In den Evangelien werden „Dämonisierte“ häufig von Angehörigen oder anderen Menschen zu Jesus gebracht. Woraus ergibt sich, dass diese Menschen die Gabe der Geisterunterscheidung oder überhaupt eine Wiedergeburt durch den Heiligen Geist gehabt haben müssen? Selbst, wenn sie die Gabe der Geistunterscheidung hatten und deswegen von Dämonen sprachen, folgt daraus nicht, dass sie wiedergeboren waren.
Ob die Gabe der Geistunterscheidung auch zum Erkennen von "Dämonisierung" abhängig ist, dazu sind die Hinweise im NT zu diffus. Nur weil es um Geister geht und Dämonen auch Geister sind, ist noch nicht gesagt, dass diese Gabe damit zusammenhängt. Vielleicht für die Austreibung der Dämonen, aber noch nicht für die Diagnose. Wenn es um Lehren von Dämonen (1. Timotheus 4,1) geht, stimme ich dir zu, aber damit kämen wir ja in genau den Bereich, der mir die ganze Zeit besonders wichtig war, den du aber aus diesem Thema raushalten wolltest.Helmuth hat geschrieben: ↑Di 7. Jul 2026, 12:05Dazu halte ich meine These aufrecht, dass diese spezifische Gabe keine ist, die man für den Alltagsgebrauch erhält, aber im Zuge der Verkündigung muss dir ja Gott Bescheid geben, sonst predigst du möglicherweise einem Dämon. Und das macht was für einen Sinn?
Auf Kochs Seite gibt es einen Text genau zu dem Thema Geistunterscheidung: https://horst-koch.de/geisterunterscheidung/
Beyerhaus nennt eine ganze Reihe von Prüfkriterien: Lehre, Christuszeugnis, Frucht, Übereinstimmung mit der Schrift usw. Dabei fällt der Begriff „Dämon“ noch gar nicht.
Erst später ist von einer "dämonischen Macht" die Rede, und zwar nicht als allgemeines Prüfkriterium, sondern im Zusammenhang mit einem Bespiel einer Misionsreise auf Indonesien mit einer Frau, die nach der Lektüre eines Koch-Buches zu dieser Deutung gelangt.
Bemerkenswert finde ich, dass Beyerhaus Koch hier nicht einfach folgt, sondern ihn ausdrücklich korrigiert: Die bloße Existenz außergewöhnlicher Heilungen sei für ihn gerade kein ausreichendes Kriterium für das Wirken des Heiligen Geistes.
Wenn wir von der Gabe der Wunderheilung sprechen, so müssen wir wissen, daß es bis zum heutigen Tage Religionen gibt, die ebenfalls wunderhafte Heilungen vollbringen. – Daran hat der bekannte Autor Kurt Koch wohl nicht genügend gedacht, als er sein Buch schrieb über die indonesische Erweckungsbewegung „Uns Herr wirst du Frieden schaffen“. Er hat darin die Ansicht vertreten, daß in Indonesien eine große Geisteserweckung ausgebrochen sei und in ihr alle urchristlichen Gnadengaben wiedergeschenkt worden seien, die der Kirche in der Zwischenzeit verloren gegangen waren. Dies sei das Zeichen dafür, dass das Ende der Geschichte gekommen sei, denn am Ende müsse es wieder sein wie am Anfang. Welch ein Irrtum!
Erst ist die Geistunterscheidung wichtig und dann auf einmal egal ?Helmuth hat geschrieben: ↑Di 7. Jul 2026, 12:05Und wenn du die Autorität hast, dann ist es egal, ob die Störung psychisch oder dämonisch wäre. Du gebietest ihr im Namen Jesu zu verschwinden. Das Werk selbst vollbringt ja Gott Kraft seines der Heiligen Geistes und nicht der Mensch. Das gilt selbst für Jesus.
Zumindest zum Ausztreiben ist der Finger Gottes notwendig.