Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

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Lea
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Lea »

Johncom hat geschrieben: Di 17. Feb 2026, 02:39 Gott alleine wirkt, nicht ich. Es sicher klingt überzogen, ich versuche es trotzdem: Sollte Gott mich brauchen, dann wirkt er durch mich. Oder durch einen Mitmenschen, der mich berührt. Nicht ich wirke, Gott wirkt.
So ungefähr meine ich das auch. Nur gebe ich vielleicht ein kleines bisschen mehr eigene Aktion dazu, als du es hier tust.
Denn - Menschen, welche Gott gebraucht, bleiben immer noch Menschen. Sie können Fehler machen. Auch währenddessen sie von Gott gebraucht werden. Deshalb kann auch niemand von sich behaupten, dass er/sie nur Gottes Botschaft weitergibt. Ein Quäntchen Mensch wird immer auch dabei mitwirken. Ziel der Gottesbotschaften sind ja auch Menschen, welche begrenzt sind und ebenfalls nie die ungefärbte/reine Botschaft von Gott aufnehmen und verstehen können. Deshalb sendet Gott seine Botschaft auch oft durch Menschen, die zueinander passen.
Johncom hat geschrieben: Di 17. Feb 2026, 02:39 Man darf aber seinen Glauben LEBEN, dann passiert alles übrige von alleine.
Genau... und da trifft eben menschliche Botschaft zusammen und wird von Gott so "aktiviert", dass Gottes Botschaft wirken kann.
Johncom hat geschrieben: Di 17. Feb 2026, 03:25 Welchem Gott diene ich. Dem grausamen oder dem liebenden. Oder mal ganz frech gesagt: dem jüdischen oder dem christlichem.
Ich würde mal sagen: solche Reden "mein Gott ist ein anderer als dein Gott" sind typisch christlich. ;)
Gott ist Einer ... heißt es u.a. zB in 1.Tim.2,5
Die Worte, mit denen Menschen Gott beschreiben, sind nur Facetten von dem wer/wie/was Gott ist. Jeder beschreibt Gott so, wie er/sie Gott und sein Wirken wahrnehmen. Weil wir Menschen so manches eben nicht mit dem eigenen Gottesbild zusammen verstehen können, machen sie das eigene Gottesbild zu dem, wer/wie/was Gott sei.

Jesus kam, um den Menschen Gott nahe zu bringen (in o.a.Bibelvers wird er "Mittler) genannt. Jesus sagt: "wer mich sieht, sieht den Vater" Joh.12,45
... auch das ist nur eine Facette von dem, wer Gott ist: der Vater.

So wird immer, wenn Menschen etwas von Gott vermitteln möchten, ein Stückweit Menschlichkeit darinnen. Es ist EIN Gott ... der die Nähe zu den Menschen sucht. Da wo ein Mensch die Nähe zulässt, das eigene Herz öffnet, wird er eigene Erfahrungen mit Gott machen. Dann ist es auch nicht mehr nötig, die Gottesbilder miteinander zu vergleichen. Weil Gott jedem, der es auch zulässt, genau so viel von sich selbst zeigt, wie derjenige für sein Leben braucht.
Glauben (an Gott) funktioniert nicht, indem man "über" den Glauben redet, sondern indem man Glauben LEBT.
Sichtbar werden die Spuren indem sie hinführen zu Gott. Denn Gott findet man nur bei Gott selbst.
Otto
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Otto »

oTp hat geschrieben:du weißt ja, dass ich die Schöpfungsgeschichte und die Arche Noah nur als Belehrungsmittel akzeptiere. Ich kann ja nicht die Wissenschaft verleugnen.
Und auch, einmal OT:

Das Problem an deiner Position ist die logische Inkonsequenz: Du machst die Wissenschaft zum obersten Richter über die Wahrheit der Bibel, aber die Wissenschaft selbst lässt keinen Platz für Gott.

Wenn du die Schöpfung oder Noah als „unwissenschaftlich“ ablehnst, müsstest du konsequenterweise auch die Auferstehung Jesu leugnen, denn biologisch gesehen stehen Tote nicht auf.

Wer die Wissenschaft als Grenze des Möglichen akzeptiert, müsste eigentlich Atheist sein, da Gott wissenschaftlich weder messbar noch beweisbar ist. Du betreibst im Grunde „Rosinenpicken“: Dort, wo es intellektuell unbequem wird, nennst du es Symbolik, aber dort, wo du Trost suchst, hältst du an Gott fest.

Ein Glaube, der sich nur im Rahmen dessen bewegt, was die säkulare Forschung zulässt, verleugnet die eigentliche Macht Gottes, die gerade darin besteht, das menschlich Erklärbare zu übersteigen. Wenn Jesus diese Ereignisse als real ansah, wer sind wir dann, sie mit dem begrenzten Wissen unserer Zeit zu korrigieren?
LGrüße von Otto
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Zippo
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Zippo »

Lea hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 13:20
Ich sage deshalb einfach: Gott kann Alles . .. und ER bewirkt, was er bewirken will. Und Gott weiß auch, was er einem Menschen zutrauen kann.
Wenn doch ein Mensch nichts weiß, was kann man ihm dann zutrauen ? Hier sprichst du ja schon selbst den Punkt an, daß ein Mensch befähigt sein muß, wenn er dem Heiligen Geist nützlich sein soll.

Denn, wenn in einem Kopf nichts drin ist, was kann man da rausholen ?
Lea

Das bedeutet auch, dass mein Wissen ohne Gott nichts wert ist – es sei denn, Gott „aktiviert es“, zu dem, was es sein soll.
Aber was will Gott mit einem Menschen ohne Wissen ? Selbst die Apostel haben Schriften studiert, bevor sie auf die Menschen losgegangen sind, sonst hätten sie außer einem persönliches Zeugnis nichts zu sagen gewußt.
Paulus hat sich drei Jahre damit beschäftigt in den Schriften zu erforschen, daß Jesus der Christus ist, dann hat er seine Mission begonnen. Gal 1,15-18
Lea

Mir erging es im Leben oft so, dass ich, je mehr ich über die Bibel lernte, desto unwissender kam ich mir selbst vor. Aber da, wo ich Gottes Botschaft weitergeben möchte, kann ich darauf vertrauen, dass Gott mir die richtigen Worte gibt. Oft aus der Erinnerung, und manchmal auch als für mich ganz neuen Gedanken zu einer alten Botschaft. Und selbst, wenn ich da mal etwas falsch verstanden habe, kann Gott es zum Guten wenden - bei mir selbst und bei dem Empfänger meiner Botschaft.
Das man sich plötzlich wieder ganz unwissend vorkommt, ist eine andere Sache. Gelernt hast du doch trotzdem was und kannst es weitersagen.
Warum lesen wir sonst jahrelang in der Bibel, wenns nichts bringt ?
Daß der Heilige Geist mit allem was anfangen kann, ist ja auch wieder ein anderes Thema. Er benutzt dann eben noch andere Menschen, um sein Ziel zu erreichen.
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von oTp »

Otto hat geschrieben: Di 17. Feb 2026, 11:54 Wenn du die Schöpfung oder Noah als „unwissenschaftlich“ ablehnst, müsstest du konsequenterweise auch die Auferstehung Jesu leugnen, denn biologisch gesehen stehen Tote nicht auf.
Das, entschuldie bitte, ist eine absurde Schlussfolgerung. So als würdest du absolut nicht wissen, was ich denke. Erstens denke ich nicht rein wissenschaftlich rational, sonderen bin mir auch wieder rational erwägend, sogar ziemlich bewußt darin, was so alles zwischen Himmel und Erde passiert. Gib dir bei der nächsten Antwort einfach etwas mehr Mühe, folgerichtig zu denken.

Naturwissenschaftlich an der Sintflut zweifeln ist etwas ganz Anderes, als anzunehmen, Jesus sei nicht auferstanden. So viel Differenzierung sollte auch für dich möglich sein.
Rosinenpicken
Ein Auftritt von dir mit so einigen falschen Schlussfolgerungen.
Ein Glaube, der sich nur im Rahmen dessen bewegt, was die säkulare Forschung zulässt, verleugnet die eigentliche Macht Gottes, die gerade darin besteht, das menschlich Erklärbare zu übersteigen. Wenn Jesus diese Ereignisse als real ansah, wer sind wir dann, sie mit dem begrenzten Wissen unserer Zeit zu korrigieren?
So, wo tue ich das denn ?
Wenn Jesus darauf Bezug nahm, heisst das zunächst mal, er nahm Bezug zu Aussagen, die den Juden damals geläufig waren. Und erklärte damit das Handeln Gottes. Hätte Jesus sie statt dessen zu einem Verständnis zwingen sollen, das sie völlig überfordert hätte ? Man muss immer an Bekanntem anknüpfen, um etwas überhaupt verstehen zu können.

Aber du kannst so denken, wie es dir richtig erscheint.

Alle irren sich, die Juden, die Muslime. Aber Chrsten natürlich nicht, und erst gar nicht die ZJ.

Dabei streiten und kämpfen die Christen seit 2000 Jahren darum, wer das richtige Verständnis hat.
Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
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Zippo
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Zippo »

Helmuth hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 16:04
Zippo hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 13:05 Ich würde es genau so vorlesen, wie es da geschrieben steht, dann merken die Zuhörer auch, daß diese Worte nicht auf meinem eigenen Mist gewachsen sind, sondern das ist eben die Sprache der Bibel.
Jeder entwickelt seine Methode. Ich lese nicht vor, da ich ansonsten nicht situativ agieren bzw. reagieren kann. Es wirkt m.E. authentischer mit eigenen Worten, aber klarerweise ist das auch Sache der Begabung.
Die Bibel hat bei vielen Menschen noch Autorität. Da kann auch jeder nachlesen, was da geschrieben steht.
Helmuth

Für wichtiger befinde ich die vier Säulen des Evangeliums fest im Gedächtnis zu verankern samit biblischer Grundlage.

Das wäre 1) der Aufruf zur Umkehr, 2) dass Jesus am Kreuz für unsere Sünden gestorben ist, 3) dass man in seinem Namen die Vergebung der Sünden erhält und falls man dazu kommt, dass 4) ein jeder sich auf den Namen Jesu taufen lassen soll. Stufe 4) erreicht man eh nur, falls sich tatsächlich jemand der Botschaft zu nähern gedenkt. Ich würde bei Bedarf auch Gebet anbieten, aber das erfordert die Zustimmung der Hörer.
Finde ich gut. Allerdings stellt sich den Zuhörern die Frage, wovon sie umkehren sollen ?

Warum sind sie auf dem breiten Weg, der ins Verderben führt ? Mt 7,13-14 Was sind denn so die alltäglichen Sünden, die sie ins Verderben gehen lassen ? Und was ist der schmale Weg, der ins Leben führt ?

Der Herr Jesus zählt ja in der Bergpredigt einige Punkte auf, was würde man heute aufzählen ?
Jeder Mensch hält sich irgendwie für gut, weil er so lebt, wie die meisten. Aber in Gottes Augen ist das offensichtlich nicht genug.
Helmuth

Wenn man erkennt, dass zwischenzeitlich Gelächter oder Lästerworte fallen, dann kann man es auch beenden, denn wir sind nicht die Idioten des Herrn, sondern Botschafter an seiner statt, ausgesandt zur Errettung aller, die sich erretten lassen.
[1. Kor. 4,9-13] Ich halte aber dafür, Gott habe uns Apostel für die Allergeringsten dargestellt, als dem Tode übergeben. Denn wir sind ein Schauspiel geworden der Welt und den Engeln und den Menschen. Wir sind Narren um Christi willen, ihr aber seid klug in Christo; wir schwach, ihr aber seid stark; ihr herrlich, wir aber verachtet. Bis auf diese Stunde leiden wir Hunger und Durst und sind nackt und werden geschlagen und haben keine gewisse Stätte und arbeiten und wirken mit unseren eigenen Händen. Man schilt uns, so segnen wir; man verfolgt uns, so dulden wir’s; man lästert uns, so flehen wir; wir sind stets wie ein Fluch der Welt und ein Fegopfer aller Leute.
Eigentlich werden die Verkünder des Evangeliums schon wie Narren behandelt. Sie verkünden eine schwierige Botschaft und lassen sich schlecht behandeln. Das ist ja fast wie ein Spießrutenlauf.
Helmuth

Am besten arbeitet man aber zu zweit, denn so unterstützt einer den anderen. Alleine geht es auch, erfordert aber die Salbung dazu. Meist steht dem Mk. 6:4 entgegen, zu zweit wäre man bereits ein kleines Bollwerk.
Jesus sandte aus gutem Grund die Jünger zu zweit aus.
Ja, das ist sicher sinnvoll.
Helmuth
Zippo hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 13:05 Und warum sollen Zuhörer von der eigentlich unangenehmen Seite der Botschaft verschont werden ?
Diese Infragestellung halte ich auch für berechtigt. So frage ich weiters, warum denn die Botschaft unangenehm sein soll, wenn uns Gott doch den Ausweg in Christus zeigt, der uns nichts kostet, sondern ein Gnadengeschenk ist? Menschen wollen Lösungen für alle Probleme und invesiteren oft ungemein viel dafür. Sie erhalten alles durch Christus gratis. Im Grunde mündet es immer im Evangelium, wie Paulus spricht:
Das Volk Israel hat seine Propheten gehabt, um dem Volk seine Übertretungen zu predigen. Evangelisten sollten das Gleiche tun. Denn wegen all dieser Dinge kommt ja das Gericht Gottes über uns mit seinen schlimmen Folgen.
Dazu müßte man sich mit den Sünden seines Volkes mal auseinandersetzen. Was machen die so alles, was Gott im Gericht zur Sprache bringen wird ?
Für den Herrn Jesus ist es ja schon eine Sünde, wenn man nicht barmherzig und hilfsbereit war. Mt 25,31...
Jak 2,13
Es wird aber ein unbarmherziges Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat; und die Barmherzigkeit rühmt sich wider das Gericht.
Und Gott wird Vieles strafen, was wir für gar nicht so wichtig oder verwerflich halten. Wer will das Gericht Gottes ohne Gnade überstehen ?
Und er ist bereit jeden Menschen abzustrafen, der nicht umkehrt und in der Nachfolge Jesu eine neue Herausforderung findet.
[Mt. 5,27-30] Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: „Du sollst nicht ehebrechen.“ Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. Ärgert dich aber dein rechtes Auge, so reiß es aus und wirf’s von dir. Es ist dir besser, dass eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Ärgert dich deine rechte Hand, so haue sie ab und wirf sie von dir. Es ist dir besser, dass eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde.

Gruß Thomas
Zuletzt geändert von Zippo am Di 17. Feb 2026, 15:29, insgesamt 1-mal geändert.
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
renato23
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von renato23 »

Lea hat geschrieben: Di 17. Feb 2026, 11:17
Johncom hat geschrieben: ↑Di 17. Feb 2026, 03:25
Welchem Gott diene ich. Dem grausamen oder dem liebenden. Oder mal ganz frech gesagt: dem jüdischen oder dem christlichem
.
Ich würde mal sagen: solche Reden "mein Gott ist ein anderer als dein Gott" sind typisch christlich.
Gott ist Einer ... heißt es u.a. zB in 1.Tim.2,5
Lea hat geschrieben:Eigentlich sollten sich alle Christen weltweit darin einig sein, dass sich ihr Gottesglauben in der Bibel -ob AT oder NT- einzig und allein an dem durch seinen Sohn Jesus in den Evangelien vollkommen authentisch offenbarten orientiert.
Im frühen Judentum meinte ja Paulus, die Gemeinde Gottes, die ja -biblisch mehrfach nachweisbar- auf Jesus Gottesglauben vertraute deswegen zerstören zu müssen Gal 1,13. Und nach seinem Damaskuserlebnis lehrte er dann bezüglich Gottesglaube und das damit verbundene Evangelium Jesus vom Reich Gottes, wie Du oben kurz erwähnt hast.
Lea hat geschrieben:Die Worte, mit denen Menschen Gott beschreiben, sind nur Facetten von dem wer/wie/was Gott ist. Jeder beschreibt Gott so, wie er/sie Gott und sein Wirken wahrnehmen. Weil wir Menschen so manches eben nicht mit dem eigenen Gottesbild zusammen verstehen können, machen sie das eigene Gottesbild zu dem, wer/wie/was Gott sei.
Na, ich finde die Worte von Johannes, der ja erkannte, dass sie -die jüdischen Glaubensgeschwister von Jesus- erst durch Jesus, den Sohn Gottes zur wahrhaftigen Gotterkenntnis gelangten = Unser Vater im Himmel, 1 Joh 5,20
1Joh 4,8 Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe.
1Joh 4,9 Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen.
1Joh 4,12 Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.
1Joh 4,16 Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.
Lea hat geschrieben:Jesus kam, um den Menschen Gott nahe zu bringen (in o.a.Bibelvers wird er "Mittler) genannt. Jesus sagt: "wer mich sieht, sieht den Vater" Joh.12,45
... auch das ist nur eine Facette von dem, wer Gott ist: der Vater.
Genau. Doch nebst Nahe zu bringen auch zu ermöglichen künftig in inniger Gottverbundenheit ein segensreiches Leben führen zu können. Undbeim Evangelium vom Reich Gottes geht es klar darum, dass einstige Sünder umkehren, alle bisherige Bosheit ablegen um mittels nurmehr geistlicher Gesinnung zur Ausbreitung Reiches Gottes beizutragen, in dem es keine zum Bösem führenden mosaische Gesetzesvorschriften mehr gab/gibt, sondern zunehmend nurmehr nach Gottes Willen gelebt wird.

Denn Jesus hat ja die künftige Gültigkeit der bisher gepredigten Gesetze und Propheten vom Doppelgebot der gelebten Liebe abhängig gemacht,Mt 22.37-40 und damit alle Gesetze Mose, die zu lieblosem=gottlosem Handeln aufforderten ausser Kraft gesetzt. Zweckdienlich betreffend künftig gegenseitig wertschätzendes Leben legte Jesus ans Herz
Mt 7,12 Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Magdalena61 »

Johncom hat geschrieben: Di 17. Feb 2026, 03:25 Ich finde es absolut zu respektieren, wenn man für sich, andere und (eigentlich) alle ins Gebet begibt. Nur die Vorstellung, jemand könnte "aufgegeben" werden und würde in der Verdammnis landen, ist das nicht irgendwie überzogene Sorge?
Meines Wissens war mein Gesprächspartner nie das gewesen, was man unter "gläubig" versteht, es gab keine Beziehung zum Guten Hirten, somit greift die Sorge des Hirten, der keines seiner Schafe aufgeben will, in diesem Fall nicht.
Wie kann ein Mensch, der sich für andere engagiert hat, verdammt sein.
Babel. "Wir wissen, was gut ist, und das können wir auch ohne den Glauben an einen Gott leben".

Deine Theorie einer "Errettung durch Werke, die dem Willen Gottes entsprechen" mag auf Heiden zutreffen, die niemals die Gelegenheit hatten, das Evangelium von Jesus Christus zu hören/ zu verstehen. Für Heiden, die sich durch ihren Lebensstil sozusagen als Anwärter auf das Heil qualifiziert haten, hat Gott sicher eine Möglichkeit, ihnen die erforderlichen Informationen zukommen zu lassen, sodass sie eine Entscheidung für oder gegen Jesus treffen können.

Aber wenn sich jemand, der vielleicht in seiner Kindheit mit einem Zerrbild von "christlichem Glauben" traktiert wurde, entschieden gegen das Angebot der Gnade positioniert, aus welchen Gründen auch immer - wie soll Gott dann mit ihm verfahren? Soll er ihn zwangserretten; gegen seinen erklärten Willen?

Viele Menschen sind nicht frei in ihrer Entscheidung, weil sie sich auf Übungen eingelassen haben, die auf Lehren und Rituale asiatischer Religionen zurückgehen- hier im Westen werden sie als Optimierung der Lebensqualität oder als Therapie verkauft; die spirituelle Komponente wird nicht erwähnt oder sie wird relativiert, indem man die darin enthaltenen und wirksamen Kräfte der Finsternis in "Licht" und ein "Geschenk Gottes" umdeklariert.
Beispiel: Derek Prince
Menschen, die nicht oberflächlich sind, die aber, weil sie es nicht besser wußten, in den falschen Gewässern fischten, sind oft blockiert. Man kann sich völlig vernünftig mit ihnen unterhalten. Aber wenn man etwas deutlicher werden möchte, ist da plötzlich eine Wand aus Stahl, eine völlig überzogene Ablehnung und Abwehr, und man muss Acht geben, dass der Kontakt an dieser Stelle nicht gänzlich abbricht.
Johncom hat geschrieben: Di 17. Feb 2026, 03:25 In früheren Zeiten wurden den Leuten Sakramente eingeimpft, also der Glaube, Gott sei so böse, jeden zu verdammen, der nicht getauft ist. Oder geschieden, unehelich geboren, was auch immer.
Meiner Meinung nach waren diese Regeln prizipiell gut gemeint, um Zäune aufzustellen, damit Menschen mit wenig Bildung nicht in jeden Abgrund stürzen, der sich vor ihnen auftut. - Irgendwann entwickelten die Zäune jedoch eine Eigendynamik, losgelöst von der ursprünglichen Absicht und wurden teilweise auch mißbraucht, um Macht auszüben und zu behalten. Es ist das gleiche Problem, das Jesus den Pharisäern vorwarf: Sie folgten Gesetzen um des Buchstabens willen, den sie teilweise auch noch eigenhändig umgeschrieben hatten.
Die entscheidende Frage ist immer: Ist Geist Gottes "drin"; zielt eine Tradition darauf ab, Gott zu begegnen... erlebt der Gläubige, der beispielsweise am Abendmahl teilnimmt, die Nähe Gottes?-- oder haben wir es mit geistlosen Ritualen zu tun.

Man kann sogar das Vaterunser und das Abendmahl pervertieren. Oder die Bibel zum Götzen machen. Die Thematik ist sehr vielschichtig.
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Magdalena61 »

Johncom hat geschrieben: Di 17. Feb 2026, 03:25Ich finde, man sollte deutlich werden mit sich selbst: Welchem Gott diene ich. Dem grausamen oder dem liebenden. Oder mal ganz frech gesagt: dem jüdischen oder dem christlichem.
Der Gott der Bibel ist immer derselbe. Wer das nicht erkennt, der sollte sich dazu entschließen, seine Wunschbrillen abzulegen und genauer hinschauen.

Das "System" der Information ist von Gott vorgegeben. Menschen, denen Erkenntnis geschenkt wurde, sollen diese an andere weitergeben. Eltern unterrichten ihre Kinder, Patriarchen ihre Untergebenen, im AT sieht man u.a. Propheten am Werk, Noah zähle ich da mit dazu. In den Synagogen wurden die Schriften gelesen.

Im AT lebten noch nicht so viele Menschen auf der Erde.
Im NT finden wir ganz eindeutig das System: Lehrer unterrichten Schüler. Jesus hat es getan und dann seine Jünger ausgesandt und den Missionsbefehl erteilt.

Wenn ich mir vom Gott der Bibel Rettung erhoffe, dann muss ich auch dessen Regeln/ Willen respektieren. Wenn ich glaube, die Bibel offenbart uns den Willen Gottes, dann muss ich mich mit meinem Denken und meinen Aktivitäten innerhalb dieses Systems bewegen. 1. Petr. 2,9 ist für alle Christen verbindlich.

Ich denke, Gott will den Menschen, von dem ich sprach, erreichen/ retten. Und es gibt die Verheißung: Joh. 14,14. Also mache ich das doch... und habe, obwohl ich noch kein positives Ergebnis vorweisen kann, den begründeten Eindruck: Gott begleitet diesen Menschen... passt auf ihn auf... und kann- aufgrund meiner Bitten, ihn zu segnen??- vielleicht doch auch schon das eine oder andere bewirken. Ausführlicher kann und will ich in der Öffentlichkeit nicht werden.
Es geschieht was geschehen soll.
Ich glaube nicht an einen Gott, der Menschen für die Hölle "vorherbestimmt" hat. Wir wissen es aber, und zwar von Jesus Christus, dass Menschen am Tag des Gerichts zur ewigen Strafe verurteilt werden.

Christen nützen viel zu wenig die Kraft des Heiligen Geistes. Sie müssten viel öfter sagen: "Herr, bitte rette diesen oder jenen... bewahre du ihn... segne du..." das dauert doch keine zehn Sekunden, das kann man auch tagsüber machen, während der Arbeit, wenn man gerade daran denkt, oder wenn einem irgendwo ein Bedarf auffällt-- sonst vergißt man es vielleicht. Man kann auch das gesamte Wortpaket mit dem Gedanken an einen bestimmten Menschen zu Gott schicken, in Gedanken... Gott weiß, was gemeint ist. Sein Geist begreift und reagiert schneller als jede KI.
In weltlichen, gesellschaftlichen Dingen, finde ich, sollte man sich lautstark für freiheitliche Werte einsetzen.
Ja, natürlich. Ich finde aber, das ist ein anderes Kapitel, das ist eine andere Ebene des Kampfes für Freiheit und Gerechtigkeit.
LG
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Di 17. Feb 2026, 13:51 Die Bibel hat bei vielen Menschen noch Autorität. Da kann auch jeder nachlesen, was da geschrieben steht.
Das kann ich so nicht bestätigen. Es ist schon unter Christen schwer, sie einhellig als bindend zu betrachten. Sieh dir hier mehrerr Auffassungen an, welche sich "Christen" nennen. Es sind halt nicht alle Nachfolger Jesu, die sich dennoch dafür halten.

Von Ausnahmen abgesehen kennen Nichtchristen die Bibel nur bruchstückhaft, z.B. aus altem Religionsunterricht und geben dem keine Bedeutung. Da dieser Unterricht heute keine Pflicht mehr ist, so wissenn sie nicht einmal mehr das. Und dennoch, der Kern des Evangeliums bedarf keiner echten Bibelkenntnis, der ist im Grunde BIldungssache. Das kannst du leicht testen. Frage einfach danach. Ich habe das schon oft getan.

Die letzten Beiträge waren von meiner Seite auf die Verkündigung konzentriert. Tatsächlich sind diese Ereignisse nicht der Alltag, sondern Gott muss die Situation erst schaffen. Ich und mein Bruder haben vor Zeiten schon gepredigt, sodass wir es gemeinsam nicht sinnvoll sehen. dass wir es darauf anlegen immer nur eine Wiederholung zu geben. Darum --> der Heilige Geist muss uns führen.

Zur Weihnachstzeit 2025 hatte ich den Vorschlag gemacht eine Lesung auf Wienerisch aus meinem Jh-Ev zu halten. Es wäre keine Predigt gewesen, sondern nur eine Lesung und mein Bruder solle es ankündigen. Er hatte abgelehnt, weil er meinte, dass die meisten kaum länger als 2 Minuten wirklich zuhören würden und es dann in Sand verläuft. Da ich Teamplayer bin, so habe ich mich gefügt.

Ansonsten versucht man einfach sich als Christ authentisch zu verhalten und das eine oder andere, was in ihren Augen "schräg" rüberkommt anhand des Wort Gottes zu erläutern. Das entfacht in der Folge auch rege Diskussionen. Aber das sind eben Gespräche und keine Verkündigung des Evangeliums. So bereitet aber vielleicht der Heilige Geist den Boden für später wieder auf. Dafür bete ich, denn sie liegen mir am Herzen.
Zippo hat geschrieben: Di 17. Feb 2026, 13:51 Finde ich gut. Allerdings stellt sich den Zuhörern die Frage, wovon sie umkehren sollen ?
Ich würde mich wirklich glücklich schätzen, wenn danach wirklich gefragt würde. Meine Kollegen wissen aber durchaus, wovon sie umkehren müssten, aber sie sehen so vieles nicht ein, weil ihr Gewissen sie dazu nicht drängt. Da muss erst Gott ran.

In meiner Arbeit hatte ich früher einmal dieses Erlebnis. Für mich war es Usus am Tisch eine Bibel stehen zu haben, das war in der Zeit, als es noch nicht so viel Internet gegeben hat. Einem Kollegen fiel das auf und er fragte mich, ob ich darin auch lese. Ich bejahte und fragte retour, was er verneint hatte. Dann fragte ich konkret: "Und warum nicht?". Darauf diese Antwort: "Weil ich weiß, dass ich mich dann ändern müsste."

Ich war über diese Antwort nicht wenig erstaunt, denn es zeigt: Die Menschen wissen durchaus was Sache ist. Es liegt bei den meisten daran, dass sie sich nicht ändern wollen. Und das war schon zu Jesu Zeiten so:
Lk 13,34 hat geschrieben: Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen wie eine Henne ihre Brut unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Zippo
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Zippo »

Warum bleiben die Leute nicht stehen, wie im Deckblatt angegeben ?

https://youtu.be/Gx20dvFlduk?si=YVGNaCPrSrxfRQKO

2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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