese Übersetzungen spiegeln zwei unterschiedliche Haltungen. – „Nichts vom Erstgeburtsrecht halten“ und ihm „gleichgültig“ begegnen, kann bedeuten, dass Esau als „Mann des freien Feldes“ (25,27) ein unverdorbenes Verhältnis zu Gott hat. Interpretierbar in diesem Sinne ist, dass er als „Naturbursche“ ein Erstgeburtsrecht mit allen seinen Privilegien nicht benötigt, um Gott nahe zu sein. Damit wäre Esaus Verzicht auf das Erstgeburtsrecht Ausdruck gott-orientierter Haltung, die keiner gesellschaftlichen Gerüst-Strukturen bedarf.
Esau hatte allen Aussagen der Bibel zufolge überhaupt kein Verhältnis zu Gott, nur den väterlichen Segen wollte er schon haben und hat gedroht seinen Bruder umzubringen, weil er ihn betrogen hat.
Das ist eigentlich eine seltsame Reaktion, wo er vorher das Erstgeburtsrecht verachtet hat, mit den Worten, "ich muß ja doch sterben". 1 Mo 25,33. Das heißt, an dem diesseitigen Segen hatte Esau schon Interesse und er war auch ein wenig in seiner Ehre gekränkt, daß der Bruder ihn betrogen hatte.
Aber an den Verheißungen, die Gott dem Abraham für die Nachkommen verheißen hatte, hatte Esau kein Interesse.
Und man darf sicher sein, daß Isaak die Geschichte seiner eigenen Beinah Opferung den Söhnen weitererzählt hat und auch von dem Segen, den Gott aufgrunddessen an die Nachkommen vergeben wollte. Aber wer sagt, ich muß eh sterben, hat natürlich an sowas kein Interesse.
Hiob
Untersucht man die Umstände, unter denen das Erstgeburtsrecht seinen Besitzer wechselt, stellt man fest, dass Jakob berechnend eine Schwäche Esaus ausnutzt, also im Sinne Kains bei seiner Tat den Blick nach unten richtet (vgl.4,5).
Esau lebt für den Augenblick Jakob ist verschlagen, wer ist nun der Bessere für Gott ?
Esau hätte vielleicht nie seinen Blick in den Himmel erhoben, Jakob tat es schon und er war auch gehorsam und erfüllt sein Gelübde. 1 Mo 28,14-15 Er kehrte zu seinem Bruder zurück, obwohl er Angst vor ihm hatte und war damit dem HERRN, seinem Gott, gehorsam.
Hiob
Bei Mose ist es in der Tat anders, wobei auch hier klar sein sollte, dass der Pharao ein Opfer der Heilsgeschichte wird:
Exodus
4,23 Ich <Jahwe> will sein Herz verhärten, so dass er <Pharao> das Volk nicht ziehen lässt.
Das ist ein ganz seltsames Wort, das man nicht mal auf den Pharao beziehen muß, denn in der Reaktion wollte der HERR ja den Erstgeborenen der Frau des Mose, also Ziporra töten 1 Mo 4,4. Sie entgeht dem Unheil, indem sie ihren erstgeborenen Sohn beschneidet.
Und wenn man das auf den Pharao bezieht, ist es nurmehr eine Drohung, die später auch Wirklichkeit wird.
Es ist wirklich nicht angebracht, aus dem Pharao ein armes Opfer zu machen. Der hatte trotz seiner Boshaftigkeit die Freiheit, das Volk Israel ziehen zu lassen.
Hiob
7,3ff Ich will aber das Herz des Pharao verhärten … und unter gewaltigem Strafgericht … die Israeliten aus Ägypten führen.
14,4 Ich will das Herz des Pharaos verhärten … und an seiner ganzen Streitmacht meine Herrlichkeit erweisen, und die Ägypter sollen erkennen, dass ich der Herr bin.
Wiederholt wird hier Gott dargestellt als einer, der absichtlich eine gütliche Lösung vermeidet, um mit Gewalt zeigen zu dürfen, wer „der Herr“ ist.
So steht es im Rö 9, aber du vergißt, daß der Pharao alle freundlichen Bitten des Mose, das Volk Israel ziehen zu lassen überhört hat. Und da war sein Herz noch nicht verstockt. 2 Mo 5,1
Hiob
Dies passt ganz sicher nicht zu dem, was Paulus in
1.Kor. 13,4ff
4 Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht verbissen,[2] sie prahlt nicht und schaut nicht auf andere herab. 5 Liebe verletzt nicht den Anstand und sucht nicht den eigenen Vorteil, sie lässt sich nicht reizen und ist nicht nachtragend. 6 Sie freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. 7 Liebe nimmt alles auf sich,[3] sie verliert nie den Glauben oder die Hoffnung und hält durch bis zum Ende.
Gott muß ja nicht jeden Menschen lieben. Du liebst ja auch nicht jeden. Grundsätzlich bekommt jeder Mensch eine Chance, aber wenn er lauer böse Dinge treibt und für Gottes Ermahnungen unempfänglich ist, dann wird sich Gottes Liebe in Hass und Zorn verwandeln. Rö 2,5
Hiob
Möglicherweise liegt die Lösung für das Los des Pharao in folgendem:
Deut.
29,3 Aber einen Verstand, der wirklich erkennt <Buber: „ein Herz, zu erkennen“> … hat der Herr Euch bis zum heutigen Tag nicht gegeben
Mit anderen Worten: Der Pharao kann nichts dafür, wenn er bei nicht schlechteren Charaktereigenschaften als die, die Jakob hat, NICHT gesegnet wird. Seine heilsgeschichtlich vorgesehene Funktion ist eine andere, weil er derjenige sein soll, an dem den Israeliten die Macht Gottes gezeigt werden soll.
Sicher kann der Pharao etwas dafür. Er hätte ja Israel ziehen lassen können. Er hatte sie genügend geschunden. Das allein war schon eine Sünde.
Und trotz seiner Verschlagenheit war Jakob der bessere Mensch. Das ist eigentlich überhaupt keinen Vergleich wert.
Die Sklavenhalter dieser Welt, die andere Menschen unterdrückt haben, kommen nicht in die neue Schöpfung, aber die verschlagenen, die aber letztlich auf Gottes Stimme hören, schon.
Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.