Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

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Ziska
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Ziska »

Wenn man mit seinen Nächsten über die gute Botschaft spricht, ist es sinnvoll in kleinen Schritten vorzugehen.

Es werden einfache Themen besprochen, die die notwendige Grundlage bildet, um den schwierigeren Stoff auch zu verstehen.

Ansonsten wird das kleine Pflänzchen mit dem Wasser der Wahrheit ertränkt.

Zum Einstieg wären folgende Themen gut:
„Ist die Bibel ein Buch für mich?“
„Welche Hoffnung gibt die Bibel?“
„Kann man der Bibel vertrauen?“

Danach könnte man z.B. mit diesen Themen weitermachen:
„Gibt es Gott?“
„Woran kann man erkennen, dass es Gott gibt?“
„Wie ist Gottes Persönlichkeit?“
„Was ist Gottes Plan?“
„Was erwartet Gott von uns?“

Es muß ein solides Fundament gelegt werden.
Das Glaubenshaus wird dann nämlich auf Stein gebaut und nicht auf Sand, wie Jesus mal sagte.

Dann kann man weiter darauf aufbauen.
Liebe Grüße von Ziska
Kann der Mensch dem Krieg ein Ende machen?
Neugierig geworden? Schreib mir bitte PN! :wave:

Mit der Intelligenz ist es ja so:
Entweder man hat sie oder man weiß gar nicht, dass sie einem fehlt
8-)
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Zippo
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Zippo »

Magdalena61 hat geschrieben: Fr 13. Feb 2026, 18:28 Es wäre mir neu, dass es Heidenmissionaren aufgetragen ist, Gericht zu verkündigen.
Ach, ich dachte, das wäre so dein Aufhänger:
Magdalena schrieb:
Hier ist beispielsweise Gelegenheit, Ungerechtigkeit zu thematisieren, die jeder bestätigen kann... und darauf hinzuweisen, dass die Urheber und Vertreter derselben sich warm anziehen müssen... denn eines Tages werden sie sich, wenn schon nicht vor einem weltlichen Gericht, dann doch vor dem Gericht Gottes verantworten müssen
Aber du hast recht, der Herr Jesus Christus hat uns die Botschaft aufgetragen, wie wir vor dem Gericht Gottes bewahrt werden.
[Luther 1912: Joh. 5,24] Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.
Magdalena
Man kann von jemandem, der nicht geistlich gesinnt ist, nicht fordern, was das Fleisch nicht leisten kann. Deshalb brauchen die Leute unbedingt Kontakt und Vertrauen zu Gott. Eine geistliche Gesinnung können wir nicht selbst "herstellen"; dafür brauchen wir die Hilfe und die Kraft des Heiligen Geistes, und es gibt Vorausetzungen ("lasst euch vom Geist erfüllen").
Der Heilige Geist wirkt mit dem Verkünder des Evangeliums und einer inneren Stimme vertrauen ist mehr als der Verstand.
Als ich gläubig wurde, habe ich ehrlichgesagt wenig gewußt und wenig verstanden. Aber da war so ein Drängen, daß mich dazu bewegt hat, dem Bibelstudenten Folge zu leisten und ein kleines Gebet zu sprechen. Dazu war mir eine kleine 5 Punkte Anleitung eine wervolle Hilfe.
Magdalena

Leider sind auch Freikirchen heute ziemlich einseitig geworden. Zu sehr in Richtung Wohlstandsevangelium, Freizeitgestaltung.

Was ist nur mit der Buße geschehen?

Fortgeschrittene brauchen eine andere Nahrung als Einsteiger.
Mit der Buße wird jeder aufrichtige Christ konfrontiert, das macht ja auch der Heilige Geist. Rö 2,4 Muß die Buße nicht auch eine Wiedergutmachung beinhalten, insofern möglich ? Ich habe da auch so ein Drängen verspürt.

Wohlstandsevangelium ist auch nicht meine Linie. Aber ich habe auch verschiedene Freizeiten mitgemacht, das war immer schön.

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Helmuth
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

@Ziska: Sorry, davon halte ich ehrlich gesagt nichts, denn das nenne ich auch nicht Verkündigung. Auf dieselbe Weise wirbt man für Yoga oder sonstige Dinge, wie halt für die ZJ, die nur eine Lebens- oder Weltverbesserung anstreben.

Bei der Umkehr muss dein Herz umgedreht werden, und das erreicht man nur, wenn dich der Heilige Geist auch aufrüttelt. Erst wenn man begreift, was die Konsequenzen deiner Sünde sind und wofür Jesus gestorben ist, kann der Same eindringen. Was du ansprichst nenne ich das Wachstum im Herrn, und das geht bei nur in kleinen Schritten, aber dazu müssen sie auch bereits bekehrt sein.

Eine Umkehr hingegen ist ein sehr einschneidender Prozess. Das sehen wir gerade im Studium der ersten Christen, was du ja erforschen willst. Und wer das nicht ernsthaft genug macht, daraus wird oft nichts oder nur ein Mitläufer. Das wiederum lehren die NT-Berichte.
Zuletzt geändert von Helmuth am Sa 14. Feb 2026, 18:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Magdalena61
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Magdalena61 »

renato23 hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 09:34
Magdalena61 hat geschrieben: Fr 13. Feb 2026, 18:28 Man kann von jemandem, der nicht geistlich gesinnt ist, nicht fordern, was das Fleisch nicht leisten kann. Deshalb brauchen die Leute unbedingt Kontakt und Vertrauen zu Gott. Eine geistliche Gesinnung können wir nicht selbst "herstellen"; dafür brauchen wir die Hilfe und die Kraft des Heiligen Geistes, und es gibt Vorausetzungen ("lasst euch vom Geist erfüllen").
Da würde Dir aber Paulus klar widersprechen. Denn er zeigte klar auf, was für das Evangelium Jesus Christus vom Reich Gottes künftig an gottferner -fleischlicher-Gesinnung gekreuzigt (an den Nagel gehängt, aus dem Leben verabschiede werden müsse), da die noch fleischlich gesinnt sind am Reich Gottes keinen Anteil haben, nicht Teil davon sein können.
Wenn du das aus eigener Kraft schaffst, dann herzlichen Glückwunsch.
Damit wärst du die einzige Ausnahme von der Regel.

Röm. 8,5 und Gal. 5,19, die du zitierst, richten sich an Christen, an die Gemeinde; an Menschen, die die Erstlingsgabe des Geistes bereits empfangen haben und das Wirken des Heiligen Geistes aktivieren können, anstatt Ihn zu betrüben und zu dämpfen.
24 Die aber Christus Jesus angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden. 25 Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln.
Damit bestätigst du, was ich geschrieben hatte:
Magdalena61 hat geschrieben: Fr 13. Feb 2026, 18:28Man kann von jemandem, der nicht geistlich gesinnt ist, nicht fordern, was das Fleisch nicht leisten kann. Deshalb brauchen die Leute unbedingt Kontakt und Vertrauen zu Gott. Eine geistliche Gesinnung können wir nicht selbst "herstellen"; dafür brauchen wir die Hilfe und die Kraft des Heiligen Geistes, und es gibt Vorausetzungen ("lasst euch vom Geist erfüllen").
Das bezog sich auf Nichtchristen; auf Menschen, die keine Beziehung zu Gott haben.

Auch Eph. 5, 8-20 hat dazu etwas zu sagen zum Thema Verbesserungsbedarf bei Christen: Daran arbeiten, den alten Menschen auszuziehen und den neuen Menschen anzuziehen. Es ist eine aktive Mitwirkung des Menschen erforderlich. Die Veränderung muss er wollen. Dazu ist Einsicht nötig, nämlich die Erkenntnis, warum es Veränderung braucht.
In mancher Beziehung mögen Verzicht und Opfer gefordert sein- bis man sich an das neue, das andere Leben gewöhnt hat. Ich muss wissen, warum ich verzichte... sonst halte ich nicht durch. Dazu brauche ich die Verbindung zu Gott und das Wissen, dass Er dies oder das nicht gutheißen kann. Er schenkt mir die Kraft- und belohnt mich, wenn ich nicht aufgebe.

So etwas kannst du nicht zu jemandem sagen, der keine Ahnung hat von der Materie. Nichtchristen haben sowieso die Befürchtung, Gott sei ein Spaßverderber, ein Erbsenzähler, und wenn man sich auf Gott einlasse, müsse man auf alles verzichten, das einem Freude macht.

Zu diesem puritanischen Gottesbild tragen Leute wie du einiges bei mit diesen ständigen Aufforderungen, ein "gottgefälliges Leben" zu führen. Im Prinzip ist es richtig, aber die Wortwahl ist grausam... man kann das auch anders formulieren, und anstatt Druck auszuüben, dem viele ausweichen wollen werden, wäre es besser, daran zu arbeiten, dass Menschen Vertrauen in Gott entwickeln.

Hebr. 11,6
Aber ohne Glauben ist’s unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt.

Sorgt mal dafür, dass Menschen glauben können; räumt möglichst alle Hindernisse aus dem Weg, anstatt auch noch mehr davon aufzubauen, Erbsenzähler.

So langsam könnte man hier wirklich verzweifeln.

Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die von Islamisten, dann bleibt besser zu Hause... denn dann richtet ihr nur Schaden an.
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renato23 hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 09:34Alle Jünger und Apostel rufen im Auftrag jesus Christus dazu auf, alle bisherige Bosheit abzulegen...sich zu reinigen wie Jesus rein ist...also aktiv an der Heiligung zu arbeiten, wobei ja diesbezügliche Anleitungen mannigfaltig in der Bibel vorhanden sind.
Ja.

Ich wiederhole:
In diesem Thread diskutieren wir über den Einstieg in ein Leben mit Gott.

Vielleicht haben manche hier einfach zu wenig Kontakt zu Nichtchristen und können sich nicht in diese einfühlen. Wenn ich jemanden gewinnen will, muss ich checken, wie er tickt, damit ich ihn da abzuholen kann, wo er steht. Und das geht am besten mit Themen, die ihm bekannt sind... man spricht darüber und reflektiert dann auf Aussagen und Prophetien der Bibel- ohne zu übertreiben!!-... denn wenn das Gegenüber realisiert, dass die Bibel weder weltfremd noch bedrohlich ist für ihn, sondern seine Interessen vertritt und er deshalb innerlich "zustimmen" kann, dann steht er der Bibel dann zumindest nicht mehr ganz ablehnend gegenüber.

Von Ziskas Erfahrung könnt ihr profitieren.
LG
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Magdalena61 »

Helmuth hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 16:51 Bei der Umkehr muss dein Herz umgedreht werden, und das erreicht man nur, wenn dich der Heilige Geist auch aufrüttelt.
Und woher willst du wissen, ob der Mensch, den du anvisierst, vom Geist Gottes "aufgerüttelt" worden ist?
Oder möchtest du selbst "aufrütteln"?

Bei der Umkehr muss das Herz nicht "umgedreht" werden, wie kommst du darauf?

Bei vielen beginnt der Glaube auf der intellektuellen Ebene- es ist schon viel, wenn jemand überhaupt zuhört und bereit wird, auf Gott zuzugehen.

Info: Gleichnis vom Sämann: In Israel war es zur Zeit Jesu üblich, zuerst zu säen und danach zu pflügen.

Unsere Aufgabe ist es, zu säen. Das Pflügen können wir Gott überlassen.
LG
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Helmuth
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Magdalena61 hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 17:05 Und woher willst du wissen, ob der Mensch, den du anvisierst, vom Geist Gottes "aufgerüttelt" worden ist?
Was ich möchte ist eigentlich Nebensache. Unsere Umkehr ist Gottes Wille und ich verkündige nach Gelegenheit, wie es der Herr führt. Das mache ich heute anders als früher. Ich stehe deswegen nicht emotional daneben, aber ich darf meinen Willen nicht in den Mittelpunkt stellen. Es geht um Leben oder Tod. Ein Notarzt könnte das gut verstehen.

Oder der Vergleich: Ein als Koch dienender Arbeiter kocht nicht für sich selbst, sondern für Gäste. Dabei gibt der Chef das Speisenangebot vor und auch die korrekte Zubereitung. Und wenn keine Bestellung reinkommt, dann kocht er nicht. Er kann in der Zeit seine Küche reinigen. Der Koch hat sich an diese Vorgaben zu halten. Und darin soll er gut sein. So ist das auch eine Gabe.
Magdalena61 hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 17:05 Bei der Umkehr muss das Herz nicht "umgedreht" werden, wie kommst du darauf?
Was bedeutet für dich Unkehr? Ich formuliere die Frage anders. Vor Paulus Umkehr schnaubte er Mord gegen die Jünger Jesu und suchte den Weg auszurotten. Drei Tage nach seiner Umkehr predigte er Christus mitten unter den Jüngern.

Nun die Frage: Was ist mit seinem Herzen passiert? Ich hoffe, du stößt dich nicht an reinen Begrifflichkeiten, wie beim Wort „Buße“. Unter uns, denke ich, darf ich das verlangen.
Magdalena61 hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 17:05 Unsere Aufgabe ist es, zu säen. Das Pflügen können wir Gott überlassen.
Beides ist unsere Aufgabe, auch das Ernten. Was allein Gott gibt ist das Wachstum. Das kann nur er. Verkündigen ist eine Aussaat. Gespräche führen ist auch eine Form der Saat, aber doch eine andere Tätigkeit als die Verkündigung. Beides sind Dienste und Gaben.

Weil es hier um das Predigen des Evangeliums geht, konkret „was“ und „wie“, so konzentriere ich mich darauf. Du redest von der Vorarbeit, die auch getan werden muss, das sog. Ziehen, wie es Jesus formuliert. Wer sich ziehen lässt, muss aber einmal auch vor die entscheidende Frage gestellt werden. Dann hört alles Diskutieren und Erklären auf.

In dem Moment sehe ich das so, dass derjenige nicht vor mir, sondern vor Jesus steht, den ich als sein Botschafter in dem Fall vertrete. Was er mir sagt, das sagt er Jesus. Darum ist das auch kein Alltagsgespräch. Jesus sagt:
Lk 10,16 hat geschrieben: Wer euch hört, hört mich; und wer euch verwirft, verwirft mich; wer aber mich verwirft, verwirft den, der mich gesandt hat.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Isai
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Isai »

Helmuth hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 18:21 In dem Moment sehe ich das so, dass derjenige nicht vor mir, sondern vor Jesus steht, den ich als sein Botschafter in dem Fall vertrete. Was er mir sagt, das sagt er Jesus. Darum ist das auch kein Alltagsgespräch.

Danke für den Hinweis, Helmuth.


Es heißt ja:

2. Korinther 5:20 Elber1871 hat geschrieben:So sind wir nun Gesandte an Christi Statt als ob Gott durch uns ermahnte; wir bitten an Christi Statt: Laßt euch versöhnen mit Gott!
2. Korinther 5:20 konNT hat geschrieben:Daher sind wir Gesandte für Christus, als [ob] Gott durch uns zuspräche. Wir flehen für Christus: Laßt euch [mit] (von) Gott versöhnen (wörtl.: herabändern)!
So ist jedoch für uns nur Einer Gott, der Vater, aus Dem alles und wir in Ihm
und nur Einer Herr, Jesus Gesalbter, durch Den alles und wir durch Ihn.
1. Korinther 8:6
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Lea
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Lea »

Helmuth hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 18:21
Magdalena61 hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 17:05 Bei der Umkehr muss das Herz nicht "umgedreht" werden, wie kommst du darauf?
Was bedeutet für dich Unkehr?
Diese Frage würde ich mal vom Grundsatz her allen Beteiligten dieses Threads stellen.
Was bedeutet Umkehr überhaupt?

Vom Wortlaut her bedeutet das zunächst, dass man schon mal auf einem Weg/an einem Ort gewesen ist, zu dem man "umkehren" soll.

Wenn ich in der Bibel den Ruf Gottes an sein Volk zur Umkehr lese, dann lese ich zunächst nur "Kehrt um zu MIR"
Dann bedeutet das ganz einfach, dass die Menschen auf einem Weg ohne Gott geraten sind - und umkehren sollen, um ihren Weg (wieder) mit Gott zu gehen.

Der Weg ohne Gott führt dazu, Böses zu tun - genannt "Sünde". Das ist das Symptom, was geschieht, wenn man auf dem Weg ohne Gott ist.

Wenn man noch nie mit Gott auf dem Weg war, gibt es keine Umkehr, sondern erst einmal die Hinwendung zu Gott, damit Gott sich diesem Menschen erkennbar macht. Erst in der Gegenwart Gottes (in seinem Licht) kommt auch die Erkenntnis der Sünde. Das sind die Dinge, welche zwischen Gott und den Menschen standen.

Meine Erfahrung ist, dass die Betonung auf das Nennen der einzelnen sündigen Taten legt, welche allgemein "Sünde" genannt werden, nur oberflächlich nach Umkehr aussieht.

Besser ist es, Menschen zuerst mal nur zu Gott zu führen. Gott hat seinem Volk versprochen, dass er von Menschen, die IHN von ganzem Herzen suchen, sich auch finden lässt. Jeremia 29,13-14.

DAS ist das Evangelium ... so wie es Jesus auch immer gepredigt hat :!:

... und erst dann kann der Mensch überhaupt erst wahrnehmen, was ihn gehindert hat, mit Gott zu leben. Das sieht bei jedem Menschen anders aus.

Gott schaut in das Herz und wirkt genau dort, wo es Heilung braucht. Dazu braucht es keine Auflistung eines Sündenkatalogs. Jeder, der sich von Gott berühren lässt, weiß, was zu tun ist. Weil Gott ihn anspricht... genau dort, wo Heilung erforderlich ist.
Glauben (an Gott) funktioniert nicht, indem man "über" den Glauben redet, sondern indem man Glauben LEBT.
Sichtbar werden die Spuren indem sie hinführen zu Gott. Denn Gott findet man nur bei Gott selbst.
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Helmuth
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Isai hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 19:06 Danke für den Hinweis, Helmuth.
Gern geschehen. 2 Kor. 5:20 sagt das auch aus. Ich zitiere bevorzugt Jesu Wort. Eine noch höhere Wertigkeit kann es nicht geben. Es würde auch schon Paulus' Aussage reichen, der uns sein Wort auslegt, aber Jesus legt für alles die Grundlage.



Lea hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 19:29 DAS ist das Evangelium ... so wie es Jesus auch immer gepredigt hat :!:
Zu dem, was du über Umkehr schreibst, kann ich im Großen und Ganzen zustimmen. Die Umkehr meint klarerweise sich auf Gott zu besinnen oder wieder zu besinnen und sich neu auszurichten, falls man schon einmal einen Bezug zu ihm hatte, wie es für die Israeliten der Fall ist, die in einem Bundesverhältnis zu Gott stehen. DAS Evangelium, was das ist, und wie wir es verkündigen, sehe ich etwas anders.

Exkurs zu Umkehr (Buße):
Spoiler: anzeigen
Von einer anderen Umkehr als zu Gott ist in der Bibel keine Rede. Das gilt für AT wie NT. Recht gut passt m.E. der simple Vergleich mit einer Autofahrt, die in eine völlig falsche Richtung verläuft. Dann kommt jemand und erklärt mir, dass man so kein Ziel erreichen werde und nur wo landet, wo man gar kein Bezin mehr bekommt. Dort kommt man dann aus dem Grund um, um das Gleichnis etwas auszufeilen.

Darauf gibt es nur zwei Reaktionen: Man wendet den Wagen (kehrt um). Das ist Umkehr. Die zweite Reaktion ist, man fährt weiter in die falsche Richtung oder bleibt für eine Zeit stehen. Aber auch das Stehenbleiben um nachdenken ist keine Umkehr, wenn sonst nichts weiter erfolgt.

Das Ziel liegt in einer anderen Richtung. In diese Richtung weist uns das Evangelium. Ein Beispiel dazu erzählt Jesus mit der Geschichte des verlorenen Sohnes. Am Tiefpunkt angelangt kommt der Sohn zur Einsicht. Das reicht aber noch nicht, es muss auch der aktive Schritt mit Taten umzukehren erfolgen. Ansonsten bleibt er ja weiter wo er ist und wäre dort verhungert - als ein Bild für den damit verbundenen Tod.

Das nennt die Schrift Umkehr, mit einer recht alten Bezeichnung "Buße" oder im theologischen Jargon sprechen wir von der Bekehrung. Es meint alles dasselbe. Das hat zur Folge, dass man viele Dinge, die man früher noch für gut befunden hat nunmehr schlecht sieht und umgekehrt, darum ist es in erste Linie eine geistliche Kehrtwendung.

Den inneren Prozess führt der Heilige Geist durch. Das kann keiner selbst, weil ihn die eigene Sünde daran hindern würde, was mit einer Neugeburt verglichen wird. Man kann auch sagen, man hat ein neues Herz bekommen als Redewendung.

An uns liegt es auch aktiv Schritte zu setzen. Johannes d. Täufer nennt es der Buße würdige Frucht zu bringen. Und wer nicht Buße tut, fährt weiter ins Ungewisse und kommt irgendwann dort um und das auch unter Schmerzen. Solche wollte Johannes auch nicht taufen. Es reicht also auch nicht einen Fehler als solchen nur zu bekennen. Dazu kommt nicht selten die übliche Ausrede. "Alle machen Fehler." Das stimmt zwar, rechtfertigt ihn aber nicht.

Der verlorene Sohn kannte seinen Vater, so war diese Erzählung auf das damailige jüdische Volk zugeschnitten. Bei den Heiden ist es so, dass sie infolge ihres anerzogenen Götzendienstes den Vater noch nicht kennen. Diese müssen durch das Evangelium darauf hingewiesen werden, zu wem sie umkehren müssen.
Wie eine Verkündigung vonstatten gehen kann, dazu gebe ich das Beispiel, wie Paulus den Athenern zu seiner Zeit gepredigt hatte:
Apg 17,22-28 hat geschrieben: Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Männer von Athen, ich sehe, dass ihr in jeder Beziehung den Göttern sehr ergeben seid. Denn als ich umherging und die Gegenstände eurer Verehrung betrachtete, fand ich auch einen Altar, an dem die Aufschrift war: Dem unbekannten Gott. Was ihr nun, ohne es zu kennen, verehrt, das verkündige ich euch.

Der Gott, der die Welt und alles darin gemacht hat, dieser, der der Herr des Himmels und der Erde ist, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, noch wird er von Menschenhänden bedient, als ob er noch etwas nötig habe, da er selbst allen Leben und Odem und alles gibt. Und er hat aus einem Blut jede Nation der Menschen gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und hat festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnung bestimmt, damit sie Gott suchen, ob sie ihn wohl ertasten und finden möchten, obgleich er nicht fern ist von einem jeden von uns. Denn in ihm leben und weben und sind wir, wie auch einige eurer Dichter gesagt haben: „Denn wir sind auch sein Geschlecht.“ Da wir nun Gottes Geschlecht sind, so sollen wir nicht meinen, dass das Göttliche dem Gold oder Silber oder Stein, einem Gebilde der Kunst und der Erfindung des Menschen, gleich sei.
Diese Rede ist noch nicht die Verkündigung selbst. Ich sehe das als das, was ich zuvor gesagt hatte: Paulus erfasst die Situation, in der steht, beschreibt sie mit Worten und aus dieser Perspektive führt er gezielt hin zur eigentlichen Botschaft der Verkündigung:
Apg 17,30-31 hat geschrieben: Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle überall Buße tun sollen, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und er hat allen den Beweis davon gegeben, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat.
Der eine Satz ist das Wesen der Verkündigung und enthält einen Bußaufruf bzw. Aufruf zur Umkehr und zu wem es dabei gehen soll. Er vergisst dabei auch nicht das Gericht. Das situative Erfassen ist für jede Situation anders und kann auch kürzer sein. Das hängt einfach davon ab in welchem Umfeld man steht.

Bei uns könnte z.B. keiner behaupten noch nie von Jesus gehört zu haben. Dabei muss man meist nicht so viel ausholen. Was aber viele noch nicht gehört haben, ist das unverfälschte Evangelium, da es ihnen kaum eine Kirche predigt, wohl aber authentische Nachfolger, das dich auch zu einer Entscheidung drängt. Wie das bei Paulus ausgegangen ist, lesen wir im Folgenden:
Apg 17,32-34 hat geschrieben: Als sie aber von Toten-Auferstehung hörten, spotteten die einen, die anderen aber sprachen: Wir wollen dich darüber auch nochmals hören. So ging Paulus aus ihrer Mitte weg. Einige Männer aber schlossen sich ihm an und glaubten, unter denen auch Dionysius war, der Areopagit, und eine Frau, mit Namen Damaris, und andere mit ihnen.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Lena
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Registriert: So 1. Sep 2013, 18:33

Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Lena »

Spurgeon nennt es wie zwei Schienen die erst in der Ewigkeit zusammenfinden.
Ich verstehe ihn so, dass auch er keine abschliessende Lösung dafür hatte.
Magdalena61 hat geschrieben: Fr 13. Feb 2026, 17:18 Mein Fazit: ALLE (Menschen) sind erwählt.
Meint erwählt und auserwählt das gleiche?
Mat. 22,14 hat geschrieben:4 Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt. 
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