Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

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Zippo
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Zippo »

Magdalena61 hat geschrieben: Fr 13. Feb 2026, 18:32
Weil ich meine, die Ursache von Sünde und Verlorenheit sowie das Erlösungswerk Christi... das ganze Thema ist viel komplexer als platte Worte wie "deine Sünden haben Jesus ans Kreuz geschlagen".
Das ist eine Verzerrung.
Es ist aber auch nicht ganz falsch. Eine von Satan verführte Menge hat den Herrn Jesus ans Kreuz geschlagen. Gott hat den Satan als große Verführungsmacht in der Welt gelassen und sich dann selbst einmal dem Leid ausgeliefert, daß dadurch entstanden ist. 1 Mo 3,15
[1. Pet. 2,21-25] Denn dazu seid ihr berufen; sintemal auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen; welcher keine Sünde getan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wiederschalt, da er gescholten ward, nicht drohte, da er litt, er stellte es aber dem anheim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, auf dass wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.
Um unserer Sündhaftigkeit willen hat der Herr Jesus Christus unsere Sünden an das Kreuz getragen. Das ist Evangelium.
Magdalena

Man kann auch darüber reden, ohne dem Gegenüber eines überzuziehen und ihn vor den Kopf zu stoßen. In der Regel hat man es ja mit anständigen Leuten zu tun, die sich ehrlich darum mühen, ihr Leben zu meistern.

Niemand möchte beschuldigt werden für etwas, das er nicht getan hat.
Niemand möchte so unter Druck gesetzt werden, das er Schuld "bekennt", obwohl er innen drinnen nicht davon überzeugt ist, schuldig geworden zu sein. Wollt ihr Heuchler generieren?
Zu unschuldigen Menschen spricht der Heilige Geist sicherlich nicht. Wer weiß, was diese so anständigen Menschen so alles getan haben ?
Evangelisten haben immer so eine ganze Palette von Verfehlungen, die man in der Gesellschaft vielleicht noch gutheißt, aber bei Gott ist es Sünde. Habgier, Ehebruch, Unzucht, vorehelicher Geschlechtsverkehr, Diebstahl, auch versteckt, unterlassene Hilfeleistung usw. Diese Sünden kann man alle so verpacken, daß es völlig in Ordnung erscheint, aber diese Menschen werden alle von Gott schuldig gesprochen.
Magdalena

Die Überführung von Sünde ist in den allermeisten Fällen die Aufgabe und das Werk des Heiligen Geistes.
Das stimmt, aber der Heilige Geist hat doch nie ein Blatt vor den Mund genommen, wenn es darum ging, die Sünde beim Namen zu nennen.
[Jes. 59,1-3] Siehe, des HERRN Hand ist nicht zu kurz, dass er nicht helfen könne, und seine Ohren sind nicht hart geworden, dass er nicht höre; sondern eure Untugenden scheiden euch und euren Gott voneinander, und eure Sünden verbergen das Angesicht vor euch, dass ihr nicht gehört werdet. Denn eure Hände sind mit Blut befleckt und eure Finger mit Untugend; eure Lippen reden Falsches, eure Zunge dichtet Unrechtes.
Und was im alten Israel der Fall war, das wird sich heute auch noch alles finden.
Magdalena
Parzany hat vor kurzem die Allianzgebetsrunde mit einer Predigt eröffnet und mit der Gerechtigkeit Gottes angegangen.
Und wer saß in dieser Runde?
Heiden? Nichtchristen?
Ist denn für Nichtchristen die Gerechtigkeit Gottes eine andere ? In seiner Predigt ging es übrigens um das Ringen des unbekehrten Luther mit Gottes Gerechtigkeit. Ps 72. Dann kam das Wort der Gnade in Rö 3,23 wie eine Erlösung.
Magdalena
Ich habe z. Bsp. ein Traktat:
Traktate laufen auch unter "berufliches Engagement" und sind mit einem persönlichen Gespräch nicht gleichzusetzen. Wie viele Leute werfen das Traktat weg, nachdem sie einen Blick hineingeworfen haben?
Aber einmal liest du das, der Rest ist ja auch die Entscheidung des Menschen. Der Herr Jesus spricht von der vierfältigen Frucht und der Heilige Geist kann es gebrauchen.
Ich hatte von meinem Arbeitskollegen auch ein Traktat bekommen, das handelte davon, daß ein Gestorbener von Engeln vor Gottes Thron gebracht wurde. Das hat mich jetzt nicht umgehauen, aber es hat einen Anfang gemacht.
Magdalena
Ich hatte mal eines, das fand ich besser als die 0815- Traktate. Vorne drauf stand "ich bin nicht schlechter als andere Leute". Wenn man es aufklappte, las man "Aber wie schlecht sind denn die anderen?"
So z. Bsp. kann man jemand ins Gewissen reden.
Magdalena
Gott persönlich kennenlernen. Da steht: Gott liebt sie. Er hat sie erschaffen und will, daß sie eine persönliche Beziehung zu ihm haben. Joh 3,16
Dann kommt aber doch die erschreckende Tatsache, daß die Beziehung des Menschen mit Gott durch Sünde zerstört ist. Angefangen mit der Sünde Adams hat sich die Menschheit nicht so entwickelt, wie Gott es gefallen hat. 1 Mo 6,6, Rö 3,23
Wie viele (unwissende) Menschen hast du denn damit schon gewonnen?
Könnte es sein: Keinen Einzigen?
Du unterstellst hier immer irgendwas. Was weißt du denn, was daraus geworden ist ? Gottes Wort kommt nicht leer zurück. Warum willst du mutlos machen ?
Magdalena
Eigentlich geht es ja um Erneuerung, die sogenannte Wiedergeburt. Eine neue Schöpfung sollen Menschen werden und das soll in diesem Leben schon mehr und mehr zum Ausdruck kommen.
Ja, natürlich.

In diesem Thread diskutieren wir über den Einstieg in ein Leben mit Gott.
LG
Ist es denn keine schöne Botschaft, wenn Gott verspricht, alles neu zu machen ? Und das soll schon in diesem Leben mit dem Herrn Jesus Christus beginnen.
2 Kor 5,17
Darum, ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!
Gruß Thomas
Zuletzt geändert von Zippo am So 15. Feb 2026, 17:30, insgesamt 3-mal geändert.
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Helmuth
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: So 15. Feb 2026, 12:10 Um unserer Sündhaftigkeit willen hat der Herr Jesus Christus unsere Sünden an das Kreuz getragen. Das ist Evangelium.
Korrekt, wobei ich solchen Theologen-Sprech auch nicht praktiziere. Da ihr nicht Wienerisch könnt, kann ich euch keine Kostprobe geben, wie ich das in etwa sagen würde, vielleicht auch ganz anders. Mein Zielpublikum sind ja in erster meine Landsleute und keine Hamburger. ;)

Vielleicht habe ich schon erwähnt, das gesamte Jh-Ev auf Wienerisch geschrieben zu haben. Übersetzung kann man es nicht nennen, aber es sollte so ankommen, wie Jesus auf Hebräisch die Juden seiner Zeit angesprochen hätte, meiner Einschätzung nach halt. Da gibt es auch kein "ihr Kleingläubigen", sondern das, was Jesus adäquat auf Wienerisch sagen würde.

In Bälde nehme ich mir auch das Lk-Ev vor. Aus den beiden zitiere ich auch am meisten. Ich sollte erwähnen, dass auch das Wort "Sünde" mittlerweile keine Spannung mehr erzeugt. Es sündigt doch jeder und man liebt doch die kleine tägliche Sünde. :P

Man kann also auch so nicht reden, wenn man ernsthaft verkündigt. Was ich genau sage, lege ich mir nicht zurecht, weil ich das sonst nicht weiter der Führung der Herrn überließe, aber da helfen mir dann meine eigenen Worte wie ich gewisse Dinge auf Wienerisch formuliert habe. Und wenn ich etwas eindringlicher oder gar pathetisch klingen will, dann ist m.E. immer noch sauberes Hochdeutsch die Norm und erzielt seine Wirkung.
Zippo hat geschrieben: So 15. Feb 2026, 12:10 Das stimmt, aber der Heilige Geist hat doch nie ein Blatt vor den Mund genommen, wenn es darum ging, die Sünde beim Namen zu nennen.
Darauf erhältst du ein herzliches Amen (!) Und wie immer wir agieren, wir sollen es im Namen Jesu von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit aller Kraft tun. Dann darf also auch unsere Seele und unser Körper bei der Verkündigung mitreden. Dann wird das "Sh'ma Israel" auch in die Praxis umgesetzt.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Lea
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Lea »

Magdalena61 hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 17:05 Und woher willst du wissen, ob der Mensch, den du anvisierst, vom Geist Gottes "aufgerüttelt" worden ist?
Oder möchtest du selbst "aufrütteln"?
Diese Frage erinnert mich an die Geschichte vom Propheten "Jona".
Jona lief zuerst weg, als er den Auftrag von Gott bekam, Gericht zu predigen.
Oft wird dazu ausgelegt, dass Jona Angst vor den Menschen in Ninive hatte, wenn er Gericht predigen würde.
Aber Jona sagt etwas ganz anderes , als Gott das Gericht nicht wie angekündigt ausführte...
Jona,4,1-2
1 Das aber verdross Jona sehr, und er ward zornig 2 und betete zum HERRN und sprach: Ach, HERR, das ist’s ja, was ich dachte, als ich noch in meinem Lande war. Deshalb wollte ich ja nach Tarsis fliehen; denn ich wusste, dass du gnädig, barmherzig, langmütig und von großer Güte bist und lässt dich des Übels gereuen.
Irgendwie erscheint mir die Vorliebe für Gerichtsankündigung oft eher wie eine Macht-Demonstration von Menschen, die es als Belohnung für ihren eigenen Glaubens-Status verstehen, dass die, welche ihre Botschaft ablehnen, dafür von Gott bestraft werden.
Glauben (an Gott) funktioniert nicht, indem man "über" den Glauben redet, sondern indem man Glauben LEBT.
Sichtbar werden die Spuren indem sie hinführen zu Gott. Denn Gott findet man nur bei Gott selbst.
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Johncom
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Johncom »

Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Das Sollen würde ich mit Wollen ersetzen.
Das Predigen mit "leben".
Und das "wir" mit "ich".
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Johncom
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Johncom »

Lea hat geschrieben: So 15. Feb 2026, 13:34 Irgendwie erscheint mir die Vorliebe für Gerichtsankündigung oft eher wie eine Macht-Demonstration von Menschen, die es als Belohnung für ihren eigenen Glaubens-Status verstehen, dass die, welche ihre Botschaft ablehnen, dafür von Gott bestraft werden.
Und wenn sie realisieren, dass es weder Belohnung noch Bestrafung gibt ... bricht ein weiteres System zusammen.
Richten, das heißt eigentlich: ausrichten, zurecht rücken. Jeder wird gerichtet, wieder ins Lot gebracht.
Nur in früherer Zeit, wie es zumindest heute erzählt wird, hieß Richten: hinrichten. Grausames öffentliches Töten.
Man kann die Menschen in Angst und Gehorsam halten, wenn gelehrt wird, sogar Gott, der Höchste, richtet genauso wie Menschen auf brutale Weise.
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Helmuth
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Lea hat geschrieben: So 15. Feb 2026, 13:34 Irgendwie erscheint mir die Vorliebe für Gerichtsankündigung oft eher wie eine Macht-Demonstration von Menschen, die es als Belohnung für ihren eigenen Glaubens-Status verstehen, dass die, welche ihre Botschaft ablehnen, dafür von Gott bestraft werden.
Ich teile die Auffassung nicht, dass Verkündiger mit Vorliebe Straf- oder gar Höllenprediger sind. Du betonst das zu sehr. Manche sind das, dann gilt das nur denen, hat aber m.E. keine Mehrheitsbedeutung. Doch ganz ehrlich, ich finde, diese sind immer noch besser als Weicheibrüder, die einen Scheiß andere waren, weil ihnen das unangenehm ist.

Welcher Vater bzw. welche Mutter würde ohne einzugreifen zusehen, wie sich ihr Kind mit Drogen zudröhnt und so vor die Hunde geht? Mach dir mal klar, was Sünde wirklich ist und wohin sie führt, dann sieht man das ganz anders. In diesem Kontext hat Jesus eine andere Auffassung:
Mt 10,34-36 hat geschrieben: Denkt nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und des Menschen Feinde werden seine Hausgenossen sein.
Gott liebt uns und will uns retten, das steht außer Frage, aber so geht es dem, der Jesus nachfolgt. Die Scheidung der Geister muss sein, damit sich die Umkehrwilligen von der bösen Seite abspalten. Es wird nicht für immer sein, dass wir dem Unfrieden ausgesetzt sind, daher darf dieses Leben keine höhere Bedeutung mehr haben, sonst folgt man Jesus gar nicht nach.

Ich kenne auch die andere Sorte, die vor lauter Friedens- und Feindesliebe zu sehr die Güte Gottes betont und seine Strenge sträflich vernachlässigt, die immer noch mehr im Geist des Humanismus wandelt als sich in der Hinsicht vom Heilgen Geist leiten lässt. Solche haben m.E. ebenso keinen Anspruch auf die Wahrheit, aber von denen gibt es nach meiner Beobachtung weit mehr als Gerichtsprediger.

Die Evangelisten, die ich kenne, predigen ein sehr geradliniges Evangelium. Ich meine damit, dass sie die Wahrheit recht predigen, dass es für jeden Menschen keine weiteren Optionen gibt als entweder ein Kind Gottes zu werden oder in der Hölle ewiges Verderben zu finden.

Wer diese Wahrheit nicht verträgt, der hat sich in der Hinsicht von Gott schon wieder weggewandt. Er wendet sich nicht nur vom Verkündiger ab, der ledlich Gottes Wahrheit predigt, nein, er wendet sich von Gott selbst ab, denn diese Botschaft kommt von ihm.

Ich denke, du verwechselst zwei Dinge. Das eine ist Verkündigung, von der ich hier rede, und das andere ist der allgemeine Gesprächsumgang mit seinen Nächsten, wenn Christen mit Nichtchristen über Jesus reden. Letzters ist nicht Gegenstand, d.h. das ist auch immens wichtig, keine Frage, thematisiere ich hier aber nicht. Doch alles hat seine Zeit, das habe ich schon zitiert.
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Zippo
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Zippo »

Lea hat geschrieben: Fr 13. Feb 2026, 15:16 Nicht, weil ich so gut bin und die richtigen Worte im richtigen Moment angebracht habe, sondern weil ich ein Werkzeug sein durfte, von dem, der direkt in die Herzen der Menschen hinein wirkt.
Es sind SEINE Worte, und Sein Wirken, welches das Evangelium zu der Botschaft macht, die auch da ankommt, wo sie hin soll.
Das ist schon richtig. Aber meinst du nicht, daß der Heilige Geist besser mit dir arbeiten kann, je mehr du dich mit der Sache beschäftigt hast ?
Wenn du am Anfang noch gar nichts weißt, dann erzählst du eben, was du erlebt hast. Aber dann leitet der Heilige Geist dich doch in der Bibel an, damit du mehr begreifst.
Den Jünger sagt der Herr Jesus zwar:
[Mt. 10,19-20] Wenn sie euch nun überantworten werden, so sorget nicht, wie oder was ihr reden sollt; denn es soll euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. Denn ihr seid es nicht, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet.
Aber die Apostel waren wahrscheinlich auch nicht ganz unwissend und haben Schriftpassagen gekannt. Sie sind ja auch regelmäßig in die Synagoge gegangen. Der Heilige Geist brauchte sie bloß an diese Worte erinnern.
Z. Bsp. in der Apostelgeschichte, als Petrus vom Tod und der Auferstehung des Herrn Jesus Christus sprach Apg 2 und vorher schon als der Heilige Geist den Jüngern eingab, in verschiedenen Sprachen von den Werken Gottes zu reden. Da hat Petrus Joel 3,1... parat und einige Psalmen von David, um den Herrn Jesus Christus als den rechtmäßigen Messias auszuweisen.
Paulus hat auch lange Zeit in Arabien Schriften studiert, bevor er sein missionarisches Werk fortgesetzt hat. Gal 1,17-18
Es hängt natürlich davon ab, mit wem man redet, aber ich ich finde es auch wichtig, sich ein paar Gedanken zu machen, was das Evangelium betrifft.

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Zippo »

Helmuth hat geschrieben: So 15. Feb 2026, 13:12
Zippo hat geschrieben: So 15. Feb 2026, 12:10 Um unserer Sündhaftigkeit willen hat der Herr Jesus Christus unsere Sünden an das Kreuz getragen. Das ist Evangelium.
Korrekt, wobei ich solchen Theologen-Sprech auch nicht praktiziere. Da ihr nicht Wienerisch könnt, kann ich euch keine Kostprobe geben, wie ich das in etwa sagen würde, vielleicht auch ganz anders. Mein Zielpublikum sind ja in erster meine Landsleute und keine Hamburger. ;)
Ich würde es genau so vorlesen, wie es da geschrieben steht, dann merken die Zuhörer auch, daß diese Worte nicht auf meinem eigenen Mist gewachsen sind, sondern das ist eben die Sprache der Bibel.
Und warum sollen Zuhörer von der eigentlich unangenehmen Seite der Botschaft verschont werden ?

Natürlich fragt sich jeder, was das für eine Botschaft sein soll und was das jetzt mit der eigenen Person zu tun haben soll. Sie halten sich ja meistens noch für gute Menschen, obwohl da schon Einiges war, Unzucht schon im Kindesalter, vorehelicher Sex, vielleicht auch Ehebruch, Diebstahl auch in versteckter Form, Verleumdung usw.
Selbst Habgier wird von Gott als Wurzel allen Übels gesehen 1 Tim 6,10 und er will jeden Menschen für seine unnützen Worte abstrafen.
[Mt. 12,36-37] Ich sage euch aber, dass die Menschen müssen Rechenschaft geben am Jüngsten Gericht von einem jeglichen unnützen Wort, das sie geredet haben. Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden.
Ich meine, daß dies unbedingt bei einem evangelistischen Gespräch oder Verkündigung zur Sprache kommen muß, damit sich die Zuhörer auch persönlich angesprochen fühlen.
So predigt Paulus den Athenern:
[Apg. 17,30-31] Und zwar hat Gott die Zeit der Unwissenheit übersehen; nun aber gebietet er allen Menschen an allen Enden, Buße zu tun, darum dass er einen Tag gesetzt hat, an welchem er richten will den Kreis des Erdbodens mit Gerechtigkeit durch einen Mann, in welchem er’s beschlossen hat und jedermann vorhält den Glauben, nachdem er ihn hat von den Toten auferweckt.
Paulus verheimlicht den Zuhörern auch nicht, unter welchem geistigen Einfluß die Menschheit zu leben hat:
[Apg. 26,16-18] Denn dazu bin ich dir erschienen, dass ich dich ordne zum Diener und Zeugen des, das du gesehen hast und das ich dir noch will erscheinen lassen; und ich will dich erretten von dem Volk und von den Heiden, unter welche ich dich jetzt sende, aufzutun ihre Augen, dass sie sich bekehren von der Finsternis zu dem Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, zu empfangen Vergebung der Sünden und das Erbe samt denen, die geheiligt werden durch den Glauben an mich.
[Eph. 2,1-3] Und auch euch, da ihr tot waret durch Übertretungen und Sünden, in welchen ihr vordem gewandelt habt nach dem Lauf dieser Welt und nach dem Fürsten, der in der Luft herrscht, nämlich nach dem Geist, der zu dieser Zeit sein Werk hat in den Kindern des Unglaubens, unter welchen auch wir alle vordem unseren Wandel gehabt haben in den Lüsten unseres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Vernunft und waren auch Kinder des Zorns von Natur, gleichwie auch die anderen;
Wer nicht über seine Sünden nachdenkt, wird nicht begreifen, daß die Strafe am Kreuz nötig war, um Gottes Gerechtigkeit genüge zu tun und gleichzeitig seine Liebe und sein Erbarmen mit dem Sünder zu haben.
Deswegen sagte der Herr Jesus ja, daß Huren Zöllner wohl zuerst in das Reich Gottes kommen würden. Mt 21,31
Oder wer nicht über Härte des Todes geweint hat, der Menschen scheinbar auf immer aus unserer Mitte reißt, den wird die Botschaft des Evangeliums nicht interessieren.

Gruß Thomas
Zuletzt geändert von Zippo am Mo 16. Feb 2026, 13:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Lea »

Zippo hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 12:05 Das ist schon richtig. Aber meinst du nicht, daß der Heilige Geist besser mit dir arbeiten kann, je mehr du dich mit der Sache beschäftigt hast ?
Der Heilige Geist kann alles tun was Gott will … weil er nur das sagen und tun kann, was Gott will.
Selbst wenn ich in Begriff bin, einen falschen Weg anzusteuern, kann er es erzwingen. Ein Beispiel dazu ist die Geschichte des Bileam, der eigentlich, um des Geldes Willen, das Volk verfluchen wollte, aber nur segnen konnte.

Ich benutze diese Bezeichnung (Heiliger Geist) im Zusammenhang mit menschlichen Taten nur ungerne. Weil es mir oft so scheint, als wähnen Gläubige den Heiligen Geist als persönlichen Besitz.

Ich sage deshalb einfach: Gott kann Alles . .. und ER bewirkt, was er bewirken will. Und Gott weiß auch, was er einem Menschen zutrauen kann.

Das bedeutet auch, dass mein Wissen ohne Gott nichts wert ist – es sei denn, Gott „aktiviert es“, zu dem, was es sein soll.

Mir erging es im Leben oft so, dass ich, je mehr ich über die Bibel lernte, desto unwissender kam ich mir selbst vor. Aber da, wo ich Gottes Botschaft weitergeben möchte, kann ich darauf vertrauen, dass Gott mir die richtigen Worte gibt. Oft aus der Erinnerung, und manchmal auch als für mich ganz neuen Gedanken zu einer alten Botschaft. Und selbst, wenn ich da mal etwas falsch verstanden habe, kann Gott es zum Guten wenden - bei mir selbst und bei dem Empfänger meiner Botschaft.
Glauben (an Gott) funktioniert nicht, indem man "über" den Glauben redet, sondern indem man Glauben LEBT.
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Helmuth
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 13:05 Ich würde es genau so vorlesen, wie es da geschrieben steht, dann merken die Zuhörer auch, daß diese Worte nicht auf meinem eigenen Mist gewachsen sind, sondern das ist eben die Sprache der Bibel.
Jeder entwickelt seine Methode. Ich lese nicht vor, da ich ansonsten nicht situativ agieren bzw. reagieren kann. Es wirkt m.E. authentischer mit eigenen Worten, aber klarerweise ist das auch Sache der Begabung. Für wichtiger befinde ich die vier Säulen des Evangeliums fest im Gedächtnis zu verankern samit biblischer Grundlage.

Das wäre 1) der Aufruf zur Umkehr, 2) dass Jesus am Kreuz für unsere Sünden gestorben ist, 3) dass man in seinem Namen die Vergebung der Sünden erhält und falls man dazu kommt, dass 4) ein jeder sich auf den Namen Jesu taufen lassen soll. Stufe 4) erreicht man eh nur, falls sich tatsächlich jemand der Botschaft zu nähern gedenkt. Ich würde bei Bedarf auch Gebet anbieten, aber das erfordert die Zustimmung der Hörer.

Wenn man erkennt, dass zwischenzeitlich Gelächter oder Lästerworte fallen, dann kann man es auch beenden, denn wir sind nicht die Idioten des Herrn, sondern Botschafter an seiner statt, ausgesandt zur Errettung aller, die sich erretten lassen.

Dann könnte ich in mich gehen und überlegen vielleicht auch die Kehrseite der Medaille kurz anzusprechen, nicht, weil ich mich persönlich angekratzt fühle, ich kenne ja die allgemeinen Reaktionen, sondern weil Gott keinen Gefallen am Tod der Gottlosen hat. Vielleicht nützt es ja noch was. Ich kann auch nur diese eine Frage angepasst zur Situation stellen:
Hes 33,11 hat geschrieben: ... Denn warum wollt ihr sterben, Haus Israel?
Ich überlasse es, soweit ich es erkenne, dem Heiligen Geist, wie er die Situation führt. Wer ernsthafte Fragen stellt, dem kann man nach Bedarf ein gesondertes Gespräch unter vier Augen anbieten. Am besten arbeitet man aber zu zweit, denn so unterstützt einer den anderen. Alleine geht es auch, erfordert aber die Salbung dazu. Meist steht dem Mk. 6:4 entgegen, zu zweit wäre man bereits ein kleines Bollwerk.

Jesus sandte aus gutem Grund die Jünger zu zweit aus. Wenn man in einer Runde beisammen sitzt, und es ergibt sich die Gelegenheit darüber zu reden, dann bittet z.B. einer um Ruhe, damit sein Bruder in kurzen Worten dazu redet. Einer sorgt für Disziplin und der andere kann frei sprechen. Solche Treffen haben ja an sich nicht zum Ziel zu predigen, aber der Herr kann es dahin führen. Man tun das ja für ihn.
Zippo hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 13:05 Und warum sollen Zuhörer von der eigentlich unangenehmen Seite der Botschaft verschont werden ?
Diese Infragestellung halte ich auch für berechtigt. So frage ich weiters, warum denn die Botschaft unangenehm sein soll, wenn uns Gott doch den Ausweg in Christus zeigt, der uns nichts kostet, sondern ein Gnadengeschenk ist? Menschen wollen Lösungen für alle Probleme und invesiteren oft ungemein viel dafür. Sie erhalten alles durch Christus gratis. Im Grunde mündet es immer im Evangelium, wie Paulus spricht:
Röm 1,16 hat geschrieben: Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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