Hiob hat geschrieben: ↑Mo 9. Mär 2026, 16:01Mich stört,
OK, damit kann ich was anfangen.
Mich stört das auch, vielleicht ebensosehr wie Dich. Aber ich nehme da nicht so großen Anstoß daran, weil ich weiß daß es anders, harmloser gemeint ist, weil die Formulierung "sich für Jesus entscheiden" mehr aus der Bewegung heraus kommt, zu evangelisieren, also Menschen konkret anzusprechen, auf der Straße, in der Predigt. (Ich rühre aus der pfingstl.-char. Bewegung und kenne das Vokabular, genau
dieses ist es!) Im Grunde heißt das ja, umzukehren, die Stimme die sich schon in ihnen regt anzunehmen, anzuerkennen, keine Scheu davor zu haben.
Genau das bedeutet "Jesus annehmen". Er nimmt uns an, nicht wir ihn, das ist klar, aber wenn er vor der Tür steht und anklopft, dann sind wir es, die ihm auftun und ihn einlassen. Das kommt schon ungefähr hin mit: "Jesus annehmen".
Meinst Du das so etwa? Bzw. verstehst Du wie ich das meine?
In der Aufforderung "Jesus anzunehmen" - die etwas wie "leiste etwas zu deiner Erlösung" - klingt, steckt das gar nicht wirklich drin, ist nicht so gemeint, sondern ist mehr der unbeholfene Ausdruck: "laß doch bitte zu, was der Heilige Geist Gottes gerade in diesem Augenblick an Dir wirkt !", so etwa ist das gemeint. Im Grunde genommen ist es doch so wenn "sich jemand bekehrt". Es ist Gott der da etwas anstößt, und wir Menschen nehmen das auf, wir kapitulieren vor dem imensen Druck (angenehmer Druck der Gnade und Überwältigung). Nicht wir tun etwas, sondern wir werden geboren,
von neuem geboren.
IRL funktioniert das auch so, wenn ein Baby zur Welt kommt (biologisch), es kann nichts dafür, kann sich auch kaum erwehren, aber es leistet in dem Augenblick
instinktiv gewaltiges, denn es "macht mit", es sträubt sich (normalerweise) nichtz gegen das, was da gerade mit ihm geschieht. Ich habe das bei den Geburten meiner Kinder (6x) jedesmal live mitdurchlebt. Kein Baby würde sonst geboren werden, außer Totgeburten, aber das ist ein anderes trauriges Thema.
Das Gegenteil von "Jesus annehmen", das kann man allerdings tun; ihn
ablehnen.
Das können Menschen wirklich. Invertiert man dieses, bedeutet es, Jesus anzunehmen (aktiv), oder zuzulassen (passiv).
Also ganz so verkehrt ist die Formulierung demnach vielleicht doch nicht.