Helmuth hat geschrieben: ↑So 28. Aug 2022, 07:56
Du redest von Beurteilung, nicht vom Maßstab, das bei gleichem Tatbestand durchaus unterschiedlich ausfallen kann. Der Maßstab bleibt dabei ein und derselbe, das geht nicht anders, wenn man die Person nicht ansieht. Ich denke, hier mangelt es am Vermögen juristisch präziser zu differenzieren. Ja, dem begegnet man oft.
Nein, ich rede explizit und implizit vom Maßstab, der der Bewertung zu Grunde liegt. Der Maßstab für das zwölfstämmige Israel waren die 10 Gebote. Für den Rest der Menschen galten sie als kodifizierte Form so nicht. Es war ja gerade die Besonderheit Israels, dass sie die Gebote Gottes derart offenbart bekamen. Das wird im NT noch mal bestätigt. Dennoch war und ist es nie so gewesen, dass Gott den Nationen völlig freie Hand ließ. Auch für sie hat er einen Maßstab und der ist das eigene Gewissen des Menschen. Wenn jeder Mensch nach seinem Gewissen beurteilt wird, kann man sagen, dass jeder gleich gemessen wird allerdings doch unterschiedlich, da zwar jeder ein Gewissen hat, dieses im Detail aber anders charakterisiert ist. Wie man richtet, so wird man gerichtet.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 28. Aug 2022, 07:56
Der soziale Status hat auch mit dem Charakter eines eines Menschen nichts zu tun. Alle sündigen und mangeln an Herrlichkeit Gottes, nur jeder auf seine eigene Weise. So kennen ich reiche Neider und arme, reiche Gierige und arme.
Nur weil sowohl Reiche als auch Arme auf ihre Weise Gier und Neid empfinden können, ist das doch kein Beleg dafür, dass der soziale Status mit dem Charakter nichts zu tun hat. Der soziale Status hat nichts damit zu tun, ob der Mensch einen Charakter hat, aber wie der Mensch charakterisiert ist, das hat sehr wohl damit zu tun. Du verwechselst die Definition des Begriffes Charakter mit charakterlichen Merkmalen.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 28. Aug 2022, 07:56
Das kann man anhand simpler Beobachtungen feststellen. Ich war z.B. in einem All-You-Can-Eat Lokal, das ausnehmend billig war. Was du da an Freßgier des einfachen Volkes beobachten kannst ist sensationell. Aber Reiche tun es nicht weniger, sie geben dafür bloß mehr Geld aus.
"Sie geben dafür
bloß mehr Geld aus." - Schon erstaunlich, welch wesentlichen Punkt du hier mal eben zum Verschwinden bringst
Helmuth hat geschrieben: ↑So 28. Aug 2022, 07:56
Ebenso ist die Sünde des Stolzes über alle Schichten hinweg anzutreffen. Ich habe einen Fall beschrieben, dass man zu stolz war, sich einladen zu lassen, obwohl sich der arme Schlucker das Preisnievau nicht leisten konnte. Lieber geht man finanziell krachen als Hilfe dankbar annzuehmen. Viele missachten das Saat-Ernte-Prinzip, das Paulus in 2 Kor. 8-9 anspricht.
Die Zusammenhänge sind auf psychischer Ebene sehr viel komplexer. Das hat nicht nur mit Stolz tu tun, sondern viel mehr auch mit Selbstschutz. Was je nach Fall überwiegt, weiß allerdings nur der Betreffende selber. Und er tut gut daran, sich da zu reflektieren und das vor Gott zu bringen.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 28. Aug 2022, 07:56
Die Jammerei, dass man nichts hat und andere zu viel, macht auf mich heute keinen Eindruck mehr, wenn ich feststelle, es wurde nicht richtig gesät. Die Hilfe besteht dann nicht in Geldleistung, sondern in der Motivation seinen A... hochzubekommen und auch etwas zu tun. Almosen sind da sogar kontraproduktiv.
Ja, Menschen machen Fehler im Leben. Ich glaube aber an einen gnädigen Gott, der Jammernde nicht abweist, sondern gerade sie hören will. Dass er Menschen eben nur dann hört, wenn sie sich demütig an ihn wenden. Ich verweise da noch mal Jesu Beispiel vom Pharisäer und Zöllner aus Lukas 18,9-14.
Von Menschen, die stolz vor ihn treten und sagen "sieh doch, wie toll ich alles gemacht habe" wird er sich angeekelt abwenden.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 28. Aug 2022, 07:56
Jesus sagt zum Geben nämlich beides, und zwar gebt und gebt auch nicht. Ich stelle seine Worte gegenüber:
Lk 6,30 hat geschrieben:
Gib jedem, der dich bittet, und von dem, der dir das Deine nimmt, fordere es nicht zurück.
Mt 7,6 hat geschrieben:
Gebt nicht das Heilige den Hunden; werft auch nicht eure Perlen vor die Schweine, damit sie diese nicht etwa mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen.
Im letzten Vers geht es um das Heilige. Na was ist das wohl ?
Helmuth hat geschrieben: ↑So 28. Aug 2022, 07:56
Gott kennt nicht das Gießkannenprinzip humanistischer Sozialinstitutionen, wobei nicht alle auch so sind.
Gott kennt sehr wohl ein Gießkannenprinzip
Matthäus 5,44 Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und betet für die, die euch beleidigen und verfolgen, 45 damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist; denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte.
Siehe auch Apostelgeschichte 14,15-17
Sozialstaatliche Institutionen folgen aber nicht einem humanistischen Gedanken, den geben sie nur vor. In Wahrheit ist die Absicht dahinter rein utilitaristisch und machiavellistisch.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 28. Aug 2022, 07:56
Man muss jede Situaion einer geistlichen Beurteilung unterziehen. Darin hat mir Gott einige Lektionen in Sachen Barmherzigkeit erteilt, denn das sah ich früher anders, indem man Jesu Wort nur einseitig betrachtet.
Du sollst die Situationen anderer Menschen gar nicht beurteilen. Du darfst höchstens sagen, wie sich dir etwas gerade darstellt und unter welchen Prämissen du das wahrnimmst.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 28. Aug 2022, 07:56
Jo heast, auf welchem Planeten lebst du? Es gibt Listen über die Superreichen. Der objektive Maßstab ist simpel die Bezifferung ihres Vemögens. Hier eine der Listen:
https://www.wiwo.de/erfolg/trends/forbe ... 81100.html Und noch besser als wir kennen sie Gottes Diener als Beamte der Finanzämter.

Mangels einer Vermögenssteuer in Deutschland, gibt es keine verlässlichen Erhebungen dazu, die den Finanzämtern vorlägen. Der von dir sogenannte objektive Maßstab ist also nichts anderes als eine Schätzung aufgrund gewisser öffentlich zugänglicher Daten oder persönlicher Befragungen. Eigentlich ziemlich wertlos das Ganze. Ich empfehle da mal bei Youtube nach Vorträgen des Soziologen Prof. Michael Hartmann zu suchen, der in den Medien auch als Elitenforscher bezeichnet wird.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 28. Aug 2022, 07:56
1. Mo 13,2 hat geschrieben: Und Abram war sehr reich an Vieh, an Silber und an Gold.
Naja, da waren Sachgüter gemeint. Gold und Silber verstehen wir erst mal synonym als geldwertes Zahlungsmittel. Das ist hier aber gerade nicht gemeint. Von einem staatlich institutionalisierten Zahlungsmittel, einer Währung, ganz zu schweigen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschicht ... %C3%BCnzen
Helmuth hat geschrieben: ↑So 28. Aug 2022, 07:56Hiob war ebenso reich, nur lasse ich das Buch für exegetische Betrachtungen außen vor. Es lehrt mich darin nicht.
Dass Hiob reich war habe ich ja nie bestritten. Aber dass du das Buch Hiob außen vor lässt, hat nicht auch zufällig damit zu tun, dass Gold und Silber hier so ziemlich nur im negativen Kontext erwähnt werden ?
Bezüglich Abrahams und Hiobs Reichtum, bekenne ich nicht nur, dass sie ihn hatten und haben sollten, sondern dass die gleiche Art von Reichtum von Gott auch für das Volk Israel zugedacht war und ist. Immer noch ist. Unter Israel verstehe ich diesbezüglich die Gemeinschaft aus gläubigen Juden und Nationen. Das ist aber defintiv kein Reichtum, der auf Ungleichheit basiert. Das AT liefert mehrere Belegstellen dafür, dass jeder sein eigenen Haus bewohnen, sein eigenes Land bearbeiten soll usw. Unter gegenwärtigen Maßstäben ist solcher Reichtum aber kein Reichtum, sondern im Gegenteil wird das als Armut definiert aufgrund des Ausschlusses vom internationalen Markt.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 28. Aug 2022, 07:56
Natürlich, aber ehe wir dazu kommen hast du schon mehrere Torpedos gegen den grundsätzlichen Besitz abgefeuert. Ich hatte dazu zuvor schon Aspekte bzgl. für und wider das Geben gegeben. Dort kannst du gerne anknüpfen.
Nein, gegen grundsätzlichen Besitz habe ich keine Torpedos abgefeuert, ich wollte lediglich differenzieren. Hiobs und Abrahams Reichtum sind keine Belohnung oder Erfolge ihrer Leistung, sondern Gottes Vorleistung, derer sie sich dann würdig erwiesen. Der Reichtum der israelitischen und anderer Nationen Könige ist allerdings Kriegs- und Handelsbeute, was nicht gelobt wird, sondern massiv kritisiert und dessen Kritik daran in Hesekiel ihren Höhepunkt hat.