Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

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Helmuth
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Helmuth »

Rilke hat geschrieben: Sa 20. Jun 2026, 13:47 Die Schrift als Leitung sehe ich recht kompromisslos. Nichts, was wir tun oder glauben, darf gegen den Wortlaut der Schrift gehen. Das ist definitiv eines meiner "persönlichen" Dogmen.
Ehe wir uns erneut verrennen, schicke ich voraus, dass ich nicht erneut über "Leitung" sprechen will, sondern von einem Korrektiv. Das war der Grund für den m.E. erfolglosen Exkurs, aber ich sagte schon voraus, dass es gar nicht der Kern dieses Themas ist.

Wozu hat Gott die Schrift überhaupt gegeben? Zum Lehrsätze aufstellen? Damit du deinen Dr. theol. bald erhältst? Nicht, dass ich das geringschätze, ich wäre auch gerne einer geworden und gönne dir das von Herzen, aber damit alleine kann man für Gott nicht einmal ein Butterbrot streichen. :P

Was verstehe ich unter Korrektiv? Die Schrift soll mich korrigieren, verbessern, gläubiger machen, Jesus ähnlicher, demütiger, aber auch stärker Im Geist und für das Evangelium in jeder Hinsicht dienstbar, oder wie die Schrift sagt:
2. Timotheus 3:14-17 hat geschrieben: Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du völlig überzeugt bist, da du weißt, von wem du gelernt hast, und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die imstande sind, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. Alle Schrift, gottgehaucht und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit ist (gegeben), damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig geschickt.
Du wunderst dich vielleicht, dass ich dazu gerade diese Verse zitiere, nicht wahr? Aber ich versuche den Text nicht aus seinem Kontext zu reißen. Damit klarer wir, was ich als Korrektiv meine, findet man auch diese Auassge, die das innere Wesen zu unserer Vebesserung anspricht, oder auch das Ziel angibt:
1. Johannes 3:2 hat geschrieben: Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass wir, wenn es offenbar wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist.
Dorthin soll unsere Reise gehen, um "ihm gleich werden", Das ist ein Prozess, über den ich schon geredet habe. Und noch ein drittes Wort habe ich, damit durch zweier oder dreier Zeugnisse klarer wird, was ich in eigentlich diskutieren will:
Römer 12:2 hat geschrieben: Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.
Dazu meine ich, haben wir die Schrift erhalten. So ist sie auch Prüfungsinstanz. Ich brauche die Schrift nicht um korrekte Lehssätze aufstellen zu können, oder bestehende zu verbessern, sondern dass sie mich (!) korrigiert. Theologische Lehren korrigieren ist auch ein Thema, aber nicht eines, das ich zur Glaubensgewissheit brauche.
Rilke hat geschrieben: Sa 20. Jun 2026, 13:47 Nichts, was wir tun oder glauben, darf gegen den Wortlaut der Schrift gehen.
Das ist dein Dogma und mir ausreichend vertraut und bekannt. Aber damit kann man auch Schiffbruch erleiden. Woran würde das liegen? Darum kurz zur Erinnerung: Ich sehe drei Korrektive, die zusammen festigen. Wenn ich sagen soll, wie ich Sinn und Zweck der Schrft ausdrücken würde, dann zitiere ich eines der Worte, die ich gerade zitert habe, denn diese enthalten das.

Wenn ich mich aber auf dieses Dogmendreschen mit dir schon einlasse, dann lautet es sinngemäß: "Für alles, was ich glauben und tun soll, soll Gottes Wort meine Denk- und Handlungsgrundlage sein. So erfülle ich das höchste Grundgebot, das Sh'ma Jisrael":
5. Mose 6:4-5 hat geschrieben: Höre, Israel: JHWH, unser Gott, ist ein JHWH! Und du sollst JHWH, deinen Elohim lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.
Du kannst es nun mein Dogma nennen, ich hätte kein Problem damit. Eine Frage: Wie kannst du mit meinem "Dogma" umgehen und welche groben Unterschiede würdest du zu deiner Auffassung sehen?

Nur bleibt das m.E. mehr Nebensache. Die aktuelle Themenfrage wäre: Ist die Schrift auch für dich ein Korrektiv, oder nicht? Die Hauptfrage bleibt weiter, ob du damit Glaubenssicherheit erhältst.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Rilke
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Rilke »

Helmuth hat geschrieben: Sa 20. Jun 2026, 16:55 Was verstehe ich unter Korrektiv? Die Schrift soll mich korrigieren, verbessern, gläubiger machen, Jesus ähnlicher, demütiger, aber auch stärker Im Geist und für das Evangelium in jeder Hinsicht dienstbar, oder wie die Schrift sagt:

Damit klarer wir, was ich als Korrektiv meine, findet man auch diese Auassge, die das innere Wesen zu unserer Vebesserung anspricht, oder auch das Ziel angibt:

Dorthin soll unsere Reise gehen, um "ihm gleich werden", Das ist ein Prozess, über den ich schon geredet habe.
Lieber Helmuth, dazu kann ich voll und ganz zustimmen. Gut geschrieben! :thumbup:
Helmuth hat geschrieben: Sa 20. Jun 2026, 16:55 Das ist dein Dogma und mir ausreichend vertraut und bekannt. Aber damit kann man auch Schiffbruch erleiden. Woran würde das liegen? Darum kurz zur Erinnerung: Ich sehe drei Korrektive, die zusammen festigen. Wenn ich sagen soll, wie ich Sinn und Zweck der Schrft ausdrücken würde, dann zitiere ich eines der Worte, die ich gerade zitert habe, denn diese enthalten das.

Wenn ich mich aber auf dieses Dogmendreschen mit dir schon einlasse, dann lautet es sinngemäß: "Für alles, was ich glauben und tun soll, soll Gottes Wort meine Denk- und Handlungsgrundlage sein. So erfülle ich das höchste Grundgebot, das Sh'ma Jisrael":
5. Mose 6:4-5 hat geschrieben: Höre, Israel: JHWH, unser Gott, ist ein JHWH! Und du sollst JHWH, deinen Elohim lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.
Du kannst es nun mein Dogma nennen, ich hätte kein Problem damit. Eine Frage: Wie kannst du mit meinem "Dogma" umgehen und welche groben Unterschiede würdest du zu deiner Auffassung sehen?
Ohne zu stark ins Detail zu gehen (wo wir uns verrennen würden) stimme ich dir bei dem Zitat und deiner Erklärung grundsätzlich zu.
Eine praktische Gegenfrage von mir: Gibt es deiner Ansicht nach Lebenssituationen, wo man von der dargestellten christlichen Lehre (ich spreche nicht vom AT, sondern vom NT) abweichen kann? Kannst du mir da Beispiele nennen?
Helmuth hat geschrieben: Sa 20. Jun 2026, 16:55 Die aktuelle Themenfrage wäre: Ist die Schrift auch für dich ein Korrektiv, oder nicht? Die Hauptfrage bleibt weiter, ob du damit Glaubenssicherheit erhältst.
Sie ist mein Korrektiv, aber ich beziehe dieses Korrektiv nicht nur auf mich allein. Ich sehe sie auch als Lehre für die Christenheit im Allgemeinen (siehe 2. Timotheus 3).
Was immer ein endliches Wesen begreift, ist endlich.
- Hl. Thomas v. Aquin
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Helmuth
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Helmuth »

Rilke hat geschrieben: So 21. Jun 2026, 20:15 Lieber Helmuth, dazu kann ich voll und ganz zustimmen. Gut geschrieben! :thumbup:
Fein, es gibt Gemeinsamkeiten und das muss auch sein. Anders hätten wir keine gemeinsame Grundlage. Wie du weißt, lasse ich lediglich sog. "Zusätze" weg, die ich nicht als Lehre der Schrift sehe, sondern als Menschengebote bzw. Menschenlehre --> siehe dazu wieder Mt. 15 bzw. Mk 7. Das sind strenge Ermahnungen!
Rilke hat geschrieben: So 21. Jun 2026, 20:15 Gibt es deiner Ansicht nach Lebenssituationen, wo man von der dargestellten christlichen Lehre (ich spreche nicht vom AT, sondern vom NT) abweichen kann? Kannst du mir da Beispiele nennen?
Sprichst du von der Bibel oder von der Kirche? Für mich hat nur die Schrift Relevanz, also beantworte ich die Frage danach. Geht es darum mein Verhalten nach der Lehre des NT auszurichten, fände ich auf die Schnelle kein Beispiel. Ich müsste erst suchen.

Entscheidend ist ja, ob sich Lehren auf Gottes Wort zurückführen lassen. Wo dem nicht der Fall ist, kann man nicht von der Lehre Gottes sprechen. Warum denkst du führe ich Threads mit dem möglicherweise lächerlichen Titel: "Was ist Gottes Wort?" Und doch stellt man fest, wie viele es tatsächlich nicht wirklich kennen.

Meine stellenweise Kritik betrifft nicht die moralische Instanz, sondern es gibt Stellen, die sind Ungereimtheiten faktischer Natur, nicht moralischer. Ich verwende solche Stellen nicht, wenn ich etwas lehrmäßig behandle, ansonsten würde ich strittige Aussagen erst wieder anerkennen. Meine Lehre soll wasserdicht sein. Kennst du dieses Wort:
Jeremia 2:13 hat geschrieben: Denn zweifach Böses hat mein Volk begangen: Mich, die Quelle lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen auszuhauen, geborstene Zisternen, die kein Wasser halten.
Das beschreibt gut den Zustand vieler Christen heute. Als moralischer Kompass ist die Schrift ein klares Korrektiv. Im AT gibt es nur die eine Talionsstelle aus 3 Mose 24, die ich auch in moralischer Instanz ablehne. Und das Buch Hiob gilt für mich nicht als historisch, also lehre ich damit nicht bzw. ließe ich mich dadurch icht belehren. Es gibt ja so viel, keiner muss sich auf Einzelstellen festnageln lassen.

Eine Sonderstellung hat die Johannes-Offenbarung. Da stehe ich an vielen Stellen einfach am Schlauch und weiß nicht, was ich damit anfangen soll. Wo sie aber moralische Dinge behandelt, kann ich dem folgen. Sie ist auch nicht überall Bestand der Bibel. Das allein zeigt schon, dass man eben auch den Heiligen Geist braucht.
Rilke hat geschrieben: So 21. Jun 2026, 20:15 Sie ist mein Korrektiv, aber ich beziehe dieses Korrektiv nicht nur auf mich allein. Ich sehe sie auch als Lehre für die Christenheit im Allgemeinen (siehe 2. Timotheus 3).
Natürlich, genau so würde ich auch lehren, wäre ich eine gesetzte Autorität der Gemeinde. Nur gilt das für dich nicht mehr. Denn ich rede von der einen gemeinsamen Schrift, genannt Bibel. Das ist der Unterschied. Anderes ziehe ich als Korrektiv nicht in Betracht, du allerdings sehr wohl.

Das Problem, das du ansprichst ist, dass du eine verbindliche Auslegung auch lehrst, weil du wieder 2. Tim 3 ansprichst. Also, du lehrst nicht nur: Haltet euch an die Schrift, sie ist für jedermanns Glaubensentwicklung wichtig, was ja ihr eigener Lehrinhalt ist.

Du lehrst auch eine bestimmte Auslegung, wie sie anzuwenden ist. Exakt hier ist der Mensch fehlbar, weil das nicht mehr ihr eigener Lerhinhalt ist, sondern der der Menschen. Das wäre noch kein Problem, wohl aber, wenn man es dogmatisch fixiert.

Dafür gibt es das erste Korrektiv, den Heiligen Geist. Ich rolle nicht alles auf, was zuvor schon nicht geklärt werden konnte. Vielleicht nur der Punkt: Welche Entscheidungen ich treffe und Handlungsabsichten ich aus dem Gelesenen ziehe, ist und bleibt meine Sache, das geht andere nichts an, sondern bleibt eine Sache zwischen Gott und mir allein.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
Otto
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Re: Wie erhalten wir Glaubensgewissheit?

Beitrag von Otto »

Helmuth hat geschrieben: Sa 20. Jun 2026, 06:34 Selbstverständlich habe ich auch Dogmen, nur die Selbstdefinition weise ich entschieden zurück. Damit will ich sagen, sie sind nicht meine Dogmen, sondern Gottes.
Manche Behauptungen können nicht unkommentiert bleiben. Die logische Konsequenz deines Satzes ist: Wer Helmuths Dogmen widerspricht, widerspricht automatisch Gott persönlich. Damit erklärst du deine eigene, menschliche Interpretation für unfehlbar. :clap:
LGrüße von Otto
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