Johncom hat geschrieben: ↑Sa 7. Feb 2026, 00:58
Zippo hat geschrieben: ↑Fr 6. Feb 2026, 13:16
renato23 hat geschrieben: ↑Mi 4. Feb 2026, 12:30
Für Christen gelten seit 2000 Jahren keine mosaischen Gesetze mehr, die mit gelebter Liebe zu Gott den Nächsten und sich unvereinbar sind.
Abgesehen davon, daß die Liebesgebote schon Bestandteil des AT sind, wird wohl auch niemand was gegen die 10 Gebote einzuwenden haben.
Die Frage wäre, ob das AT eine universelle Lehre darstellen will oder sich ausdrücklich an das Volk Israel wendet. Das zweitere scheint wahrscheinlicher.
Es ging ja zunächst einmal bis Abraham, dessen Erbe die Christen in aller Welt geworden sind, weil er bereit war seinen eigenen Sohn zu opfern.
[1. Mo. 22,15-18] Und der Engel des HERRN rief Abraham ein zweites Mal vom Himmel zu und sprach: Ich schwöre bei mir selbst, spricht der HERR, dass, weil du dies getan und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast, ich dich reichlich segnen und deine Nachkommen sehr mehren werde, wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist; und deine Nachkommen werden das Tor ihrer Feinde besitzen; und in deinem Nachkommen werden sich segnen alle Nationen der Erde: weil du meiner Stimme gehorcht hast.
Dann kam zunächst das irdische Volk Israel, das mit seine Geboten ein Vorbild für alle anderen Völker werden sollte.
5 Mose 4,5-8 Aus diesem Volk kam dann ja auch der Heiland Jesus Christus, der den Segen Abrahams an alle gläubigen Christen austeilt und so auch die Nationen den verheißenen Geist empfangen. Gal 3,13-14
Der Bund vom Sinai war dem Volk Israel gegeben, auch die 10 Gebote, aber sie sind hilfreich, um zu erkennen, wie Gott und der Nächste zu lieben sind.
Rö 13,10
Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe die Summe des Gesetzes.
Das Volk Israel hatte deswegen auch einiges zu erleiden.Weil sie Gottes auserwähltes Volk waren, mußten sie in Ägypten und nach ihrem Auszug, in der Wüste leiden, weil Gottes Wege nicht immer leicht sind und weil er von seinem Volk auch erhöhte Aufmerksamkeit und Gehorsam verlangt hat.
Und Satan hat dieses Volk sicher auch nicht verschont, weshalb Israel oft ungehorsam und untreu war, worauf Gott der HERR mit Strafe reagierte.
[5. Mo. 8,5-6] So erkenne in deinem Herzen, dass, wie ein Mann seinen Sohn züchtigt, der HERR, dein Gott, dich züchtigt; und halte die Gebote des HERRN, deines Gottes, um auf seinen Wegen zu wandeln und ihn zu fürchten.
Johncom
Die heutigen Lehrer des mosaischen Gesetztes werden "vorsichtig" antworten. Einige, wahrscheinlich die meisten, werden im vertrauten Kreis versichern, es gibt kein Liebesgebot gegenüber Christen, Muslimen und anderen. Alle anderen seien Götzenanbeter und demnach minderwertig und wie Tiere zu behandeln. Der Talmud versichert den von der Abstammung bestätigten Juden (nicht vom Glauben her) einen besonderen Status. Einen Nicht-Juden gleich zu behandeln wäre schon sündhaft.
Ich denke, das siehst du zu negativ. Es würde ja auch nicht stimmen, wenn man im Nächsten nur die eigene Familie und das eigene Volk sehen würde. Obwohl es verständlich ist, da Prioritäten zu setzen.
Das Volk Israel sollte sich von den Sitten und Gebräuchen anderer Völker fernhalten, da war Gott eifersüchtig. Die Fremden sollten sie freundlich behandeln, aber es stimmt, daß sie sich mit der Bevölkerung anderer Länder nicht mal an einen Tisch setzen wollten, um mit ihnen zu speisen. So war es zu der Zeit Jesu. War es eine übertriebene Haltung der Reinhaltsbebote oder war es ein hochmütiges Elitedenken ? Apg 10,28, 11,2-3,Gal 2,12
Johncom
Jesus hingegen gibt den barmherzigen Samariters als Vorbild. Die Samariter waren eher zweitklassige Israeliten. Im Gleichnis waren ein jüdischer Priester und ein Levit an dem Verletzten vorbeigegangen, nur der Samariter war es, der sich selbstlos kümmerte.
Mosaische Gesetze sind Kasten-Gesetze und auf keiner Stufe mit der gelebten Liebe zu Gott und dem realem Nächsten, dem Mitmenschen egal welcher Herkunft.
Der barmherzige Samariter gilt sicher als Vorbild dafür, daß ein gutes Gewissen auch wertvoll ist, besser sogar als der Hochmuth des Pharisäers, der nicht geholfen hat.
Das Volk Israel war angewiesen, dem Menschen in Not zu helfen. Der Herr Jesus verschärft sogar noch mal in der Bergpredigt und will den Feind lieben. Mt 5,43-44
Ich frage mich immer inwieweit das vernünftig ist, denn die Hilfsbereitschaft der Menschen wird doch vielfach ausgenutzt und kann sogar zum Schaden werden.
Christen können beten und werden hoffentlich erkennen, wo sie helfen sollen und wo es besser ist, die Finger von zu lassen, um unnötigem Leid aus dem Wege zu gehen.
Gruß Thomas